Soldaten nach Polizei-Streik in Boliviens Städten

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Die Regierung des südamerikanischen Staates Bolivien hat nach einer Polizei-Meuterei Soldaten in die großen Städte geschickt. Die Zahl der Militärpolizisten wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums in den wichtigsten Städten verdoppelt. Patrouillen und Wachen würden verstärkt, damit Privatbesitz verteidigt und die öffentliche Ordnung gewahrt werde, sagte Verteidigungsminister Saavedra.

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Die Meuterei hat am Donnerstag begonnen. Polizisten, die deutliche Gehaltserhöhungen fordern, besetzten den Hauptsitz der Bereitschaftspolizei und acht weitere Polizeiwachen. Seitdem wurden mehr als zwei Dutzend Polizeigebäude im ganzen Land besetzt. Am Freitag eskalierte die Lage weiter, als rund 300 vermummte Polizisten in Zivilkleidung den Geheimdienst-Sitz angriffen. Sie warfen mit Steinen Fensterscheiben ein, verwüsteten die Büroräume und legten Feuer.

Kommunikationsministerin Davila sagte am Samstag im Radiosender Erbol, die streikenden Polizisten sammelten Waffen und drängten andere Einheiten dazu, ihre Waffen auszuhändigen. Presse- und Geheimdienstberichte deuteten auf ein "Putsch-Szenario" hin, sagte Davila. Javier Quispe, ein Sprecher der Streikenden, sagte, dies sei eine "Lüge". Die Polizisten forderten lediglich ein "faires Gehalt".

Ein Treffen zwischen Innenminister Romero und den Streikenden endete am Samstagmorgen ohne Ergebnis. Die Streikenden verlangten direkte Verhandlungen mit Staatspräsident Evo Morales.

Der Streik der Polizisten ist die Eskalation eines seit geraumer Zeit andauernden Konflikts, der sich inzwischen auf acht der neun Provinzen Boliviens ausgeweitet hat. Mehrere Polizisten oder Ehefrauen von Polizisten versuchten bereits, ihrer Forderung mit Hungerstreiks Nachdruck zu verleihen. Die Polizeibeamten verlangen eine Erhöhung des Grundgehalts um 70 Prozent auf 2.000 Bolivianos (rund 228 Euro).

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