Die Elektro- und Metallindustrie ist auch jenseits der Grenze der Konjunkturmotor. - © VOL.AT/ Paulitsch
Trotz der gravierenden Probleme der Schweizer und Liechtensteiner Nachbarn mit dem hohen Frankenkurs sind die Schwierigkeiten offenbar noch nicht so groß, dass man an einen kurzfristigen Personalabbau, der auch Vorarlberger Grenzgänger betreffen würde, denkt. Ausgenommen sind Langfristmaßnahmen bei Hilti. Das ergab eine Umfrage der VN in Schweizer bzw. Liechtensteiner Betrieben, in denen viele Vorarlberger beschäftigt sind. „Man braucht sich um die Leica keine Sorgen machen“, erläutert Agnes Zeiner, Sprecherin von Leica Geosystems in Heerbrugg gegenüber den VN. Dort sind 183 Vorarlberger beschäftigt. Erzeugt werden Messinstrumente und Luftbildkameras. Im letzten Jahr angestellte Überlegungen, die Arbeitszeit zu erhöhen, seien von der Firmenleitung wieder verworfen worden. Und „ganz sicher“ sei es kein Thema, die Löhne in Euro auszuzahlen. Natürlich habe das Unternehmen Probleme mit dem starken Franken, aber die seien nicht so, dass es ans Eingemachte ginge. „Der Vorteil des Unternehmens ist die starke Diversifikation im Hexagon-Konzern. Die Produktion erfolge nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Singapur und China.“ Daher gebe es keine Signale, dass Entlassungen, Kurzarbeit usw. geplant sind.
„Gut ausgelastet“ ist auch die SFS in Heerbrugg, betont Sprecher Christian Fiechter gegenüber den VN. Allerdings stimme die Ertragslage nicht, was allein auf den hohen Frankenkurs zurückzuführen sei. Zuletzt ist der Ertrag um 25 Prozent gesunken. „Wir gehen noch von einem bis zwei schwierigen Jahren aus, denn wir exportieren hauptsächlich in den Euroraum. Dann wird sich die Kaufkraftparität angleichen, aber bei welchem Wert, das wissen wir nicht.“ Die SFS, in der rund 400 Vorarlberger beschäftigt sind, ist u. a. in der Befestigungstechnik und der Erzeugung von Präzisionsteilen für die Industrie tätig. Fiechter betont: „Wir haben 2012 einen Einstellungsstopp verfügt und die Arbeitszeit pro Woche um zwei Stunden verlängert. Weitere Maßnahmen sind nicht vorgesehen.“ „Veränderungen bei der Arbeitszeit oder der Entlohnung sind nicht geplant“, erklärt dezidiert Sprecherin Nicole van Oers von Ivoclar in Schaan. In diesem Betrieb, der Dentalprodukte für Zahnärzte und die Zahntechnik herstellt, arbeiten 350 Vorarlberger. Das Unternehmen, das die gesamte Produktion exportiert, hat weiter ein sehr großes Wachstum. Anpassungsmaßnahmen seien daher keine vorgesehen, wenn auch der Frankenkurs ein Problem ist.
Um strukturelle Veränderungen geht es hingegen bei Hilti in Schaan und Buchs, einem Weltkonzern für Befestigungstechnik. Dort sollen in den nächsten ein bis zwei Jahren, wie in den VN berichtet, als Langfristmaßnahme 200 Stellen abgebaut werden. Konzernsprecher Matthias Hassler gibt sich zugeknöpft: „Ob davon auch Vorarlberger betroffen sein werden, das kann ich nicht sagen.“ Auch Hilti kämpft mit Umsatzrückgängen durch den hohen Frankenkurs.
(VN/ Ernest Enzelsberger)