Salzburg will Altach-Lauf stoppen, Rapid indes aus der Krise

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Salzburg kann nicht mehr Herbstmeister werden
Salzburg kann nicht mehr Herbstmeister werden - © APA
Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat keine Chance mehr auf den Herbstmeistertitel in der Fußball-Bundesliga, ist im Kampf darum aber das Zünglein an der Waage. Altach ist am Samstag in der 18. Runde in Wals-Siezenheim zu Gast und kann dort den ersten Halbzeittitel der Club-Geschichte aus eigener Kraft fixieren. Ein Punkt reicht, da Verfolger Sturm Graz drei Punkte weniger auf dem Konto hat.

Die “Bullen” liegen überraschend schon fünf Zähler hinter dem Ländle-Verein, haben daher Aufholbedarf. “Zu Hause müssen wir nach der unnötigen Niederlage gegen die Admira unbedingt gewinnen”, gab Offensivspieler Valon Berisha die Marschroute vor. Gegen die Südstädter hatte es vor dem 3:1-Sieg bei der Austria am Mittwoch trotz klarem Chancenplus eine bittere 0:1-Niederlage gesetzt. Es war eine von zwei Heimniederlagen in den jüngsten vier Partien.

Der Trend spricht für die Altacher, die seit dem Treffen zum Abschluss des ersten Saisonviertels aus einem Zwei-Punkte-Rückstand auf Salzburg einen Fünf-Zähler-Vorsprung gemacht haben. Das dank neun Partien hintereinander ohne Niederlage. “Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei Salzburg, sie haben die stärkste Mannschaft der Liga und sind im Aufwind”, erklärte Altachs Interimstrainer Werner Grabherr vor seiner vierten Partie trotzdem.

Der Leader strebt aber natürlich nach dem Maximum. “Das Ziel bleibt gleich, ob Tabellenführer oder nicht. Das sind die drei Punkte”, betonte der 31-Jährige. Seiner Elf gelang das Kunststück, gegen alle neun Ligateams vor eigenem Publikum unbesiegt zu bleiben.

Rapid sehnt gegen den SKN St. Pölten das Ende der aktuellen Misserfolgsserie herbei. Die auf Platz sieben abgestürzten Hütteldorfer warten seit sechs Pflichtspielen und seit fünf Partien vor eigenem Publikum auf einen Sieg – nun soll am Samstag gegen den Tabellenvorletzten der Bann gebrochen werden.

Sollte dies gelingen, dürfte sich Neo-Trainer Damir Canadi nach bisher drei Niederlagen und einem Remis erstmals in seiner Amtszeit über drei Punkte freuen. Der Wiener war im Vorfeld des Spiels allerdings bemüht, seine eigene Person nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu rücken. “Es geht nicht um mich, sondern um den Verein, um das Wir-Gefühl”, erklärte der 46-Jährige.

An einen neuerlichen Rückschlag möchte der frühere Altach-Betreuer erst gar nicht denken. “Es zittert keiner, wir freuen uns auf das Spiel.” Optimistisch stimmt Canadi der Auftritt seiner Truppe in der zweiten Hälfte des 1:1 am Mittwoch auswärts gegen Schlusslicht Mattersburg. “Das war sehr in Ordnung. Wir hatten viele Chancen und haben keine Chance aus dem Spiel heraus zugelassen.”

Das Aufeinandertreffen mit Admiras Torgarantie Christoph Monschein bleibt der Wiener Austria erspart. Der zuletzt in vier aufeinanderfolgenden Ligaspielen erfolgreiche Angreifer fehlt den Südstädtern am Samstag verletzungsbedingt. Die im Europacup noch auf den Aufstieg hoffenden Violetten wird dies zum Abschluss des zweiten Saisonviertels nicht stören.

Drei Siege in Folge hat die Admira zuletzt geholt, dabei Salzburg und Sturm Graz auswärts geschlagen. Auch die Austria kassierte in dieser Saison gegen die Südstädter schon eine Niederlage: 2:1 siegten die Admiraner Ende September im Happel-Stadion. Für die Austria ist die Partie die Generalprobe vor dem Europa-League-Auftritt bei Viktoria Pilsen am kommenden Donnerstag.

Nach dem 1:3 gegen Meister Salzburg am Mittwoch sollten die Wiener über die Niederlage laut Trainer Thorsten Fink “nicht lange nachdenken”. In den davorliegenden sieben Runden hatten die Veilchen sechsmal gewonnen. “Gegen die vermeintlich kleineren Mannschaften muss man gewinnen. Dann kann man am Ende der Saison überraschen”, meinte Fink.

Der SV Mattersburg hofft indes zum Abschluss der ersten Saisonhälfte darauf, die Rote Laterne des Tabellenletzten abzugeben. Voraussetzung dafür ist ein Sieg im Innviertel. Die dort heimische SV Ried hat sechs der jüngsten sieben Bundesligaspiele verloren und befindet sich als Achter selbst in der abstiegsgefährdeten Zone. Aktuell liegt Ried noch sechs Zähler vor Mattersburg.

Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison im Pappelstadion endete mit einem 1:1, wobei Ried erst in der 91. Minute per Elfmeter ausglich. Für die Mattersburger hat sich angesichts nur eines Dreiers in den jüngsten 13 Runden die Ausgangslage nicht verändert: Sie wollen den Erfolg mit allen Mitteln erzwingen. “Das Spiel wird wieder über den Kampf entschieden, egal ob erste oder zweite Bälle, wir müssen hochkonzentriert an die Sache herangehen und stets bereit sein, alles aus uns herauszuholen”, gab Trainer Ivica Vastic zu Protokoll.

Sturm Graz darf indes im letzten Spiel der Runde am Sonntag gegen einen Lieblingsgegner auf den Herbstmeistertitel hoffen. Nachdem die Steirer die Tabellenführung zuletzt an Altach abgeben mussten, könnten die Spitzenteams der Fußball-Bundesliga zum Abschluss der ersten Saisonhälfte wieder Plätze tauschen. Sturm darf sich dabei vorerst in die Rolle des Zuschauers begeben.

“Das Spiel in Wolfsberg ist extrem wichtig. Wir müssen unsere Tugenden an den Tag legen und die drei Punkte holen”, forderte der Deutsche. Er könnte in der Lavanttal-Arena eine Fünferkette in der Abwehr aufbieten. “Wir werden aus einer etwas defensiveren Position aus auftreten”, kündigte Foda an. Auskontern wollen sich die Grazer nicht lassen.

Bei Sturm fix nicht dabei ist Deni Alar. Der mit elf Toren Führende der Torschützenliste laboriert an einer Bänderläsion im Fuß. Stefan Hierländer steht nach seiner Erkrankung hingegen vor einem Comeback und soll mithelfen, die Heimniederlage gegen die Admira vergessen zu machen. “Wir spielen zurzeit auswärts stärker”, meinte Foda im Rückblick auf das 0:2. In Graz würden die Gegner vermehrt auf Defensive setzen.

(APA)

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