15. Mai 2009 12:12; Akt.: 15.05.2009 12:12

Saberi bedankte sich in Wien für Unterstützung Österreichs

Roxana Saberi endlich in Wien Roxana Saberi endlich in Wien - © AP
Vier Tage nach ihrer Freilassung aus iranischer Haft ist die US-iranische Journalistin Roxana Saberi (32) am Freitag früh überraschend aus Teheran am Wiener Flughafen eingetroffen. Nach eigenen Angaben will sie einige Zeit im Haus eines Freundes in Wien verbringen und später in die USA weiter fliegen.

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Außerdem bedankte sich Saberi explizit beim österreichischen Botschafter im Iran, Michael Postl. Dieser sei “sehr hilfreich” gewesen und das sei mit ein Grund für ihren Aufenthalt in Wien.

Postl hat offenbar eine führende Rolle bei der Freilassung Saberis gespielt. Durch Postls Erfahrungen und Aktivitäten im Menschenrechtsbereich, seine guten Kontakte im Iran, zu Partnern in der EU, seinem aktivem Engagement und persönlicher Bekanntschaft mit der Familie Saberi, sei es ihm gelungen, die Freilassung “aktiv zu bewirken”, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, am Freitag gegenüber der APA. Österreich verfüge aufgrund der regelmäßigen Kontakte über ein “weites Kontaktnetzwerk” im Iran, was zur Erreichung der Freilassung “entscheidend beigetragen” habe. Außenminister Michael Spindelegger (V) sei über die Ankunft Saberis in Wien im Voraus informiert gewesen und freue sich über ihre Freilassung.

Saberi ist laut dem Außenamt “bei Freunden” und mit ihrer Familie zusammen. Ein genauer Aufenthaltsort wurde am Freitagvormittag aber nicht genannt. Saberi habe gegenüber dem Außenamt den Wunsch geäußert, sich ausruhen zu können. Außerdem freue sie sich, in Wien zu sein. “Ich brauche etwas Zeit, um über das nachzudenken, was mir passiert ist”, sagte die 32-Jährige bei ihrer Ankunft laut der Nachrichtenagentur AP. “Ich werde einige Tage in Wien verbringen, weil es ein ruhiger und entspannender Ort ist.” Wie lange Saberi genau in Wien bleiben will, sagte sie nicht. Ihr Vater hatte zuvor angekündigt, seine Tochter werde sobald wie möglich in die USA zurückkehren.

Bald werde sie über ihre Inhaftierung im Iran sprechen, noch sei sie aber nicht so weit, so Saberi. “Man hat viele Dinge geschrieben, aber ich allein weiß, was wirklich passiert ist”, sagte Saberi, die keinen Schleier trug und blass und müde wirkte, am Flughafen. In informierten Kreisen wurde am Freitag nicht ausgeschlossen, dass die Journalistin sich in den kommenden Tagen in Wien an die Medien wenden könnte.

Weiters hieß es in informierten Kreisen, die Journalistin sei nach ihrer Ankunft zuerst mit einem Taxi in die US-Botschaft gefahren, und habe sich dann in ein Wiener Hotel begeben. Die US-Botschaft in Wien bestätigte gegenüber der APA am Freitag lediglich, dass Saberi in Wien angekommen ist.

Saberi war kurz nach 06.00 Uhr mit einer AUA-Maschine aus Teheran eingetroffen. Kurz vor dem Abflug aus Teheran hatte ein Freund der Familie Saberi, Payam Mohepi, gegenüber AFP erklärt, es gehe Saberi “sehr gut” und sie sei “sehr glücklich”. Im Moment könne sie noch nicht sagen, ob sie später in den Iran zurückkehren werde.

Saberi wurde bei ihrem Flug von Teheran nach Wien laut AFP von ihren Eltern und ihrem Bruder begleitet. Ihr Vater, Reza Saberi, hatte am Montag, dem Tag der Freilassung seiner Tochter, am Österreichischen Kulturforum Teheran einen Vortrag über persische Poesie gehalten. Botschafter Postl drückte in einer Aussendung seine besondere Freude darüber aus, dass Reza Saberi an einem für seine Familie so wichtigen Tag dem Kulturforum mit seinem Wissen über die persische Literatur zur Verfügung stand. Der Vortrag fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum Jubiläum “50 Jahre österreichisches Kulturforum Teheran” statt.

Saberi war im Iran vier Monate lang inhaftiert, nachdem sie sechs Jahre lang als freie Journalistin gearbeitet hatte. In einem eintägigen Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde sie wegen Spionage zunächst zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt. Am Montag wurde sie aus dem Evin-Gefängnis in Teheran entlassen, nachdem ein Berufungsgericht das Urteil in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt hatte.

Mit einem zweiwöchigen Hungerstreik hatte die 32-Jährige gegen ihre Haft demonstriert, den Protest auf Bitten ihrer Eltern dann aber abgebrochen. Saberi besitzt die amerikanische und die iranische Staatsbürgerschaft, ihre Familie lebt in Fargo im US-Staat North Dakota.

Auf dem Filmfestival in Cannes feierte am Donnerstag ein iranischer Film Premiere, an dem die 32-Jährige als Drehbuchautorin mitbeteiligt war. Der Regisseur von “No One Knows About Persian Cats”, Bahman Ghobadi, ist ihr Verlobter.


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