Rückenwind für Kräutler

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Rückenwind für Kräutler
Schwarzach -  Dass der österreichische Handelsdelegierte in São Paulo, Ingomar Lochschmidt, den Vorarlberger Missionsbischof und Russ-Preis-Träger Erwin Kräutler als „staatlich geehrten Talarträger“ bezeichnet hat, „der gegen Industrieprojekte wettert und Indianern hilft, sich fernsehgerecht in Szene zu setzen“, hat Folgen.

Außenminister wird tätig

Landeshauptmann Herbert Sausgruber bat gestern Außenminister Herbert Spindelegger darum, der brasilianischen Regierung klarzumachen, welche Bedeutung Kräutler zukommt. „Der Außenminister hat zugesichert, die Sorge um die Sicherheit des Bischofs zum Ausdruck zu bringen.“ Kräutler wird seit zwei Jahren auf Schritt und Tritt von zwei Leibwächtern begleitet. Sein Engagement für die Indios hat ihm in der Vergangenheit zweimal beinah das Leben gekostet. Jetzt, da er sich gegen das gewaltige Kraftwerksprojekt Belo Monte zur Wehr setzt, wurden neuerlich Morddrohungen gegen ihn laut. Gerade vor diesem Hintergrund könnten Lochschmidts Aussagen verheerende Folgen haben. Die Reaktionen in Vorarlberg fielen unisono hart und ablehnend aus. Sausgruber nannte Lochschmidts Worte „äußerst entbehrlich“. Sie seien „strikte abzulehnen“. Österreich müsse alles unternehmen, „um Kräutlers persönliche Integrität zu schützen“. Auch FPÖ-Obmann Dieter Egger fand die Kritik an Kräutler „beleidigend“. Der Grüne NR-Abg. Harald Walser verlangte Lochschmidts Rücktritt „als die einzig angemessene Reaktion“.

Entschuldigung per Mail

Der österreichische Handelsdelegierte hat sich inzwischen bei Bischof Kräutler via E-Mail entschuldigt. Sausgruber genügt das nicht. „Es sollte jedenfalls unterbunden werden, dass sich so etwas wiederholt.“ Der Koblacher Missionsbischof selbst befindet sich entlang der Transamazonica in einem völlig unwegsamen Gebiet ohne Zugang zu Telefon und Internet. In seinem vorab letzten E-Mail-Kontakt mit Markus Hofer von der Selbstbesteuerungsgruppe Bischof Kräutler am Sonntagabend zeigte sich der Seelsorger der größten Diözese Brasiliens betroffen und verunsichert darüber, dass nun auch der österreichische Rückhalt für seine Arbeit bröckle. Sein erster Gedanke war „Jetzt geht es in Österreich auch schon los“, so Hofer.

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