Sich Belohnen

Thomas Summer beim Silvesterlauf in Altach
Thomas Summer beim Silvesterlauf in Altach - © Schwämmle
Egal wie motiviert Sie sind, es ist nicht immer leicht sich zum Training aufzuraffen. Stress in der Arbeit oder Familie, oder gerade jetzt im Winter Dunkelheit und schlechtes Wetter, stehen oft dem Schritt vor die Haustüre entgegen und ziehen den Läufer zurück auf die Couch. In solchen Situationen kann es sehr hilfreich sein, wenn am Ende des Trainings eine Belohnung wartet.

Wir haben bereits im ersten Artikel von intrinsischer und extrinsischer Motivation geschrieben. Extrinsische Motivation kommt von außen und meint zum Beispiel das Lob, das man im Ziel eines Wettkampfes von anderen erhält. Intrinsische Motivation dagegen kommt aus der Person selbst. Dies ist, zum Beispiel, die Freude darüber, ein bestimmtes Ziel erreicht zu haben. Eine Läuferin die Ihre Motivation hauptsächlich aus sich selbst bezieht, hat dabei die größeren Chancen ein langfristiges Ziel zu erreichen, als jemand der von äußeren Einflüssen abhängig ist. Dies lässt sich auch auf die Belohnung nach dem Training umlegen. Denken Sie daran wie gut Sie sich nach einem Trainingslauf fühlen. Dieses Gefühl der inneren Zufriedenheit wird noch verstärkt, wenn Sie sich trotz widriger Umstände aufgemacht haben. Wir sprechen hier nicht davon sich trotz Schmerzen durch einen Tempolauf zu quälen, sondern davon wie befreiend und lohnend manchmal schon eine halbe Stunde joggen sein kann. Der unmittelbar positive Effekt von körperlicher Bewegung, auf die Stimmung, ist mittlerweile in zahlreichen Studien belegt. Allerdings können Sie, wenn Sie ein ambitionierter Läufer sind, nicht immer nur herumjoggen. Wollen Sie im Frühling einen Marathon in einer bestimmten Zeit laufen, dann müssen Sie eben auch manchmal in den, scheinbar, sauren Apfel beißen und die dunklen Straßen dem Fernseher vorziehen. Es wird aber jeder Läufer zustimmen, dass gerade ein Training, zu dem man sich überwunden hat, unglaublich befriedigend ist. Und selbst, wenn Sie, ihre geplanten Zwischenzeiten nicht erreicht haben, denken Sie daran wie es Sie für den Wettkampf mental stärker gemacht hat.

Weil wir Menschen aber generell nicht unbedingt immer alle, starke, intrinsisch motivierte Helden sind, kann es gelegentlich nicht schaden sich ganz triviale Belohnungen für ein gutes Training, einen guten Wettkampf, oder einen erzielten Gewichtsverlust zu gönnen. Denken Sie daran was Ihnen nach dem Training eine Freude bereiten könnte. Eine heiße Dusche, ein spezielles Abendessen, eine Massage… Gönnen Sie sich solche Dinge unmittelbar nach dem Training, um dieses positive Gefühl, in Ihrem Unterbewusstsein, direkt mit dem Laufen zu verbinden. Vermeiden Sie dabei jedoch ein Zuviel an Belohnung. Nur weil Sie 20min Joggen waren, müssen es nicht gleich 3 Stück Kuchen sein.

Optimale Dinge, um sich von Zeit zu Zeit etwas Gutes zu tun, sind solche die direkt mit dem Laufen zu tun haben. Etwa eine neue Sportuhr, schicke Laufkleidung, oder neue Laufschuhe. Solche Dinge motivieren Sie dann noch zusätzlich zum Training, haben also eine doppelt positive Wirkung.

Belohnen kann man sich also durchaus auf vielfältigen Wegen. Schlussendlich sollte es aber so sein, dass das Laufen an sich die schönste Belohnung darstellt, oder um es mit Steve Prefontaine, einer amerikanischen Lauflegende (welcher am 26.1.2016 65 Jahre alt geworden wäre), zu sagen: „You have to wonder at times what you’re doing out there. Over the years, I’ve given myself a thousand reasons to keep running, but it always comes back to where it started. It comes down to self-satisfaction and a sense of achievement.“

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