Schädlinge in Vorarlberg auf dem Vormarsch

Von Markus Sturn (VOL.AT)
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Die Bettwanze: Auch in Vorarlberg auf dem Vormarsch Die Bettwanze: Auch in Vorarlberg auf dem Vormarsch - © DAPD
Schwarzach – Auch in Vorarlberg werden Bettwanzen und Schaben ein immer größeres Problem. Im Bregenzerwald macht man sich indes Sorgen über eine regelrechte Mäuseplage.

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Schädlingsbekämpfer Hugo Knoll stellt insbesondere bei Bettwanzen einen Zuwachs fest. Während seine Firma früher höchstens einmal jährlich wegen Wanzen ausrücken musste, waren es allein heuer schon fünf oder sechs Einsätze.

Reisetätigkeit ausschlaggebend

Klaus Zimmermann, biologischer Fachberater der inatura Dornbirn, kann das nur bestätigen. Als er vor rund zehn Jahren erstmals eine Anfrage wegen einer Wanze erhielt, sei er "weit und breit der einzige Biologe gewesen, der so ein Tier jemals in lebendigem Zustand gesehen" habe. Heutzutage bekomme er fünf bis zehn Anfragen pro Jahr. Grund für die steigende Anzahl von Bettwanzen sei die Reisetätigkeit der Menschen. Insbesondere aus dem Süden Europas werden die Plagegeister eingeschleppt. Und verursachen dann zumeist Hautreizungen bei ihren Opfern.

Wärme oder Chemie gegen die Plagegeister

Wenn es einmal soweit ist, bleibt nur noch der Griff zum Schädlingsbekämpfer. Die Firma Knoll geht dabei besonders innovativ vor: Mit einem Gerät werden die betroffenen Zimmer mehrere Stunden auf mindestens 58 und höchstens 68 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen verlieren die Tiere und ihre Eier an Eiweiß und sterben ab. Sein Berufskollege Thomas Ladinig setzt hingegen noch auf die klassische Methode: Hierbei werden befallene Stellen mit chemischen Mitteln besprüht, die den Viechern dann den Garaus machen.

Schaben "ganz gut im Griff"

Etwa anders sieht die Situation bei Küchenschaben aus. Sie gelangen hauptsächlich über den Warenverkehr nach Österreich. Das hat dazu geführt, dass sich etwa die Deutsche Schabe und die Orientalische Schabe in Österreich eingenistet haben, wie Biologe Zimmermann erklärt. Im Gegensatz zu den Bettwanzen habe man die Schabe aber "ganz gut im Griff", meint Schädlingsbekämpfer Ladinig. Das führt er vor allem auf die Hygienevorschriften und Lebensmittelkontrollen im Land zurück.

"Mäuseplage" im Bregenzerwald

Im Bregenzerwald sind weder Wanzen noch Schaben das Hauptproblem. Hier kämpft man dieses Jahr vor allem gegen eine "Mäuseplage", wie Marlene Machnik von der Schädlingsbekämpfung Machnik berichtet. Zimmermann erläutert das folgendermaßen: Der letzte Winter hätte den Nagern optimale Bedingungen geboten. Unter der dicken Schneedecke hätten sie sich nämlich, geschützt vor natürlichen Feinden, ungestört vermehren können. Grund zur Besorgnis sei das allerdings keiner – im Laufe des Jahres würde sich das wieder einpendeln. Dafür würden Greifvögel und andere Jäger schon sorgen.  

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