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„Saint Poetry“ begeisterte in der St.-Peter-Kirche

Wortgewandt und kreativ: Gerlinde File, Joe Hafner (Veranstalter), Ines Strohmaier und Mario Amann (v. l.) beim St. Poetry in der St.-Peter-Kirche.
Wortgewandt und kreativ: Gerlinde File, Joe Hafner (Veranstalter), Ines Strohmaier und Mario Amann (v. l.) beim St. Poetry in der St.-Peter-Kirche. ©Emir T. Uysal
Premiere für die etwas andere Poetry-Slam-Veranstaltung in Rankweil.
Premiere St. Poetry in Rankweil (2017)

Rankweil „Leben wir in einer heilen Welt?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich die drei Poeten Ines Strohmaier, Mario Amann und Gerlinde File in den letzten Wochen intensiv. Denn erstmals in Vorarlberg wurde zum Poetry Slam in der Kirche geladen. Das Grundformat wurde von Veranstalter Joe Hafner für Rankweil passend adaptiert und unter dem Thema „Heile Welt“ inszeniert. Auf Punkte wurde gänzlich verzichtet und eine fixe Reihenfolge festgelegt. Jeder Poet las drei selbst geschriebene Texte vor und zwischen den Slams sorgten „Hands-Down“ für musikalische Unterhaltung mit Cover-Songs wie „Let it be“ (Beatles) und „Wonderwall“ (Oasis).

Christlich und sozialkritisch
Den Auftakt machte File über „die unbefleckte Empfängnis“. Ein durchaus christlicherer Einstieg als vermutet, denn sie gab die Botschaft eines Engels wieder und spaltete dabei Worte. Aus Engel wird Enge, aus Abfall der Apfel aus dem All. Sie erzählte davon, oftmals von Dingen loslassen zu müssen, um ungehindert sehen und hören zu können.
Amann knüpfte am kürzlich erfolgten Attentat in Las Vegas an. Täglich sollen wir mit schlimmen Ereignissen konfrontiert werden. „Das tägliche Leid anderer stört uns nicht mehr. Wir schauen weg und vergessen – ein Reflex unseres Gehirns.“ Die erst 16-jährige Ines erobert seit Kurzem die Slam-Bühnen Vorarlbergs: Wortgewandt, kreativ und ausdrucksstark erzählte sie von ihrem Anker, der in so vielen Dingen in ihrem Leben weilt.
Weiter philosophierten die drei Poeten über gesellschaftskritische Themen wie genmanipuliertes Essen, Beweggründe für religiöse Morde, die sich gegen dieselbe Glaubensgemeinschaft richten, und Denkanstöße zur Existenz Gottes.

Fortsetzung wird begrüßt
Eine Kernaussage zog sich durch den Abend: „Die heile Welt scheint für viele komplett entstellt“ – und wenn man nichts dagegen unternehme, warte man nur, „bis alles auseinanderfällt“. Das Publikum zeigte sich begeistert, und auch Pfarrer Wilfried M. Blum lobte das Talent der Dichter und merkte an, dass er sich über eine Fortsetzung freuen würde … ETU

Zitat: „Die Poeten regten mit ihren emotionalen und inspirierenden Texten zum Nachdenken an.“ – Thomas Gassner, Organisationsleiter Pfarre Rankweil

Videoausschnitt von Mario Amann und Ines Strohmaier:

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