Speed-Auftakt mit “üblichen Verdächtigen” als Favoriten

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Kanadier Erik Guay Schnellster im Training
Kanadier Erik Guay Schnellster im Training - © APA (AFP)
Beim Weltcup-Speed-Auftakt der alpinen Ski-Herren in Val d’Isere ist laut Österreichs Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt mit den “üblichen Verdächtigen” zu rechnen.

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Im Abschlusstraining für die Abfahrt, die am Samstag (10.45 Uhr) auf dem Programm steht, markierte am Donnerstag der kanadische Ex-Weltmeister Erik Guay knapp vor Spezial-Weltcupsieger Peter Fill aus Südtirol (+0,03 Sek.) Bestzeit.

Hinter diesem Duo klaffte ein größeres Loch. Der Norweger Kjetil Jansrud, Abfahrts- und Super-G-Weltcupsieger der Saison 2014/15, folgte mit 0,86 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit auf Platz drei. Der Kärntner Max Franz (0,94) wurde als bester Österreicher Vierter und war damit der einzige ÖSV-Mann in den Top Ten. Auch Norwegens Routinier Aksel Lund Svindal (1,27) und Olympiasieger Matthias Mayer aus Kärnten (1,31) zeigten mit den Rängen elf und zwölf, dass mit ihnen nach langer Verletzungspause wieder zu rechnen ist. Reichelt, der sich vor zweieinhalb Monaten einer Wirbelsäulen-Operation unterzogen hatte, wird nach Platz 20 (1,79) ebenfalls sein Comeback geben.

Hirscher will auch in der Abfahrt punkten

“Es war ein bisschen schneller und schlagiger als gestern. Es läuft gut für mich, aber ich bin nicht der Topfavorit”, meinte Guay nach seiner sauberen Fahrt auf der Piste Oreiller-Killy, auf der am Freitag (12.00) schon ein Super-G auf dem Programm steht. In diesem hofft ÖSV-Superstar Marcel Hirscher, der auf seinen sechsten Gesamt-Weltcup-Triumph in Serie losgeht, auf Punkte. Im Riesentorlauf (10.00/13.00 Uhr) am Sonntag zählt der Salzburger dann zu den Topfavoriten. Im Abfahrtstraining wurde er zwar erneut nur 75., war aber im Vergleich zum Vortag gleich um 3,54 Sekunden schneller.

“Ich war viel schneller als gestern, die anderen aber auch”, betonte Hirscher, der am Mittwoch 6,57 Sekunden auf die Bestzeit von Jansrud eingebüßt hatte. Auch diesen Rückstand reduzierte er deutlich, 5,39 verlor er nun auf Guay. “Ich habe das Zögern sicherlich miniminieren können und bin echt happy. Für die zweite Trainingsfahrt im heurigen Jahr darf ich sehr zufrieden sein”, betonte der 27-Jährige, der in der Königsdisziplin noch viel Aufholbedarf hat. “Für mich ist wichtig, dass ich viel lerne. Ich bin einfach komplett blank, was die Abfahrt betrifft. Jeder Meter, der sich über 100 km/h bewegt, ist für mich sehr, sehr lehrreich. Ich bin wie einer, der bei FIS-Rennen anfängt in der Abfahrt.”

Svindal hatte “ein bisschen Angst”

Klaus Kröll bestreitet dagegen am Samstag seine bereits 150. Weltcup-Abfahrt. Der 36-jährige Steirer, der seit eineinhalb Jahrzehnten zum ÖSV-Weltcup-Team zählt, landete mit 2,03 Sekunden Rückstand auf dem 25. Rang. “Ich habe im Mittelteil einen großen Fehler gehabt und damit gleich neun Zehntel verloren”, wusste Kröll, dass er “sicher noch Reserven fürs Rennen” hat. “Das ist eine schwere Strecke, um schnell zu sein. Da darf man sich nichts leisten, da reicht schon eine Kleinigkeit”, erklärte der Routinier zur Charakteristik der Piste. “Man muss sehr sauber fahren und in der Mitte sehr aggressiv, um das Tempo ins Ziel mitzunehmen.”

Svindal, der sich im Jänner in Kitzbühel eine schwere Knieverletzung zugezogen und deshalb lange passieren musste, ist mit seinen 33 Jahren auch schon fast so lang wie Kröll dabei. “Guay und Jansrud schauen stark aus, hoffentlich kann ich auch stark sein”, meinte der Norweger zur Ausgangslage. Ihm selbst “fehlt schon noch ein bisschen was, aber vom Gefühl wird es immer besser. Ich bekomme immer mehr Vertrauen in meinen Körper”, erklärte Svindal, der am Mittwoch im ersten Training “ein bisschen Angst” gehabt hatte.

Franz hat sich “ein bisschen geschämt”

Franz war beim ersten “Kennenlernen der Strecke und der Sprünge” nur 46. gewesen. “Heute habe ich nicht mehr gebremst. Für die Leistung gestern habe ich mich ein bisschen geschämt”, gestand der 27-Jährige, als er auf seinen fulminanten Leistungssprung angesprochen wurde. “Ein, zwei Passagen waren aber noch nicht so, wie sie gehören. Schauen wir mal, wo die 0,94 Rückstand herkommen. Es tut auf jeden Fall gut, wieder dabei zu sein, da lässt es sich heute leichter schlafen.”

Auch weil der Cousin von Ex-Weltcup-Läufer Werner Franz laut eigener Aussage, “noch nicht wie ein Uhrwerk läuft. Ich habe nicht so viele Trainingstage wie die anderen. Trotzdem will ich da mitreden und werde mich reinhauen”, versprach er für die beiden Speed-Auftaktrennen.

Reichelt hofft auf seinen Servicemann

Reichelt, am Vortag nur 63., sprach von einer “Riesensteigerung, die ich mir aber erwartet habe”. In den schlagigen Passagen und bei weiten Sprüngen müsse er “noch die Zähne zusammenbeißen”, für den mittleren und unteren Streckenteil, habe er “etwas Reserve. Und ich hoffe auch auf meinen Servicemann”, sagte der 36-jährige Salzburger, der sich auf der Abfahrt derzeit wohler fühlt. “Im Super-G fehlt mir ein bisschen die Selbstverständlichkeit, dass ich in brenzligen Situationen das Richtige tue.”

Der nach seiner Brustwirbel-Fraktur wieder genesene Mayer merkte nach einer Fahrt mit ein paar Fehlern ebenfalls an, dass “auf jeden Fall noch Luft nach oben da” sei. “Ich freue mich, dass ich wieder da mitfahren und meine Leidenschaft auf der Piste ausleben darf”, betonte der 26-Jährige vor seinem Comeback, das er ohne Druck angehen möchte. “Ich werde mir keine Platzierungen in den Kopf setzen, die ich mit aller Gewalt erreichen will. Die Top Ten sollten möglich sein und damit wäre ich auch zufrieden.” Topfavorit für Mayer ist Fill, der schon 2009 in Val d’Isere Super-G-Vizeweltmeister wurde und laut dem Kärntner “heuer hier anscheinend alles zerreißen will”.

(APA)

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