26. Februar 2010 23:04; Akt.: 26.02.2010 23:04

Slalom: Marlies Schild nur von Maria Riesch geschlagen

Marlies Schild war nach dem ersten Durchgang Dritte Marlies Schild war nach dem ersten Durchgang Dritte - © APA
Dass im dichten Schneetreiben und auf immer schlechter werdender Piste am Ende die Topläuferinnen vorne waren, spricht für die außerordentlichen Qualitäten der derzeit besten Slalom-Artistinnen. Die Deutsche Maria Riesch kürte sich in Whistler zur Doppel-Olympiasiegerin, die Salzburgerin Marlies Schild krönte ihr Sensations-Comeback nach der im Oktober 2008 erlittenen Beinverletzung mit Silber (0,43 Sekunden).

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Slalom-Bronze zum Abschluss der alpinen Damen-Skibewerbe ging an die Tschechin Sarka Zahrobska (+1,01).

Mit den Goldmedaillen in Super-Kombination und Slalom ist Riesch die erfolgreichste Alpinläuferin bei den Winterspielen, die größere Sensation ist aber der zweite Platz von Schild. Die Saalfeldenerin hatte sich vor eineinhalb Jahren im Training auf dem Rettenbachferner bei Sölden einen Trümmerbruch sowie einen Bruch des Schienbeinkopfes im linken Unterschenkel zugezogen, vier Operationen folgten, das Karriereende stand im Raum. Im November 2009 gab die Lebensgefährtin von Benjamin Raich ihr Comeback und gewann in der Folge die Slaloms in Lienz uns Flachau.

Anders als bei der WM 2007 in Aare, als ihr Zahrobska die Goldmedaille weggeschnappt hatte, war Schild dieses Mal nicht enttäuscht, dass es nicht der erste Platz geworden war. “Ich habe Silber geholt und bin damit sehr glücklich und zufrieden. Gold wäre ein Traum gewesen, ich habe kurz gehofft, dass es doch noch gehen würde, aber es hat nicht sein wollen”, sagte Schild, die aus dem ersten Durchgang als Dritte den Ballast von 0,65 Sekunden Rückstand auf Riesch mitgebracht hatte.

Schneefall und Nebel verlangten den Läuferinnen alles ab, schon im ersten Durchgang war es schwierig gewesen, im Finale bewegte sich das Rennen teilweise am Rande der Irregularität. “Der zweite Lauf war sehr schwierig, ich habe probiert den Ski laufen zu lassen. Oben ist es noch gegangen – aber im Steilen hat man nichts mehr gesehen. Ein kleiner Fehler ist mir noch passiert, aber dann unten runter war es sehr gut. Ich habe aus dem Tag etwas Gutes gemacht”, betonte Schild.

Für das Team von Cheftrainer Herbert Mandl war es die vierte Medaille in Kanada, zu Gold von Andrea Fischbacher im Super-G kamen noch zwei Bronzemedaillen durch Elisabeth Görgl (Abfahrt und Riesentorlauf), die sich im Slalom von der 22. Position nach dem ersten Durchgang auf den siebenten Rang verbesserte. “Das war richtig lässig, dass ich im Slalom noch so gut gefahren bin. Riesch hat große Nervenstärke bewiesen, Marlies ist auch gut gefahren. Silber ist auch super”, sagte die Steirerin, die als einzige ÖSV-Läuferin alle Bewerbe bestritten hatte.

Absolut nicht gelaufen ist es am Freitag für Kathrin Zettel (13.), die nach dem Riesentorlauf am Vortag mit Wut im Bauch gefahren war. “Ich bin einfach mit den Bedingungen hier nicht zurecht gekommen. Ich hatte meine Schwierigkeiten, das hat sich ausgewirkt”, erzählte die Niederösterreicherin. “Abhaken, und nach vorne schauen, das bringt mir sonst nichts.” Das muss auch Michaela Kirchgasser tun, die im zweiten Durchgang ausschied.

Riesch hingegen durfte zurecht über das ganze Gesicht strahlen, wie ihr Vorbild Katja Seizinger und Ski-Legende Rosi Mittermaier schaffte die Deutsche das Olympia-Double. “Ich bin total überwältigt! Es kann im Slalom ja so viel passieren, das kann man an meiner Schwester sehen. Ich habe gesehen, dass Marlies super gefahren ist. Ich kann nicht mehr sagen, als dass es einfach der Wahnsinn ist. Das kann man nicht in Worte fassen, was das für eine Erleichterung ist. Heute haben wir uns eine große Feier verdient”, sagte die Läuferin aus Garmisch-Patenkirchen. Ihre Schwester Susanne war zur Halbzeit Vierte gewesen und schied im Finale aus.

Das Slalom-Gold stufte die 25-Jährige, die auch bei der WM 2009 im Slalom triumphiert hatte, wertvoller ein als jenes in der Super-Kombination: “Slalom ist noch einmal mehr wert als die Kombi. Ich habe gewusst, einfach runterfahren geht nicht, ich habe riskiert. Ich bin überglücklich mit meiner Fahrt.”


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