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“Ruf der Heimat ehrt mich”

Peter Bayer: "Meine Familie habe ich in den letzten Monaten nur selten gesehen. Peter Bayer: "Meine Familie habe ich in den letzten Monaten nur selten gesehen. - © Michael Prock
Der ­Bregenzerwälder Peter Bayer ist Geschäftsführer der Olympischen Jugend-Winterspiele.

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Er orchestriert 100 fix angestellte Mitarbeiter, gut 1400 Volontäre, 500 Bundesheersoldaten und eine stattliche Anzahl an Sicherheitskräften. Er verhandelt mit Funktionären des Nationalen und Internationalen Komitees, von Sportverbänden, sieht im Eisstadion nach dem Rechten, steht an der Skipiste und Bobbahn und kümmert sich darum, dass bei den Siegerehrungen alles reibungslos abläuft. Peter Bayer, gebürtiger Bregenzerwälder, ist bei den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck das Mädchen für alles. Seit 14. September 2009 steht der 40-Jährige als Geschäftsführer der YOG-GmbH (Youth Olympic Games) vor, bei der Ausschreibung für diesen Job hatte sich Bayer gegen 42 Mitkandidaten durchgesetzt.

Aufatmen, als der Schnee kam

Drei Jahre war Zeit, um die Premierenveranstaltung zu planen, mit dem Startschuss am Freitag, den 13. Jänner, fiel Bayer ein großer Stein vom Herzen. Die Nervosität vor den Spielen war groß gewesen. Vor allem, weil der Schnee lange auf sich warten ließ. Franz Klammer trug zur Beruhigung nichts bei: Der Olympiasieger von 1976 hatte festgestellt, dass es schon bei den Winterspielen 1964 und 1976 keinen Schnee gegeben hatte. So atmeten Bayer und seine Mitstreiter tief durch, als der Patscherkofel unmittelbar nach der Jahreswende dann endlich in Weiß erstrahlte. „Da war dann die Erleichterung sehr groß“, gestand Bayer.

Viele Stationen

1989, mit dem Beginn des Studiums in Innsbruck, wurde die Tiroler Landeshauptstadt neue Heimat des Bregenzerwälders. Die ersten Sporen verdiente er sich als Marketing- und Eventmanager. Acht Jahre lang arbeitete Bayer in der Schweiz als Manager eines Sport- und Kulturveranstalters, war dabei 200 Tage des Jahres auf der ganzen Welt unterwegs. Danach gründete er mit Martina Rüscher die Agentur VIA3. Das Kaunertal Opening, das Air&Style Snowboard-Spektakel, der Jugendtag 2009 oder – seit 2003 – die Lange Nacht der Museen in Tirol tragen die organisatorische Handschrift des immer gut aufgelegten Wälders. Bei den Jugendspielen läuft es wie am Schnürchen. „Wir haben viel Lob und ein tolles Feedback bekommen“, freut sich der 40-Jährige. „Der Präsident des Organisationskomitees der Winterspiele in Sotschi 2014 hat zu mir gesagt: „Wir können in Sachen Effizienz von euch sehr viel abschauen. Jetzt liegt es an uns, es auch umzusetzen.“ Ende des Jahres ist für Ba­yer der Job als Olympia-CEO zu Ende. „Dann wird man weitersehen“, hat er sich noch nicht groß Gedanken um die weitere berufliche Zukunft gemacht. 2015 geht in Vorarlberg das Europäische Jugend-Festival (EYOF) über die Bühne – kann es sich Bayer vorstellen, sich dort einzubringen? „Es wäre eine große Ehre, wenn der Ruf aus der Heimat kommt. Aber: ,Ma schlüßt zerscht ons ab und denn fangt ma was nüs a, hält er es mit einer alten Wälder-Weisheit.

Drei Tage „nur“ Familie

Bevor sich Bayer aber mit der „Abrechnung“ der YOG-Spiele beschäftigt, freut er sich auf drei ganz besondere Tage im Kreis der Familie. „Da ich in den letzten Monaten sehr wenig zu Hause war, bekam ich von meiner Frau zu Weihnachten drei Tage in einem Wellnesshotel geschenkt – und die habe ich auch dringend notwendig.“

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