Skispringen: Kraft und Co. haben schon Olympia im Visier

ÖSV-Adler beim Schneemannbauen
ÖSV-Adler beim Schneemannbauen - © APA
Beim ersten Schneekontakt der Saison waren die Ski noch nicht dabei. Auf dem verschneiten Untersberg bei Salzburg erzählten Stefan Kraft, Michael Hayböck und Mario Seidl am Donnerstag über ihre Vorbereitungen. Die Winterspiele in Südkorea überstrahlen alles: “Olympia ist das ganz große Ziel, das steht ganz oben”, betonte Doppel-Weltmeister Kraft.

Der 24-Jährige will aber versuchen, neuerlich in der gesamten Saison Spitzenleistungen zu bringen. Mit der Vierschanzen-Tournee, der Skiflug-WM, den Winterspielen und dem Gesamt-Weltcup warten zahlreiche Herausforderungen. Kraft fühlt sich nach der Vorbereitung im Stützpunkt Rif und mit dem Nationalteam unter Cheftrainer Heinz Kuttin bestens gerüstet. “Der Sommer hätte nicht besser laufen können. Ich fühle mich topfit und weiß, dass ich gut gearbeitet habe”, versicherte der Pongauer.

Sein Ziel hat Kraft für sich schon formuliert. “Ich möchte es schaffen, wieder ganz vorne zu sein”, erklärte der “Überflieger” des vergangenen Winters gegenüber der APA. Das war Vorgängern wie Peter Prevc und Kamil Stoch im darauffolgenden Winter nicht optimal gelungen.

Kraft hatte nach der Saison viele Termine zu absolvieren, doch ab dem Trainingsbeginn wurde alles der Vorbereitung untergeordnet. “Darum habe ich auch Termine abgesagt, wo man Geld verdienen könnte.”

Schon beim Weltcup-Auftakt Mitte November in Wisla will sich Kraft in Topform präsentieren. Gut reinzustarten, sei enorm wichtig, betonte der Gesamtsieger 2016/17. Den Feinschliff will er sich bei den kommenden Matten-Bewerben (Sommer-GP in Hinzenbach am 1.10. und Klingenthal sowie ÖSV-Meisterschaften) holen.

Kraft sind alle Großereignisse wichtig. Groß ist die Vorfreude des Weltrekordlers auch auf die Skiflug-WM im Jänner in Oberstdorf. Doch Olympia steht über allem. Es wird Krafts Debüt im Zeichen der fünf Ringe, nachdem es für Sotschi (“Das hat etwas wehgetan”) nicht geklappt hatte. “Wenn es im Training anstrengend ist, dann denke ich mir, das mache ich für eine Olympia-Medaille”, erzählte Kraft. “Ich freue mich auf den Event. Die Schanzen taugen mir, da möchte ich vorne mitmischen.”

Und ein weiteres Vorhaben verriet er im APA-Gespräch auch: “Ich möchte in Österreich ein Weltcupspringen gewinnen. Das wäre ein großes Ziel.” Gelegenheit dazu bietet sich bei der Tournee in Innsbruck und Bischofshofen sowie beim Skifliegen auf dem Kulm.

Kraft hat mit Fitnesstraining und Yoga da und dort neue Akzente gesetzt und trägt auch eine Änderung auf dem Materialsektor mit. Er springt aktuell mit dem vom ÖSV entwickelten Sprungschuh. Ob er ihn auch in den Wettkämpfen einsetzen wird, will er in den kommenden Wochen entscheiden.

Eine Regeländerung der FIS, die noch definitiv beschlossen werden muss, stößt bei Kraft und Hayböck aber nicht auf Gegenliebe. Demnach müssten sich künftig auch die Top Ten des Weltcups jeweils für die Bewerbe erst qualifizieren. “Das taugt mir nicht. Ich habe mir immer wieder die Freiheit genommen, die Quali auszulassen”, sagte Kraft. Er verstehe aber, dass bei TV-Übertragungen die Besten am Start sein sollten.

Michael Hayböck, der wie seine zwei Kollegen von Patrick Murnigs Agentur Jump and Reach betreut wird, hat viel Zeit in das komplexe Thema Sprungschuh investiert. Dass die Ergebnisse im Sommer-GP bisher nicht top waren, beunruhigt den 26-Jährigen nicht. “Ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin, ich traue mir etwas zu”, betonte der Oberösterreicher. Olympia ist auch für ihn das Ziel Nummer 1. “Wenn man dann dabei ist, dann will man auch mit einer Medaille heimfahren.”

Der Nordische Kombinierer Seidl hat den Sommer-GP bisher dominiert, auf das Finale verzichtet er aber. Stattdessen geht es zum Schneetunnel in Oberhof. Dort gilt es, das Gefühl auf Schnee aufzubauen und an der Technik zu feilen. Da sieht Seidl bei sich noch Potenzial. Daher setzt er auch viel auf das Training auf dem Computer-Laufband in Ramsau. Dort sind schon die Olympia-Strecken eingespeichert, der Läufer hat das Bild auf dem Schirm vor sich.

Ebenso wichtig sind die ständig möglichen Rückmeldungen vom Trainer zu technischen Verbesserungen. “Das bringt mir derzeit am meisten”, sagte der 24-Jährige. Der Team-WM-Dritte hat sich im vergangenen Winter in der Elite etabliert. Seidl: “Das war ein großer Schritt, das will ich jetzt bestätigen.”

(APA)

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