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Spionageangriff auf Rhomberg-Sersa-Firma

Wirtschaftskrimi: Rhomberg-Sersa-Tochter soll bespitzelt worden sein.
Wirtschaftskrimi: Rhomberg-Sersa-Tochter soll bespitzelt worden sein. ©Rhomberg/Symbolbild
Ein Szenario wie in einem Agentenfilm: Der österreichische Weltmarktführer bei Gleisbaumaschinen, die Firma Plasser & Theurer (PT) wird beschuldigt, Mitbewerber und Kunden ausspioniert zu haben. Die Spionageaffäre trifft auch das international tätige Bregenzer Gleisbauunternehmen Rhomberg Sersa Rail Group, wie die "VN" berichten. Deren Tochterunternehmen Jumbo Tec wurde bespitzelt.

Das Ausmaß des vermuteten „feindlichen Angriffs“ des langjährigen Maschinenlieferanten ist noch nicht endgültig ermittelt. Rhomberg Sersa hat rechtliche Mittel ergriffen. Die Untersuchung kam nach der Selbstanzeige des PT-Sicherheitsberaters in Gang. Dem “VN”-Bericht zufolge hat der Gleisbauführer Plasser und Theurer Konkurrenten und Geschäftspartner ausspioniert. Zwar spielten sich die Taten größtenteils in Deutschland ab, doch seien neben dem Schienenmaschinenhersteller hauptsächlich Firmen aus Österreich, allesamt aus der Baubranche, involviert. Auch die deutsche Tochterfirma der Bregenzer Rhomberg Sersa Rail Group, die Jumbo Tec GmbH, sei ausspioniert worden. Dass die Jumbo Tec neben Plasser & Theurer auch mit deren Mitbewerbern Geschäftsverbindungen pflegte, dürfte die Firma für Industriespionage “interessant” gemacht haben.

Auslöser für die Aktionen, so sie stattgefunden haben (für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung), war die Trennung zweier ehemaliger Mitarbeiter vom Unternehmen, die eine Konkurrenzfirma, die Firma S 7 Rail Support, gründeten, um im Revier des Platzhirschs Plasser & Theurer, der den Weltmarkt für Gleisbaumaschinen dominiert, ebenfalls Platz zu finden. Privatdetektive sollten herausfinden, was die Abtrünnigen vorhaben.

Plasser & Theurer kommt nicht aus den Schlagzeilen

Der Hersteller von Bahnbaumaschinen Plasser & Theurer (PT) kommt mit den neuesten Berichten weiterhin nicht aus den Schlagzeilen. Zu etlichen anhängigen Rechtsverfahren unter anderem wegen genannter Industriespionage liefern Informanten, die nicht genannt werden wollen, den Medien immer neue Informationen. Hintergrund dürfte ein Konflikt zwischen den Erben der beiden Firmengründer und Namensgeber der Firma sein.

Selbstanzeige bringt Stein ins Rollen

Begonnen hat die Artikelserie über das überaus erfolgreiche, aber so gut wie keine Öffentlichkeitsarbeit betreibende Unternehmen mit dem in einer Selbstanzeige 2016 erhobenen Vorwurf eines Sicherheitsberaters der Deutschen Plasser Bahnbaumaschinen GmbH. Demnach sei ein österreichischer Konkurrent ausspioniert worden. Der Mann beantragte Kronzeugenstatus. Die Staatsanwaltschaft Krems ermittelt seither gegen 13 Beschuldigte, schrieb das Nachrichtenmagazin “profil” – darunter der Industrielle Josef Theurer und sein Enkel Johannes Max-Theurer. Die beiden betonten in einer Stellungnahme, dass sie über Art und Umfang der Leistungen des Sicherheitsberaters zu keinem Zeitpunkt informiert gewesen seien. Eine von dem Sicherheitsberater behauptete illegale Telefonüberwachung durch einen bestochenen Mitarbeiter von A1 hat jedenfalls nicht stattgefunden, wie aus einem der APA zugespielten Schreiben hervorgeht.

Plasser & Theurer klagt Konkurrenz

Plasser & Theurer führt seit 2016 in Linz ein Privatanklageverfahren gegen die Gründer des Konkurrenten, zwei ehemalige PT-Ingenieure. Sie sollen, so der Vorwurf, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse mit in die Selbstständigkeit genommen haben – was deren Anwalt entschieden zurückweist. In diesem Fall gab es etliche Hausdurchsuchungen, bei denen 55.000 noch auszuwertende Dateien sichergestellt wurden. Darunter eine der APA vorliegende schriftliche Selbstreflexion eines Beteiligten, in dem er festhält, dass “das was ich gemacht habe nicht ganz sauber ist”.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat laut nachrichten.at auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe gegen den Chef des Familien-Clans Josef Theurer Ermittlungen aufgenommen. Der 88-jährige Firmenmitbegründer habe unüblich viel an Lizenzgebühren aus seinen Erfindungen entnommen. Dieser Vorwurf, der laut nachrichten.at aus der Ecke des Konkurrenzunternehmens kommen dürfte, wird zurückgewiesen, alles sei ordnungsgemäß versteuert worden sei. Dazu der Hinweis, die Vorgänge seien von der Finanz mehrfach strengstens überprüft worden und stets unbeanstandet geblieben.

Alles Teil eines Konfliktes mit Erben?

Aus der Ecke von Theurer wird vermutet, dass alles Teil eines Konfliktes mit dem Erben der Plasser-Linie sei. Dieser wollte aufgrund seines Minderheitsanteils in der Firma mitwirken und verlangte Einsicht in die Bücher. Das wurde ihm per Gerichtsurteil verwehrt, für seinen Ausstieg wurden ihm 100 Mio. Euro bezahlt – mit einer zweijährigen Konkurrenzklausel. Genau nach diesem Zeitraum stieg der Mann bei der Konkurrenzfirma ein.

(APA/Red.)

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