Streit in Rom um geplantes Musical über Kaiser Nero

Der römische Kaiser Nero, der im Jahr 64 nach Christus die Stadt in Brand gesetzt haben soll, wird zum Musical-Star und sorgt für Debatten. In Hinblick auf die von Juni bis September geplante Aufführung der “Rock-Oper” über die facettenreichen Persönlichkeit des egozentrischen Tyrannen tobt in der Ewigen Stadt ein heftiger Streit.

Geplant ist die Aufstellung einer Mega-Bühne am Palatin-Hügel im Gelände der Kaiserlichen Foren im Herzen der archäologischen Stätte um das Kolosseum. 14 Meter hoch und 36 Meter breit ist die Bühne, auf der vom 1. Juni bis zum 10. September das Musical aufgeführt wird. 3.000 Zuschauer pro Abend werden erwartet. Die Karten werden bereits für einen Preis zwischen 45 und 180 Euro verkauft.

250.000 Euro zahlen die Produzenten des Musicals, um die Bühne am Palatin-Hügel aufzustellen, nicht weit von dem Ort, an dem sich Neros prunkvolle Villa “Domus Aurea” befindet. Drei Prozent der Einnahmen aus dem Ticketverkauf sollen in die Kassen von Roms Denkmalschutz fließen.

“Eine Riesenbühne aufzustellen und 3.000 Zuschauer am Palatin-Hügel zusammenzubringen, ist verrückt. Man kann zwar antike Theater für Konzerte nutzen, am Palatin sind jedoch keine Strukturen vorhanden”, sagte Vittorio Emiliani, Präsident eines Komitees zum “Schutz der Schönheit” in Rom.

Die Produktionsgesellschaft Dueffel Music, die die “sensationellste italienische Show aller Zeiten” produziert, sieht die Lage anders. Das Nero-Musical werde tausende Touristen nach Rom locken. An der Show wirkt u.a. der Oscar-gekrönte Szenenbildner Dante Ferretti (“Aviator”, “Hugo Cabret”) mit. Ebenfalls mit an Bord sind der Liedermacher Franco Migliacci, Autor des Italo-Hits “Volare”, und Kostümdesignerin Gabriella Pescucci, die für ihre Arbeit am Filmepos “Zeit der Unschuld” 1994 einen Oscar gewonnen hat. Das Musical wird in italienischer und englischer Sprache aufgeführt.

2014 hatte Roms Denkmalschutz den Circus Maximus für ein Konzert der Rolling Stones freigegeben, zu dem 70.000 Zuschauer kamen. Die Gemeinde hatte damals lediglich 7.900 Euro für den Auftritt kassiert.

(APA)

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