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Schuhtritt ins Gesicht: Kind (12) verlor Zahn

Der Richter entschied auf leichte Körperverletzung Der Richter entschied auf leichte Körperverletzung - © Bilderbox
von Seff Dünser - Feldkirch – Teilbedingte Haftstrafe für unbescholtene 16-Jährige, die mit einem Stöckelschuh zugetreten hat.

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Mit dem Absatz ihres Stöckelschuhs hat die 16-Jährige der Zwölfjährigen nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch in Bregenz einen Eckzahn ausgeschlagen. Wegen leichter Körperverletzung wurde die unbescholtene Angeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 320 Euro verurteilt – 80 Tagessätze zu jeweils vier Euro. Davon soll der Lehrling 160 Euro bezahlen. Die andere Hälfte der Geldstrafe wurde ihr bedingt nachgesehen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das Gericht folgte den Angaben von drei Zeuginnen. Demnach hat die Bregenzerin die Zwölfjährige zuerst zu Boden gestoßen und ihr dann mit dem Fuß ins Gesicht getreten. Es soll zuvor zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein, weil das Kind einer 33-jährigen Arbeiterin zehn Euro gestohlen haben soll. Sie sei wütend geworden, weil das Mädchen über ihre Mutter geschimpft habe, sagte demgegenüber die Angeklagte.

Mädchen mit Erinnerungslücken

Sie könne sich nicht mehr erinnern, ob sie auf das Kind eingetreten habe, behauptete die Angeklagte. Ihre Verteidigerin Mai Scherbantie forderte einen Freispruch. Denn das Mädchen habe wohl bei einer späteren Auseinandersetzung mit jemand anderem den Zahn verloren. Es sei erst sechs Monate nach dem behaupteten Vorfall zum Arzt gegangen.

Ihre Mandantin war wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Richter Othmar Kraft konnte aber nicht feststellen, dass die Gesundheitsschädigung mehr als 24 Tage betragen hatte. Und einen Zahn ausgeschlagen zu bekommen, stelle nach der ständigen Rechtsprechung nur eine leichte Körperverletzung dar. In der Judikatur werde dann von einer schweren Körperverletzung gesprochen, wenn mehrere Zähne ausgeschlagen worden seien. Eine von der Verteidigung angeregte Diversion kam für den Richter nicht in Frage, weil die Angeklagte nicht geständig war und es sich bei dem Vorfall außerdem um „eine heftige Geschichte“ handle.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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