Schimmelbildung in der Wohnung

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Schimmelbildung in der Wohnung
Neben gesundheitlichen Folgen können auch Rechtsstreitigkeiten entstehen.

Feuchtigkeit und Schimmel sind nicht nur optisch unangenehm. Sie können Atemwegsbeschwerden, Allergien und Infektionen hervorrufen.
Schimmel entsteht bei längerwirkender Durchfeuchtung eines Materials, z. B. infolge von Tauwasser (Schwitzwasser). Erkennbar ist Schimmel an der charakteristischen Färbung und am Modergeruch.

Gute Luftzirkulation wesentlich
Bauphysikalische Einflussfaktoren wie Grundfeuchte, Luftfeuchte, Tauwasserbildung und schließlich die Lebensgewohnheiten der Bewohner bestimmen die Rahmenbedingungen für das Schimmelwachstum. Begünstigt wird die Schimmelbildung in den Wohnungen durch mangelnde Luftzirkulationsmöglichkeit, die durch fußlose Kästen und Betten, energiesparende Kunststoffverbundfenster statt luftaustauschfreudiger Holzfenster, zu geringe Abstände der Möbel zur Wand sowie durch mangelnde Beheizung und Lüftung ausgelöst wird.

Richtiges Lüften
Maßgeblicher Faktor zur Verhinderung von Schimmelbildung ist eine ausreichende Durchlüftung der Wohnung. Stundenlange Kippstellung eines Fensters vermag die Schimmelbildung nicht zu verhindern, die einzige Möglichkeit stellt die Stoßlüftung dar.
Je nach Maß und Qualität des Schadens ­zeigen sich unterschiedliche Rechtsfolgen: In rechtlicher Hinsicht bedeutsam ist die Frage, welche Maßnahmen zur Verhinderung von Schimmelbildung den Vermieter treffen, welche den Mieter.

Zuständigkeit der Schadenbehebung
Die Behebung von Oberflächenschäden einschließlich kleiner Arbeiten am Verputz und Mauerwerk trifft den Mieter, die großflächige Erneuerung des Verputzes zwecks nachhaltiger Schimmelbekämpfung den Vermieter. Eine ursachenorientierte und daher nachhaltige Schimmelbekämpfung liegt daher sowohl im Interesse des Eigentümers als auch des Mieters.

Mietzinsminderung möglich
Zu bedenken ist weiters, dass die durch den Schimmelbefall verursachte Gesundheitsschädigung eines Mieters weitreichende Folgen haben kann. Zum einen kann je nach Ausmaß des Schimmelbefalls einer Wohnung eine Mietzinsminderung in der Größenordnung von 5 bis 10 % des monatlichen Mietzinses gerechtfertigt sein. Zum anderen kann bei starkem Schimmelbefall eine Kündigung wegen Unbrauchbarkeit des Bestandsobjektes gerechtfertigt sein. Zu guter Letzt ist bei eingetretener Gesundheitsschädlichkeit der gemieteten Wohnräume die Kündigungserleichterung des § 1117 ABGB gegeben.

Schadenersatzansprüche
Neben dieser Mietzinsreduktion, Kündigungserleichterung oder außerordentlichen Kündigungsmöglichkeit stehen dem Mieter bei starker Schimmelbildung und eingetretener Gesundheitsbeeinträchtigung jedenfalls Schadenersatzansprüche, insbesondere in Form von Schmerzengeld, zu. Frühzeitige Erhaltungsmaßnahmen und Schadenbehebungen sind angesichts der möglichen finanziellen Auswirkungen daher angeraten.

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Zumeist wird sich die Ursache eines Schimmelbefalls nur durch ein bautechnisches Gutachten ermitteln lassen.
Dr. Dieter Klien,
Rechtsanwalt in Dornbirn

Kurz informiert
Zusammenfassend fordert daher die Rechtsprechung vom Vermieter entsprechende Erhaltungsmaßnahmen zur Vermeidung von Schimmel, vom Mieter sofortige Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Schimmels bzw. bei erstem Auftreten unverzüg­liche Meldung an den Eigentümer bzw. die Hausverwaltung.

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