Nach Hochhausbrand – Großbritannien sucht die Schuldigen

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Trauer nach der Tragödie mit mindestens 58 Toten
Trauer nach der Tragödie mit mindestens 58 Toten - © APA (AFP)
Nach der Brandkatastrophe mit Dutzenden Toten in London richtet sich der Blick auf die Klärung der Ursachen und mögliche Lehren für die Zukunft. Schatzkanzler Philip Hammond geht davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist. Die strafrechtliche Untersuchung des Unglücks soll Klarheit bringen.

Unter anderem wird geprüft, ob es bei der Renovierung des Wohnhochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte der Tory-Politiker im BBC-Fernsehen am Sonntag. Sowohl die Behörden als auch das zuständige Bauunternehmen waren nach dem Brand des Hochhauses im Stadtteil Kensington in die Kritik geraten. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll Berichten zufolge zu der Katastrophe beigetragen haben.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sieht als Ursache für die Brandkatastrophe am Londoner Grenfell Tower eine Serie von Fehlern bei den zuständigen Verantwortlichen. Das Inferno sei ein “vermeidbarer Unfall” gewesen, sagte Khan am Sonntag dem Sender BBC, nachdem er an einer Trauerzeremonie für die Opfer der Katastrophe teilgenommen hatte.

“Diese Tragödie ist die Folge von Fehlern und Nachlässigkeiten vonseiten der politischen Verantwortlichen, des Rathauses (im Bezirk) sowie der Regierung”, sagte Khan. “Die Anrainer haben das Gefühl, schlecht behandelt zu werden, weil einige von ihnen arm sind”, sagte Khan weiter. Überlebende und Angehörige der Todesopfer werfen den örtlichen Behörden vor, diese hätten die zahlreichen Hinweise und Warnungen hinsichtlich der Sicherheitsmängel in dem Sozialwohnungsbau missachtet. Unter anderem gab es Warnungen, weil ein Notausgang, Feuerlöscher sowie ein funktionierender Feueralarm fehlten.

Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Vermutet wird, dass das Unglück mit der Fassadenverkleidung zusammenhängen könnte, die im vergangenen Jahr im Zuge von Renovierungsarbeiten an dem 24-stöckigen Gebäude angebracht wurde.

Auch Premierministerin Theresa May hatte Kritik einstecken müssen, weil sie am Donnerstag bei ihrem Besuch am Hochhaus keine Anrainer getroffen hatte. Erst am Freitag suchte sie Verletzte in Krankenhäusern auf. Am Montag will Großbritannien um 11.00 Uhr Ortszeit in einer Schweigeminute der Opfer gedenken.

Nach dem verheerenden Feuer geht die britische Polizei derzeit von mindestens 58 Todesopfern aus. Die Zahl könne aber noch steigen, hieß es. Berichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen in dem 24 Stockwerke hohen Sozialbau. 18 Verletzte waren am Sonntag noch im Krankenhaus, neun von ihnen in kritischem Zustand, wie die britische Gesundheitsbehörde NHS mitteilte.

Mit einer Schweigeminute an diesem Montag wollen die Briten der Opfer des Unglücks gedenken. Um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) soll in allen öffentlichen Gebäuden Stille herrschen.

Premierministerin Theresa May hatte bei einem Treffen mit Opfern und freiwilligen Helfern am Samstag Fehler der Regierung bei der Reaktion auf das Unglück eingeräumt. Die Unterstützung der Angehörigen, die kurz nach der Katastrophe Hilfe oder Informationen brauchten, sei “nicht gut genug” gewesen. May kündigte weitere Hilfen an – unter anderem zur psychologischen Betreuung der Rettungsdienste und der Angehörigen der Opfer.

(APA/dpa)

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