Straßen und Gleise halten der Hitze noch stand

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Der Hitzewelle scheinen die österreichischen Straßen noch standzuhalten - im Gegensatz zu dieser hier Der Hitzewelle scheinen die österreichischen Straßen noch standzuhalten - im Gegensatz zu dieser hier - © AP Photo/Sergey Ponomarev
Man sollte es nicht glauben, aber nur wenige Grad Celsius über 'Normaltemperatur' können schon Schäden an der Transportinfrastruktur anrichten. Die ASFINAG musste bereits reagieren.

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"Wir sind sehr aktiv und haben die Befahrung der Betonfahrbahnen durch den Streckendienst erhöht", betonte Andreas Fromm, Abteilungsleiter im Bestandsmanagement der Asfinag am Montag. Werden die Fahrbahnen regulär ein- bis zweimal am Tag befahren, ist man jetzt mindestens viermal unterwegs, um etwaige temperaturbedingte Schaden zu beheben. Bei den  ÖBB kam es zu einigen kleineren Fällen von sogenannten Gleisverdrückungen.

Hitze: Keine Gefahr für Verkehrsteilnehmer

"Grundsätzlich entstehen bei Fahrbahnschäden keine gefährliche Situationen für die Verkehrsteilnehmer", beruhigte Asfinag-Sprecher Fromm. Bereits dreimal wurde man seit diesem Juni auf Hitzeschäden aufmerksam und behob diese; zweimal auf der A1 (Westautobahn) und zuletzt auf der A9 (Pyhrn Autobahn). Betonfahrbahnen, die laut Fromm eine Lebensdauer von ungefähr 30 Jahren haben, werden ab ihrer "Lebensmitte" anfälliger für Schäden. Bei Temperaturen ab 30 Grad kann sich der Beton bis über 50 Grad erhitzen.

Risse durch Hohlraum unter dem Asphalt

Hebt sich dann durch die Hitze die Decke, entsteht darunter ein Hohlraum, dann bricht die Fahrbahn bei Belastung. Nach der Sperre entscheidet man bei der Straßenmeisterei, ob man die Sanierung mit Beton oder Asphalt durchführt. "Das hängt dann auch von der langfristigen Planung ab", so Fromm. Asphalt bricht im übrigen nicht wie Beton, sondern wird weich und wölbt sich durch die hitzebedingte Ausdehnung temporär nach oben. Durch seine schwarze Farbe kann er bis 70 Grad heiß werden.

Eisenschienen verbiegen sich unter der Hitze

Herbert Ofner, ÖBB-Sprecher, konnte von einigen kleineren Fällen von "Gleisverdrückungen" - bis zu zehn Zentimeter große Positionsveränderungen der Schienen - berichten. Diese werden aber jeweils maschinell behoben, was sich in der Regel innerhalb eines Tages bewerkstelligen lässt. Für die Passagiere gibt es dadurch keine Gefahr, da betroffene Strecken sofort gesperrt werden. Größere Ausfälle von Klimaanlagen, etwa im Falle von Fernstrecken, waren auf APA-Anfrage ebenfalls nicht bekannt.

Ruhe bei den Wiener Linien

Als "verhältnismäßig ruhig" beschreibt auch Wiener Linien-Sprecher Dominik Gries die Lage bei Bus, U-Bahn und Bim. "Es gibt trotz Hitze keine Häufung von Rettungseinsätzen. Weder in den Garnituren noch bei den Stationen", kann Gries berichten. Bei den Gleisen gibt es ebenfalls keine Störungen zu melden. Für die Sicherheit der U-Bahn-Gleise sorgt ein Gleismesswagen, der per Laser nach Schäden sucht, die das bloße Auge nicht sieht. Allen Gegnern der olympischen Disziplin "Wettschweißeln" empfiehlt Gries übrigens die Busse. Denn die sind großteils schon klimatisiert und damit angenehm temperiert.

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