Terrorermittlung nach Messerstich-Angriff in Mailand

Gegen den 20-jährigen Italo-Tunesier, der am Donnerstagabend bei einer Messerstich-Attacke drei Sicherheitskräfte im Mailänder Hauptbahnhof verletzt hat, laufen Ermittlungen wegen internationalem Terrorismus. Die Mailänder Anti-Terror-Staatsanwälte prüfen, ob der Mann Kontakte zu radikalen Kreisen hatte. Auf seiner Facebook-Seite hatte er Videos mit Hymnen für den Islamischen Staat (IS) gepostet.

Der in Mailand geborene 20-Jährige mit italienischer Mutter und tunesischem Vater war für eine Routinekontrolle angehalten worden. Als er um seinen Ausweis gebeten wurde, zog er ein Messer aus der Tasche, mit dem er die drei Sicherheitskräfte – zwei Soldaten und einen Polizisten – angriff.

Der Mann, der bis 2015 in Tunesien gelebt hatte und sich seit längerer Zeit als Obdachloser auf dem Mailänder Hauptbahnhof aufhielt, wurde festgenommen und in die Mailänder Strafanstalt San Vittore gebracht. Der Verdächtige hatte ein weiteres Messer in der Tasche.

Nach der Verletzung der drei Sicherheitskräfte forderte der Präsident der Region Lombardei, der Spitzenpolitiker der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord, Roberto Maroni, die Aussetzung eines am Samstag in Mailand geplanten Anti-Rassismus-Marsches, zu dem Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala aufgerufen hatte.

Mit der Demonstration fordern Mitte-links-Aktivisten eine Änderung des seit 2002 geltenden Einwanderungsgesetzes und die Streichung des Vergehens der illegalen Einwanderung. Laut Maroni sollte der Marsch aus Respekt vor den verletzten Sicherheitskräften abgesagt werden. Der Mailänder Bürgermeister blieb hart und berichtete, dass er die Demonstration am Samstag anführen werde.

(APA)

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