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Sommerlicher Swing mit Gardot und Porter beim Jazz Fest Wien

Stimmgewaltig: Melody Gardot in der Wiener Staatsoper. Stimmgewaltig: Melody Gardot in der Wiener Staatsoper. - © AP/Sujet
Am Mittwoch führten die Stimmen von Gregory Porter und Melody Gardot in der Wiener Staatsoper durch zwei Konzerte: Ein vollmundiger Abend, der Weltmusik, Soul und fantastische Instrumentalisten vereinte – und zwei Gesangskünstler, die ihren speziellen Weg zum Jazz über harte persönliche Umwege gefunden haben.

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Melody Gardot entdeckte den Jazzgesang als Teil ihrer Rehabilitation nach einem schweren Unfall, Gregory Porter besann sich auf das Singen, nachdem ihm seine Schulter einen Strich durch die Sportlerkarriere gemacht hatte. Und wurde mit über 40 zum Shootingstar, der Großes verspricht.

Die gewaltige Milde seiner Stimme packt selbst in Watte, was seine Kollegen an Klavier und Saxofon noch so ungestüm ausbrechen lassen wollen, seine Kompositionen haben ebenso viel Drive wie Soul wie Freundlichkeit.

Melody Gardot, eine Vollblut-Jazzerin

“Be Good” heißt sein neues, erst zweites Album. In Wien sei er schon öfter gewesen, “aber da haben Sie es nicht bemerkt”, erzählt er lachend. Auch Melody Gardot sei schon mal “da und da und da” gesessen, sagt die US-Sängerin und deutet auf verschiedene Opernlogen. Als sie hörte, dass sie hier spielen solle, habe sie es nicht glauben können. Und dass sie in einer Oper mal dreckige Witze machen würde, habe sie sich erst recht nicht vorstellen können. Schwer zu fassen ist Gardot allerdings selbst: Auf Fotos meist die elegante Blondine, auf ihren CDs nicht selten mit starkem Hang zum Pop, auf der Bühne Exzentrikerin und Vollblut-Jazzerin. Und seit ihrem jüngsten Album, “The Absence”, der Weltmusik verfallen.

Seit ihrem Unfall muss die 27-Jährige mit Licht- und Geräuschempfindlichkeit, aber auch mit den Folgen ihrer vielfachen Brüche leben. Dass sie am Stock geht, sich nur wenig bewegt und stets dunkle Brillen trägt, tut ihrer eindrucksvollen Bühnenpräsenz keinerlei Abbruch. Vom Turban bis zum Zeh in schwarz gekleidet, hat sie sich aber nicht nur im Kleider-, sondern auch im Musikstil gewandelt: Statt dem geschmeidig-poppigen Barjazz ihrer früheren Aufnahmen, ist ihr charakterstarker Gesang nun der Integration etlicher Traditionen gewidmet.

Bossa Nova, Tango, Fado und verschiedene Anstriche afrikanischer Lautmalerei webt sie in ihren scheinbar endlosen Klangteppich – und behält doch in jedem Moment ihren unverkennbaren, eigenständigen Sound, wie sie mehr aös deutlich in der Staatsoper bewies.

(APA)

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