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The Amazing Spider-Man - Trailer und Kritik zum Film

The Amazing Spider-Man - Trailer und Kritik zum Film
Auf die Ankündigung von Reboots folgt in der Filmwelt schnell Skepsis: Nur zehn Jahre nach Start der erfolgreichen, von Sam Raimi inszenierten "Spider-Man"-Filmreihe mit Spinnenmann Tobey Maguire sollte die Geschichte nach geplatzten Plänen zum vierten Teil bereits neugeschrieben werden.

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Mit einem jüngeren, von Vaterkomplexen und High-School-Rowdys geplagten Peter Parker gelingt Regisseur Marc Webb die Überzeugungsarbeit aber auf ganzer Linie: "The Amazing Spider-Man" ist nicht zuletzt dank Durchstarter Andrew Garfield ein erfrischendes, überaus unterhaltsames Filmerlebnis. Ab Donnerstag (28.6.) im Kino.

 Vor den Fenstern tobt ein Unwetter, als der kleine Peter Parker (Garfield) von seinen Eltern bei seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und seiner Tante May (Sally Field) abgesetzt wird, um künftig bei ihnen zu leben. Schwer traumatisiert ob des mysteriösen Verschwindens seiner Eltern schottet sich Peter viele Jahre später an der High School bewusst ab, erkundet die Welt lieber auf eigene Faust durch den Sucher seiner Kamera und mit einem Skateboard unter seinen Füßen.

Verjüngungskur für "The Amazing Spider-Man"

Hoffnung auf einen Platz in der Welt naht in Form einer aufkeimenden Romanze mit Mitschülerin Gwen Stacy (Emma Stone) - und einer Aktentasche, die Peter in das OsCorp-Labor von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), dem ehemaligen Forschungspartner seines Vaters, führt. Der Wissenschafter arbeitet an einer revolutionären Methode, menschliche Gliedmaße zu reproduzieren. Was folgt, ist bekannt: Der Biss einer manipulierten Laborspinne lässt in Peter ungeahnte Superkräfte erwachen, während ein gescheiterter Selbstversuch den einarmigen Connors in ein New York bedrohendes Eidechsenwesen, den Lizard, verwandelt. Viel Zeit, sich in seinem verändernden Körper zurechtzufinden, hat Peter also nicht: Die Stadt braucht einen Superhelden.

Andrew Garfield bei der Verwandlung zum Helden zuzusehen, macht ungemein Spaß: Eine skurrile Szene in der U-Bahn, in der Peter direkt nach dem ominösen Biss machtlos über seine eigenen Gliedmaße unkontrolliert Schläger vermöbelt und sich an der Decke klebend wiederfindet, gibt den Ton für den rasanten, mit Pointen gespickten und visuell beeindruckenden weiteren Verlauf des Films an. Verwegen, charmant und schlagfertig gibt Garfield ("Alles, was wir geben mussten", "The Social Network") den Spinnenmann, der die Zuseher mittels spektakulären 3D-Einsatzes von Hochhaus zu Hochhaus schwingt und mit außergewöhnlichen Methoden Schul-Rowdys bloßstellt.

Zu konstruiert in James Vanderbilts Drehbuch wirkt da nur der plötzliche Tod von Peters Onkel bei einem Raubüberfall, der den strauchelnden Teenager auf einen Rachefeldzug durch die New Yorker Nacht jagt und den Polizeichef (Denis Leary) verzweifeln lässt. Doch aus Rachegelüsten wird schließlich Pflichtbewusstsein, aus dem tollkühnen jungen Mann jener Superheld, der seit seinem ersten Comic-Auftritt durch Stan Lee und Steve Ditko bereits 50 Jahre auf dem Buckel hat.

Dank emotionaler Tiefe rund um Identitätssuche und Erwachsenwerden gelingt Musikvideoregisseur Marc Webb mit seinem erst zweiten Spielfilm nach der Indie-Romanze "(500) Days of Summer" eine überzeugende Alternative zu herkömmlichen Superhelden-Filmen. "The Amazing Spider-Man" ist mehr als reines Action-Spektakel, auch wenn an Spinnweben von der Brücke baumelnde Autos, ein über der Fifth Avenue von Kran zu Kran hangelnder Spider-Man und übernatürliche Skateboard-Tricks in der Fabrikshalle für Action-Fans nichts zu wünschen übrig lassen. Ein Reboot, der Lust auf mehr macht.

(APA)

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