SPÖ-Parteitag: Historisches Debakel für Faymann

Von Verein Jahrgang 1937 Weiler
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Die 83,43 Prozent für Werner Faymann beim Parteitag in St. Pölten sind das schlechteste Ergebnis eines SPÖ-Chefs ohne Gegenkandidaten in der jüngeren Parteihistorie. Bisheriger Negativ-Rekordhalter war Fred Sinowatz, der im Herbst 1987 mit 88 Prozent leben musste. Ebenfalls schwach war das Abschneiden von Alfred Gusenbauer 2004 mit 88,9 Prozent.

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Das Faymann-Ergebnis fällt auf, denn für gewöhnlich gilt die SPÖ als sehr diszipliniert. Der Kanzler selbst erhielt vor zwei Jahren in Vösendorf das Vertrauen von 93,8 Prozent der Delegierten. 2008 hatte er kurz vor der Nationalratswahl 98,4 Prozent erzielt.

Schwächere Ergebnisse hatte auch eine der heutigen Legenden der Sozialdemokratie. Franz Vranitzky erlangte bei seiner letzten Wahl 1995 nur noch 90,5 Prozent, nachdem er sich zuvor über Ergebnisse bis zu 98,5 Prozent (1991) erfreuen konnte. Viktor Klima stand nur einmal zur Wahl, nämlich 1997 und da kam er bloß auf 90,2 Prozent.

Faymann war der Schwächste

Faymann ist bei der Wahl zum Parteipräsidium als einziges Mitglied unter 90 Prozent Zustimmung geblieben. Den höchsten Wert konnte der Tiroler Landesparteichef Gerhard Reheis mit 99,81 Prozent erzielen. Bei der Wahl zum Parteivorstand blieben neben Faymann auch die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Klubchef Josef Cap unter 90 Prozent.

Die genauen Zahlen

Gewählt wurde wie üblich in zwei Wahlgängen: zuerst der Parteivorstand, danach das wichtigere Präsidium. Bei der Vorstandswahl konnte Faymann noch 87,48 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereinen. Burgstaller erreichte 86,63 Prozent, Cap kam auf 88,66 Prozent. Alle anderen Vorstandsmitglieder kamen auf über 90 Prozent, vier sogar auf 100 Prozent. Selbst der in der Wehrpflicht-Debatte auch innerparteilich unter Druck stehende Verteidigungsminister Norbert Darabos schnitt bei der Vorstandswahl mit 94,25 Prozent deutlich besser ab als Faymann.

Stellvertreter besser als ihr Chef

Regelrecht abgestraft wurde der Parteichef von den Delegierten allerdings bei der Wahl zum Parteipräsidium, die mit der Vorsitzendenwahl verbunden ist. Dort kam Faymann nur auf 83,43 Prozent der Delegiertenstimmen. Der Tiroler Parteichef Gerhard Reheis erreichte mit 99,81 Prozent das beste Ergebnis vor der Burgenländerin Verena Dunst und dem Vorarlberger Landesvorsitzenden Michael Ritsch (99,03 Prozent). Wiens Bürgermeister Michael Häupl erreichte 92,98 Prozent, der Steirer Franz Voves 92,79 Prozent. Burgstaler kandidierte fürs Präsidium nicht.

In Faymanns Umfeld wurde das schlechte Wahlergebnis unter anderem auf den Unmut der Teilorganisationen über das neue Transparenzgesetz zurückgeführt.

(APA)

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