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Scharfe Kritik an Berlusconis Comeback-Plänen

Die Pläne von Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi, bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr zum sechsten Mal für das Amt des Regierungschefs zu kandidieren, sorgen für kritische Reaktionen in seiner Heimat.

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Als "schauderhaft" bezeichnete der Chef der Mitte-Links-Gruppierung Demokratische Partei (PD), Pierluigi Bersani, die Comeback-Pläne des Medienzaren. Kritik musste der 75-Jährige auch von seinem ehemaligen Verbündeten, der Lega Nord, hinnehmen. "Berlusconi ist alt. Wenn er seine Kandidatur wieder anmeldet, kann er nicht mit unserer Unterstützung rechnen", sagte der EU-Abgeordnete der Lega, Matteo Salvini.

Kein geeigneter Repräsentant mehr

Auch die christdemokratische UDC, die in den vergangenen Jahren Wahlallianzen mit Berlusconis Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della libertà) eingegangen war, schloss ein neues Bündnis mit dem 75-jährigen TV-König aus. Berlusconi sei nicht mehr der Repräsentant des gemäßigten Lagers in Italien, sagte UDC-Chef Pierferdinando Casini.

Lager von Berlusconi entsetzt

Unmut herrscht sogar im Berlusconi-Lager. Nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" erwägen mehrere Spitzenpolitiker der Berlusconi-Gruppierung den Parteiaustritt. Zu ihnen zählt angeblich auch Ex-Wirtschaftsminister Giulio Tremonti. Sogar ein enger Vertrauter Berlusconis wie Ex-Außenminister Franco Frattini äußerte Bedenken über die Kandidatur des Ex-Premiers. "Im kommenden Jahr könnte Premier Mario Monti weiter im Amt bleiben. Italien steckt weiterhin in der Krise und muss diese schwierige Phase überwinden", sagte Frattini.

Berlusconi sieht sich als Retter

Berlusconi begründete seine Kandidatur mit der Notwendigkeit, seine stark geschwächte Partei vor dem Niedergang zu retten. "Bei den Parlamentswahlen 2008 hatten wir 38 Prozent der Stimmen erobert. Wenn wir bei den nächsten Wahlen auf acht Prozent stürzen würden, hätten wir ein 18-jähriges politisches Engagement verschwendet", sagte Berlusconi im Interview mit dem TV-Starjournalisten Bruno Vespa, der einige Auszüge des Gesprächs in einem am Samstag von der Tageszeitung "Quotidiano Nazionale" gedruckten Artikel veröffentlichte.

(APA)

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