Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel im VN-Gespräch über Wachstumspläne und neue Trends. - © Rhomberg
Beim Handelsunternehmen Spar stehen die Zeichen auf Wachstum. „Wir wollen einzelne Standorte erneuern, bestehende vergrößern und neue eröffnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Spar, Dr. Gerhard Drexel (56), am Wochenende bei der Landesversammlung der Vereinigung Österreichischer Spar-Kaufleute in Bregenz. Eine funktionierende Nahversorgung benötige Wachstum. Neben einem „gesunden Wachstum“ auf bestehenden Flächen spricht Drexel von der Notwendigkeit von „gesunder Expansion“. Nur so sei es möglich, die Bedürfnisse der Konsumenten zu befriedigen. Um etwa neue Sortimente und neue Konzepte anbieten zu können.
Die Spar ist mit 92 Standorten klarer Marktführer im Vorarlberger Lebensmittelhandel. 52 der 92 Geschäfte werden von selbstständigen Spar-Kaufleuten betrieben. Die anderen von der Spar direkt. Für heuer kündigt Drexel im VN-Gespräch mehrere Neuprojekte an. So gibt es in Sulz eine Verlagerung des bisherigen Marktes und eine damit verbundene Erweiterung der Verkaufsfläche um 400 Quadratmeter. „Es entsteht Vorarlbergs erster Energieautarker Markt.“ Ein Vorbild, das Schule machen soll.
Ebenfalls noch in diesem Jahr soll im Kronenhaus in Bludenz wieder ein Markt eröffnet werden. „Das wird der Stadt sehr gut tun“, ist Drexel überzeugt. Und auch im Leiblachtal expandiert das Unternehmen mit einem neuen, zusätzlichen Markt in Hörbranz. Betrieben wird er von einem selbstständigen Kaufmann. Die Größe: 600 Quadratmeter.
Im Zuge der Wachstums-Offensive übernimmt Spar auch zwei bestehende Adeg-Geschäfte. So werden selbstständige Kaufleute in Weiler und in Egg unter dem Dach der Spar um die Gunst der Kunden buhlen. Und noch ein Projekt bestätigte Gerhard Drexel gegenüber den VN. Ein neuer Spar-Markt in Lauterach, der das bisherige Angebot von zwei Märkten ergänzt. „Lauterach ist die Gemeinde mit dem größten Bevölkerungswachstum in Vorarlberg. Da muss die Infrastruktur mit der Bevölkerung mitwachsen“, erklärt der Spar-Vorstandsvorsitzende. Überall dort, wo neue Wohngebiete entstehen, bemühe man sich um attraktive Standorte. Und wie viele Spar-Standorte gibt es bis 2015 in Vorarlberg? „Es wäre schön, wenn wir auf 100 kommen“, so Drexel.
Wachsen will Spar auch durch Top-Standorte wie etwa an Bahnhöfen. Österreichweit habe man in diesem Bereich eine Offensive gestartet und in einem harten Verfahren drei Zuschläge erhalten. So entsteht am Hauptbahnhof in Salzburg ein Spar-Markt, am Bahnhof Wien-Mitte wird ebenfalls noch heuer ein Interspar eröffnet. 2014 folgt – quasi als Krönung – ein Interspar am neuen Hauptbahnhof in Wien. In Vorarlberg will Spar in der Landeshauptstadt in direkter Bahnhofsnähe einen Standort eröffnen. Drexel bestätigt Gespräche über einen Markt im neuen Seestadt-Areal. Neben Bahnhöfen versprechen auch Tankstellen gute Geschäfte. Derzeit gibt es in Feldkirch ein Spar-Express-Geschäft. Auch hier laufen Gespräche zu weiteren Standorten.
Grundlage für das Wachstum ist die Akzeptanz der Kunden. Und da ist Spar überaus erfolgreich. „Im Handel gehen die Trends von den Konsumenten aus.“ Spar kommt diesen Trends nach. Gesunde Ernährung, Bio, Trend zu Convenience-Produkten oder der Trend zu vegetarischen Produkten – für alle Bereiche hat das Unternehmen eigene Produktlinien. Das Eigenmarken-Konzept geht auf. Ebenso wie die Konzentration auf regionale Produkte. In Vorarlberg zählt Spar 620 regionale und lokale Lieferanten. Darin erkennt Drexel einen großen Trend.
Als eine Säule des Erfolges sieht Gerhard Drexel die selbstständigen Kaufleute. „Sie sind die Wurzel unseres Unternehmens“, sagt er. Und sie seien Garant für eine qualitativ hochwertige Nahversorgung selbst in abgelegenen Orten. Erfreulich: In Vorarlberg hat sich die Zahl der selbstständigen Kaufleute von 47 auf 52 erhöht. „Gegen den internationalen Trend“, so Drexel.
Umsatz
- Spar-Österreich-Gruppe inkl. SES (In- und Ausland): 12,15 Mrd
Strukturdaten der Spar-Österreich-Gruppe (In- und Ausland)
- Standorte: 2828
- Mitarbeiter: 73.496
- davon Lehrlinge: 2744
- Mitarbeiter Vorarlberg: 2937
- davon Lehrlinge: 255
Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren