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Pyeongchang 2018 ohne Russland - Chance für saubere Athleten

Saubere russische Sportler können unter IOC-Flagge antreten
Saubere russische Sportler können unter IOC-Flagge antreten ©APA (AFP)
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag anders als vor den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang für einen Ausschluss von Russlands Olympischen Komitees (IOC) entschieden. Das beschloss die 14-köpfige IOC-Exekutive in Lausanne in Reaktion auf Russlands Dopingskandal. Nachweislich saubere russische Aktive werden zur Teilnahme eingeladen.

Dies geschieht “unter strikten Konditionen”. Diese Athleten werden unter IOC-Flagge starten. Ein Komplett-Ausschluss blieb Russlands Sportlern damit aber erspart. Alexander Schukow als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Russlands (ROC) kündigte kurz später für russische Sportler an, dass beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) berufen werde. Schukow selbst wurde am Dienstag als IOC-Mitglied suspendiert.

Er gab zudem an, dass russische Olympia-Sportler am Dienstag (12. Dezember) entscheiden werden, ob sie zu den Winterspielen nach Pyeongchang fahren oder nicht. Zu der “Olympischen Versammlung” sollten die potenziellen Teilnehmer, Trainer und Verbandsvertreter kommen, sagte der Funktionär der Agentur Tass zufolge.

Schneider (ORF) mit Reaktionen aus Russland

Die qualifizierten, eingeladenen russischen Sportler sollen nach Beschluss der IOC-Exekutive unter dem Namen “Olympischer Athlet von Russland (OAR)” antreten dürfen. Diese Bezeichnung ist auch als Aufschrift für die Wettkampf-Utensilien dieser Aktiven vorgesehen. Bei Zeremonien wird für sie die Olympia-Hymne gespielt werden.

“Es handelt sich um einen nie dagewesenen Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des Sports”, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. “Diese Entscheidung soll einen Strich ziehen unter die verheerende Episode.” Alle sauberen Athleten könnten nun in Pyeongchang eine Brücke bauen. “Ein Olympia-Boykott hat nie etwas gebracht. Ich sehe auch keinen Grund für einen Boykott russischer Sportler, weil wir sauberen Athleten erlauben teilzunehmen.”

Bach bedauere alle “sauberen Athleten” anderer Länder, die Opfer der russischen Manipulation geworden seien. Das IOC hatte zwei Ausschüsse eingesetzt, um die Dopingvorwürfe gegen Russland noch genauer zu untersuchen. Eines der Gremien unter Vorsitz des Schweizers Samuel Schmid untersucht die Verstrickungen des Staates in das Doping-Programm.

Ein anderer Ausschuss unter dem IOC-Mitglied Denis Oswald prüft die individuelle Beteiligung von Athleten und verhängte bereits eine Reihe von Sanktionen. Das russische Olympia-Team bei den Winterspielen 2014 in Sotschi verlor bisher 11 von 33 Medaillen – darunter viermal Gold – und fiel damit im Medaillenspiegel dieser Spiele vom ersten auf den vierten Platz zurück. Bisher 25 russische Sotschi-Teilnehmer wurden lebenslang gesperrt.

Dem IOC liegen Beweise vor, dass russischen Sportlern mit einem staatlich unterstützten Dopingprogramm zu Medaillengewinnen verholfen wurde. Zentrale Erkenntnisse finden sich im McLaren-Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), benannt nach dem kanadischen Juristen Richard McLaren.

ÖOC-Präsident Karl Stoss begrüßte das klare Bekenntnis des IOC für einen Schutz der sauberen Athleten. “Dass einzelne Athleten – unter strengen Auflagen – Starterlaubnis erhalten, macht aber natürlich Sinn: Wer über einen längeren Zeitraum nachweislich fair gespielt hat, das heißt nach internationalen Regeln, dazu unbescholten ist, verdient auch eine faire Behandlung”, sagte das IOC-Mitglied.

“Diese Entscheidung zeigt, dass die Olympischen Werte Vorrang vor wirtschaftlichen und sportpolitischen Überlegungen haben”, hieß es vonseiten von Österreichs Nationaler Anti-Doping-Agentur (NADA). “Als nächster Schritt muss es das Ziel aller Beteiligten sein, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, dass Russland als wichtiges Mitglied des Sportgeschehens wieder in den Kreis der internationalen Sportfamilie zurückkehren kann.”

Russlands Vize-Regierungschef und Ex-Sportminister Witali Mutko wäre da aber wohl nicht dabei. Er wurde vom IOC von Olympia auf Lebenszeit ausgeschlossen. Der Fußball-Weltverband FIFA sah seine WM-Vorbereitungen durch das IOC-Urteil gegen Russland und den lebenslangen Olympia-Ausschluss von Witali Mutko, Cheforganisator der WM 2018 in Russland, wegen dessen Verwicklungen in den Doping-Skandal nicht beeinträchtigt.

“Die FIFA hat die Entscheidung des IOC bezüglich der Teilnahme russischer Athleten an den kommenden Olympischen Winterspielen zur Kenntnis genommen. Diese Entscheidung hat keinen Einfluss auf die Vorbereitungen für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018, da wir weiterhin daran arbeiten, die bestmögliche Veranstaltung zu liefern”, hieß es in einem FIFA-Statement am Dienstagabend.

Kurz nach Bekanntgabe dieser IOC-Entscheidungen hieß es aus Moskau, dass das staatliche Fernsehen in Russland wegen des Fehlens einer russischen Mannschaft nicht vom Großereignis aus Südkorea übertragen werde.

Alexander Schubkow, Präsident des russischen Bob-Verbands gab sich über die IOC-Entscheidungen bestürzt. “Ich bin einfach geschockt, was passiert ist und von der Entscheidung von Thomas Bach unser Land und unsere Sportler betreffend.” Schubkow waren seine beiden Goldmedaille von Sotschi 2014 aberkannt worden und er lebenslang für Olympia gesperrt.

Vor der Entscheidung des IOC hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin vor einer “ernsthaften Schädigung der olympischen Bewegung” gewarnt. Es gebe “zwei Optionen”. “Entweder Russland zu zwingen, unter neutraler Flagge anzutreten, oder es überhaupt nicht zu den Olympischen Spielen zuzulassen”, hatte Putin erklärt. “Jede ist eine Erniedrigung für das Land”.

Die nun gefällte IOC-Entscheidung überschattet auch Russlands Ausrichtung der Fußball-WM vom 14. Juni bis 15. Juli 2018. Mutko steht dem Organisationskomitee des Titelkampfes vor und ist auch Präsident des russischen Fußball-Verbandes. Der Fußball-Weltverband FIFA sieht die Vorbereitungen auf die WM allerdings nicht beeinträchtigt.

(APA)

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