25. April 2010 11:59; Akt.: 25.04.2010 11:59

Sonnenwahl um die Hofburg mit wenig Publikumsinteresse

"Die Lockerheit kommt wohl mit dem Alter", so Fischer beim Wahlgang. "Die Lockerheit kommt wohl mit dem Alter", so Fischer beim Wahlgang. - © APA
Die Hofburg-Wahl bewegt die Österreicher offenbar nicht allzu sehr. Aus praktisch allen Bundesländern wurde bis zu Mittag ein deutlich niedrigere Beteiligung als vor sechs Jahren gemeldet.

Diese dürfte nicht nur am strahlenden Frühlingswetter liegen sondern auch an der nicht unbedingt spannenden Ausgangsposition. Bundespräsident Heinz Fischer werden in Umfragen bis zu 80 Prozent zugetraut, dementsprechend zeigte er sich bei der Stimmabgabe Sonntagmittag auch zuversichtlich.

Als Ziel gab er aus, eine deutliche Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erreichen. Fragen nach der Beteiligung wich er eher aus, indem er etwa anmerkte, froh zu sein, in einem Land zu leben, in dem es die Möglichkeit gebe, frei und unabhängig zur Wahlurne zu schreiten. Allzu nervös wirkte Fischer, der frühlingshaft im hellgrauen Anzug und begleitet von Ehefrau Margit in seinem Wahllokal in Wien-Josefstadt erschien, nicht. Er sei eigentlich schon entspannt, befand der Amtsinhaber und meinte, diese Lockerheit komme wohl mit dem Alter.

Während das Staatsoberhaupt geduldig Medien aus dem In- und Ausland für Interviews bereit stand und ausführliche Preisungen der Wahlleiterin freundlich über sich ergehen ließ, zeigte sich Herausforderin Barbara Rosenkranz verschlossen. Die freiheitliche Kandidatin erschien ohne Gemahl Horst-Jakob und auch ohne eines ihre zehn Kinder in ihrem Wahllokal im Heimatort Seebarn und hatte weder davor noch danach Lust, mit Journalisten zu plaudern. Ein schöner Frühlingstag sei, verkündete die niederösterreichische Landesrätin, um gleich danach ins Private abzurauschen.

Der Chef der Christen-Partei Rudolf Gehring hat – Meinungsumfragen hin oder her – auch am Wahltag seine Zuversicht behalten. Er sei weiter optimistisch, eine Stichwahl gegen Heinz Fischer zu erreichen, verkündete Gehring, der mit seiner Frau Edeltraud in einem Wahllokal im niederösterreichischen Perchtoldsdorf erschien. Zumindest sich selbst hat Gehring überzeugt: “Eines kann ich sagen, die Entscheidung ist mir leicht gefallen.”

Besonders streng beäugt wird am heutigen Wahltag die ÖVP, die sich ja auf keine Wahlempfehlung festlegen wollte und die Option des Weißwählens durchaus hervorhob. Mitgemacht haben die Spitzen jedenfalls. Parteichef Josef Pröll lieferte einen Fotobeweis, dass er Brief gewählt hat und sein Onkel Erwin Pröll, der lange selbst mit einer Kandidatur geliebäugelt hatte, schritt persönlich ins Wahllokal.

Geht es nach den Meinungsforschern, wird Fischer heute einen Erdrutschsieg feiern. Das Staatsoberhaupt liegt in Umfragen bei bis zu 80 Prozent, womit der Rekord von Rudolf Kirchschläger aus dem Jahr 1980 mit 79,8 Prozent wackelt. Rosenkranz würde demnach bestenfalls ihr persönliches Wahlziel von 17 Prozent, das beste Abschneiden eines freiheitlichen Kandidaten bei einer Präsidentschaftswahl, erreichen. Für Gehring wäre es diesen Umfragen zu Folge wohl schon ein Erfolg, könnte er die fünf Prozent überspringen. Interessant wird die Wahlbeteiligung, die eventuell sogar unter 60 Prozent liegen könnte. Der Minusrekord datiert von der letzten Wahl 2004, als die Beteiligung auf 71,6 Prozent schrumpfte.

 

Wahlbeteiligung in Vorarlberg

Die Wahlbeteiligung dürfte sich bei der Bundespräsidentenwahl in Vorarlberg wie erwartet als Verlierer herausstellen. Nach der Auszählung aller 96 Vorarlberger Gemeinden, liegt diese bei 34,3 Prozent, was einen neuerlichen Absturz bedeutet. Ungültig wählten 2010 nach derzeitigem Stand 4,3 Prozent.


Artikel weiterempfehlen

Ihre Meinung
Was meinen Sie?
Kommentare filtern  | 
KOMMENTARE FILTERN Optionen ausblenden  X


Please enter a title and content
 


Mehr auf VOL.at
Vassilakou: "Fantasie keine Grenzen gesetzt"
Die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou hat sich infolge der Bekanntgabe von Bürgermeister Michael Häupl (S), mit den [...] mehr »
Einigung bis 3. November angepeilt
Trotz aller Zuversicht hinsichtlich eines positiven Endes der Koalitionsgespräche mit den Grünen unterstrich Häupl am [...] mehr »
Strache warnt vor "fünf Jahren Chaostage"
Die FPÖ ist über die rot-grünen Verhandlungen in Wien entsetzt. mehr »
Marek: "Kann es nur zur Kenntnis nehmen"
Rot-Grün statt Rot-Schwarz: Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Freitag bekanntgegeben, mit den Grünen [...] mehr »
Häupl nimmt Verhandlungen mit Grünen auf
Nun ist es fix: Die Wiener SPÖ wird mit den Grünen in Koalitionsverhandlungen treten. Das hat Bürgermeister Michael [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Psst... Box

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neuen Nutzer registrieren

Anmelden oder Registrieren
um Profile zu verknüpfen

{username} registrieren Sie sich jetzt neu auf VOL, um Ihr Facebook-Profil mit einem neuen Benutzer zu verknüpfen ODER klicken Sie auf Anmelden wenn Sie bereits einen VOL-Benutzer haben.


muss eine gültige E-Mail-Adresse sein


Bitte max. 32 Zeichen verwenden


Mindestens 6 Zeichen





Sie haben bereits einen VOL-Benutzer? Anmelden

Bestehendes VOL-Profil verknüpfen

melden Sie sich mit Ihrem VOL-Benutzer an ODER klicken Sie auf Neu Registrieren .


Passwort vergessen

Sie haben noch keinen VOL-Benutzer? Neuen Benutzer registrieren