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So lief der Start zum Wiener Popfest

Das Wiener Popfest 2017 ist eröffnet.
Das Wiener Popfest 2017 ist eröffnet. ©APA/Herbert Pfarrhofer
Am Donnerstag startete die achte Auflage des Wiener Popfests auf dem Karlsplatz. Wie der Auftaktabend der Veranstaltung lief.

Eine Handvoll Live-Bands, reichlich Besucher, eine Bühne im Teich, die gelbe Riesen-Quietschente und jede Menge Bier- und Essstandeln: Der Auftaktabend des Wiener Popfests bot am Donnerstag die gewohnten Ingredienzien des inzwischen ins achte Jahr gekommenen Gratis-Festivals am Karlsplatz. Nur ein langjähriger Stammgast fehlte diesmal: der Sommer.

War man in den vergangenen Jahren mit Hochsommertemperaturen und Abendsonne verwöhnt, schaffte das Thermometer heuer gerade einmal um die 20 Grad. Trösten konnte man sich immerhin damit, dass sich der Wasserbezug glücklicherweise auf die ins Becken vor der Karlskirche gebaute Seebühne beschränkte: Anders als noch am Nachmittag waren die Regenschauer bis zum Festivalstart abgeklungen.

Auftakt zum Wiener Popfest

Den Auftakt des Open-Air-Festivals bestritt der Salzburger Rapper Philipp “Scheibsta” Scheiblbrandner, der gemeinsam mit seiner fünfköpfigen Band als Scheibsta & die Buben auftrat. Anders als ihr Song “Schlecht drauf” vermuten lassen könnte, hatten die Jungs sichtlich Spaß auf der Bühne und verbreiteten gute Laune – sowohl mit einer Mischung aus Hip-Hop, Reggae und Disco als auch mit gelungenen Freestyle-Einlagen, bei denen das Publikum Musikrichtung, Liedtitel und ein paar Schlagworte vorgeben durfte. Mit Blick auf die gelbe Plastikente im Teich war es kein Wunder, dass das Wort Entenanmut fiel und so dem Popfest-Maskottchen ein Lied gewidmet wurde.

Fast schon Hitpotenzial hatte auch die improvisierte Nummer “Oida”, für die der Rapper in die Rolle des nuschelnden Niemand schlüpfte. Auch Gesellschaftspolitisches machte die Band zum Thema, so gab es einen ironischen Liebesbrief an FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu hören und eine Spitze gegen die derzeit stattfindenden Salzburger Festspiele, wo “die billigste Karte 420 Euro” koste. Zum Abschluss wurde wieder spontan gerappt – “Wir werden noch was freestylen, weil die ganzen Lieder kann man eh im Internet anhören”, meinte der Sänger und verabschiedete sich mit der Nummer “Gib mir Karma, du Oasch”.

15.000 Gäste zählte der Veranstalter am ersten Abend. Wobei sich wohl wegen wettertechnischer Unsicherheiten – kurz vor Start hatte es noch einmal geregnet – der Zulauf der Besucher bei der Auftaktband noch einigermaßen in Grenzen hielt. Wer doch kam, genoss die schüttere Publikumsdichte: Keine Warteschlangen vor den Dixi-Klos, prompte Bedienung am Getränkestand, kein Geschiebe und Gedränge schweißnasser Leiber.

“Wir wollen euch schreien hören”

Zunehmend gedrängt wurde es dann allerdings bei Mono & Nikitaman. Das seit eineinhalb Jahrzehnten tätige deutsch-österreichische Hip-Hop-Reggae-Duo, bestehend aus der Linzerin Monika Jaksch und dem fast in Jan-Delay-Manier näselnden Düsseldorfer Nick Tilstra, changierte routiniert zwischen Hedonismus und Politagitation. Der Schritt von “Kein Weed ist auch keine Lösung” – aber Nicht-Kiffer seien eh auch cool, wurde einem ausgerichtet – zu “Hitler muss immer wieder sterben” inklusive der unmissverständlichen Message “Ihr seid nicht das Volk, ihr seid Vollidioten” war insofern nur ein kleiner.

Eine Spur zu eifrig war man auf der Bühne um die Stimmung im Publikum bemüht. “Wir wollen Euch schreien hören”, “Grölt mit uns”, “Ich will mit Euch außer Kontrolle geraten”, “Hauptsache Ihr feiert” und andere Seid-gefälligst-gut-drauf-Salven wurden da im gefühlten Minutentakt in die Menge abgefeuert – die irgendwann eh brav folgte. Die NEOS ließen einstweilen rosa Luftballons in den Abendhimmel steigen.

Das Wiener Popfest läuft noch bis Sonntag

Wer mit Sprechgesang nicht allzu viel anzufangen weiß, kam eventuell beim letzten Open-Air-Act des Eröffnungstages auf seine Kosten. Der in Manchester residierende Felix Nyajo alias salute ließ ausgetüftelte Elektroniksounds über den Karlsplatz wummern und blubbern. Als stimmliche Verstärkung werkte Sängerin Liv Dawson, mit der der Künstler das erst heuer veröffentlichte Stück “Light Up” aufgenommen hat.

Bis Sonntag lädt das Popfest noch zur vorrangig heimatlichen Musikverkostung zum Nulltarif. Das diesmal von Musikerin Ana Threa und Ö3-Veteran Eberhard Forcher kompilierte Programm spannt den Bogen von feministischer Avantgarde wie Gustav (Samstag, TU Kuppelsaal) und Klitclique (Samstag, TU Prechtlsaal) bis zu Bodenständigerem a la Bluatschink (Freitag, Seebühne) oder Wendja, ein Projekt der früheren Trackshittaz-Hälfte Lukas Plöchl (Freitag, TU Prechtlsaal).

Der letzte Tag klingt wie gewohnt in nur noch kleinerem Rahmen in der Karlskirche und im Wien Museum aus, wo man sich etwa auf die Rucki Zucki Palmencombo freuen darf. Bis spätestens dann sollte sich auch der Sommer doch noch dazugesellt haben. Je später der Abend, desto schöner die Gäste.

(APA, Red.)

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