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Sommerkonzerte mit südlichem Flair

Südliches Flair aus alter Zeit im Markus-Sittikus-Saal. Südliches Flair aus alter Zeit im Markus-Sittikus-Saal. - © Schubertiade

„L‘Arpeggiata“ konzertierte dreimal im Markus-Sittikus-Saal.

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Hohenems. (sch) Zu den sehr beliebten Stammgästen der Schubertiade zählen seit einigen Jahren die Künstler des Ensembles „L‘Arpeggiata“ unter der Leitung ihrer aus Graz stammenden Gründerin Christina Pluhar.

Ihre Musik hat aber mit Österreich kaum zu tun, das Ensemble besteht aus internationalen Musikern und ist künstlerisch in allen Regionen der Welt zu Hause. So präsentierte „L‘Arpeggiata“ am ersten Abend im Hohenemser Markus-Sittikus-Saal traditionelle und barocke Musik aus Südamerika, das zweite Konzert (auf das sich de Besprechung bezieht) war ein Feuerwerk des Temperaments unter dem Motto „Alla Napoletana“, und zum Abschluss des Gastspiels gab es am Sonntag noch eine Matinee als Überraschungskonzert, eine „Carte blanche“. Christina Pluhar, die weltbekannte Spezialistin für Laute, Barockharfe bzw. Theorbe, welche sie bei allen Stücken meisterhaft spielte, gründete ihr Ensemble im Jahr 2000 und debütierte bei der Schubertiade 2005. Maestra Pluhar ist auch optisch ein Genuss – ganz in Schwarz mit feuerroter Haarpracht und der riesigen Theorbe wirkt sie wie ein Monument inmitten ihrer voll überschäumender, praller Spielfreude mitreißenden „L‘Arpeggiata“-„Kinder“. Mit historischer Aufführungspraxis hat sich die Gruppe ganz auf die Musik des 17./18. Jahrhunderts konzentriert.

Musik, Tanz, Gesang

Mit fließenden Übergängen stand der ganze Abend im Zeichen von glutvoll gespielten, gesungenen oder getanzten Melodien des 17. und 18. Jahrhunderts aus Neapel sowie von traditioneller Musik aus Süditalien und Sizilien (z. B. Rossi, Kapsberger, Monteverdi, Merula). Und das waren an diesem altitalienischen Abend die grandiosen Protagonisten: Christina Pluhar als Leiterin und Dame an der Theorbe; Raquel Andueza (aus Navarra, Sopran), Luciana Mancini (chilenisch-schwedische Mezzosopranistin), Vincenzo Capezzuto (hoher Tenor aus Salerno), Anna Dego (Italienerin, Tanztheater und Schauspiel). Daneben wirkten eine Reihe vorzüglicher Instrumentalsolisten mit (Cembalo, Perkussion, Barockharfe, Kontrabass, Zink, Barockgitarre). Besondere Begeisterung im ausverkauften Saal gab es bei den Nummern der entfesselt tanzenden Anna Dego oder den delikat gesungenen Duetten bzw. einem Terzett mit beachtlicher Parlando-Rasanz. Eine unerwartete Zugabe klang total – spanisch, nämlich das weltberühmte „Besame mucho“, das die in Pamplona geborene Andueza graziös mit Kusshändchen ins glückliche Publikum schickte.

 

Text: Edgar Schmidt

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