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Schluss mit Rauchen: 10 wertvolle Experten-Tipps zum Abgewöhnen

Laut einer Studie rauchen 38 Prozent der Österreicher.
Laut einer Studie rauchen 38 Prozent der Österreicher. ©VOL.AT, Klaus Hartinger
Frastanz - Johanna Rohrer, Oberärztin und Suchttherapeutin am Krankenhaus Maria Ebene, gibt allen rauchenden Lesern Tipps, wie sie die Nikotin-Sucht überwinden können.
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38 Prozent der Österreicher bezeichnensich laut einer repräsentativen Umfrage zum Welt-Nichtrauchertag der Österreichischen Krebshilfe als Raucher. Erschreckende Zahlen, wie die Weltgesundheitsorganisation findet: Bis zum Jahr 2040 will die WHO den Anteil der Raucher an der Weltbevölkerung nur mehr bei fünf Prozent sehen.

Weg zur rauchfreier Gastronomie

Aus Vorarlberg gibt es indes positive Nachrichten zu vermelden: Laut einer von den VN in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Berndt, sprechen sich rund 55 Prozent für ein generelles Rauchverbot in Lokalen aus. Auch die aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer Vorarlberg zeigen auf, dass Vorarlberg offenbar den Weg hin zu einer rauchfreien Gastronomie geht: „Von den rund 1200 in unserem System erfassten Betrieben – insgesamt gibt es in Vorarlberg 3000 Gastronomie- und Hotelleriebetriebe – weist die Hälfte separate Nichtraucherräumlichkeiten auf“, weiß Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer. 40 Prozent der Betriebe seien reine Nichtraucherbetriebe. Noch vor einigen Jahren sei dieses Verhältnis umgekehrt gewesen.

Die 10 Experten-Tipps

Ein süchtiger Raucher sollte jedoch zuerst definiert werden: „Süchtige Raucher verspüren schon morgens vor dem Frühstück den dringenden Bedarf nach einer Zigarette“, weiß die Ärztin. Außerdem gelte: Erst wenn dem Raucher zum einen bewusst ist, dass er süchtig ist und er zum anderen bereit ist, aufzuhören, kann der Nikotinentzug
auch erfolgreich sein.

1 Zeitpunkt bestimmen

Legen Sie zuerst fest, ob Sie mit dem Rauchen sofort oder erst nur schrittweise aufhören möchten. Wenn Sie gleich aufhören möchten, ist es am besten, dies in Zeiten mit wenig Stress und Belastungen zu tun. Wollen Sie schrittweise aufhören, sollten Sie die erste Zigarette möglichst lange rauszögern und die Abstände dazwischen langsam erhöhen. Hilfreich ist auch, den Qualm aus Wohnräumen und dem Auto zu verbannen.

2 Vorhaben bekannt machen

Teilen Sie Ihr Vorhaben, mit dem Rauchen aufzuhören, Familie, Freunden und Arbeitskollegen mit. Schließen Sie vielleicht sogar eine Wette ab – falls Sie wieder anfangen wollen, müssen Sie dann beispielsweise einen Geldbetrag an eine Hilfsorganisation spenden oder Ihre Freunde schick zum Essen einladen.

3 Sport treiben

Treiben Sie viel Sport an der frischen Luft. Auch Menschen, die wenig oder gar keinen Sport betreiben, sollten sich körperlich mehr betätigen – den Sport aber nicht zu rasch und zu exzessiv betreiben. Oft gibt es hier schon Folgeerscheinungen vom langjährigen Rauchen.

4 Gewohnheiten ändern

Das Ritual, bei einer Tasse Kaffee eine Zigarette zu rauchen, können Sie ändern, indem Sie zum Kaffee etwas anderes in der Hand halten. Falls das Verlangen trotzdem kommt, kann auch ein Kaugummi helfen. Raucher sollten außerdem herausfinden, wozu ihnen das Rauchen überhaupt dient – meist ist es Belohnung, Pause oder Stressreduktion. Raucher könnten sich hier Alternativen wie Autogenes Training oder Yoga überlegen.

5 Notfallplan festsetzen

Überlegen Sie sich einen Notfallplan, falls das Verlangen nach einer Zigarette doch Überhand gewinnt. Decken Sie sich mit Kaugummi, Gummibärchen oder im Optimalfall mit viel Obst ein.

6 Hilfe und Beratung

Stark süchtige Raucher, die auch mit Entzugssymptomen konfrontiert sind, sollten sich in ärztliche Beratung begeben oder sich in Apotheken bezüglich Nikotinersatzpräparaten beraten lassen. „Von mir gibt es keine Empfehlung für die E-Zigarette – nach wie  vor werden giftige oder unbekannte chemische Substanzen inhaliert. Günstig wäre meines Erachtens die Teilnahme in einer Ex-Rauchergruppe“, empfiehlt die Oberärztin.Von Rückfällen solle man sich außerdem nicht entmutigen lassen, sondern erneut durchstarten.

7 Geld sparen und einkaufen

Sparen Sie das Geld, das Sie sonst für Ihren Zigarettenkonsum ausgegeben haben und kaufen Sie sich dafür etwas Schönes. Sie haben es sich auch verdient: Denn wenn Sie es geschaff t haben, mit dem Rauchen aufzuhören, haben Sie auch etwas Gutes für Ihre Gesundheit geleistet.

8 Positiv denken

Denken Sie an das Ziel, wie gut es für Sie ist, Nichtraucher zu sein. Denken Sie daran, wie Sie jedes Angebot einer Zigarette ablehnen. Und denken Sie sich Geschichten aus, in denen Sie zufriedener Nichtraucher sind. Diese Art von positivem Denken kann Ihnen helfen, leichter mit dem Rauchen aufzuhören.

9 Kein Verzicht durch Nichtrauchen

Viele Raucher haben das Gefühl, dass Sie für immer auf etwas verzichten müssen. Das Einzige, auf das Sie auf Dauer verzichten müssen, sind aber gelbe Finger, Raucherhusten und der Rauch, den Sie bei Ihrer ersten Zigarette ohnehin nicht mochten.

10 Die Gesundheit wie ein Nichtraucher haben

Bereits nach acht Stunden Abstinenz wird das Kohlenmonoxid aus dem Blut verdrängt, das Risiko für einen plötzlichen Herztod nimmt nach 24 Stunden ab. Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich schon nach 48 Stunden Nichtrauchertum, der Blutkreislauf verbessert sich nach drei Monaten merklich. Das Lungenkrebsrisiko eines Rauchers soll nach zehn Jahren nach dem Aufhören gleich sein wie das eines Nichtrauchers. Das Herzinfarktrisiko ist nach 15 Jahren kaum höher als bei einem Nichtraucher.

Das sagen die Vorarlberger zum Weltnichtrauchertag 2012


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