9. Februar 2010 11:15; Akt.: 9.02.2010 11:15

"Schwere Kriminalität" enorm gestiegen

Vor allem die "schwere Kriminalität" ist stark gestiegen Vor allem die "schwere Kriminalität" ist stark gestiegen - © Bilderbox
Feldkirch - Einen “gravierenden Anstieg” bei “schweren Kriminalitätsdelikten” hat die zum Sprengel der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck gehörende Staatsanwaltschaft in Feldkirch im Jahr 2009 verzeichnet. Auch in Tirol gab es einen starken Anstieg. (19 Kommentare)

“Nahezu 40 Prozent waren es in Innsbruck, rund 20 in Feldkirch” erläuterte Kurt Spitzer, Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck, am Dienstag in einer Pressekonferenz. Auch die Haftfälle seien mit 5,4 Prozent in Innsbruck sowie 28,1 Prozent in Feldkirch enorm gestiegen.

Die einzelnen Straftaten sind schwerer geworden, womit auch mehr schwerere Delikte vermehrt vor Schöffen- und Geschworenengerichten verhandelt wurden, erkannte Spitzer die Fortsetzung eines seit Jahren anhaltenden Trends. Worin sich das begründe, könne er nicht sagen. Von 44.586 im Sprengel angezeigten Personen (plus 0,9 Prozent) seien 2009 18.118 als Beschuldigte strafrechtlich verfolgt worden. “Daraus ergibt sich eine Anklageintensität von 40,6 Prozent”, berechnete der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft.

Das Verhältnis zwischen Anzeigen gegen bekannte Täter und unbekannte Täter sei im vergangenen Jahr bei 46,1 Prozent gelegen. Die Aufklärungsquote sei in Tirol um 2,4 Prozent auf 44,1 gestiegen. “Sie erreicht aber bei weitem nicht jene in Vorarlberg, die bei 50,7 Prozent liegt”, meinte Spitzer. “Die Tätergruppen sind größer geworden, womit sich der Rückgang der Anzeigen um 3,9 Prozent mit jener der angezeigten Personen wieder relativiert”, sagte er. Eine Anzeige könne mehrere Personen beinhalten.

“Von den bei den Staatsanwaltschaften Innsbruck und Feldkirch eingelangten 70.871 Anzeigen sind auf jeden Staatsanwalt 1.772 Anzeigen zur Bearbeitung angefallen”, berechnet Spitzer und sprach dabei die Personalknappheit und Flut an Anzeigen an. “Der Ausblick auf 2010 erfüllt mich mit großer Sorge”, meinte er. Die Strafverfahren würden immer aufwändiger werden, abgezogene Stellen würden nicht nachbesetzt werden und die Staatsanwälte würden immer mehr überfordert sein. “Man muss Farbe bekennen: wer eine effiziente Strafverfolgung will, muss Personal zur Verfügung stellen”, richtete er seinen Appell in Richtung des zuständigen Justizministeriums in Wien.



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