Salzburg sprintet Richtung Titel – Wiener Derby am Sonntag

Garcia schafft einen internen Konkurrenzkampf
Garcia schafft einen internen Konkurrenzkampf - © APA (Eggenberger)
Die 30. Runde der Fußball-Bundesliga könnte für einige Teams richtungsweisend sein: Sturm Graz will sich gegen Mattersburg nicht von Platz zwei verdrängen lassen, Salzburg möchte gegen St. Pölten keine Punkte abgeben. Altach hofft gegen die Admira auf ein Ende der “Ergebniskrise”. Der WAC könnte mit einem Sieg in Ried dem Abstiegskampf entfliehen. Am Sonntag steht das Wiener Derby am Programm.

Red Bull Salzburg ist auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Folge bisher nicht zu stoppen. Am Samstag (18.30 Uhr) wird der achtplatzierte SKN St. Pölten den Versuch wagen, dem Titelverteidiger beizukommen. “Wir fangen mit einem Punkt an und werden versuchen, den so lange wie möglich zu verteidigen”, sagte St. Pöltens Trainer Jochen Fallmann. Gegen Salzburg hat der Aufsteiger in dieser Saison bisher dreimal verloren. Die Bullen sind damit das einzige Team, gegen das St. Pölten noch nicht anschreiben konnte.

Für Salzburg ist die Reise in die NV Arena die Generalprobe vor dem ÖFB-Cup-Halbfinale bei der Admira. Dass seine Schützlinge mit Blick auf die Partie am kommenden Mittwoch mit den Kräften haushalten könnten, war für Oscar Garcia kein Thema. “Wer das glaubt, kennt mich nicht gut”, betonte Salzburgs Erfolgscoach. “Wir müssen immer konzentriert bleiben. Niemand darf glauben, dass wir übermächtig sind”, meinte der Spanier.

Sturm Graz will sich von Platz zwei der Tabelle nicht mehr verdrängen lassen. Gerade zu Hause lief es für die Steirer zuletzt nach Maß. Vier Erfolge in Serie stehen für Sturm in der Merkur Arena aktuell zu Buche. Am Samstag (16.00 Uhr) gastiert zum Auftakt der 30. Runde der SV Mattersburg in Graz. Die Burgenländer sind nicht unbedingt ein Lieblingsgegner.

“Wir sind in einer extrem spannenden Phase der Meisterschaft”, wusste Sturms Trainer Franco Foda zu berichten. Als Zweiter liegt seine Mannschaft nur einen Zähler vor der Austria und Altach. Gegen die im Derby engagierten Wiener geht es in der kommenden Woche auswärts. Mattersburg kämpft am anderen Ende der Tabelle indes um den Ligaverbleib. Vier Punkte beträgt der Vorsprung der neuntplatzierten Burgenländer auf Ried.

Der SCR Altach hat in dieser Fußball-Bundesliga-Saison schon bessere Zeiten erlebt. Zu Frühjahrsbeginn standen die Vorarlberger noch an der Tabellenspitze, seither rutschten sie allerdings auf Rang vier ab – auch weil in den jüngsten vier Runden nur ein Punkt geholt und kein einziges Tor erzielt wurde. Im Heimspiel am Samstag gegen die Admira soll nun die Trendwende gelingen. Diesbezüglich stimmten die Trainingseindrücke der vergangenen Tage Altach-Trainer Martin Scherb optimistisch. “Wir haben unsere Lehren aus den jüngsten Negativerlebnissen gezogen und sehen sie als Chance, etwas zu verändern”, erklärte der Niederösterreicher.

Nach einigen Tiefschlägen könnte die Admira gerade recht kommen – die Südstädter reisten stark ersatzgeschwächt ins Ländle. “Doch sie sind gut organisiert, locken den Gegner raus und stellen gerne Fallen im taktischen Bereich, da müssen wir aufpassen”, warnte Scherb.

Das Gesetz der Serie spricht am Samstag in der Keine-Sorgen-Arena für den WAC. Vor dem Auswärtsspiel der 30. Runde gegen die SV Ried haben die Kärntner die jüngsten vier Duelle mit den Innviertlern allesamt mit 1:0 gewonnen. Mit einem neuerlichen Sieg über den Tabellenletzten würden sich die Wolfsberger wohl aller Abstiegssorgen entledigen.

Darauf hofft auch Trainer Heimo Pfeifenberger. “Auch wenn es danach noch sechs Spiele gibt, ist dieses Spiel eine große Chance für uns. Wir wollen mit viel Überzeugung und total couragiert agieren”, kündigte der Salzburger an. Der WAC liegt derzeit als Tabellensiebenter sieben Punkte vor dem Schlusslicht aus Oberösterreich.

Sieben Runden vor Schluss fehlen dem Tabellenletzten vier Punkte auf das rettende Ufer. Dennoch lebt die Hoffnung bei Ried-Coach Lassaad Chabbi, zumal die jüngsten beiden Heimspiele gewonnen wurden. “Wir konzentrieren uns ganz auf uns und werden alles dafür tun, damit drei Punkte in Ried bleiben. Zuhause können wir jeden Gegner schlagen, wenn die Mannschaft die nötige Einstellung hat. Und diese Einstellung hat die Mannschaft”, erklärte der gebürtige Tunesier.

Mit einem Highlight wird die Bundesliga-Runde am Sonntag abgeschlossen, wenn Rapid um 16.30 Uhr die Wiener Austria empfängt. Für die Austria wird das 321. große Wiener Derby gegen Rapid zum Startschuss in oft beschworene Wochen der Wahrheit. Nach dem Antritt im Allianz Stadion am Sonntag wartet auf die Violetten das Heimspiel gegen Sturm Graz, ehe es auswärts gegen Altach geht.

“Für uns geht es – so blöd es klingt – um mehr”, meinte Franz Wohlfahrt mit Blick auf die Tabelle. In dieser liegt die Austria im engen Dreikampf um Platz zwei derzeit zwischen Sturm Graz und Altach. Der grünweiße Erzrivale hat als Sechster 16 Zähler Rückstand. Austrias Sportdirektor wusste jedoch auch: “Natürlich wird Rapid gegen uns nicht verlieren wollen.”

Rapid-Trainer Goran Djuricin war die Vorfreude auf das Derby deutlich anzumerken. Sein erfolgreiches Debüt in der Vorwoche beim 3:0 über Altach und die Aussicht auf ein praktisch ausverkauftes Allianz Stadion versetzten den 42-Jährigen schon zwei Tage vor dem Duell mit der Austria in eine gewisse Hochstimmung.

Die Partie vor rund 26.000 Zuschauern werde “megageil”, prophezeite Djuricin am Freitag. Sollte der Erzrivale und drei Tage später im Cup-Semifinale auch der LASK geschlagen werden, “mache ich einen Salto”, kündigte der Rapid-Coach an.

(APA)

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