Simbabwe: Unser Traum von Afrika

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Kontinuierlich manövriert sich eines der schönsten Länder des südlichen Afrika auf die touristische Weltkarte zurück Kontinuierlich manövriert sich eines der schönsten Länder des südlichen Afrika auf die touristische Weltkarte zurück - © VN-R.F.Kar
Nach über einem Jahrzehnt des wirtschaftlichen und politischen Chaos lockt das afrikanische Land zunehmend wieder Gäste an.

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Ein flimmernder alter Schwarz-Weiß-Film war es, mit verwegenen Männern in schmalen Booten, auf einem Fluss ohne Bedeutung, durch bewegte Fluten dahinrauschend. Eine ähnliche Szene präsentiert sich uns jetzt, an Deck eines PS-starken Schnellboots, das im Mana Pools Nationalpark den Sambesi flussaufwärts brummt. Nur dass hier alles gesichert und geordnet erscheint, es gibt Nachschubwege, einen Airstrip für kleine Propellermaschinen, Funk und Internet via Satellit.

Auf Livingstones Spuren

Die aufregende Handlung fand 1855 statt. Den Männern im Expeditionsboot zeigten sich explosionsartige Wolkengebirge, flussabwärts kam ihnen ein immer rätselhafteres Grollen entgegen, bis dem britischen Naturforscher Dr. David Livingstone die Erklärung gefährlich nahe vor Augen stand: Kraftvoll zog die Strömung das Boot auf die Abbruchkante eines gewaltigen Wasserfalls zu.

Wir lassen uns mit der Flussströmung treiben, Gin Tonic auf Eis in den Gläsern; die untergehende Sonne taucht den glitzernden Sambesi in rötlich schimmerndes Pastell, verzweigte Wasserarme schieben sich durch dichte Vegetationsinseln, was für ein paradiesisches Bild! Nach Einbruch der Dunkelheit halten wachsame Ranger ihre Gewehre griffbereit. Als Gefahr gelten hier weder Löwen noch Krokodile, erklärt Beks Ndlovu, riskant seien in der Nähe der Ufer einzig kampfeslustige Hippos.

Als einer der ersten schwarzen Safariexperten Simbabwes hat Beks das Potenzial seines durch politische Unruhen gebeutelten Landes erkannt und zusammen mit seiner deutschstämmigen Frau Sophia das Unternehmen African Bush Camps gegründet.

Auf der UNESCO-Welterbeliste

Der 34-Jährige hatte den richtigen Riecher, kontinuierlich manövriert sich eines der schönsten Länder des südlichen Afrika auf die touristische Weltkarte zurück: Gleich mehrfach auf der UNESCO-Welterbeliste, gilt das einstige Rhodesien trotz Robert Mugabes unnachgiebiger Herrschaft inzwischen als sicheres Reiseland, mit über zwei Millionen Besuchern in 2011 sieht Kariko Kaseke vom simbabwischen Fremdenverkehrsamt ein zweistelliges Wachstum für die kommenden Jahre. Beks Ndlovu darf sich auf die nächsten Jahre freuen: Wer den illustren Safari-Chef als Private Guide bucht, zahlt heute schon 1000 US-Dollar zusätzlich. Pro Tag!

Zum Frühstück ein letzter wehmütiger Blick auf das einzigartige Mana-Pools-Paradies der Wildtiere unten am Fluss. Nur drei Cessna-Flugstunden den Sambesi flußaufwärts donnert das Ziel unserer Träume gewaltige Felsschluchten hinab – mit durchschnittlich einer Million Liter Wasser pro Sekunde, während der Regenzeit zwischen März und Mai können es zehnmal soviel sein. „Mosi-oa-tunja“ nannten die Makololo das UNESCO-Welterbe in ihrer Stammessprache, donnernder Rauch. Zu Ehren der Königin von England taufte Livingstone das von ihm entdeckte Naturwunder „Victoria Falls“.

Weißschäumende Kaskaden

Der Propeller zieht die kleine Maschine brummend über den 5000 Quadratkilometer riesigen Lake Kariba, der die zehnfache Fläche des Genfer Sees aufweist; auf 300 Kilometern Länge versunkene Dörfer, Straßen und Wälder, da und dort gucken Baumspitzen heraus, sowie zahllose Inseln. Es geht diagonal darüber hinweg, zur Rechten Sambia, zur Linken Simbabwe, und dann dem mäandernden Flussbett des Sambesi nach, bis nach Victoria Falls. Vor dem Anflug dreht der Pilot eine Runde im Tiefflug: Wir starren angestrengt, um nur ja keine Sekunde zu verpassen! Auf einen langgezogenen Grabenbruch in der flachen Landschaft, weißschäumende Kaskaden stürzen über die Ränder in brodelnde Schluchten. Die Victoria Bridge kommt in Sicht, Baujahr 1904, die sich mit kunstvollem Trägerwerk über die Sambesischlucht spannt, dann das legendäre Fünfsterne-Flaggschiff, nur einen Steinwurf von der Brücke entfernt, Victoria Falls Hotel.

Teatime im Victoria Falls Hotel

In der Eingangshalle begrüßen die Portraits „Queen Mary“ und „His Majesty King Georg V.“ Besucher aus aller Welt. Die VIP-Liste, so der livrierte Portier, sei endlos, und übrigens gerade Teatime im Vic, weshalb auf den Terrassen kein Platz mehr ist. Ein Pärchen sitzt verzückt auf einer Mauer im englisch gepflegten Garten, mit Blick auf Brücke und Schlucht. Ab und an hüpft ein gut zahlender Adrenalinkunde am Seil von der Bungee-Station, schwingt dann atemberaubend über dem Inferno des wildbrodelnden Felskessels herum, der sich wie ein Kraterschlund unter ihm öffnet.

 

REISEINFOS

Anreise: Ab Johannesburg mit South African Airways nach Victoria Falls, Bulawayo oder Harare.
Unterkunft: an den Viktoriafällen: The Victoria Falls Hotel (www.lhw.com), Ilala Lodge (www.ilalalodge.com), in Bulawayo: www.bulawayoclub.com, in Harare: www.meikles.com.
Victoriafälle: Die beste Fotoperspektive im Doppeldecker oder im Hubschrauber (250 Dollar/30 Minuten)!
Nationalparks: Wildlife & Safari Hwange Nationalpark (www.littlemakalolo.com, www.africanbushcamps.com), Mana Pools Nationalpark (www.ruckomechi.com, www.africanbushcamps.com).
Gesundheit: Malariaprophylaxe oder Stand-by-Medizin (www.crm.de sowie www.fit-for-travel.de).
Allgemeine Informationen: Zimbabwe Tourist Office in Frankfurt, E-Mail: info@zimbabwe-tourism.de, www.zimbabwetourism.co.zw.

 

(VN)

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