30. Oktober 2012 09:47; Akt.: 30.10.2012 13:41

Schwarzkassa Sportservice: Stemer wusste früher Bescheid

LR Stemer hatte vor der Anzeige Kenntnis von der Schwarkassa. LR Stemer hatte vor der Anzeige Kenntnis von der Schwarkassa. - © VOL.AT/Klaus Hartinger
Vorarlbergs Sportlandesrat Siegi Stemer (V) soll laut einem Bericht der VN entgegen seinen Angaben bereits vor der Anzeige durch Geschäftsführer Martin Schäffl von finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der landeseigenen Sportservice Ges.m.b.H. gewusst haben. Stemer dementierte das gegenüber der APA. Dass Mitarbeiter Privatgeschäfte betrieben, schloss er dagegen nicht aus.

 (30 Kommentare)

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Dem ehemaligen Ruder-Nationaltrainer Martin Keßler, bis vergangene Woche Leiter des Vorarlberger Olympiamodells, werden Schwarzgeldzahlungen und nicht ordnungsgemäße Verbuchung von Einnahmen in Zusammenhang mit Lauftests vorgeworfen. Keßler trat am vergangenen Donnerstag zurück.

“Ich habe in der Sache immer die Wahrheit gesagt, ich habe davon nichts gewusst”, betonte Stemer, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Sportservice. Von einer “Handkassa” habe er erst am Nachmittag des 19. Oktobers erfahren. Am Tag zuvor habe Schäffl in einem Gespräch lediglich von “gewissen Bedenken” gesprochen, die dieser auf Nachfrage aber nicht habe konkretisieren können. Offenbar habe Schäffl bei Nachforschungen im Anschluss die Kassa entdeckt.

Vorwürfe, dass zudem Sportservice-Mitarbeiter unter Ausnutzung ihrer Stellung private Geschäfte betrieben haben sollen, bestätigte Stemer. Diese seien bereits 2011 aufgetaucht. Gemeinsam mit dem damaligen Landeshauptmann Herbert Sausgruber habe er diese Nebentätigkeiten abgestellt. Man habe auf eine klare Trennung und genaue Abrechnungen bestanden. “Das müsste an sich eingehalten worden sein, aber es gibt nun Bedenken, dass das noch nicht ganz durchgesetzt ist”, sagte Stemer. Hier werde man im Aufsichtsrat “sicher noch einmal beraten und nachjustieren”.

Die Vorwürfe

Im Sportservice wurde vom Leiter des Olympiamodells, Martin Keßler (50), über einen längeren Zeitraum Schwarzgeld aus Einnahmen von Lauftests gehortet. Damit bezahlte er zusätzliche Mitarbeiter, so berichten die “Vorarlberger Nachrichten”. Vermutungen über Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung soll Geschäftsführer Schäffl schon seit Beginn des Jahres 2012 gehabt haben. Angezeigt hat er den Sachverhalt jedoch erst vor knapp zwei Wochen. Daraufhin bekam Martin Keßler Hausverbot und eine Gruppe von Wirtschaftsprüfern tauchte im Landessportzentrum in Dornbirn auf, um die Finanzgebarung des Sportservice genau unter die Lupe zu nehmen.

Die Firmen

Kritik an verschiedensten Vorgängen im Sportservice gibt es immer wieder. Einer der Kritikpunkte geht auch in die Richtung, dass vollzeitlich tätige Mitarbeiter Firmen gründeten, und unter Ausnützung ihrer Stellung beim Sportservice Veranstaltungen organisierten, deren Gewinne in die eigene Firma flossen. Konkret im Visier der Kritik stand die Firma W3 Eug­ster Ernst GnbR, die von den Sportservice-Angestellten Verena Eugster und Günter Ernst betrieben wurde. “Stiller” Gesellschafter war Martin Keßler. Mit der Visitenkarte Sportservice wurden dabei Sponsoren für Laufveranstaltungen wie der “Frauenlauf” oder der “Business-Run” gewonnen, die Abrechnung der Veranstaltungen erfolgte über Firmenkonten. Landeshauptmann Herbert Sausgruber persönlich verbot den Sportservice-Mitarbeitern im Sommer 2011 via Weisung ihre Nebenbeschäftigungen.

Öffentlich und privat

Daraufhin kam es zur Gründung der Firma W 3 Marketing Patricia Eugster, so die VN. Sie ist die Schwester von Verena Eugster. In Aktion zur Aquirierung von Laufveranstaltungen samt Sponsoren trat jedoch wieder das altbekannte Trio. Und das erneut mit der Visitenkarte Sportservice unter Verwendung der vorhandenen Infrastruktur. Abgewickelt wurde der Zahlungsverkehr freilich über die Firma W3 Patricia Eugster. Für einige Vereine, die selber gerne einmal Veranstaltungen durchführen wollen und damit Einnahmen machen, sind die öffentlich-privaten Platzhirsche ein Ärgernis. Und wieder richtet sich massive Kritik auch gegen Sportlandesrat Stemer. “Die Privatfirma W3 hat einfach alle für sie wichtigen Daten vom Sportservice bekommen. Als ich Siegi Stemer auf diesen Missstand aufmerksam machte, blitzte ich ab”, ärgert sich Christoph Stoppl vom Lauf- und Triathlonverein Hellblau Power Team.

Untersuchungen laufen

Die Wirtschaftsprüfer, die die Gebarung untersuchen, hätten am 22. Oktober mit ihrer Arbeit begonnen. Diese werde sicher 14 Tage beanspruchen. “Es muss alles aufgeklärt werden. Wir verschaffen uns einen Überblick und treffen dann entsprechende Maßnahmen”, so Stemer.

Causa in Kontrollausschuss

Indes forderte Daniel Allgäuer, Kontrollausschussobmann der Freiheitlichen, am Dienstag, dass die “Causa Sportservice” in der nächsten Sitzung des Kontrollausschusses (angesetzt auf 7. November; Anm.) behandelt wird. “ÖVP-Sportlandesrat Stemer ist, vor allem auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der 100 %-igen Landes-Tochterfirma gefordert, den Landtag umfassend über die Vorgänge und den Zeitablauf dieser zu informieren”, so Allgäuer in einer Aussendung.
Zu erörtern gelte es dabei, zu welchem Zeitpunkt Stemer von den Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung erfahren hatte und warum er der Forderung des Rechnungshofes nach einer Stärkung der Geschäftsführung nicht ausreichend Folge geleistet habe.
Daneben fordert Allgäuer von Stemer einen Ausblick über die zukünftige Ausrichtung der Sportservice GmbH.  Und meint abschließend: “Stemer hat in dieser Causa offensichtlich lange Zeit auf der Zuschauertribüne Platz genommen, anstatt sich als ‚Kapitän’ einzubringen.”

(VN/Klaus Hämmerle; APA; VOL.AT)

Kontrollausschussobmann



Kommentare 30
  1. Bei der ÖVP kommt ja ein Klops nach dem anderen !

    Die Jahrelangen Vertuschungsaktionen funktionieren anscheinend nicht mehr !

    Nichts mehr mit Hände falten Gosch'n halten !

    Stemer ist schon Rücktrittsreif !
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  2.  Bin ich froh, dass ich als Sportler mit dem Sportservice nichts zu tun habe. Ich finanziere mich selbst und betreibe Sport als Amateur, also brauche ich auch keine Förderung.
    Sport ist für mich eine wichtige Einstellung zum Leben und zur Gesundheit ... so soll es auch bleiben.
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  3. Warum schreibt eigentlich niemand (keine VN, kein VOL, ..) dass Schäffel Bescheid gewusst hat? Liegt doch genauso auf der Hand wie bei den beiden anderen..

    Weil er der eigentlich Verantwortliche ist??
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  4. übrigens heißt der Christoph Stoppel Gernot.
    sauber recherchiert! :-(
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  5.  Dass der hier überhaupt noch lacht, ist das die Devise eines typischen Sesselklebers hier, der sicher nicht den ersten Scheissdreck 2012 an der Backe picken hat!
    Ist das mitlerweile normal hier, dass jeder vertuscht, betrügt, belügt, hintergeht und und und?
    Natüüürlich gilt die UV, doch wer glaubt anhande der Zunahme dieser Ereignisse noch an die Unschuld solcher *Gestalten*, grausam was aus den *Vorbildern* geworden ist, man kann echt nur noch Speiben.....
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  6.  Uns schon kommt der nächste BEWEIS aus der schwarzen Ecke:

    Politik ist die Führung öffentlicher Angelegenheiten

    ZUM PRIVATEN VORTEIL
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  7.  Das trau ich dem Stemer voll und ganz zu, dass er von dieser Sache gewusst hat und es sogar toleriert hat. Kessler ist jetzt nur das Opfer das gebracht werden musste da es sich hier um Machtkämpfe gehandelt hat. Ober sticht Unter!
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  8. Zu ergänzen wäre noch, daß für mich Schwarzgeld nicht ganz der richtige Ausdruck ist!
    Es war einfach praktisch auf die Schnelle ein paar Euros Bargeld zur Verfügung zu haben!
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  9.  Wann zeigt dieser Schwarzmarkthändler endlich Courage und tritt zurück?
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  10.  Es wußten einige Bescheid, nur wollte offiziell niemand Bescheid wissen!
    Aber mit Kesslers Rücktritt hat man ja ein "Bauernopfer" und somit ist der Fall erledigt!
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  11. Vorarlberg wird zu Kärnten.

    Skandalös - skandalöser - Skandal ÖSTERREICH.
    Korrupt - korrupter - Korruption ÖSTERREICH.

    Kosovo darf nicht Kärnten werden. Albanien darf nicht Kärnten werden. Syrien darf nicht Kärnten werden. Iran darf nicht Kärnten werden. Sudan darf nicht Kärnten werden. Nordkorea darf nicht Kärnten werden. Italien darf nicht Kärnten werden. Guantanamo darf nicht Kärnten werden.
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  12.  Hier wird heftig diskutiert und spekuliert, um was geht es eigentlich??? Wie groß ist denn die Schwarzgeldkasse überhaupt, wie ist es dazu gekommen, hat sich jemand privat bereichert und, wenn relevant, wer hat die Verantwortung dafür .... das wäre erst einmal wichtig für eine Beurteilung der Sache. Oder, es geht nur um Personen, dann soll man das bitte ebenfalls direkt erklären und nicht über Umwege eine Scheindiskussion führen. Ich denke, inhaltlich ist das Ganze weniger interessant, die verantwortlichen Personen müssen in erster Linie selbst wissen was zu tun ist, um die Sache schnellstmöglich aufzuklären. Am Ende haben alle Beteiligten die Chance verpasst, zum richtigen Zeitpunkt die Missstände zu beheben. Jetzt gilt es schnellstmöglich den Sachverhalt sachlich aufzuarbeiten, damit unsere Sportorganisation wieder, und mit wem auch immer, arbeiten kann.
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  13. Am Donnerstag Abend durchsucht der Geschäftsführer also alle Büros und Schränke in seiner Firma und findet diese Kassa von der er - als Geschäftsführer - natürlich überhaupt nichts gewusst hat - und dem glaubt die VN? Da kann ich ja gleich anfangen die VN Leserbriefe als zuverlässliche QUelle anzugeben.
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  14.  Kosovo darf nicht Kärnten werden. Albanien darf nicht Kärnten werden. Syrien darf nicht Kärnten werden. Iran darf nicht Kärnten werden. Sudan darf nicht Kärnten werden. Nordkorea darf nicht Kärnten werden. Italien darf nicht Kärnten werden. Guantanamo darf nicht Kärnten werden.
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  15.  Ist der Geschäftsführer eigentlich blind durch seine Firma gelaufen, dass er das mit dem Schwarzgeld nicht gecheckt hat?
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  16.  Ist doch klar, die winden sich immer die Aale aus der Verantwortlichkeit, sonst wärens ja keine politiker, dachte mir das schon damals in dem Interview auf V-Heute im ORF, da war er mir einfach zu nervös der Stemer!
    Sagte noch zu meiner Frau: WER soll das bitte glauben.....
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  17. Es wird Zeit! Für eine Veränderung.  

    Was braucht es noch? Ist das die christilich soziale Art wie man Wählervertrauen ausnützt? Wo ist die Verantwortung?
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  18. Diese Sporteventgeschichte wurde doch schon lange geprüft und und der Vorwurf entkräftet. Stellt doch nicht schon wieder Leute durch irgendwelche haltlose Gerüchte an den Pranger!!
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  19. Irgendwie kommt es mir vor, dass hier jemand seine Schmutzwäsche auf Kosten anderer waschen möchte.
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