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25. April 2008 14:55; Akt.: 25.04.2008 14:55

Schüler programmieren Echtzeit-Browsergame

Dornbirn – Mit dem Echtzeit-Browsergame www.empireking.com haben drei Schüler der HTL-Dornbirn ihr Maturaprojekt der Betriebsinformatik in ein echtes Meisterstück verwandelt. Ganz im Sinne des Mittelalters, kämpfen die Spieler um Ruhm und Ehre.

Einzige Voraussetzung um dabei zu sein, ist ein Internetzugang sowie eine kostenlose Online-Registrierung. Anschließend bauen die streitlustigen Kämpfer in mittelalterlicher Kulisse ihre Burgen, stellen Heere auf, kämpfen, forschen und spionieren. Über 600 Spieler befinden sich bereits im sportlichen Wettkampf, Tendenz steigend.

Das anspruchsvolle Strategiespiel der Maturanten Martin Keckeis, Julian Gopp und Mirko Soticek ist ein Paradebeispiel für den Erfolg zeitgemäßer Berufsausbildung. So wurde zum einen das technisch Erlernte in einem zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt erprobt. Zum anderen deckt das Maturaprojekt nicht nur die notwendigen IT-Disziplinen der Betriebsinformatik ab, wie Programmierung, Datenbank-Design oder Server Management. Darüber hinaus stand auch die Entwicklung der komplexen Spiellogiken und Grafiken, die Vermarktung sowie die Spielerbetreuung im Vordergrund. Ebenfalls ungewöhnlich: Die Maturanten wollen empireking auch nach der Projektabgabe weiterentwickeln. Unternehmensseitig unterstützt die Solarys GmbH das Projekt – auch in Zukunft. Denn der Hersteller von Web-Anwendungen mit Sitz in Götzis wird die Finanzierung und Bereitstellung der eingesetzten Web-Server weiter übernehmen, solange die jungen Männer den Dienst im Bundesheer leisten.

Betriebswirtschaftliche Fragestellung wie Marketing- und Vertriebs-Konzepte oder Investitionsplanungen gehören bei den Schülern der Betriebsinformatik an der HTL-Dornbirn eigentlich nicht zu den Hauptlernzielen. Doch genau diesen Heraus-forderungen haben sich Martin Keckeis, Julian Gopp und Mirko Soticek in ihrem Maturaprojekt www.empireking.com ganz intensiv gewidmet. Und dabei viel ge-lernt. Martin Keckeis, Initiator des Projekts, erzählt: “Wir wollten nicht den klassi-schen Weg gehen und ein konventionelles Ingenieursprojekt abliefern. Unser Ma-turaprojekt sollte moderner sein – mehr als nur die Lösung eines IT-Problems. Ein Browser-Game zu entwickeln erschien uns extrem spannend, da es nicht nur um Technik geht, sondern um ein cleveres Spielkonzept, anspruchsvolles Design und unternehmerisches Denken.” Mit Unterstützung von VL Ing. Wolfgang Kostyak (Schulbetreuer) und Simon Brändle (Firmen-Betreuer) investierten die Maturanten rund 700 Stunden in das Echtzeit-Browser-Game empireking. In dieser Zeit mussten die vielfältigsten Aufgaben erledigt werden. So galt es zunächst, die grundlegende Spielidee auf ihre Machbarkeit hin zu prüfen und ein ent-sprechendes Konzept zu entwickeln. Um professionelle Anregungen bemüht, be-suchten die angehenden Wirtschaftsingenieure dafür die alljährliche Browser-Game-Konferenz in Frankfurt. Folgende interaktive Spielidee kristallisierte sich anschließend heraus: Die mittelalterlichen Kämpfer haben die Aufgabe eine Burg zu bauen sowie ein Heer auszubilden. Ist dies geschafft, können sich die Spieler gegenseitig messen: in Kämpfen, Belagerungen oder Raubzügen. Zudem ist es möglich, allein oder in Allianzen, die Burg der Gegenspieler zu erobern, um so sein eigenes Territorium zu vergrößern. Über ein Nachrichten-System und ein Forum können sich die User dabei sowohl untereinander austauschen als auch Support-Leistungen bei den drei Schülern anfragen.

Das ausgeklügelte Kampf- und Wertesystem stellte an das grafische Design und die IT-technische Umsetzung große Anforderungen. So werden beispielsweise im Datenbank-Management rund 50 Tabellen verwaltet. Für die Abbildung der grund-legenden Spieler-Aktionen sind über 200 Datenbankabfragen notwendig, was ein intelligentes Konzept hinsichtlich der Server-Performance erfordert. Schließlich dürfen im Spielverlauf keine zeitlichen Verzögerungen auftreten. Für die an-sprechende grafische Gestaltung des Online-Games musste eine Vielzahl an zwei- und dreidimensionalen Grafiken erstellt werden. Auch in Sachen Vermarktung gab es viel zu tun. Neben der Verbreitung über die schulinterne “Buschtrommel” konzentrierten sich die Maturanten zum einen auf Internet-Foren und einschlägige Spieler-Blogs. Zum anderen nimmt das Projekt aktuell an der “Cyberschool” teil – dem größten, österreichweiten SchülerInnen-Wettbewerb im Bereich Internet, Mobile und Multimedia.

Um die technische Projekt-Unterstützung und die Bereitstellung der notwendigen IT-Ressoucen kümmerte sich die Solarys GmbH aus Götzis. “Mit dieser Matura-arbeit haben sich die Schüler selbst die Möglichkeit eröffnet, über den Tellrand ihrer Ausbildung zu schauen. Sie haben Themen kennengelernt, die für den beruf-lichen Erfolg genauso entscheidend sein können, wie die fachlich Kompetenz. Deshalb hat es uns sehr gefreut, dieses Projekt unterstützen zu können”, erläutert Simon Brändle, Projektleiter bei Solarys GmbH, das Engagement. In regelmäßigen Projektsitzungen diskutierte der Software-Hersteller die verschiedenen Meilen-steine und deren effiziente Umsetzung und sorgt so für einen entsprechenden Know-how-Transfer. Zudem stellt Solarys während der Abwesenheit der Schüler die notwendigen Web-Server weiter zur Verfügung. Denn im Anschluss an ihre Zeit im Bundesheer wollen die angehenden IT-Profis ihr Projekt weiter ausbauen und vielleicht sogar ihre berufliche Zukunft danach ausrichten.

Vorarlberger Wirtschaftspark



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