20. August 2012 13:45; Akt.: 20.08.2012 13:46

Schlechte Witterung führte zu Ernteeinbußen

Bisher war das Jahr 2012 eine Herausforderung für Vorarlbergs Obstbauern. Bisher war das Jahr 2012 eine Herausforderung für Vorarlbergs Obstbauern. - © VOL.AT
von Sascha Schmidt (VOL.AT) - Schwarzach – Feuerbrand, Pilzkrankheiten und die starken Witterungsschwankungen haben die Vorarlberger Obstbauern im heurigen Erntejahr vor Probleme und Herausforderungen gestellt.

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Der milde Jänner, gefolgt vom eisigen Februar, hat Vorarlbergs Obstbauern zu schaffen gemacht. Vor allem das Steinobst hatte mit den starken Witterungsschwankungen zu kämpfen, vielerorts sind Marillenbäume abgestorben. Diese kommen im Vorarlberger Erwerbsanbau allerdings nur in kleinen Stückzahlen vor. „Probleme gab es auch bei Brombeeren und Himbeeren, weil die überwinternden Tragruten vielerorts geschädigt oder ganz abgestorben sind“, erklärt Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. Auch im Erdbeeranbau gab es Ausfälle, allerdings nicht so stark wie in anderen Regionen.

Bienen fliegen bei Kälte nicht

Die Blütezeit des Steinobstes und der frühblühenden Birnen im April war vielfach kalt und nass, sodass bei Kirschen, Zwetschgen und der Williams-Christ-Birne der Fruchtansatz stark schwankte. „Bei Kälte und Nässe fliegen die Bienen als Befruchter nicht und der Pollen kann keinen Keimschlauch bilden. Damit bleibt die Befruchtung der Blüte und in weiterer Folge auch der Fruchtansatz aus“, erklärt Höfert.

Beste Bedingungen für Feuerbrand

„In der Blüte des Kernobstes von Ende April bis Ende Mai hatten wir extrem warme Phasen mit neuen Temperaturrekorden, die dem Feuerbrand vielerorts beste Bedingungen boten“, weiß Höfert zu berichten. Im Tal seien die Schäden noch überschaubar. Im Streuobstanbau in Lagen über 700 Metern jedoch gab es starken Befall. Dort fiel die Wärmephase schließlich genau in die Vollblüte von Apfel und Birne.

Feuchtes Wetter führte zu Ausfällen

Die Erdbeerernte begann dieses Jahr gut, endete dann aber in einer Regenperiode, die zu starkem Ausfall durch Fäulnis der Früchte führte. Ebenso schlechte Bedingungen brachte das regnerische Wetter für die Kirschenreife. „Vielerorts sind reife Früchte geplatzt und in Folge gefault. Erwerbsanlagen mit Überdachung hingegen hatten dieses Problem nicht und konnten reichlich hochwertige Kirschen ernten“, so Höfert.

Bei Äpfel und Zwetschgen bestand durch die feuchte Witterung die ständige Gefahr durch Pilzkrankheiten. Dafür gab es weniger Probleme mit Insekten – wie zum Beispiel dem Apfelwickler, der für den „Wurm im Apfel“ verantwortlich ist. Hier wird generell eine gut durchschnittliche Ernte erwartet.

Bisher war das Jahr 2012 also eine Herausforderung für Vorarlbergs Obstbauern. Die großen Katastrophen, wie sie etwa in Ostösterreich auftraten, sind in Vorarlberg jedoch glücklicherweise ausgeblieben. Damit können die heimischen Obstbauern von einem durchschnittlichen Erntejahr ausgehen. Angesichts der Schäden in anderen Regionen müsse man damit zufrieden sein.

Gute Bedingungen für Vorarlbergs Gemüse

Die Gemüseernte in Vorarlberg liegt im Rahmen der letzten Jahre. Die tiefen Temperaturen im Februar hatten kaum Auswirkungen, da die Vorarlberger Feldgemüsesaison erst Anfang März startet und es somit kaum zu Verzögerungen kam. Auch ein reduzierter Schädlingsdruck infolge der tiefen Temperaturen konnte nicht festgestellt werden.

Da sich im heurigen Gartenjahr bis zum jetztigen Zeitpunkt immer wieder kühlere, feuchte Tagen mit warmen abwechseln, herrschen für Kartoffeln und Gemüse gute Wachstumsbedingungen. Auch die nicht zu hohen Temperaturen, einmal abgesehen von der aktuellen Hitzewelle, wirkte sich positiv auf den Ertrag aus.

„Ebenfalls positiv ist der Umstand, dass wir heuer in den Hauptanbaugebieten auch vom Hagel verschont geblieben sind. Die Erträge liegen laut Vorernteschätzung durchwegs im Durchschnitt und sind somit zufriedenstellend“, erklärt Harald Rammel von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. In den momentan sehr heißen Tagen sind natürlich alle Feldstücke im Vorteil, die bewässert werden können. Damit steht einem zügigen Heranwachsen der Feldfrüchte nichts im Wege.



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