26. Januar 2007 13:28; Akt.: 26.01.2007 13:28

Sexskandal im Vatikan vertuscht?

Sekretär Dziwisz soll Sexaffären verheimlicht haben. Sekretär Dziwisz soll Sexaffären verheimlicht haben. - © BB
Der persönliche Sekretär von Papst Johannes Paul II. und jetzige Krakauer Erzbischof, Kardinal Stanislaw Dziwisz, könnte einen Sexskandal von Priestern im Vatikan vertuscht haben.

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Dies berichtete die polnische Tageszeitung „Glos Wielkopolski“ am heutigen Freitag. Dziwisz soll schriftlich über Sexaffären um Erzbischof Juliusz Paetz und den Gründer der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel Degollado, informiert worden sein. Laut der Zeitung hatte Dziwisz die Nachrichten vor dem Papst aber verheimlicht.

Laut „Glos Wielkopolski“ schrieb eine Gruppe von Priestern und katholischen Laien im August 2000 – zwei Jahre bevor der Medienskandal um den Posener Erzbischof Paetz aufflog – einen Brief über Fälle sexueller Belästigung von Seminaristen durch den Hierarchen. Der Brief wurde nach Rom geschickt und auch Kardinal Dziwisz mit der Bitte um Intervention beim Papst überreicht. Laut der Zeitung weist alles darauf hin, dass Dziwisz die Nachricht nicht weiterleitete. Über sexuelle Belästigung der Seminaristen durch Paetz erfuhr der Papst erst viel später.

Ähnliche Vorwürfe richtet die Zeitung gegen den Kardinal auch in einer anderen Affäre: Pater Marcial Maciel Degollado soll acht minderjährige Legionäre Christi sexuell missbraucht haben. Dziwisz bekam im Dezember 2002 einen Brief des mexikanischen Paters Antonio Ornelas, der über Dellogados Vergehen berichtete. Auch in diesem Fall hatte Dziwisz nach Angaben der Zeitung die Nachricht nicht an Papst Johannes Paul II. weitergeleitet. Dellogado wurde erst nach drei Jahren im Mai 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Rücktritt gezwungen und bestraft.

„Das ist ein Skandal großer Klasse“, kommentierte Erzbischof Jozef Zycinski am Freitag im Radio Tok FM den Zeitungsartikel. Er ist der Auffassung, dass das verzögerte Handeln des Papstes aus dem Bedarf nach einer sorgfältigen Untersuchung der einzelnen Fälle resultiere und man Dziwisz auf keinen Fall für den Versuch einer Vertuschung von kirchlichen Sex-Affären verantwortlich machen könne.


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