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Schulschwänzen soll ganz abgestellt werden

Kein Problem, das es nicht schon immer gab: Das Schuleschwänzen soll ganz abgestellt werden Kein Problem, das es nicht schon immer gab: Das Schuleschwänzen soll ganz abgestellt werden - © Bilderbox
Der Kampf gegen das Schulschwänzen – ob Problem oder nicht – geht in die nächste Runde. Zwei Minister und ein Staatssekretär haben jetzt eine Einigung erzielt. 

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Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S), Familienminister Reinhold Mitterlehner (V) und Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (beide V) wollen in vier Stufen aktiv werden: so werden zunächst Gespräche zwischen Schülern, Eltern, Lehrern, Schulpsychologen, Sozialarbeitern und der Schulaufsicht sowie die Einschaltung der Jugendwohlfahrt vorgesehen. Nützt alles nichts, können Geldstrafen bis zu 440 Euro verhängt werden. Außerdem ist eine jährliche Erhebung der Zahl der Schulpflichtverletzungen geplant. Die Eckpunkte dieses Maßnahmenpakets sollen im nächsten Ministerrat beschlossen werden, hieß es in einer Aussendung.

Vereinbarungen zu Schulanfang

Um Schwänzen schon im Vorfeld zu vermeiden, müssen außerdem schon zu Beginn jedes Schuljahres zwischen Schülern und Klassenlehrern Kommunikations- und Verhaltensvereinbarungen erarbeitet werden. Direktoren, Lehrer und Eltern sollen außerdem schon bei den ersten Fällen von unentschuldigtem Fehlen angehalten werden, präventiv aktiv zu werden, unterstützende Angebote zu setzen bzw. die Ursachen für das Schwänzen zu beseitigen.

Eine Schulpflichtverletzung soll dann vorliegen, wenn ein Schüler fünf unentschuldigte Fehltage bzw. 30 unentschuldigte Fehlstunden in einem Semester aufweist oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen unentschuldigt fehlt. Kommt es zu diesem Fall, tritt der Stufenplan in Kraft.

Gründe für Schulschwänzen werden gesucht

Stufe eins sieht ein verpflichtendes Gespräch zwischen Schülern, Erziehungsberechtigten und Lehrern vor. Dabei wird nach den Gründen für das Fernbleiben vom Unterricht gesucht, eine schriftliche Vereinbarung über die nächsten Schritte getroffen und die Verantwortung für die Vermeidung des Schulschwänzens bzw. die Verbesserung der Situation geklärt. In einem weiteren Gespräch nach vier Wochen wird überprüft, ob die Vereinbarung eingehalten wurde.

Ist dies nicht der Fall bzw. zeichnet sich ein Scheitern schon früher ab, tritt Stufe zwei in Kraft. Dabei werden unter Federführung der Schulleitung Schülerberater, Schulpsychologen bzw. wenn vorhanden Schulsozialarbeiter und Jugendcoaches einbezogen. Wenn auch diese Maßnahme nach spätestens vier Wochen keine Wirksamkeit zeigt, wird in Stufe drei die Schulaufsicht befasst und die Beteiligten über weitere rechtliche Schritte informiert. Auch hier sind Gespräche mit Eltern, Schülern und Lehrern geplant. Nach maximal zwei Wochen wird in einem weiteren Gespräch erneut überprüft, ob die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben.

Endstation Jugendwohlfahrt

Nutzt auch das nichts, wird die Jugendwohlfahrt eingeschaltet. Diese beginne “unverzüglich mit der Gefährdungsabklärung und bietet Unterstützung zur Bewältigung von Erziehungsproblemen”. Hat auch das keine Wirkung, erfolgt durch die Schulleitung nach maximal vier Wochen eine Anzeige bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Diese kann dann eine Strafe von bis zu 440 Euro verhängen, das ist eine Verdoppelung der bisherigen Höchststrafe.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen, soll die Zahl der Schulpflichtverletzungen jährlich erhoben und vom Unterrichtsministerium gesammelt werden. Nach drei Jahren soll abgerechnet und erhoben werden, ob die Maßnahmen auch greifen.

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