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	<title>Vorarlberg Online &#187; Vorträge</title>
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		<title>Ein Risiko bedeutet noch keine Katastrophe</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 08:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[(VN) Wolfurt - Den Gefahren, die ein gesundes Leben bedrohen, sollte frühzeitig begegnet werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(VN) Wolfurt &#8211; Den Gefahren, die ein gesundes Leben bedrohen, sollte frühzeitig begegnet werden. <span id="more-3075447"></span></p>
<p>Das Risiko an sich bedeutet noch keine Katastrophe. Es kann  allerdings damit enden, wenn keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt  werden. Das gilt auch und vor allem für die Gesundheit. Zwar steigt die  Lebenserwartung, doch speziell in höherem Alter nehmen auch die  Erkrankungen zu.  Die drei größten gesundheitlichen Übel der Menschheit  sind zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck sowie  das Rauchen. Seit 15  Jahren betreibt das VIVIT-Institut im LKH Feldkirch zu diesen Themen  erfolgreich angewandte Forschung. Davon zeugen bereits mehr als 180  internationale Publikationen.</p>
<h2>Krankheiten verhindern</h2>
<p>Die Gefahren, die ein gesundes Leben bedrohen, standen auch im Mittelpunkt des Mini Med  Studiums im Cubus in Wolfurt. Nach den „Herbstferien“ füllte sich der  große Veranstaltungssaal wieder mit vielen wissbegierigen Mini-Med-Studenten.  Sie brauchten, ihr Kommen nicht zu bereuen, denn Primar Dr. Heinz  Drexel und Doz. Dr. Christoph Säly (beide LKH Feldkirch) fassten in  kompakten Vorträgen zusammen, was es braucht um bis ins Alter gesund zu  bleiben.  Ziel müsse es sein, so Heinz Drexel, Krankheiten möglichst lange zu  verhindern. Im Zusammenhang mit dem Cholesterin heißt das  unter anderem  „nie unbeweglich werden“, wie der Internist betonte. Das müsse die  Gesellschaft aber noch lernen. Auch eine fettarme Ernährung sowie  Medikamente bei erblicher Belastung können helfen, den Cholesterinwert  in vertretbaren Höhen zu halten. Zu hohe Cholesterinwerte sind nämlich  eine sichere Bank für Gefäßschäden. Damit wiederum steigt das Risiko für  Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen.</p>
<h2>Heimtückische Entwicklung</h2>
<p>Primar Heinz Drexel führte aus, dass ein Infarkt immer eine  Verstopfung darstellt. Im Fall der Gefäße wird die Innenhaut durch  Cholesterin- ablagerungen blockiert. Dieser Prozess kann über Jahre gehen und  verursacht lange keine Beschwerden. Drexel: „Es ist heimtückisch, wenn  sich etwas im Körper langsam zum Schlechten entwickelt.“ Umso wichtiger  sei es, das Risiko rechtzeitig zu erkennen.  Warum das nicht immer gelingt, liegt daran, dass Engstellen einem Vulkan  gleich auch bei vermeintlich gesunden Personen plötzlich aufbrechen  können.  Das Blut in der Engstelle bildet ein Gerinnsel und verstopft  das Gefäß. „Dabei handelt es sich um einen Schutzmechanismus, damit wir  nicht verbluten“, erklärte der Arzt. Das ist von der Natur zwar gut  gemeint, aber in diesem Fall schlecht getroffen, weil ein solches  Vorkommnis tödlich enden kann.  Vorbeugend wirken Bewegung sowie fettarme Ernährung. Cholesterinsenker  sind beispielsweise Knoblauch, Bärlauch, Artischocken und Grapefruit.  Heinz Drexel warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen. Die Wirkung  sei gering, weil zwei Drittel des Cholesterins vom Körper selbst  gebildet würden. In jedem Fall eine starke Wirkung zeigen  cholesterinsenkende Medikamente.  Zum Thema Bluthochdruck informierte Dozent Dr. Christoph Säly. Beim  Bluthochdruck handelt es sich um ein häufiges Phänomen. Rund 1,5  Millionen Österreicher leiden daran, doch nur wenige werden adäquat  behandelt.</p>
<h2>Blutdruck gut einstellen</h2>
<p>Ein gewisser Druck ist nötig, um das Blut durch die Gefäße zu  bringen. „Ein dauernd zu hoher Druck schädigt die Gefäße jedoch“, warnte  Säly. Bluthochdruck führt aber nicht nur zu Folgeerkrankungen wie  Herzinfarkt und Schlaganfall, er macht die Gefäße auch durchlässiger für  Cholesterin. Vor allem bei älteren Menschen habe man dem Bluthochdruck  früher kaum Bedeutung beigemessen, räumte Christoph Säly ein. „Heute  wissen wir, dass auch Senioren von einem gut eingestellten Blutdruck  profitieren“, betonte er.  Die besten Maßnahmen gegen Bluthochdruck sind laut Säly die Reduktion  von Alkohol und Kochsalz, körperliche Aktivitäten sowie eine  Ernährungsumstellung, wobei er das Abnehmen als besonders wirksam  anpries.  Allerdings muss man seinen Blutdruck kennen, um eingreifen zu können.  Messungen sind beim Arzt oder selbst möglich. Der obere Wert sollte laut  Säly nicht über 140 liegen. Ideal wäre ein Blutdruck von 120/80.  Mitunter sind zur Regulierung Medikamente nötig. „Alles in allem ist der  Blutdruck jedoch gut behandelbar“, versicherte Säly.  Während man sich gesundheitliche Belastungen durch Cholesterin oder  Bluthochdruck nicht immer aussuchen kann, stellt das Rauchen ein  vermeidbares Risiko dar. Trotzdem wird geraucht, was das Zeug hält.  Europaweit gesehen sind Österreichs Teenager diesbezüglich unrühmliche  Spitze. Mit dramatischen Auswirkungen: Nikotin fordert jährlich rund  10.000 Todesopfer allein in Österreich.</p>
<h2>Mehr oder weniger anfällig</h2>
<p>Allerdings gibt es auch beim Rauchen eine genetische Komponente  und somit Menschen, die mehr und weniger empfänglich sind für die  süchtigmachenden Substanzen. im Tabakrauch. Das hat eine VIVIT-Studie an  951 Vorarlberger Herzpatienten ergeben. Das ändert aber nichts daran,  dass Rauchen wertvolle Lebensjahre kostet. Im Durchschnitt sind es zehn.  Krebs, Lungenkrankheiten, Arteriosklerose und vorzeitige Hautalterung  werden vielfach freiwillig inkauf genommen. Der Appell des Internisten  an die Mini- Med-Besucher:  „Am besten nie mit Rauchen anfangen und schon auf Kinder präventiv  einwirken. Bei Jugendlichen ist es oft zu spät.“ Da es wegen des hohen  Suchtpotenzials, das Nikotin hat, für viele sehr schwierig ist, davon  loszukommen, sollte für die Raucherentwöhnung ärztliche Hilfe in  Anspruch genommen werden, so der Ratschlag von Dozent Christoph Säly.</p>
<h2>Das Risikobarometer</h2>
<p>Und weil auch Unfälle die Gesundheit bedrohen können, verwies  Primar Dr. Heinz Drexel zum Abschluss der Vorträge noch auf das von  Klaus Heilmann verfasste Buch „Das Risikobarometer“. Es listet auf, wie  hoch das Risiko für den Einzelnen bei bestimmten Tätigkeiten ist.</p>
<h2>Fragen aus dem Publikum</h2>
<div><strong>Woran lässt sich erkennen, ob die Ablagerungen in den Gefäßen stabil oder instabil sind?</strong></div>
<p>Drexel: Das ist ein Thema, an dem  die Kardiologie derzeit sehr intensiv forscht. Denn könnte man  voraussagen, welches Gefäß-sstück für einen Herzinfarkt gefährdet ist,  könnte man frühzeitig entgegenwirken. Was wir wissen ist, wenn eine  Stelle überhitzt ist, sind mehrere Bereiche im Körper gefährdet.  Allerdings ist es noch nicht möglich, den Zeitpunkt für das Ereignis  zu  bestimmen. Das könnte frühestens in zehn Jahren der Fall sein.</p>
<div><strong>Kann ein akuter Bluthochdruck Engstellen in den Gefäßen aufplatzen lassen?</strong></div>
<p>Drexel:  Nein, Hochdruckkrisen sind nicht das Entscheidende.</p>
<div><strong>Was bedeutet es, wenn Herzkranzgefäße mittelmäßig verkalkt sind?</strong></div>
<p>Säly:  Arteriosklerose ist eine fortschreitende Erkrankung.  Einlagerungen führen erst allmählich zu Engstellen. Dann kann es unter  Belastung auch zu Beschwerden kommen. In Ihrem Fall heißt es, der  Blutfluss ist noch ausreichend, aber es ist eine Behandlung notwendig.</p>
<div><strong>Kann ein langsamer Puls schädlich sein?</strong></div>
<p>Säly: Im Gegenteil, ein langsamer Puls ist ein gutes Zeichen.  Eine hohe Pulsfrequenz bei Herzpatienten zeigt ein hohes Risiko für  Schlaganfall an.  Drexel:  Körperliches Training ist das beste Mittel, den Puls in eine  niedrige Zone zu bringen.</p>
<div><strong>Gibt es gegen das Vorhofflimmern noch etwas anderes als Medikamente?</strong></div>
<p>Drexel:  Das Problem beim Vorhofflimmern ist, dass sich  Gerinnsel bilden. Bei älteren Menschen kommen blutverdünnende  Medikamente zum Einsatz, bei jüngeren Patienten, die besonders stark  unter dem schnellen Herzschlag  leiden, kann er mittels Schock reguliert werden. Es besteht auch die  Möglichkeit, einen Teil des Vorhofes auszuschalten. Diesen Eingriff  nennt man Ablation. Er ist bei Vorhofflattern sehr wirksam, beim  Vorhofflimmern aber noch nicht die beste Therapieform.</p>
<div><strong>Können hohe Blutzuckerwerte und Bluthochdruck nächtliche Wadenkrämpfe verursachen?</strong></div>
<p>Drexel: Weder das eine noch das andere führt zu Wadenkrämpfen.  Es kann aber mit der Behandlung zu tun haben, da die eingesetzten  Medikamente zu Magnesium- und Kaliummangel führen können. Das sollte  genau abgeklärt werden.</p>
<div><strong>Kann Aspirin vorbeugend eingenommen werden?</strong></div>
<p>Säly:  Aspirin ist in höheren Dosen ein Schmerzmedikament. Es  hemmt das Verklumpen von Blutplättchen und kann dadurch oft einen  Infarkt verhindern.  Drexel:  Gesunde Menschen sollten Aspirin nicht vorbeugend verwenden. Ob  es in höherem Alter Sinn macht, darüber wird diskutiert. Aber Sie  können sich eines merken: Wenn die Forschung lange für einen  Wirkungsnachweis braucht, dann hat das Medikament eine schwache Wirkung.</p>
<div><strong>Warum ist Fett am Bauch gefährlicher als an anderen Stellen?</strong></div>
<p>Drexel:  Das Blut, das aus dem Bauchfett abtransportiert wird, kommt direkt in die Leber, unsere chemische Fabrik. Das Fett aus  den anderen Körperteilen kommt zuerst in den Kreislauf, es kann also  auch in der Muskulatur verbraucht werden.  Säly:  Zudem sind die Gefäße beim bauchbetonten Übergewicht entzündet.  Die Kombination Rauchen und Bauchfett ist besonders schlecht.</p>
<div><strong>Was ist der Unterschied zwischen Lungen- und Herzinfarkt?</strong></div>
<p>Drexel:  Beim Lungeninfarkt kommt es zum Verschluss von  Lungenbläschen. Dieser Verschluss führt zu einer Embolie. Davor hat der  Patient typischerweise eine Thrombose, ausgelöst z. B. durch zu langes  Liegen. Ein Blutklumpen löst sich, gelangt zum Herzen und von dort in  die Lunge. Dies geht über den rechten Herzteil und nicht wie beim  Herzinfarkt über den linken. Eine Lungenembolie macht in vielen Fällen  keine Beschwerden.  Kommt es zum Absterben von Lungengewebe, reden wir  von einem Lungeninfarkt. Leider kann eine Lungenembolie mitunter auch so  ausgeprägt sein, dass das Herz völlig überlastet und ein Herzstillstand  die Folge ist. Das typische Symptom beim Lungeninfarkt ist eine  plötzliche Atemnot. Tritt eine solche auf, etwa nach längerer  Bettlägerigkeit, braucht der Betroffene eine schnelle ärztliche  Abklärung.</p>
<div><strong>Über die Einnahme von Blutverdünnern gibt es unterschiedliche Meinungen.</strong></div>
<p>Drexel: Liegt keine genetische Veranlagung vor, reicht es, das  Mittel ein Jahr zu nehmen. Im anderen Fall muss die Blutverdünnung auf  Dauer erfolgen. Es wird bald neue Medikamente geben, die einfacher  anzuwenden sind.</p>
<h2>Video: Gesund bleiben bis ins hohe Alter</h2>
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		<title>Was moderne Schmerztherapie heute leistet</title>
		<link>http://www.vol.at/was-moderne-schmerztherapie-heute-leistet/3062384</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:06:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lmoosbrugger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Schmerz ist eine weise Empfindung – Nur chronisch sollte er nicht werden. Dieses Ziel verfolgt die Schmerztherapie.<strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schmerz ist eine weise Empfindung – Nur chronisch sollte er nicht werden. Dieses Ziel verfolgt die Schmerztherapie.<strong><span id="more-3062384"></span></strong></p>
<p>Es gibt Kulturen, in denen der Schmerz zur Kunst erhoben und das Aushalten als Sieg gefeiert wird. In unseren Breiten ist die Bevölkerung weniger heroisch eingestellt. Hier gilt das Recht auf eine Schmerzbehandlung. „Das ist legitim“, bekräftigte Primaria Dr. Ruth Krumpholz beim Mini Med-Vortrag im Wolfurter Cubus zum Thema Schmerz. Eine gänzliche Schmerzfreiheit sei jedoch Illusion, warnte die Leiterin der Anästhesie im LKH Bludenz vor übertriebenen Erwartungen. Sie verwendet lieber den Begriff „schmerzarm“, weil dieses Ziel realistischer erscheint.</p>
<h2>Positive Eigenschaften</h2>
<p>Schmerz zu definieren erweist sich als schwierig. Selbst Ärzten fällt es schwer. „Ein Bluthochdruck lässt sich konkret behandeln“, verdeutlichte Ruth Krumpholz an einem Beispiel. Schmerz hingegen empfinde jeder anders und werde von jedem auch anders artikuliert. Krumpholz selbst definiert Schmerz als etwas Subjektives, das nur vom Patienten beschrieben werden kann. Nicht umsonst lässt die Schmerztherapie noch viele Fragen offen.</p>
<p>Geklärt ist indes die Schmerzentstehung. Feine Rezeptoren, die überall im Körper vorhanden sind, leiten den Schmerz über das Rückenmark ins Gehirn weiter. Grundsätzlich sei Schmerz eine weise Empfindung, so die Anästhesistin. Denn er wirkt als Frühwarnsystem. „Müssten wir auf den Befehl vom Großhirn warten, würde das viel zu lange dauern“, erklärte Krumpholz. Akuter Schmerz hingegen verursacht einen Reflex, der zum Handeln zwingt.</p>
<p>Eine weitere positive Eigenschaft von Schmerz ist die Ausschüttung von Endorphinen. „Sie wirken wie Morphium und ermöglichen es beispielswiese Unfallopfern, sich aus der Gefahrenzone zu bringen, indem sie Schmerzen kurzfristig ausschalten“, so die Ärztin. Ansonsten wäre man buchstäblich „vor Schmerzen wie gelähmt“. Diese Schutzfunktionen verpuffen allerdings, sobald der Schmerz chronisch wird. Das zu verhindern bezeichnete Ruth Krumpholz als wichtigste Aufgabe von Schmerztherapeuten.</p>
<h2>Behandlung nach Schema</h2>
<p>Ziel ist eine individuell angepasste Behandlung. Dazu gibt es ein Stufenschema, das leichte Schmerzmittel bei leichten Fällen, starke Mittel (Opiate) bei schweren Fällen und spezielle Techniken bei ganz schweren Fällen vorsieht. Prinzipiell beginnt die Schmerztherapie schon vor einer Operation. „Der Patient soll ja schmerzfrei aufwachen“, begründete Krumpholz. Tabletten, Zäpfchen, Tropfen, Infusionen, Spritzen oder Schmerzpumpe: Verabreicht wird, was der Bedarf erfordert. Die Gründe für eine effektive Schmerztherapie liegen auf der Hand. Patienten können schneller mobilisiert werden, dadurch gibt es weniger Komplikationen wie etwa Lungenentzündungen und der Spitalsaufenthalt verkürzt sich.</p>
<h2>Schmerzgedächtnis</h2>
<p>Vor allem aber wird die Chronifizierung von Schmerzen vermieden. „Unbehandelter Schmerz erzeugt nämlich ein Schmerzgedächtnis“, erläuterte Dr. Ruth Krumpholz. Hat es sich erst einmal festgesetzt, kann schon die kleinste Berührung Schmerzen auslösen. Zudem sind chronische Schmerzen schwer behandelbar. Neben körperlichen Problemen gehen damit oft auch soziale einher. Angst, Depression, Arbeitsplatzverlust, soziale Isolation – ein Teufelskreis, der sich nur mithilfe einer Kombination aus medikamentöser und psychosozialer Therapie durchbrechen lässt.</p>
<h2>Mini Med-Fragen</h2>
<p><strong>Wie werden chronische Berührungsschmerzen behandelt?</strong><br />
Krumpholz: Am besten wirken Antidepressiva, da sie schmerzhemmende Bahnen aktivieren. Klassische Schmerzmittel wie Opiate oder Rheumamittel zeigen eher keinen Nutzen.</p>
<p><strong>Warum leiden mehr Frauen unter chronischen Schmerzen als Männer?</strong><br />
Krumpholz: Bei Frauen ist die Schmerzschwelle generell höher. Allerdings sind Frauen schlechter behandelt. Sie werden vielfach auf die Psychoschiene abgeschoben. Vermutlich, weil sie den Schmerz emotionaler schildern.</p>
<p><strong>An wen kann man sich bei chronischen Schmerzen wenden?</strong><br />
Krumpholz: Es besteht in Vorarlberg keine wirkliche Schmerzambulanz. In der Palliativstation im LKH Hohenems gibt für spezielle Fälle eine interdisziplinäre Konferenz. Ansonsten sind die niedergelassenen Allgemeinmediziner zuständig.</p>
<p><strong>Schadet eine längere Einnahme von Diclofenac dem Körper?</strong><br />
Krumpholz: Zum einen sollte man immer einen Magenschutz dazu nehmen, um die Bildung von Geschwüren zu vermeiden. Außerdem kann dieses Rheumamittel bei längerer Einnahme zu massiven Nierenschäden führen. Dass kann bis zur Dialyse gehen.</p>
<p><strong>Sollte man Schmerzmittel wählen, die über die Leber abgebaut werden?</strong><br />
Krumpholz: Alles, was über die Leber abgebaut wird, schädigt sie auch. Deshalb wären Opiate besser, das sie keine Organe beeinträchtigen. Sie werden deshalb zunehmend in der chronischen Schmerztherapie eingesetzt. Es kommt jedoch zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Juckreiz, Erbrechen oder Verstopfung.</p>
<p><strong>Warum hat man in der Nacht die meisten Schmerzen?</strong><br />
Krumpholz: Das rührt sehr wahrscheinlich daher, dass man tagsüber eher etwas abgelenkt ist. Sonst macht es keinen Unterschied.</p>
<p><strong>Warum machen in der Schmerztherapie verwendete Opiate nicht süchtig?</strong><br />
Krumpholz: Weil diese ganz langsam im Körper freigesetzt werden. Drogensüchtige brauchen hingegen den schnellen Effekt. Auch ein Schmerzpatient ist abhängig und würde bei Absetzen Entzugserscheinungen bekommen, aber er ist nicht süchtig. Ich erkläre es immer so: Menschen sind von der Brille abhängig, aber nicht danach süchtig. So ist es auch bei den  Schmerzmitteln.</p>
<p><strong>Wie erkennen Sie, ob die Narkose wirkt und der Patient nach dem Eingriff schmerzfrei ist?</strong><br />
Krumpholz: Wenn Herzschlag und Blutdruck steigen ist das ein Zeichen, dass er mehr Schmerzmittel braucht. Die Narkosetiefe wiederum wird anhand der Hirnströme gemessen.</p>
<p><strong>Ich habe Diabetes und starke Schmerzen in den Beinen. Was kann ich dagegen tun?</strong><br />
Krumpholz: Diabetes macht Gefäße und Nerven langsam kaputt. Deswegen die Schmerzen in den Beinen. Man kann diese mit Opiaten oder Antidepressiva behandeln.</p>
<h2>Körper sendet Signale durch Schmerz</h2>
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		<title>Blut lässt kein Licht durch</title>
		<link>http://www.vol.at/blut-laesst-kein-licht-durch/3055023</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 15:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor allem Diabetiker sind trotz des hohen Risikos für Augenschäden sehr nachlässig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor allem Diabetiker sind trotz des hohen Risikos für Augenschäden sehr nachlässig.<span id="more-3055023"></span>Trocken war, im buchstäblich Sinn, zuweilen die Materie. Nicht aber der Vortrag, den der neue Primar der Augenheilkundeabteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch, Prof. Stefan Mennel, bei seinem Debut als Mini Med-Referent ablieferte. Er bot den Zuhörern im fast vollbesetzten Panoramasaal höchst informative Einblicke in zwei Themen, welche die Augenärzte vorrangig beschäftigen: Zum einen ging es um die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), zum anderen um Netzhautveränderungen, die speziell von Diabetes verursacht werden. Früherkennung ist laut Mennel in beiden Fällen der Schlüssel zur bestmöglichen Erhaltung der Sehleistung.</p>
<h2>Hohe Erblindungsrate</h2>
<p>Die Makula bezeichnet im Auge den schärfsten Punkt des Sehens. „Nur, wenn die Makula funktioniert, sind wir in der Lage, auch Kleingedrucktes zu lesen“, unterstrich Stefan Mennel die Wichtigkeit dieses im hinteren Auge gelegenen Bereiches. Dabei handelt es sich gerade einmal um den Teil eines Millimeters der insgesamt 3 Quadratzentimeter großen Netzhaut. Neben der AMD ist es der Diabetes, der die Netzhaut besonders gefährdet, weil er  die dort verlaufenden kleinen Gefäße durch Einblutungen schädigt. Es entstehen Blutflecken, die das Sehen verunmöglichen, weil Blut kein Licht durchlässt. Die Sehkraft kann auf unter zehn Prozent sinken. „Diabetische Veränderungen sind die häufigste Ursache für Erblindung. Und das bei Personen im arbeitsfähigen Alter“, verdeutlichte Mennel die Bedrohung, die aufgrund der steigenden Zahl von Diabetikern immer größer wird. In Österreich gibt es rund 400.000 Diabetiker. Jährlich verlieren etwa 200 von ihnen das Augenlicht. Tragisch: 50 Prozent waren bis dahin noch nie bei einem Augenarzt.</p>
<h2>Regelmäßige Kontrollen</h2>
<p>Dabei kommt es laut Stefan Mennel bei jedem vierten Diabetiker zu Veränderungen an der Netzhaut. Spätestens nach zwanzig Jahren sind alle davon betroffen. Das Ausmaß der Veränderungen hängt von verschiedenen Faktoren ab: Dauer des Diabetes, Höhe von Zuckerwert, Blutdruck und Blutfettwert. Aber auch die Umstellung auf Insulin und eine Schwangerschaft können das Risiko verstärken. „Entsprechende Kontrollen beim Augenarzt sind also unabdingbar“, betonte der Primar. Einmal jährlich sollte auch bei Nicht-Diabetikern obligat sein. Im anderen Fall müssen die Kontrollen engmaschiger sein. Denn die Hälfte der Netzhautveränderungen gehen in ein schweres Stadium über.</p>
<h2>Richtige Zuckereinstellung</h2>
<p>Die wichtigste Therapie ist, so Mennel, den Zucker richtig einzustellen. Allein damit lasse sich die Gefahr von Netzhautveränderungen um 76 Prozent reduzieren. „Ein tolles Ergebnis“, schwärmte der sympathische Arzt. Auch die Regulation des Blutdruckes sowie der Verzicht auf das Rauchen können den Augen eine wirksame Hilfe sein.<br />
Am Auge selbst besteht die Möglichkeit, beschädigte Gefäße mittels Laser zu eliminieren. Auch die operative Entfernung der Blutflecke stellt eine Option dar. Am häufigsten kommen jedoch Medikamente zur Anwendung, die direkt ins Auge appliziert werden.</p>
<h2>Schleierhaftes Sehen</h2>
<p>Im zweiten Teil seines Referates befasste sich Prof. Stefan Mennel mit der altersbedingten Makuladegeneration. Bei diesem Augenleiden wird zwischen der nassen und trockenen Form unterschieden. In beiden Fällen sind Ablagerungen die Ursache. Die trockene AMD kommt sehr häufig vor, wird meistens aber nicht als störend empfunden. Anders bei der nassen AMD. Sie ist seltener, macht jedoch mehr Probleme, weil neue Gefäße in die Makula hineinwachsen. Diese sondern Flüssigkeiten ab. Die Makula schwillt an. Betroffene sehen nur noch wie durch einen Schleier, der mit Fortdauer immer dunkler wird. Ein massiver Sehverlust kann die Folge sein. Es gilt schnelles Handeln. Ob eine trockene AMD in eine feuchte übergeht lässt sich übrigens einfach anhand des sogenannten Amsler Netzes feststellen. Erscheinen die geraden Linien des Karomusters beim Betrachten als wellig, muss an eine beginnende feuchte AMD gedacht werden.</p>
<h2>Raucher hochgefährdet</h2>
<p>Zu den Auslösern gehört neben Alter, Geschlecht, genetischen Faktoren und der Ernährung auch hier das Rauchen. Mennel: „Raucher erkranken zehn Jahre früher und haben dreimal häufiger eine feuchte AMD.“ Bis in die 1990er Jahre wurden unkontrolliert wuchernde Gefäße mit Laser zum Verschwinden gebracht. Allerdings hatten sie die unangenehme Eigenschaft, schnell wieder nachzuwachsen. Auch die sogenannte fotodynamische Therapie erwies sich als nicht wirklich zufriedenstellend. Den entscheidenden Durchbruch in der Behandlung der nassen AMD brachte vor fünf Jahren ein neues Medikament. Es wird durch eine dünne Nadel direkt ins Auge gespritzt. „In den meisten Fällen lässt sich die Sehkraft stabilisieren oder sogar leicht verbessern“, konnte Stefan Mennel berichten.</p>
<h2>Kurze Wirkdauer</h2>
<p>Einziger Nachteil: Der Nutzen hält nur vier Wochen. Das bedeute eine Kaskade von Untersuchungen, die man langfristig organisatorisch in den Griff bekommen müsse. Positive auf die die Netzhaut schützenden Pigmente wirken sich nach Aussage des Mediziners auch Nahrungsergänzungsmittel aus. Die Menge dieser Pigmente lässt sich messen. Sind zu wenige vorhanden, sollten sie von außen zugeführt werden. ##Marlies Mohr##</p>
<h2>Möglichkeiten der Sehverbesserung</h2>
<p>- Für genügend Licht sorgen<br />
- Das Objekt näher zum Auge bringen<br />
- Die passende Brille benützen<br />
- Lupenbrille mit Licht verwenden<br />
- Bücher mit Großschrift bevorzugen<br />
- Personen mit verminderter Sehleistung bei der Bewältigung des Alltags behilflich sein</p>
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		<title>Energiezentrum Lunge und ihre Erkrankungen</title>
		<link>http://www.vol.at/energiezentrum-lunge-und-ihre-erkrankungen/news-20110923-05592861</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 16:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wolfurt -&#160;Schädliches Rauchen: Die gesundheitlichen Folgewirkungen sind gravierend.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nikotin für sich allein wäre nicht schädlich. In Kombination mit rund 4800 anderen Substanzen macht es die Zigarette allerdings zu einem gesundheitlich explosiven Cocktail. Denn über 100 dieser Inhaltsstoffe gelten als giftig. Dazu zählen etwa&#160; Blausäure, Arsen und das radioaktive Isotop Polonium. Freiwillig würde doch keiner Arsen schlucken, merkte OÄ Dr. Johanna Rohrer bei ihrem Vortrag im Rahmen des Mini Med Studiums an. Bei Zigaretten hingegen kümmere das niemanden. Obwohl die Folgen unerbittlich sein können. Deshalb ihre eindringliche Botschaft an die Besucher: Mit dem Rauchen aufzuhören, lohnt sich immer.</p>
<h2>Höhere Lebenserwartung</h2>
<p>Die im Krankenhaus Maria Ebene tätige Suchttherapeutin unterlegte ihre Aussage mit bemerkenswerten Fakten. So bewegen sich Puls und Blutdruck schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette wieder im normalen Bereich und selbst das Risiko für Lungenkrebs hat sich zehn Jahre später an jenes von Nichtrauchern angepasst. 15 Jahre dauert es, bis selbiges für das Herzinfarktrisiko gilt. Und: Mit einem Rauchstopp lässt sich außerdem die Lebenserwartung verlängern, betonte Dr. Johanna Rohrer. Je früher, umso mehr zusätzliche Lebensjahre sind möglich. Es gibt natürlich Raucher, die uralt werden, so die Ärztin. Nur sei die Wahrscheinlichkeit viel geringer, gab Rohrer zu bedenken.</p>
<h2>Hohes Suchtpotenzial</h2>
<p>Alles in allem zählt Nikotinabstinenz also zu einer der effizientesten Gesundheitsmaßnahmen. Dem entgegen steht, dass Nikotin sehr schnell süchtig macht und die Abhängigkeit davon fast so stark ist wie bei Heroin. Nikotin aktiviert binnen weniger Sekunden das Belohnungssystem im Gehirn, erklärte Johanna Rohrer.</p>
<p>Ebenso verankert sich dort alles, was im Zusammenhang mit dem Rauchen scheinbar gut tut. Und Rauchen tut demnach immer gut. In hohen Dosen wirkt Nikotin beruhigend, in niedrigen stimulierend. Es steigert die Konzentration, unterdrückt Hungergefühle und entspannt. Rauchen ist wie Urlaub für mich, hat ein Patient Johanna Rohrer einmal erzählt. Ich war perplex, gab sie zu. Dass auch der Begriff Pause oft mir Rauchen einhergeht und zur Rauchpause mutiert, gefällt ihr gar nicht. Diese Verknüpfung gehöre abgeschafft.&#160; Ebenso widersprach die Suchttherapeutin der Annahme, Raucher könnten ihren Zigarettenkonsum limitieren. Das gelinge den wenigsten. Rohrer: Es ist leichter, nicht zu rauchen.</p>
<p>Unbestritten sind indes die gesundheitlichen Folgen. Sie betreffen fast alle Organe, besonders aber die Lunge. Raucher haben ein 22-fach höheres Lungenkrebsrisiko. Auch COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, wird laut Rohrer zu einem immer größeren Problem. Ebenso das Passivrauchen. Bei Frauen beispielsweise steigt das Brustkrebsrisiko um das Zweifache. Ganz zu schweigen von Kindern, die Zigarettenqualm ausgesetzt sind.&#160; Sie bedauerte, dass es in Vorarlberg keine stationären Behandlungsmöglichkeiten für sehr starke Raucher gibt. Herkömmliche Therapien wirken da nämlich kaum.</p>
<h2>Sport gegen Nikotin</h2>
<p>Angeboten werden vor allem Akupunktur und Entspannungstechniken. Beides beliebt, jedoch wissenschaftlich nicht unbedingt fundiert, wie Johanna Roher einräumte. Beim Sport hingegen ist die Wirkung belegt. Eine erbrachte Leistung oder ein erreichtes Ziel aktivieren nämlich ebenso wie Nikotin das Belohnungssystem. Zudem gibt es Selbsthilfeprogramme, Rauchertelefon, Internetforen, verhaltenstherapeutische Gruppen und medikamentöse Interventionen. Durchschnittlich 5 bis 7 Versuche braucht ein Raucher, um vom Nikotin loszukommen. Dabei sollte man sich aber nie von Rückschlägen beeinflussen lassen, mahnte Dr. Johanna Rohrer zum Abschluss.</p>
<h2>Mit elf die erste Zigarette</h2>
<p>Neben der körperlichen spielt beim Rauchen auch die psychische Abhängigkeit eine große Rolle. Die Zigarette fungiert als Problemlöser oder wird als Gewohnheit empfunden, erklärte Mag. Irene Fitz von der aks Gesundheitsvorsorge. So konditioniert genüge schon das entsprechende Bild oder Gefühl für den Griff zur Zigarette. Und der erfolgt immer früher. In Österreich liegt das Einstiegsalter bei etwa 11 Jahren. Bei den 15-jährigen Mädchen rauchen bereits 28 bis 45 Prozent. Insgesamt haben die Frauen in Sachen Nikotinkonsum mit den Männern inzwischen gleichgezogen.&#160; Einstiegsfaktoren für Jugendliche sind laut Fitz rauchende Eltern oder wichtige Bezugspersonen. Aber auch Zigaretten, die durch Zusatzstoffe wie Menthol oder Kakao verträglicher gemacht wurden, zählen zu den Lockmitteln.</p>
<p>Frühes Rauchen birgt jedoch nicht nur die Gefahr gesundheitlicher Spätschäden. Aktuellen Untersuchungen zufolge probieren viele junge Raucher auch andere Suchmittel wie Cannabis. Die aks Gesundheitsvorsorge setzt mit ihrer Prävention deshalb verstärkt bei den Schülerinnen und Schülern an. Wir müssen sie erreichen, bevor sie die Entscheidung zum Rauchen treffen, betonte Irene Fitz.</p>
<h2>Der Vortrag als Video</h2>
<p><object width="600" height="367" data="http://video.vol.at/aktuell/energiezentrum-lunge-und-ihre-erkrankungen/onlyPlayer/1/autoPlay/false" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/aktuell/energiezentrum-lunge-und-ihre-erkrankungen/onlyPlayer/1/autoPlay/false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<title>Biologika als Zaubermittel</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2011 09:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vpircher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Dr. Strohal plädierte beim Minimed-Abend in Wolfurt für neue Medikamente gegen Schuppenflechte.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Primar Univ.-Dozent Dr. Robert Strohal war wieder eine absolute Koryphäe im Wolfurter Cubus zu Gast  der Leiter der Dermatologie des LKH Feldkirch präsentierte die allerneuesten Erkenntnisse zum Thema Schuppenflechte. Und der Experte stellte gleich zu Beginn klar: Psoriasis ist eine Erkrankung des gesamten Organismus, nicht nur der Haut. Und die sie kann sogar zum Herzinfarkt führen  wir Ärzte waren erschüttert, als diese Forschungsergbnisse herausgekommen sind.</p>
<p>11.000 Vorarlberger, zumeist zwischen 15 und 55 Jahren, sind betroffen. Die gute Nachricht: Psoriasis verschwindet zwar bei manchen Patienten plötzlich, ist aber eigentlich nicht heilbar  dennoch ist sie gut behandelbar: Man muss einfach konstant arbeiten, damit die Erkrankung weggeht, betonte der Primar.</p>
<h2>Die T-Zellen machen Ärger</h2>
<p>In der Schuppenflechtenhaut tauchen die körpereigenen T-Zellen (eigentlich Abwehrmechanismen gegen Krebszellen etc.) völlig sinnlos auf und fangen an, eine Entzündungsreaktion einzuleiten. Schnelle Wucherung und abnormales Wachstum der Hornzellen sind die Folgen. Typischerweise an Knie und Ellenbogen kommt es zu Schuppen, die mit Juckreiz, Rötung, verhärteter, blutender Haut, allgemeiner Müdigkeit und Nagelerkrankungen einhergehen. Erbfaktoren und die Umwelt spielen eine Rolle, ansteckend ist das ganze nicht, so Strohal: Sie kommt von innen, nicht von außen, daher ist Psoriasis nicht ansteckend.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Bei Betroffenen findet aber oft der gesamte Körperkontakt nicht mehr statt, die Patienten beklagen große psychische Probleme. Der Primar: Es kommt zum kompletten Rückzug und in der Folge zu Depressionen. Die Schuppenflechte ist eine große Erkrankung der Medizin mit mit unglaublich grausamen Folgen für die betroffenen Patienten. In weiterer Folge sind massive Schädigungen der Knochen, vor allem der Gelenke, bis hin zu echten Verkrüppelungen möglich (Schuppenflechten-Rheuma, Psoriasis-Arthritis)  am Ende kann es bis zur lebensbedrohlichen Schuppenflechte kommen.</p>
<p>Strohal: Inzwischen können viele Probleme vermieden bzw. behandelt werden. In sieben von zehn Fällen hat der Patient über Jahre hinweg Schuppenflechte, dann erst Rheuma  wir mussten als Hautärzte lernen, das ernst zu nehmen und schnell zu reagieren, um dies zu verhindern! Nagelverletzungen sind ein Indikator, dass in den Gelenken etwas passiert.</p>
<h2>Einfacher Handflächentest</h2>
<p>Entscheidend ist, wie stark die Schuppenflechte schon ausgeprägt ist  was mit einem Test auf der Handfläche leicht zu erkennen ist. Die Behandlung erfolgt anfänglich durch Salben, im fortgeschrittenen Stadium sind mit der Phototherapie (UVA- und UVB-Behandlungen in speziellen Kabinen) gute Erfolge ohne Hautschaden möglich.</p>
<p>&#160;</p>
<p>Das Maß der Dinge ist die Medikamententherapie: Diese Behandlung mit speziell erzeugten Biologika ist allerdings sehr teuer (bis zu 20.000 Euro pro Jahr), und kann daher nur nach einem mit der Krankenkasse abgestimmten Schlüssel beansprucht werden  wenn andere Therapien nicht ansprechen. Biologika sind neueste Waffen gegen die Schuppenflechte, schwärmte Strohal für die Wunderpillen, auch wenn die genaue Wirkungsweise noch nicht erforscht ist: Verstehen tun wir es nicht, wir stellen es nur fest!</p>
<p>Die Regelung, wer diese Mewichtig, bekommt, schon sehr gut, denn: Es ist ganz wichtig, dass es die bekommen, für die es wirklich notwendig ist.funktioniert laut Strohal&#160;&#160;&#160; VN-am</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM</strong></p>
<p align="left"><em>Einige ihrer Bilder zeigten eine enorme Verbesserung durch die Behandlungen  hält das auch an?</em></p>
<p align="left">Dr. Strohal: Wie ich am Beginn schon gesagt habe, eine endgültige Heilung haben wir nicht. Aber die gibt es vom Bluthochdruck auch nicht  sie müssen den Rest ihres Lebens Tabletten schlucken. Bei den Biologika wird in vielen Fällen durchgehend dauerhaft therapiert. Ich bin ein Feind dieses Konzepts, weil ich glaube, dass einige Patienten es dann gar nicht mehr brauchen. Nach einem Jahr hören wir auf, und schauen, was passiert  wenn es weitergeht, kriegt der Patient das Mittel wieder.</p>
<p align="left"><em>Sie machen Studien  gibt es Tiere, mit denen man die Medikamente testen kann?</em></p>
<p align="left">Dr. Strohal: Es gibt eine klare Vorgabe durch die Arzneimittelkommission, dass kein Medikament ohne umfangreiche Testung auf den Markt darf. In Phase eins und zwei geht es weniger um die Wirkung, sondern mehr um die Sicherheit, mit etwa 10.000 Patienten. Bevor es zugelassen wird, müssen in der Phase noch einmal 20.000 Patienten überprüft werden. Wir dürfen in Vorarlberg immer schon Studien mit den neuesten Medikamenten machen, dass ist ein großer Vorteil für uns. Tierversuche machen wir dabei überhaupt keine!</p>
<p align="left"><em>An wen soll ich mich als Betroffener wenden?</em></p>
<p align="left">Dr. Strohal: Ich bin ganz dankbar, wenn Sie das sagen. Wir als Dermatologie sind unglaublich bescheiden und dankbar für das Vertrauen, aber wir sind eine kleine Abteilung, die im letzten Jahr 22.000 Patienten-Kontakte gehabt hat. Das ist eine dramatisch hohe Frequenz. Insofern müssen wir drauf schauen, dass wir das, wofür wir zuständig sind, auch machen. Ein Hautausschlag, normale 0815-Dinge, sind Sache des Hausarztes. Wenn Sie eine schwere Schuppenflechte haben, sind wir durch die Zuweisung über den Hausarzt oder einen Hautarzt für Sie zuständig.<strong>&#160;</strong></p>
<p align="left"><em>Wenn Nägel betroffen sind, ist eine Folge oft die Ausweitung auf die Gelenke. Was kann man in Richtung Prophylaxe tun?</em></p>
<p align="left">Dr. Strohal: Der Befall der Nägel ist bei zwei bis vier Prozent der Patienten zu sehen  dann müssen wir schnellstens reagieren. Es gibt Erkrankungen, wo der Patient sagen kann, ich gehe einen anderen Weg. Das ist eine riskante Entscheidung, die man in vielen Fällen treffen kann, ohne dass etwas passiert. Bei der Psoriasis, beim Gelenksrheuma, ist das eine Horrorentscheidung  sie haben anhand der Bilder gesehen, was in einem Jahr passieren kann. Der Patient wird sicher eine Schonung erfahren, wird krankgeschrieben  das ist eine schreckliche Situation. Aber die Patienten, die Biologika bekommen, reden alle von einem neuen Leben. Prophylaktisch kann man gegen diese Entzündung nichts machen  man muss es als schicksalshaften Prozess, der plötzlich eintritt, sehen. <strong>&#160;</strong></p>
<p align="left"><em>Wie lange dauert so eine Bestrahlungseinheit?</em></p>
<p align="left">Dr. Strohal: Das ist unterschiedlich, und eine Kunst. Wir müssen uns an der Sonnenbrand-Dosis hinaufhanteln. Wir bekämpfen Feuer mit Feuer  je teurer die Kabine, desto besser ist sie auch.</p>
<h2>Der Minimed-Vortrag als Video</h2>
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		<title>Minimed: Wenn die Lunge erkrankt</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 06:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>msuppersberger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der von Menschen produzierte Feinstaub ist der größte Feind der Lunge.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 2400 Menschen an dessen  Auswirkungen. Auch die Lebenserwartung verkürzt sich durch den Dreck in der Luft  um durchschnittlich neun Monate. Mit diesen Tatsachen konfrontierte Primar Dr.  Peter Cerkl die Besucher des Mini Med Studiums im LKH Feldkirch. Einen ebenfalls  äußerst schädlichen Einfluss auf die <span>Lunge</span> hat das Rauchen.</p>
<h2>Hochgiftiger Inhalt</h2>
<p>Nikotin und seine zum Teil hochgiftigen Inhaltsstoffe begünstigen vor allem  die COPD, eine chronische entzündliche Atemwegserkrankung. 90 Prozent aller  Todesfälle durch COPD sind laut Cerkl durch das Rauchen verursacht. Gleiches  gilt für den Lungenkrebs. Er ist bei Männern schon die häufigste und bei Frauen  die dritthäufigste Krebstodesart, verdeutlichte Peter Cerkl, der seit gut einem  halben Jahr die Pulmologie im LKH Hohenems leitet. Das Problem beim Nikotin:  Sein Abhängigkeitspotenzial gleicht jenem von Heroin. Das macht es Rauchern so  schwer, davon loszukommen. 70 Prozent wollen aufhören, doch die Erfolgsquote  ist ohne begleitende Maßnahmen sehr gering, musste Cerkl einräumen.  Passivraucher können zwar nicht süchtig werden. Aber das Risiko, an COPD oder  Asthma zu erkranken, ist ebenfalls gegeben. Bei Asthma handelt es sich um eine  Erkrankung, welche die Atemwege verengt. Die Medizin unterscheidet zwischen  allergischem und nicht-allergischem Asthma. Allergisches Asthma, vor allem  hervorgerufen durch Pollen und Gräser, äußert sich in Husten sowie pfeifendem  oder rasselndem Atmen.</p>
<h2>Beeinträchtigte Ausatmung</h2>
<p>Die Verengung beeinträchtigt in erster Linie die Ausatmung. Verbrauchte Luft  kann nicht vollständig ausgeatmet werden, was in der Folge zu einer Überblähung  der <span>Lunge</span> führt, erklärte Primar Cerkl.  Eine erste Verdachtsdiagnose kann bereits der Hausarzt stellen. Bei einer  weiterführenden Abklärung werden die Lungenfunktion getestet sowie ein  Lungenröntgen und ein Allergietest durchgeführt. Auf die Schnelle schaffen  Tabletten, Augentropfen und Nasensprays Abhilfe. Im Rahmen einer gezielten  Therapie geht es um die Kontrolle der Entzündung und die Erweiterung der  Bronchien mithilfe von Inhalatoren. Wobei auch Cortison zum Einsatz kommt. Laut  Cerkl ist inhalatives Cortison jedoch weit weniger problematisch, weil es vom  Körper nicht aufgenommen wird. Die umfassendste Therapie bei allergischem Asthma  stellt die Hyposensibilisierung dar. Allergiker erhalten in aufsteigender  Dosierung über drei Jahre kontinuierlich jene Pollen verabreicht, auf die der  Körper überschießend reagiert. Auf diese Weise soll er sich daran gewöhnen.  Nicht-allergisches Asthma wird durch Stäube, Chemikalien, Magensäure oder  körperliche Anstrengung ausgelöst. Auch im Anschluss an Infektionskrankheiten  können Husten und Atemnot auftreten, so Cerkl. Doch das lege sich wieder. Die  Behandlung entspricht jener bei al&#173;lergischem Asthma. Auf inhalatives Cortison  kann jedoch verzichtet werden.</p>
<h2>Schleichende Erkrankung</h2>
<p>Die COPD verursacht eine dauerhafte Verengung der Atemwege. Es bildet sich  zäher Schleim, der nur schwer abzuhusten ist. Die Erkrankung kommt schleichend,  weshalb bei der Erstdiagnose häufig bereits eine mittelgradige Ausprägung  vorliegt. Betroffene suchen viel zu lange nach Ausreden, warum ihnen das Atmen  plötzlich schwerfällt, kritisierte Peter Cerkl. Die Therapie richtet sich nach  dem Schweregrad der Erkrankung. Als wichtigste Maßnahme nannte der Arzt den  Verzicht auf Nikotin. Denn Rauchen beschleunige den Lungenverfall. Häufig muss  Patienten auch Sauerstoff zugeführt werden. Es kommt aber zu keinem  Gewöhnungseffekt, beruhigte der Primar. Die schlechte Nachricht: COPD ist nicht  heilbar und in letzter Konsequenz eine Lungentransplantation nötig.</p>
<h2>Aufgebläht wie ein Ballon</h2>
<p>Aus einer COPD kann sich ein sogenanntes Emphysem entwickeln. Dabei bläht  sich die <span>Lunge</span> wie ein Ballon auf,  erklärte Cerkl. In weiterer Folge gehen die für den Gasaustausch  verantwortlichen Lungenbläschen zugrunde. Diese Leute benötigen auch relativ  früh eine Sauerstofflangzeittherapie. Die Erkrankung ist im Vormarsch. Laut  Cerkl sind immer mehr Lungentransplantationen wegen <span>Lungen</span>-Emphysemen nötig.</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video </strong></p>
<p><object width="600" height="467" data="http://video.vol.at/aktuell/feldkirch-minimed-wenn-die-lunge-erkrankt/onlyPlayer/1/autoPlay/false" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/aktuell/feldkirch-minimed-wenn-die-lunge-erkrankt/onlyPlayer/1/autoPlay/false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<title>Eine saure Angelegenheit</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 16:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Sodbrennen und saures Aufstoßen können einem sogar den Schlaf rauben.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Reflux</strong> hat jeder. Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Eine normal funktionierende Speiseröhre schafft den aufsteigenden Mageninhalt aber sofort wieder dorthin zurück, wo er hergekommen ist. Und zwar bevor er unangenehm aufstößt. Von einer Krankheit redet die Medizin erst, wenn solche Ereignisse über einen längeren Zeitraum mindestens zweimal wöchentlich auftreten. Dann sind nämlich auch Komplikationen aufgrund von Entzündungen der Speiseröhre nicht mehr ausgeschlossen, wie <strong>OA Dr. Bert Grießhammer vom LKH Bregenz</strong> den Mini Med-Besuchern im Wolfurter Cubus erklärte.</p>
<h2>Eine gewichtige Rolle</h2>
<p>Von der <strong>Refluxerkrankung</strong> sind etwa 10 bis 20 Prozent der Erwachsenen betroffen. Wobei 20 Prozent nach Ansicht des Internisten eher stimmen, weil das Gewicht eine große Rolle spielt und auch unsere Gesellschaft immer übergewichtiger wird. Unter sichtbaren Entzündungen der Speiseröhre leiden etwa 40 Prozent. Unbehandelt führen sie zu Narben, Engstellen, Blutungen und im schlimmsten Fall sogar zu Speiseröhrenkrebs.</p>
<p><strong>Die</strong><strong>Leitsymptome einer Refluxerkrankung sind Sodbrennen und saures Aufstoßen</strong>. Sodbrennen tritt häufig nach reichlichem Essen in Verbindung mit Wein auf. Oft spüren Betroffene ein Brennen hinter dem Brustbein, so Grießhammer. Das erschwere die Diagnose, weil die Schmerzen oft nicht so einfach von Herzbeschwerden zu unterscheiden seien. Andere Beschwerden, bei denen an Reflux gedacht werden sollte, sind Kloßgefühle im Hals, ein Brennen im Rachen, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Oberbauchschmerzen.</p>
<h2>Zahnschäden durch Säure</h2>
<p>In den letzten Jahren ist die Medizin zudem auf Symptome außerhalb der Speiseröhre gestoßen. So kann die aufsteigende Magensäure innerhalb weniger Wochen erhebliche Zahnschäden anrichten. Auch chronischer Husten ist in einem Drittel der Fälle dem Reflux zuzurechnen. Asthmamedikamente schwächen den Mageneingang ebenfalls, listete Dr. Bert Grießhammer weiter auf. Sogar Schlafstörungen könnten durch Reflux verursacht sein. Es wird vermutet, dass jene Menschen, die schlecht schlafen, länger Säure im Magen haben als jene, die gut schlafen, so die medizinische Erklärung für dieses interessante Kapitel.</p>
<p>Zu wenig Speichel ist auch schlecht, weil dadurch die Reinigung der Speiseröhre unzureichend erfolgt. Gleichfalls problematisch: ein zu schwacher Magenverschluss, häufig bedingt durch Alkohol und Arzneimittel wie die Pille. Auch Stress lässt die Mageneingang erschlaffen, mahnte Grießhammer.</p>
<h2>Lebensstiländerung</h2>
<p>Die Behandlung fußt auf zwei Säulen. Zum einen kann der Patient durch eine Lebensstiländerung etwas bewirken. Kein Alkohol, kein Nikotin, Gewicht reduzieren, keine schweren Speisen und kein strenger Sport mehr am Abend, enge Kleidung und gebückte Haltung vermeiden, lauteten die eingängigen Ratschläge. Ein zusätzlicher Tipp des Internisten: Reizungen der Speiseröhre etwa durch Zitrusfrüchte, Tomaten, Zwiebeln, Kaffee, Tee, Schokolade und Minze vermeiden. Fett wiederum verzögert die Magenentleerung. Das muss nicht bei jedem so sein, aber man sollte darauf achten, empfahl Grießhammer.</p>
<h2>Nichts für dauernd</h2>
<p>Auch Medikamente fördern Reflux. Dazu zählen Blutdruckmittel, Herz- und Asthmapräparate, die Pille, Psychopharmaka sowie Pfefferminzöl. Medikamente, die gegen den Reflux eingesetzt werden, neutralisieren die Säure. Frei erhältliche Mittel sind laut Grießhammer auf Dauer allerdings zu schwach und nichts für die ständige Anwendung. Sie sollen die Beweglichkeit der Speiseröhre und des Magens fördern. Allerdings bestehen Zweifel an der Wirksamkeit. Im Gegensatz dazu vermindern therapeutisch verordnete Präparate die Säureproduktion. Die Heilungsrate ist mit 83 Prozent hoch. Wirkliche Symptomfreiheit werde jedoch nur in 40 Prozent der Fälle erreicht. Auch hier sind Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall und Verstopfung möglich. Sie treten laut Arzt jedoch nicht häufiger als bei Gabe von Placebos auf. Die Behandlungsdauer liegt zwischen 4 und 8 Wochen.</p>
<h2>Therapie nur bei Beschwerden</h2>
<p>Reflux kann auch operiert werden. Doch diese Option will gut überlegt sein, weil nicht ganz einfach. Dabei wird der Verschluss im Magen mithilfe einer Manschette verstärkt. Allerdings müssen 7 Prozent der Patienten innerhalb von drei Jahren erneut operiert werden.</p>
<p>Ein Reizmagen, der mit Völlegefühl und Blähungen einhergeht, sollte ab einem Alter von 45 Jahren ärztlich abgeklärt werden. Vor allem, wenn Gewichtsverlust, Blutungen oder wiederkehrendes Erbrechen gegeben sind.</p>
<p>Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre werden zu 90 Prozent vom Helicobacter verursacht, den jedoch die Hälfte der Menschheit in sich trägt. Deshalb erfolgt eine Behandlung nur, wenn Beschwerden vorliegen. OA Dr. Bert Grießhammer warnte in diesem Zusammenhang vor einer allzu üppigen Einnahme entzündungshemmender Medikamente. Wer sie dennoch brauche, benötige zusätzlich einen Magenschutz.</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video</strong>
<p><object width="600" height="450" data="http://video.vol.at/aktuell/den-magen-wieder-in-schwung-bringen-alles-zu-reflux-sodbrennen-magenschutz/onlyPlayer/1/autoPlay/false" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/aktuell/den-magen-wieder-in-schwung-bringen-alles-zu-reflux-sodbrennen-magenschutz/onlyPlayer/1/autoPlay/false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p></p>
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		<title>Muskeln und Medikamente</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 14:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bei einem zu hohem Cholesterinspiegel scheint diese Kombination am nützlichsten.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hysterie um das Cholesterin ist Vergangenheit. Auch die Medizin behandelt diese Thematik inzwischen pragmatisch. Das tägliche Frühstücksei geht heute ebenso unbedenklich durch wie ein Gläschen Rotwein. Zumal die Ernährung den Cholesterinspiegel nur geringfügig beeinflusst, weil lediglich ein Drittel des Cholesterins aus der Nahrung aufgenommen wird. Bewegung kann diesbezüglich schon mehr leisten. Personen mit einem Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall brauchen jedoch Medikamente, um das Cholesterin auf ein für das System verträgliches Maß zu reduzieren, erklärte Dozent Dr. Christoph Säly beim Mini Med-Vortrag im Panoramasaal des LKH Feldkirch. Und er betonte, dass trotz allem auch jene, die sich gesund fühlen, eine Cholesterinwertbestimmung durchführen lassen sollten, um gegebenenfalls frühzeitig eingreifen zu können. Der einfache Grund: Den Cholesterinspiegel sieht man niemandem an, so Säly.</p>
<p><strong>Unangenehme Eigenschaft</strong></p>
<p>Es sind unsere Zellen, die das Cholesterin brauchen. Da es sich um ein nicht wasserlösliches Fett handelt, wird für den Transport durch den Blutkreislauf eine Verpackung benötigt,&#160; die in diesem Fall aus Eiweißpartikeln besteht. Sie sind auch entscheidend für die Qualität des Cholesterins. Deshalb spricht die Medizin von schlechtem (LDL) und gutem Cholesterin (HDL). Während das LDL die Last in die Gefäße liefert, sorgt das HDL für den Abtransport, veranschaulichte Christoph Säly die Funktionsweise.</p>
<p>Würde dieses Hin und Her reibungslos funktionieren, wäre Cholesterin kein Problem. Doch das LDL hat im Verbund mit dem Blutdruck die unangenehme Eigenschaft, sich an die Arterienwände zu pressen und dort haften zu bleiben. Kommt noch ein zu hoher Blutdruck dazu, verstärken sich die Auswirkungen. Den Venen kann das Cholesterin hingegen nichts anhaben. Bluthochdruck und Cholesterin schädigen die Gefäße also gemeinsam, erklärte Säly. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall und die Schaufensterkrankheit sein. Sie wird von verstopften Beinarterien ausgelöst.</p>
<p><strong>Jeder hat Ablagerungen</strong></p>
<p>Beim Herzinfarkt kommt es zu einem Absterben von Herzgewebe. Ursache ist ein Verschluss jener Gefäße, die das Herz mit Blut versorgen. Geringe Ablagerungen haben fast alle von uns und eine Durchblutung von 90 Prozent reicht, beruhigte der Internist. Kritisch wird es, wenn sich die Durchblutung des Herzens aufgrund vermehrter Ablagerungen sukzessive reduziert oder eine Ablagerung aufbricht. Dann reagiert das Gefäß mit einer Verklumpung der Blutplättchen, was ebenfalls zu einer Minderdurchblutung führt. Fünf Prozent reichen gerade noch, um den Herzinfarkt zu verhindern. Diese Leute müssen aber sofort behandelt werden, betonte Christoph Säly. Er verwies darauf, dass auch kleine Ablagerungen aufbrechen und einen Herzinfarkt verursachen können. Aber: Je mehr gutes Cholesterin, umso geringer ist das Risiko für einen Herzinfarkt.</p>
<p><strong>Fettes lieber meiden</strong></p>
<p>Zwei Drittel des Cholesterins werden in der Leber gebildet. Das heißt, durch die Ernährung lässt sich der Cholesterinspiegel kaum günstig beeinflussen, musste Dr. Christoph Säly einräumen. Die Wirkung cholesterinsenkender Nahrungsmittel wie Knoblauch, Bärlauch, Artischocken oder Grapefruit ist verschwindend gering, außer, man würde die Patienten einer extremen Diät aussetzen. Fettes wie Eigelb, Innereien, Butter sowie Schalen- und Krustentiere sollte man trotzdem in bescheidenem Maße genießen.</p>
<p><strong>Gute Verträglichkeit</strong></p>
<p>Die beste Waffe im Kampf gegen zu viel schlechtes Cholesterin besteht offenbar in einer Kombination aus Bewegung und Medikamenten. Wobei die sogenannten Statine am besten bewertet werden. Sie unterdrücken die Bildung von Cholesterin in der Leber, sodass sich die Zellen mehr aus dem Blut holen müssen, erklärte Säly den Mechanismus. Ähnlich verhält es sich bei der Bewegung. Beanspruchte Muskeln holen sich mehr Nährstoffe aus dem Blut.</p>
<p>Der Internist attestierte Statinen eine starke Wirkung bei guter Verträglichkeit. In 14 Studien mit rund 90.000 Patienten bestätigte sich außerdem der Nutzen in Form rückläufiger Todesfälle und Gefäßerkrankungen. Es brauche auch niemand Angst vor einer zu starken Cholesterinsenkung haben. Der Cholesterinwert kann nie zu niedrig sein, versicherte Dr. Christoph Säly. Außerdem spiele bei der Beurteilung immer auch die jeweilige Konstitution des Patienten eine Rolle. Abschließend warnte der Internist, der neben seiner ärztlichen Tätigkeit am VIVIT-Institut zum Thema forscht, vor Informationen aus Taschenbüchern und Internet. Denn gerade Herzkreislauf-Erkrankungen würden genau wissenschaftliche Daten erfordern.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; VN-mm</p>
<p><strong>Zielwerte für Gesamtcholesterin:</strong></p>
<p>» bei kranken Gefäßen: 100 Milligramm/Deziliter LDL und 130 HDL<br />» bei gesunden Gefäßen: 160 Milligramm/Deziliter LDL und 200 HDL</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM</strong></p>
<p align="left"><strong>Sind Medikamente wirklich das einzig Hilfreiche gegen zu viel Cholesterin?</strong></p>
<p align="left">SALY: So kann man das nicht sagen. Es hängt davon ab, wie gesund die Gefäße noch sind. Gesunde Gefäße tolerieren auch einen höheren Cholesterinwert. In einem solchen Fall wird man keine Tabletten verschreiben, sondern zu mehr Bewegung und einer gesunden Ernährung raten. Das gilt vor allem bei jungen Leuten mit nur geringen Ablagerungen. Anders verhält es sich bei einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Da helfen Statine tatsächlich am besten.</p>
<p align="left"><strong>Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?</strong></p>
<p align="left">SALY: Also insgesamt sind die Statine sehr gut verträglich. Aber sie haben wie jedes Medikament natürlich Nebenwirkungen. So klagen Patienten beispielsweise mitunter über Muskelbeschwerden. In seltenen Fällen kann es zur Muskelauflösung kommen. Aber wichtig ist: Man sollte sich keine Angst einreden.</p>
<p align="left"><strong>Müssen die Statine bei einem Schlaganfallrisiko ein Leben lang eingenommen werden?</strong></p>
<p align="left">SALY: Eines vorweg: Man wird von Statinen nicht abhängig und man kann sie jederzeit absetzen. Wirksam sind sie jedoch nur für die Dauer der Behandlung.</p>
<p align="left"><strong>Können Hormone die Bildung von LDL-Cholesterin beeinflussen?</strong></p>
<p align="left">SALY: Hormone wirken stärker auf das HDL-Cholesterin. Frauen haben übrigens von Natur aus mehr gutes Cholesterin. Da sind sie genetisch bevorzugt. Nach dem Wechsel geht aber auch das HDL zurück und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Ursprünglich meinte man, eine Hormonbehandlung könnte das ändern. Studien zeigten aber, dass sich eine solche Therapie die Verklumpung des Blutes begünstigt und damit die Herzinfarkt- und Schlaganfallgefahr erhöht.</p>
<p align="left"><strong>Wenn ein Ultraschall der Halsschlagader positiv ausfällt, sind dann auch die Herzkranzgefäße in Ordnung?</strong></p>
<p align="left">SALY: Die einfachste Methode ist tatsächlich, sich die Halsschlagader anzuschauen. Ins Herz sieht man sehr schlecht hinein. Wenn an der Halsschlagader keine Ablagerungen festzustellen sind, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass beim Herz auch nicht viel sein wird. Das ist aber keine Garantie.</p>
<p align="left"><strong>Kann ein zu hohes Cholesterin genetisch bedingt sein?</strong></p>
<p align="left">SALY: Es ist sogar die Hauptursache für einen zu hohen Cholesterinspiegel. Vor allem das Ausmaß der Bildung von Cholesterin in der Leber ist stark genetisch bedingt. Hier empfehle ich immer, dass sich die ganze Familie untersuchen lässt.</p>
<p align="left"><strong>Gibt es Unterschiede bei den Medikamenten?</strong></p>
<p align="left">SALY: Ja, wir verfügen über starke und schwächer wirkende Statine. Die stärkeren Medikamente sind viel teurer und es gibt noch keine Generika. Die Entscheidung, wer welches Statin erhält, hängt aber immer vom Risiko ab.</p>
<p align="left"><strong>Müssen Statine am Abend eingenommen werden?</strong></p>
<p align="left">SALY: Das gilt nicht für alle. Tabletten, die nur kurz im Körper bleiben, sollten tatsächlich abends eingenommen werden, weil das Cholesterin in der Nacht produziert wird. Präparate, die länger im Körper bleiben, können auch am Tag eingenommen werden.</p>
<p align="left"><strong>Können Sie eine gute Ernährungsfibel empfehlen?</strong></p>
<p align="left">SALY: Darin wird leider sehr viel Sinn mit Unsinn vermischt. Ich rate, auf die Empfehlungen offizieller Gesellschaften zurückzugreifen. Denn die haben eine wissenschaftliche Basis. Was aber immer gilt: Nicht zu viel essen, zu Ballaststoffen, Obst und Gemüse greifen, gute Fette verwenden, nicht zu viel rohes Fleisch essen: Das alles beeinflusst die Gesundheit insgesamt.</p>
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		<item>
		<title>Die Alarmzeichen erkennen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 11:28:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sangerer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorarlberg]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wolfurt -&#160;Bluthochdruck und Schlaganfall waren die Themen beim ersten Mini Med-Abend im Wolfurter Cubus.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1,5 Millionen Hypertoniker gibt es in Österreich: Nur der Hälfte davon ist ihre Erkrankung bekannt, zwei Drittel davon werden regelmäßig behandelt. Mit diesen erschreckenden Zahlen begann Primar Dr. Heinz Drexel, der vor seinem Vortrag noch die Ehrung zum beliebtesten Vorarlberger Referenten im Rahmen des Mini Med Studiums entgegennahm, den Abend. Bluthochdruck ist tatsächlich die Volkskrankheit Nummer eins in Österreich  sie werden nichts finden, das 1,5 Milli-onen Patienten betrifft!</p>
<p>Das Schlimme dabei: Die Krankheit wird häufig falsch behandelt. Folgeerkrankungen von Hypertonie sind Schlaganfall, Herz- und Nierenversagen oder die Schaufensterkrankheit  primäres Thema des Abends war der Schlaganfall. Der Primar erklärte die Mechanismen, die vom hohen Blutdruck zum Schlaganfall führen.</p>
<p><strong>Verschiedene Mess-Ergebnisse</strong></p>
<p>Und natürlich auch, wie man den Blutdruck überhaupt misst: In der Praxis beim Arzt werden die Werte oft durch Nervosität und andere Umstände verfälscht, die Selbstmessung oder eine automatische 24-Stunden-Messung bringen die zuverlässigsten Werte.</p>
<p>Die nicht medikamentöse Behandlung von Hochdruck kann durch eine Reduktion von Alkohol und Kochsalz, körperliche Aktivität, diätetische Maßnahmen (Ernährung) und Gewichtsabnahme erfolgen. Bei den Medikamenten gibt es ganz klare Empfehlungen. Startmedikamente sind Calciumantagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB), ältere Präparate sind Betablocker oder Diuretika (harntreibende Mittel), die vor allem in Kombinationen gut funktionieren. Für Drexel ist dabei wichtig: Je weniger Tabletten ich bekomme, desto verlässlicher nehme ich sie.</p>
<p><strong>Individuelle Therapien</strong></p>
<p>Jeder Mensch spricht anders auf die Änderung der Lebensumstände an  jeder muss für sich selbst herausfinden, was das Beste für ihn ist. Genau das gleiche gilt für die Medikamente: Der Primar erklärte anhand von drei Patientenbeispielen, warum eine maßgeschneiderte, individuelle Behandlung wichtig ist. Dr. Philipp Werner betonte, dass der Schlaganfall jeden überall treffen kann, sogar Kinder. Ältere Menschen sind mehr betroffen  dennoch wissen gerade sie oft am wenigsten über den Ernstfall.</p>
<p><strong>Symptome des Schlaganfalls</strong></p>
<p>Vor allem die transitorische ischämische Attacke (TIA), das sogenannte Schlägle, die nach 24 Stunden schon wieder abgeklungen ist, wird unterschätzt: Oft dauert so ein Anfall sogar nur ein paar Sekunden  und wird deshalb nicht zur Kenntnis genommen. Der Oberarzt erklärte die Risikofaktoren für einen Schlaganfall, bevor er zum Wichtigsten kam: Dem Erkennen! Wenn die Beschwerden plötzlich auftreten oder aus dem Schlaf heraus, beim Aufwachen, kann dies ein Alarmzeichen sein.</p>
<p>Die Symptome eines Schlaganfalls müssen sofort erkannt werden, damit eine schnelle Behandlung in die Wege geleitet werden kann. Dies sind halbseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen, herabhängende Mundwinkel, Sprach-, Sprech- und Sehstörungen, die Unfähigkeit, Gesprochenes zu verstehen sowie Schwindel mit Gangunsicherheit. Werner stellte klar: Ein Schlaganfall ist ein Notfall  von Minute zu Minute sterben Gehirnzellen ab. Man muss möglichst schnell in ein Spital kommen.</p>
<p>Die primäre Schlaganfall-Therapie (Blut-Lyse) kann nur in den ersten viereinhalb Stunden gemacht werden, und sie ist nur im Krankenhaus möglich. Das Fazit des Oberarztes: Praktisch jeder sollte im Falle eines Falles richtig und schnell handeln können. Besonders Freunde und Angehörige von Risikopatienten. (<em>VN/am</em>)</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong><span>Fragen aus dem Publikum</span></strong></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Wie hoch ist das Risiko für eine Arterienblutung im Hirn bei einer Lyse?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Werner</em>:</span></span><span> Die Lysetherapie ist eine sehr starke Blutverdünnung  und hat natürlich auch Risiken. Die Nebenwirkungen, also Blutungen, sind aber ganz selten, die Gefahr ist nicht groß.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Der Blutdruck kann auch abhängig sein von der starken Herztätigkeit?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Wesentlich war mir der Gedanke, dass der hohe Blutdruck das Hirn schädigt  die Nerven beeinflussen den Blutdruck an sich&#160; nicht. Außer, man ist nervös. Der Hochdruck ist der Täter, das Hirn das Opfer  und nicht umgekehrt.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Was ist die Ursache für einen labilen systolischen Blutdruck ohne jede Anstrengung?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Labil ist einmal besser als dauernd zu hoch, aber es ist trotzdem nicht ideal. Noch einmal das mit der Nervosität: Man ist ja nicht nur beim Arzt, sondern öfter nervös  da droht den Gefäßen immer eine Last. Wenn nur der obere Wert erhöht ist, ist meistens schon eine Verhärtung dabei  deshalb legen wir inzwischen mehr Wert auf den oberen Blutdruck.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Eine syphonartige Veränderung der Carotis  ist das gefährlich für den Blutfluss oder nicht?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Werner</em>:</span></span><span> Diese Schlängelungen können ein Risiko bilden, weil auch die Blutflüsse verändert werden. Dort können sich leichter Gefäßverkalkungen bilden.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Wie groß ist der Unterschied, wenn man zu Hause misst  also mit der Armmanschette oder am Handgelenk?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Arm und Handgelenk ist gleich, wenn die Messung stimmt. Man sollte immer so messen, dass die Messstelle gleich hoch ist wie das Herz. Inzwischen sind alle Messgeräte, die man zu Hause hat, ungefähr gleich gut.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Besteht auch ein Schlaganfallrisiko bei Blutverdünnung?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Da besteht ein Risiko für die Blutung  dafür kann man die Schlaganfälle oft verhindern.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Auch ein zu niedriger Blutdruck ist nicht gut. Was passiert da allenfalls, was sollte man tun?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Wenn man ständig niedrigen Blutdruck hat, ohne Behandlung, ist das meistens kein Problem. Es ist ein bisschen fad, aber für die Gesundheit nicht schädlich. Wenn man allerdings die Blutdrucksenkung zu stark macht, dann kann das wieder ein Risiko für die Durchblutung aller Organe und letztlich auch für die des Gehirns sein. Aber Gottseidank spürt man das, da man etwa Schwindel bekommt. Wenn das passiert, sollte man die Blutdruckmedikamente reduzieren, das ist ganz wichtig.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Welche Rolle spielt der Schlaf für den Schlaganfall?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Werner</em>:</span></span><span> Der Schlaf selber ist nicht das Risiko. In der Nacht tritt der Schlaganfall meist in den frühen Morgenstunden auf. Wenn man aus dem Schlaf heraus einen Schlaganfall bekommt, muss man schnell handeln, auch wenn man nicht genau weiß, wann er passiert ist. Wir können relativ sicher herausfinden, wann es war.</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Es gibt sehr viel verschiedene Medikamente, um den Blutdruck zu senken, die wiederum bei verschiedenen Personen verschiedene Wirkungen haben. Wie findet der Arzt das passende Präparat?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Die einfachste Antwort: Probieren geht über Studieren  man sollte allerdings schon Medizin studiert haben. Die Calcim-Antagonisten wirken etwa bei Frauen besser als bei Männern, aber auch diese Regel hat viele Ausnahmen. </span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span>&#160;</span></p>
<p class="Zwischentitel" style="text-align: left;" align="left"><span><strong>Warum verursachen gerade die Betablocker Potenzstörungen?</strong></span></p>
<p class="Text" style="text-align: left;" align="left"><span class="Intro"><span style="font-size: 7.5pt;"><em>Dr. Drexel</em>:</span></span><span> Die wirken über das körpereigene Adrenalin. Und das macht eigentlich Gefäße weit, auch im männlichen Glied, das macht ja die Schwellung. Das ist aber bei den modernen Betablockern relativ selten.</span></p>
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		<title>Eine filigrane Chirurgie</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 16:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wolfurt  Mini Med zum Thema Herz lockte 700 Besucher in den Cubus nach Wolfurt.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Herz liegt den Mini-Med-Studenten wahrlich am Herzen. Oder war es das hochkarätig besetzte Podium? Wie auch immer: Zum Abschluss des Herbstsemesters strömten noch einmal rund 700 Besucher in den Wolfurter Cubus, um sich aus berufenem Munde das Neueste zur Behandlung von Herzproblemen erklären zu lassen. Im Mittelpunkt standen diesmal die operativen Möglichkeiten. Und die wurden von der Führungsriege der Herzchirurgie in Innsbruck dargelegt. Dazu hatte Univ.-Prof. Dr. Michael Grimm gleich drei seiner besten Mitarbeiter aufgeboten.</p>
<p><strong>Versorgungszentrum</strong></p>
<p>Die Dehnung von verschlossenen Herzkranzgefäßen oder das Setzen von Stents können im Herzkatheterlabor im LKH Feldkirch durchgeführt werden. Für Bypass- und Herzklappenoperationen sowie Transplantationen müssen Vorarlberger Patienten an die Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck ausweichen. Wir verstehen uns als Versorgungszentrum auch für Patienten aus Vorarlberg, betonte Michael Grimm. Gleichzeitig hob er die qualitativ hochwertige kardiologische Versorgung im Land selbst hervor. Und er stellte klar, dass Medizin immer eine Teamleistung ist.</p>
<p><strong>Häufige Eingriffe</strong></p>
<p>Den Reigen der klaren und prägnanten Referate eröffnete Univ.-Prof. Dr. Elfriede Ruttmann-Ulmer. Sie befasst sich seit Langem auch wissenschaftlich mit Bypass-Operationen. Ein Bypass kann notwendig werden, wenn der Herzmuskel aufgrund einer Minderdurchblutung geschädigt ist. Versorgt wird er von drei Herzkranzgefäßen. Nur ein erkranktes Gefäß ist Sache des Kardiologen, erklärte Ruttmann-Ulmer. Die Experten in Innsbruck bekommen es deshalb meist mit dem Vollbild einer Atherosklerose zu tun. Das heißt, im Durchschnitt müssen drei bis vier Bypässe als Überbrückung von Herzgefäßengstellen gelegt werden, so Elfriede Ruttmann-Ulmer. Bypass-Operationen zählen zu den häufigsten Eingriffen. Sie machen 60 bis 65 Prozent aller Herzoperationen aus. Als vorrangiges Ziel steht die Vermeidung von Herzinfarkten und Herzschwäche. Der Großteil der Eingriffe erfolgt am stillgelegten Herzen. In dieser Zeit hält eine Herz-Lungen-Maschine den Patienten am Leben. Es ist auch eine sehr filigrane Chirurgie, zumal die Gefäße nur einen Durchmesser von 2 bis 3 Millimeter haben. Als Gefäßersatz muss patienteneigenes Material verwendet werden. Der Klassiker schlechthin ist laut Ruttmann-Ulmer die oberflächliche Beinvene. Sie reicht für vier Bypässe. Auch die Unterarmarterie kommt infrage. Allerdings kann sie Gefäßkrämpfe verursachen.</p>
<p><strong>Brustwandarterien</strong></p>
<p>Als ideales Bypassgefäß gelten bei Herzchirurgen die Brustwandarterien, weil sie nicht verkalken. 95 Prozent dieser Bypässe sind nach zehn Jahren immer noch offen, berichtete Elfriede Ruttmann-Ulmer.</p>
<p><strong>Hochpräzisionskonsole</strong></p>
<p>Mit der robotergestützten Herzchirurgie befasste sich der Vortrag von Prof. Dr. Nikolaos Bonaros. Der Begriff Roboter gefällt ihm persönlich nicht und auch die Patienten schreckt er. Aber 96 Prozent zeigen sich nach dem Eingriff zufrieden. Der Spitalsaufenthalt verkürzt sich und die Leute sind schneller wieder auf den Beinen, zählte Bonaros einige Vorteile auf. Beim Roboter selbst handelt es sich um eine Hochpräzisionskonsole, die jede Bewegung des Chirurgen eins zu eins übernimmt. Da arbeitet kein Roboter selbständig, stellte der Arzt noch klar. Das Operationsfeld erscheint als dreidimensionales Bild, was ein punktgenaues Operieren gewährleistet. Zudem ermöglicht die Knopflochtechnik brustkorberhaltende Eingriffe. Nikolaos Bonaros räumte zwar ein, dass es eine teure Technik sei. Aber: Die Patientenzufriedenheit zählt und die erreichen wir damit.</p>
<p><strong>Höhere Überlebenschancen</strong></p>
<p>Ebenfalls fast nur noch minimal invasiv werden funktionsuntüchtige Herzklappen operiert oder ersetzt. Neben einer geringeren Komplikationsrate und einer schnelleren Heilung sind die höheren Überlebenschancen ein wichtiges Argument für Univ.-Prof. Dr. Ludwig Müller, dieser Methode den Vorzug einzuräumen. Bislang wurden 600 Patienten auf diese Weise behandelt. Müller sprach von einer sicheren Methode, warnte jedoch vor einer Verharmlosung des Eingriffs. Der Schnitt ist zwar klein, die Operation aber trotzdem groß. Deshalb ist hohe chirurgische Kompetenz gefordert.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Mystischer Moment, wenn das Herz schlägt</span></strong></p>
<p>Chefsache war das Thema Herzersatz und Herztransplantationen. In diesem Zusammenhang hob Univ.- Prof. Dr. Michael Grimm noch einmal die Pionierleistungen des inzwischen pensionierten Transplantationsspezialisten Raimund Margreiter hervor. In Innsbruck wurden zwischen 1974 und 2009 insgesamt 326 Herztransplantationen durchgeführt. Und das bei einer äußerst geringen Sterblichkeit, betonte Grimm.</p>
<p><strong>Eindringlicher Aufruf</strong></p>
<p>Eine Transplantation wird notwendig, wenn eine Herzschwäche trotz maximaler Therapie nicht mehr behoben werden kann. Dann liegt die Lebenserwartung von Betroffenen unter 6 Monaten, verdeutlichte der Mediziner. Das größte Problem ist auch hier der eklatante Mangel an Spenderorganen. Daher sein eindringlicher Aufruf: Machen Sie positive Stimmung für Organspenden. Eine Transplantation bedeutet allerdings einen enormen Aufwand. Doch er sei gerechtfertigt, schwärmte Michael Grimm von jenem mystischen Moment, wenn das Herz zu schlagen beginnt.</p>
<p><strong>Kunstherz als Überbrückung</strong></p>
<p>Steht kein Spenderorgan zur Verfügung, kann das Kunstherz eine vorläufige Option sein. Damit lässt sich laut Grimm zumindest über 5 bis 6 Jahre ein nahezu normales Leben führen. Kunstherzen werden auch bei Kindern zur Überbrückung eingesetzt.</p>
<p>In seinem Einleitungsreferat hatte Primar Dr. Heinz Drexel vom LKH Feldkirch die Mechanismen, die zu einer Atherosklerose und mitunter auf den OP-Tisch nach Innsbruck führen, erläutert. Bis zu einem gewissen Alter haben alle Menschen Ablagerungen in den Gefäßen, erklärte Drexel. Die Heimtücke liege darin, dass sie sich allmählich weiter verengen ohne Beschwerden zu machen. Die kommen erst, wenn es kritisch wird. Er legte den Zuhörern ans Herz, jede Art von Schmerzen in der Herzgegend unbedingt abklären zu lassen.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Fragen aus dem Publikum</span></strong></p>
<p align="left">Ich habe gelesen, es sei eindeutig belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Cholesterin gibt, aber nur bei Männern bis 45 Jahren. Stimmt das?</p>
<p align="left">Drexel: Ein Körnchen Wahrheit ist immer dabei. Jüngere Menschen mit Infarkt haben fast immer auch hohe Cholesterinwerte, besonders, wenn sie rauchen. Und auch Frauen haben das Problem mit dem Cholesterin. Der Cholesterinhaushalt spielt in jedem Alter eine Rolle. Daher muss man nach einem Herzinfarkt die Cholesterinkonzentration im Blut senken.</p>
<p align="left">Grimm: &#160;Man muss schon sagen, dass die Sanierung von erkrankten Herzkranzgefäßen nur die Voraussetzung für ein gutes Weiterleben ist. Das Entscheidende danach ist, Risikofaktoren wie Blutdruck, Übergewicht und eben das Cholesterin zu kontrollieren und zu ändern.</p>
<p align="left">Kann man einen Stent in jedem Fall setzen oder gibt es Grenzen?</p>
<p align="left">Ruttmann: Die meisten Patienten, die wir sehen, haben mehrere erkrankte Herzkranzgefäße. Da ist die Bypass-Chirurgie die bessere Option. Wenn sich die Verengung an einem Bogen befindet, geht ein Stent auch nicht immer, besonders bei Aufzweigungen ist es schwierig. Da kann es gefährlich werden, weil man das danebenliegende Gefäß verschließen oder es zu einem Herzinfarkt kommen kann.</p>
<p align="left">Wann spricht man von einem Tübinger Weinherz oder Münchner Bierherz?</p>
<p align="left">Grimm: Das kommt darauf an, was einem besser schmeckt. Nein, im Ernst. Es gibt so etwas tatsächlich. Übermäßiger Alkoholgenuss über einen langen Zeitraum kann zu alkoholbedingter Herzmuskelschwäche führen. Es ist eine komplexe Erkrankung, weil die Leber ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird.&#160; Die beste Therapie ist die Alkoholkarenz.</p>
<p align="left">Wie lange dauert es, bis das Brustbein wieder zusammengewachsen ist?</p>
<p align="left">Müller: Die Knochenheilung dauert etwas länger. Wir gehen beim Brustbein von <br />6 Wochen aus. Wenn wir den Patienten nach einer kompletten Durchtrennung des Brustbeins aus der chirurgischen Behandlung entlassen, ist es in der Regel so weit verheilt, dass eine Instabilität nur noch selten auftritt.</p>
<p align="left">Können Bypässe und Stents auch wieder zugehen?</p>
<p align="left">Bonaros: Das ist möglich, weil der Verlauf der Krankheit nicht gestoppt wird. Deshalb braucht es eine Lebensstiländerung. Dann reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stent wieder zugeht.</p>
<p align="left">Drexel: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass vor allem das Absetzen von Medikamenten zum Verschluss von Stents führt. Deshalb mein Appell: Setzen Sie nie ein Medikament ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.</p>
<p align="left">Welche Konsequenzen hat eine verkalkte Halsschlagader?</p>
<p align="left">Grimm: Sie hat dann Bedeutung, wenn sie Beschwerden macht. Die reichen von Schwindelzuständen bis zum Schlaganfall.&#160;</p>
<p align="left">Drexel: Meistens braucht es aber eine Blutdruck- und&#160; Cholesterinbehandlung.</p>
<p align="left">Welche Art von Herzklappen verwenden Sie?</p>
<p align="left">Müller: Das Hauptmaterial, aus dem künstliche Herzklappen erzeugt werden, ist ein Mischmaterial. Reine Titanklappen gibt es nicht. Wir verwenden auch alle Formen von biologischen Herzklappen. Sie stammen aus dem Herzbeutelgewebe von Schweinen, Rindern oder Pferden.</p>
<p align="left">Kann Stress die Ursache für einen Herzinfarkt sein?</p>
<p align="left">Drexel: Stress alleine macht zum Glück fast nie einen Herzinfarkt, kann aber ein Risiko in Verbindung mit Rauchen oder Übergewicht sein.</p>
<p align="left">Über die Medikamente zur Bekämpfung des Cholesterins gibt es viel Widersprüchliches.</p>
<p align="left">Drexel: Leider ist es so. Aber im medikamentösen Bereich gibt es keine anderen Medikamente, die so gut untersucht sind und so viele Todesfälle verhindert haben wie die Statine.</p>
<p align="left">Bonaros: Bei Patienten mit einer Stent- oder Bypass-Behandlung sind Statine ein wesentlicher Teil der Therapie. Sie steigern die Offenheitsrate um 20 Prozent.</p>
<p align="left">Wie steht es um die Cholesterinwerte? Da kennt man sich nicht mehr genau aus?</p>
<p>Drexel: Als ich angefangen habe, war 280 die Grenze, heute sind wir bei 180. Der Grund liegt darin, dass sehr viele Leute ein mittelhohes Cholesterin haben, und die bekommen am häufigsten einen Herzinfarkt. Wenn man das Cholesterin senkt, wird auch das Risiko geringer. Die logische Folge ist, auch mit den Grenzwerten herunterzugehen.</p>
<p><strong>Video: Der Vortrag zum Nachsehen&#160;</strong></p>
<p>
<p><object width="600" height="467" data="http://video.vol.at/aktuell/das-herz/onlyPlayer/1/autoPlay/true" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/aktuell/das-herz/onlyPlayer/1/autoPlay/true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p></p>
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		<title>Keine Scheu vor dem Arzt</title>
		<link>http://www.vol.at/keine-scheu-vor-dem-arzt/news-20101203-08522198</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 07:56:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wolfurt -&#160;Über 2200 Eingriffe führen die Chirurgen im Krankenhaus Dornbirn jedes Jahr durch. Aber nur 150, das entspricht sieben Prozent, betreffen einen Bereich, der sogar von der Medizin noch als Tabuzone bezeichnet wird, nämlich jenen rund um den After.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dabei haben 70 Prozent der über 50-Jährigen mit Leiden wie Hämorrhoiden, Fisteln und Fissuren zu tun, verdeutlichte Primar Univ. Prof. Dr. Franz Stoß die Diskrepanz. Sein Appell an die Besucher des letzten Mini Med-Vortrages in diesem Jahr: Blutungen aus dem After sollten immer abgeklärt werden. Denn es kann auch ein Tumor dahinterstecken.</p>
<p><strong>Verständnis wecken</strong></p>
<p>Zuerst jedoch gab es vom Leiter der Chirurgie im KH Dornbirn großes Lob für das ungebrochene Interesse der Mini Med-Studenten an den Veranstaltungen. Auf diese Weise lässt sich Verständnis für die Medizin wecken, meinte Stoß. Das wünscht er sich auch für anale Erkrankungen. Doch: Die Leute gehen diesbezüglich nicht gerne zum Arzt. Das belegt auch der Umstand, dass in österreichischen Apotheken&#160; jährlich um mehrere 100.000 Euro kassenfreie Hämorrhoiden-Präparate gekauft werden.</p>
<p><strong>Frage des Lebensstils</strong></p>
<p>Hämorrhoiden zählen zu den häufigsten Erkrankungen in den Industrienationen. Was laut Stoß vor allem mit einer zu ballaststoffarmen Ernährung zusammenhängt. Ungünstige Stuhlgewohnheiten mit Verstopfung oder Durchfall, Übergewicht, Mangel an Bewegung und eine genetische Veranlagung sind weitere Risikofaktoren. Hämorrhoiden treten auf, wenn die Regulation der Gefäßpolster, die ringförmig unter der Schleimhaut des Enddarms liegen und wichtig für die Kontinenz sind, gestört ist.</p>
<p>Die Medizin teilt Hämorrhoiden in vier Kategorien. Vor einer Operation, die nötig wird, wenn sich ausgetretene Gefäßpolster nicht mehr zurückschieben lassen, ist laut aber Stoß jeder konservative Therapieversuch gerechtfertigt. Das heißt: Stuhlregulierung, ballaststoffreiche Kost und ausreichend Bewegung. Ballaststoffe müssen jedoch quellen, daher reichlich trinken, mahnte Franz Stoß. Dazu kommen Sitzbäder, wobei die Reinigung der Afterregion ohne Seife erfolgen muss, um den Säureschutzmantel nicht zu zerstören. Die Sitzbäder sollten angenehm wamr sein. Zu kalt oder zu heiß führen sie zu einer Verkrampfung des Schließmuskels. Auch Salben und Zäpfchen sorgen für Linderung. Weiters ist es möglich, Hämorrhoiden zu veröden oder abzubinden.</p>
<p><strong>Verschiedene Techniken</strong></p>
<p>Im Falle eines Eingriffs wird dem Stadium der Hämorrhoiden entsprechend vorgegangen. Dafür stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Die besten Langzeitergebnisse bringt die Entfernung. Allerdings bedeutet das auch 2 bis 3 Wochen eine offene Wunde und unter ungünstigen Umständen narbige Engstellen. Weniger Belastungen beschert dem Patienten das Abbinden. Die Erfolgsrate ist jedoch nicht so hoch.</p>
<p><strong>Herausforderung</strong></p>
<p>Analfisteln wiederum sind abnorme röhrenförmige, vom After ausgehende Gänge, die durch Entzündungen entstehen und kaum spontan abheilen. Verlaufen sie kompliziert, und das tun sie zuweilen, was Primar Franz Stoß anhand von Bildern darlegte, stellen sie auch erfahrene Chirurgen vor Probleme. Denn geht die Therapie daneben, können irreparable Schäden am Schließmuskel, vor allem Inkontinenz auftreten. Aber Analfisteln müssen meist operativ behandelt werden. Typische Symptome sind Schmerz, Rötung, Schwellung, Ausfluss von Sekret, Nässen und Juckreiz. Wichtig bei der Diagnostik ist das Gespräch mit dem Patienten. Stoß: Ich sage meinen Assistenzärzten immer, hört den Leuten gut zu, da erfährt man schon sehr viel. Im Rahmen einer Operation werden Fisteln ausgekratzt oder ausgeschält. Der Heilungsprozess kann sich über Wochen ziehen. Dafür ist die Heilungsrate mit 90 bis 95 Prozent hoch. Präventionsmöglichkeiten gibt es kaum. Wie bei Hämorrhoiden gehört zur Behandlung aber auch die Beseitigung der Ursachen, die ähnlich gelagert sind.</p>
<p><strong>Gefahr der Chronifizierung</strong></p>
<p>Harmlos, jedoch lästig, sind Einrisse der oberflächlichen Schleimhaut im Analkanal. Leitsymptom ist der Schmerz während und nach der Stuhlentleerung. Fissuren entstehen meist durch lokale Verletzungen wie harter Stuhl, Entzündungen oder besondere Sexualpraktiken sowie das Einführen von Gegenständen. Unbehandelt wird eine akute Analfissur im Laufe von 6 bis 8 Wochen chronisch. Die Therapie konzentriert sich auf die Regulation der Stuhlkonsistenz, die Behandlung der oft starken Schmerzen mithilfe warmer Sitzbäder, Salben und vorsichtiger Dehnung des Analkanals. Bei einer eingetretenen Chronifizierung können Fissuren auch operativ entfernt werden. Die Prognose insgesamt ist wenig erfreulich: Analfissuren haben eine hohe Rezidivrate, kommen also häufig wieder.</p>
<p>Zum Schluss des Vortrages dann noch einmal die Mahnung von Primar Stoß Haben Sie keine Scheu, gehen Sie bei solchen Schmerzen zum Arzt.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Fragen aus dem Publikum:</strong></p>
<p><strong><br /></strong></p>
<p><strong>Ich habe Angst vor einer Darmuntersuchung. Wird man da betäubt?</strong></p>
<p>Stoß: Man hört diesbezüglich leider immer noch Gräuelgeschichten. Aber bei einer Koloskopie erhält der Patient ein Schlaf- und Schmerzmittel. Zudem sind auch die Geräte viel besser geworden.</p>
<p><strong>Wie sieht es mit Kapseluntersuchungen aus?</strong></p>
<p>Stoß: Die erden nur bei bestimmten Indikationen durchgeführt, etwa zum Aufspüren von Blutungsquellen im Dünndarm. Die Kapsel, die geschluckt werden muss, macht zwar pausenlos Fotos, man kann damit aber nur diagnostizieren und nicht therapieren. Bei einer endoskopischen Untersuchung kann ich vorhandene Polypen gleich abtragen.</p>
<p><strong>Nach zwei Schwangerschaften hatte ich zwei Analthrombosen. Die eine wurde operiert, die andere ließ ich ausheilen. Was ist richtig?</strong></p>
<p>Stoß: Das hängt vom Leidensdruck ab. Analthrombosen können sich spontan zurückbilden, das braucht jedoch Geduld. Wenn sie aufbrechen, müssen sie operiert werden. Es sind also beide Wege möglich.</p>
<p><strong>Meine Analfissuren wurden konservativ behandelt. Es hat sich auch gebessert, trotzdem spüre ich sporadisch immer noch etwas. Soll ich das nochmals anschauen lassen?</strong></p>
<p>Stoß: Wenn sie lästig werden, empfiehlt sich eine nochmalige Abklärung und eine Behandlung mit einer speziellen Salbe. Mit Eingriffen sind wir zurückhaltend. Aber es geht auch darum, bei Blutungen aus dem After andere Erkrankungen auszuschließen. Bei Tumoren sind wir nämlich immer nur zweiter Sieger.</p>
<p><strong>Können kalte Sitzunterlagen Hämorrhoiden verursachen?</strong></p>
<p>Stoß: Das kann es geben, denn Kälte verändert sich die Regulation der Gefäßpolster.</p>
<p><strong>Ist das auch bei längerem schwerem Heben möglich?</strong></p>
<p>Stoß: Bei schwerem Heben und Pressen kommt es zu einer Druckerhöhung in den Venen, das Blut kann nicht mehr richtig abfließen, es bilden sich Hämorrhoiden, die aber wieder verschwinden.</p>
<p><strong>Sind Sprinkel-WCs zu empfehlen?</strong></p>
<p>Stoß: Ich bin kein großer Freund davon, weil ich sie für Bakterienschleudern halte. Ich halte Klopapier und ein neutrales Feuchtigkeitstuch für die sinnvollere Analhygiene.</p>
<p><strong>Wie lange dauert der Aufenthalt im Spital bei einem operativen Eingriff und kann ich danach gleich wieder normal essen?</strong></p>
<p>Stoß: Leichte Eingriffe können tageschirurgisch gemacht werden, bei anderen bleiben die Patienten eine Nacht. Handelt es sich um eine offene OP, sind drei bis vier Tage angezeigt. Danach kann der Patient sofort wieder normale Nahrung zu sich nehmen.</p>
<p><strong>Ist Leinöl für den Darm zu empfehlen?</strong></p>
<p>Stoß: Ja, ebenfalls gut für die Stuhlregulierung sind Leinsamen und Flohsamen. Aber beides muss gut quellen, daher viel dazu trinken.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video:</strong></p>
<p><object width="600" height="476" data="http://video.vol.at/vorarlberg/leiden-in-der-tabuzone-hamorrhoiden-fisteln-fissuren/onlyPlayer/1/autoPlay/true" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/vorarlberg/leiden-in-der-tabuzone-hamorrhoiden-fisteln-fissuren/onlyPlayer/1/autoPlay/true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<item>
		<title>Von den Knochen im Stich gelassen</title>
		<link>http://www.vol.at/von-den-knochen-im-stich-gelassen/news-20101129-09531438</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 09:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feldkirch]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Feldkirch -&#160; Kümmern Sie sich früh genug um Ihre Knochengesundheit und ermöglichen Sie vor allem Kindern, ein aktives Leben zu führen. Der Appell von Primar Dr. Günter Höfle und Primar Dr. Thomas Bochdansky an die vielen Mini Med-Besucher im Montforthaus in Feldkirch war deutlich. Denn Osteoporose hängt stark mit dem Lebensstil zusammen.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Doch es ist nicht nur das. Brüchige Knochen machen anfällig für Stürze, verursachen Schmerzen und können vorzeitig in die Pflegebedürftigkeit führen. Ein entsprechendes Training, für das es laut Ärzte nie zu spät ist, eine Ernährungsumstellung und, wenn erforderlich, eine medikamentöse Therapie können helfen, die Knochen stabil halten.</p>
<p>Günter Höfle, Chefarzt im LKH Hohenems, räumte zu Beginn seines Vortrages mit einer weitverbreiteten Meinung auf. Die Knochendichte allein sagt nichts über die Knochenqualität aus, stellte er klar. Es komme auch auf die Stärke des Knochenbindegewebes, die Verteilung der Knochenmasse und deren Materialeigenschaften an. So ist zum Beispiel der Mineralgehalt enorm wichtig für die Stabilität. Insgesamt handelt es sich bei der Osteoporose um eine Skeletterkrankung mir reduzierter Knochenqualität, die meist das gesamte Skelett betrifft, also systemisch ist. Im schlimmsten Fall bleibt vom Skelett nur noch ein Skelett, wie entsprechende Bilder eindrucksvoll zeigten.</p>
<p>Schätzungsweise 750.000 Betroffene gibt es in Österreich. Das sind jede 3. Frau und jeder 7. Mann über 50, konkretisierte Höfle. Eigene Zahlen gibt es allerdings nicht. Was den Internisten zur Aussage veranlasste, dass man sich angesichts des Ausmaßes durchaus einmal die Mühe solcher Erhebungen machen könnte. Osteoporose selbst wird häufig nur in Zusammenhang mit Knochenbrüchen gesehen. Aber es geht auch um die Haltung, so Günter Höfle. Denn Einbrüche der Wirbelkörper, die oft lange unbemerkt bleiben, führen in der Folge zu einem Buckel. Gebückt durchs Leben gehen zu müssen sei auch ein psychologisches Problem. Berücksichtigt werden sollten auch Schmerzen, die ohne Bruch auftreten. Man bewegt sich dann weniger und der Knochen baut weiter ab, warnte Höfle.</p>
<p>Ein erster Schritt zur Diagnose ist die Knochendichtemessung, eine Art Mini-Röntgen, das völlig schmerzfrei von statten geht. &#160;Sie wird in Österreich für Frauen ab 65 und für Männer zwischen 50 und 70 empfohlen. Frühere Messungen sind dann angezeigt, wenn Risikofaktoren vorliegen wie etwa eine familiäre Belastung, niedriges Körpergewicht, Rauchen oder unklare Schmerzen in der Wirbelsäule vorliegen. Allgemeine Risikoparameter sind das Alter, Bewegungsmangel, Vitamin-D-Mangel, eine ungesunde Ernährung und eine niedrige Knochendichte schon in der Jugend. Auch Alkohol und Nikotin setzen dem Skelett zu. Primar Höfle berichtete von Patientinnen, die schon mit 20 mehrere Wirbelbrüche hatten.</p>
<p>Ebenso können Medikamente den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen. Kortison und Hormone zur Krebsbehandlung gehören in diese Kategorie. Auch Erkrankungen hormoneller Art, Rheuma, Nieren- und Magen-Darmerkrankungen sowie Tumore verursachen Osteoporose. Erhärtet sich der Verdacht darauf, rät Höfle den Patienten, eine Blutuntersuchung zu fordern. Denn damit ließen sich etwa Schilddrüsenprobleme, die Osteoporose ebenfalls fördern, erkennen. Solches habe dann auch Einfluss auf die Therapie.</p>
<p>Deren Ziele sind: Knochenbrüche verhindern, Knochenmasse aufbauen, Mobilisation und Lebensstil verbessern. Die Basismaßnahmen dazu: Vitamin D tanken, wenn nötig in Form von Tropfen, die laut Höfle gut verträglich sind, kalziumreich essen und osteoporosefördernde Medikamente auf ihre Notwendigkeit prüfen. Dieser Aspekt komme häufig zu kurz. So weiß man, dass etwa Magenschutztabletten, Schlafmittel, Antidepressiva und Schilddrüsenhormone negativ auf den Knochen wirken. Der Internist verwies außerdem auf einen Risikorechner im Internet, der anhand diverser persönlicher Angaben die Chancen hochrechnet, in den nächsten zehn Jahren einen Knochenbruch zu erleiden. Auf dieser Basis kann auch abgeklärt werden, ob ein Medikament erforderlich ist oder nicht, sagte Höfle.</p>
<p>In diesem Bereich hat die Medizin große Fortschritte gemacht. Es gibt eine Vielzahl an Optionen, von der Tablette bis zur Einjahres-Spritze. Diese Medikamente wirken direkt auf die Knochenabbauzellen. Nach drei Jahren liegt der Knochendichtezuwachs in der Wirbelsäule bei 6 und im Oberschenkel bei 4 Prozent. Das erscheint nicht viel, tatsächlich jedoch wird die Stabilität überproportional besser und das Knochenbruchrisiko halbiert, konnte Günter Höfle berichten. Eingebrochene Wirbel wiederum lassen sich durch das Einspritzen von Kalk wieder aufrichten.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Schwingen Sie das Tanzbein</strong></p>
<p>Rumpfstabilität und Sturzprävention sind die wichtigsten Therapieansätze.</p>
<p>Mit den biomechanischen Grundlagen der Knochen befasste sich Primar Dr. Thomas Bochdansky. Er ist in der Rehabilitation tätig und leitet seit Kurzem die neue Rehaklinik Montafon in Schruns. Schenkelhals-, Wirbel- und Unterarmbrüche bezeichnete er als die drei großen Problemzonen. Doch warum werden Knochen überhaupt brüchig. Die Antwort ist einfach: Im Körper gibt es ein permanentes Wechselspiel zwischen Osteoklasten, das sind Fresszellen, die den Knochen abbauen, und Osteoblasten, also jenen Zellen, die den Knochen wieder aufbauen, erklärte Bochdansky. Führt etwas in diesem Wechselspiel zu einem Ungleichgewicht, gewinnen die Fresszellen die Oberhand und knabbern sich frisch-fröhlich durchs Skelett, bis nur noch Bruchstücke davon übrig sind.</p>
<p>Sturzgefahr reduzieren</p>
<p>Werden die vertikalen Verbindungen zwischen den Knochen brüchig, reduziert das zwangsläufig ihre Belastbarkeit und sie brechen unter Umständen schon ohne besondere Einwirkung. Knochen verfügen auch über eine gewisse Elastizität und sie sind  messbar  elektrisch. Diese Eigenschaft führt dazu, dass sie sinnvollerweise nur entlang der Belastungszonen aufgebaut werden, so Bochdansky. Für ihn ergeben sich daraus an therapeutischen Zielen die Rumpfstabilität und Sturzprävention.</p>
<p>Vor allem die Sturzgefahr ist ein zutiefst weibliches Thema. Laut Statistik stürzen mehr als 90 Prozent der über 60-jährigen Frauen. Aber nicht vom Stuhl oder von der Leiter, sondern auf gleicher Ebene. Aufgestellte Teppichkanten und Türschwellen sind fatale Stolperfallen. Die gehören beseitigt, mahnte der Arzt für Physikalische Medizin. Übrigens genügt auch schon ein Sturz aufs Knie, um sich die Hüfte zu brechen. Die immer wieder heiß diskutierten Protektoren sind laut Bochdansky sehr wohl wirksam. Doch nur, wenn sie getragen werden und nicht in der Schublade liegen. Obwohl er auch die Vorbehalte versteht. Damit zu schlafen ist nicht das Angenehmste.</p>
<p>Muskeln aufbauen</p>
<p>Ein besonderes Anliegen war ihm die Rumpfstabilität. Denn: Der Rumpf ist das Fundament jeder Bewegung. Der Muskelprotz sei aber kein Vorbild, weil hier oft eine Dysbalance zwischen oberflächlichen und tiefen Muskeln vorliege. Es geht also um einen moderaten Aufbau von Muskelpartien. Beckenboden- und Atemübungen für das Zwerchfell nützen auch der Wirbelsäule, merkte Primar Thomas Bochdansky an. Ebenfalls ein wesentliches Thema ist das Krafttraining. In welcher Form auch immer. Neue Studien haben Pilates eine sehr gute Wirkung auf die Balance bescheinigt. Auch Bälle an die Wand werfen, während man auf einem instabilen Untergrund steht, bringt das Gleichgewicht in Form. Schwimmen hat hingegen keinen Effekt auf eine Osteoporose. Grund: Es fehlt der mechanische Belastungsreiz auf die Knochen. Der ist laut Thomas Bochdansky umso mehr beim Tanzen gegeben. Wofür man sich auch entscheidet: Das Training sollte immer Spaß machen, betonte der Arzt zum Abschluss und verwies auf die Initiative Sichere Gemeinden, die landesweit Bewegungsgruppen anbietet. VN-MM ##Marlies Mohr##</p>
<p>Testmöglichkeiten im Alltag</p>
<p>Zeit im Einbeinstand messen: der kritische Wert liegt bei weniger als 5 Sekunden</p>
<p>Gehgeschwindigkeit über 10 Meter messen: der kritische Wert liegt bei mehr als 10 Sekunden</p>
<p>Zeit für fünf Mal aufstehen vom Stuhl und absitzen messen: der kritische Wert liegt bei mehr als 15 Sekunden</p>
<p>Arme ausstrecken und sich nach vorne neigen: 25 Zentimeter sollten ohne Balanceprobleme möglich sein.</p>
<p>Körpergröße kontrollieren: 3 Zentimeter weniger sind Grund genug, eine Osteoporose-Abklärung durchführen zu lassen.</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM:<br /></strong></p>
<p><strong>Warum haben Sie im Zusammenhang mit Osteoporose nur Milchprodukte erwähnt? Es gibt auch andere Lebensmittel, die nützen.</strong></p>
<p>Höfle: Sie haben recht, dieses Thema ist zu kurz gekommen. Ich rate den Patienten immer, ihre Essgewohnheiten mit Hilfe einer Diätologin zu überprüfen und dann einen individuellen Ernährungsplan festzulegen.</p>
<p><strong>Warum fördert Untergewicht Osteoporose?</strong></p>
<p>Höfle: Diese Frage lässt sich nicht schlüssig beantworten. Zum einen dürfte der Nährstoffgehalt der Knochen geringer sein, zum anderen fehlt der Belastungsreiz, der ein höheres Gewicht verursacht.</p>
<p><strong>Warum wird eine Knochendichtemessung erst ab 65 empfohlen, wenn der Knochen doch schon ab 30 abbaut?</strong></p>
<p>Höfle: Natürlich kann jeder früher eine Knochendichtemessung durchführen lassen. Aber bei einer allgemeinen Empfehlung dafür wären viele dabei, die sie nicht gebraucht hätten. Das ist der Grund für die Zurückhaltung. Auch ich bin für zielgerichtete Untersuchungen.</p>
<p><strong>Müssen die Medikamente lebenslang genommen werden?</strong></p>
<p>Höfle: Das ist eine gute Frage, es gibt jedoch keine gute Antwort. Es ist durchaus möglich, nach drei oder fünf Jahren eine Therapiepause einzulegen. Aber das ist eine jeweils individuelle Entscheidung, die gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden soll.</p>
<p><strong>Haben Sie Erfahrungen mit der Magnetfeldtherapie?</strong></p>
<p>Bochdansky: Die wissenschaftliche Lage ist zwar sehr dünn, ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass sie einen Effekt hat. Dass der Knorpelstoffwechsel positiv beeinflusst wird, dazu gibt es Studien.</p>
<p><strong>Lässt sich mit einer Blutuntersuchung Osteoporose feststellen?</strong></p>
<p>Höfle: Nein, eine Blutuntersuchung sollte erst dann gemacht werden, wenn die Diagnose schon feststeht. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über osteoporosefördernde Organerkrankungen.</p>
<p><strong>Wie lässt sich ein Vitamin-D-Mangel feststellen und schaden diese Tropfen?</strong></p>
<p>Höfle: Durch einen Bluttest.&#160; In der richtigen Dosierung schaden Vitamin-D-Tropfen nicht.</p>
<p><strong>Ist Osteoporose heilbar?</strong></p>
<p>Höfle: Osteoporose ist keine Erkrankung, die man ausheilen kann, aber sie lässt sich deutlich verbessern. Dass sich eine Normalisierung einstellt ist eher die Ausnahme.</p>
<p><strong>Helfen Gelenksnährstoffe bei Osteoporose?</strong></p>
<p>Höfle: Nein, aber sie schaden auch nicht. Das ist eher eine Glaubensfrage.</p>
<p><strong>Ich habe im deutschen Fernsehen einen Bericht über massive Nebenwirkungen von&#160; Bisphosphonaten gesehen und bin jetzt total verunsichert.</strong></p>
<p>Höfle: Es kann im Kieferbereich tatsächlich zu Störungen kommen, doch die sind extrem selten. Auf 100.000 Behandelte kommt ein Problemfall. Das heißt, es profitieren wesentlich mehr Menschen von den Medikamenten. Hier geht es um die Nutzen-Risiko-Abwägung.&#160; Man sollte deshalb auch nicht überreagieren.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>DER VORTRAG ALS VIDEO:</strong></p>
<p><object width="460" height="365" data="http://video.vol.at/aktuell/minimed-24-11-2010/onlyPlayer/1/autoPlay/true" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="window" /><param name="bgcolor" value="#000000" /><param name="src" value="http://video.vol.at/aktuell/minimed-24-11-2010/onlyPlayer/1/autoPlay/true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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	</item>
		<item>
		<title>F&#252;nf Jahre sind oft zu wenig</title>
		<link>http://www.vol.at/fuenf-jahre-sind-oft-zu-wenig/news-20101119-12063070</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 12:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Feldkirch -&#160;Österreich ist europaweit das Land, in dem die Sterblichkeit bei Brustkrebs am stärksten rückläufig ist. Das war die gute Botschaft, die OA Dr. Alois Lang den Besuchern des Mini Med Studiums in Feldkirch mitzuteilen hatte. Die weniger gute Nachricht: Die Zahl der Neuerkrankungen steigt nach wie vor. Klare Ursachen sind nicht bekannt, sehr wohl aber Zusammenhänge mit dem Lebensstil.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Statistik spricht deutliche Bände. Von 8 bis 11 Frauen erkrankt eine Frau an Brustkrebs. Auf 200 Frauen kommt ein Mann. In Vorarlberg gibt es jährlich an die 280 Neuerkrankungen. Etwa 5000 sind es in ganz Österreich.</p>
<p>Zu den Risikofaktoren zählen familiäre Belastungen, späte Schwangerschaften, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel. Früher gehörte noch die Hormonersatztherapie dazu. Nachdem jedoch zahlreiche Studien an ein höheres Brustkrebsrisiko anzeigten, gingen die Verordnungen laut Alois Lang um 80 Prozent zurück. Alkohol wiederum ist kritisch, weil er den Östrogenspiegel ebenfalls ansteigen lässt. Den gleichen Effekt bringt eine Gewichtszunahme. Im Unterhautfettgewebe bildet sich Östrogen, und je mehr von diesem Gewebe vorhanden ist, umso höher der Östrogenspiegel&#8221;, erklärte der internistische Onkologe. Und zu viel Östrogen kann die Neigung zu Brustkrebs verstärken.</p>
<p><strong>Charakterisierung leichter</strong></p>
<p>Insgesamt kennt die Medizin fünf verschiedene Arten von Brustkrebs. Was in der Folge unterschiedliche Therapien und Nachsorgemaßnahmen nötig macht. Voraussetzung ist daher eine exakte Diagnose&#8221;, so Lang. Nur dann könne die Behandlung passgenau erfolgen. Neue Methoden erleichtern inzwischen die Charakterisierung von Mammakarzinomen und damit auch noch individuellere Therapien. Umstellen muss sich die Medizin allerdings im Hinblick auf die Behandlungszeit. Wir haben zu lange geglaubt, dass es bei hormonabhängigen Tumoren nach fünf Jahren keine Rückfälle mehr gibt&#8221;, räumte Alois Lang selbstkritisch ein. Und er ergänzte: Daher dürfen wir unsere Therapiestrategien nicht mehr auf 2 bis 5 Jahre begrenzen, sondern müssen sie auf 10 Jahre und länger anlegen.&#8221;</p>
<p><strong>Unklares abklären</strong></p>
<p>Die Heilungschancen sind dann am größten, wenn der Tumor noch klein ist und nicht in andere Organe gestreut hat. Metastasierter Brustkrebs ist nach wie vor nicht heilbar&#8221;, betonte Lang. Auch deshalb kommt der Früherkennung so große Bedeutung zu. Entsprechend nachdrücklich redete OA Dr. Anton Haid, Leiter des Brustzentrums Vorarlberg im LKH Feldkirch, der regelmäßigen Vorsorge mittels Selbst- und ärztlicher Untersuchung das Wort. Denn: Das Tückische an einem Turmor ist, dass er lange keine Beschwerden macht und sichtbare Veränderungen erst allmählich auftreten.&#8221; Generell gehöre jede unklare, sichtbare und tastbare Veränderung der Brust abgeklärt. Anhand des aus der Brust entnommenen Gewebes lassen sich dann ziemlich genau Tumortyp, Bösartigkeitsgrad sowie Hormon- und Wachstumsfaktoren bestimmen. Mit der so genannten Genexpressionsanalyse lässt sich sogar das Gesamtrisiko abschätzen und feststellen, ob eine Chemotherapie etwas bringt oder nicht.</p>
<p><strong>Alle sind gefordert</strong></p>
<p>Bei der Behandlung selbst sind zahlreiche Disziplinen gefordert, sowohl ärztlich wie auch psychoonkologisch. Der Ablauf wird mit der Patientin genau besprochen und dann organisiert&#8221;, erläuterte Haid. Je kleiner der Tumor, umso schonender der operative Eingriff und die anschließende Therapie. Neu im Brustzentrum ist die Möglichkeit der Bestrahlung noch während der Operation. Das erspart vor allem älteren Patientinnen oft die Bestrahlung nach der Operation. Bei jüngeren Frauen kann sie die Strahlentherapie verkürzen.</p>
<p><strong>Symptome</strong></p>
<p><strong>»</strong> derbe Knoten an der Brust</p>
<p><strong>»</strong> Vorwölbungen</p>
<p><strong>»</strong> Hauteinziehung</p>
<p><strong>» </strong>Einziehung der Brustwarzen</p>
<p><strong>»</strong> einseitige, wässerige und blutige Absonderungen</p>
<p><strong>»</strong> Formveränderungen der Brust</p>
<p><strong>»</strong>chronische Ekzeme und entzündliche Veränderungen, die länger als 14 Tage andauern und mit Fieber und Schmerzen einhergehen</p>
<p><strong>»</strong> neu auftretende Lymphknoten</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM:</strong></p>
<p><strong>Sollte ein Brustultraschall schon mit 20 gemacht werden?</strong></p>
<p>Lang: Das ist individuell zu handhaben. Aber mit 35 sollte er das erste Mal erfolgen. Bei Brustkrebs in der Familie raten wir, mit regelmäßigen Untersuchungen fünf Jahre vor Auftreten zu beginnen. Denn es hat sich gezeigt, dass bei einer familiären Komponente über Generationen hinweg eine Krebserkrankung immer früher auftritt.</p>
<p>Haid: Bei jungen Frauen sollte man zudem vorsichtig sein, weil ihre Brustdrüsen noch sehr strahlensensibel sind. Da empfiehlt sich zuerst eine klinische Untersuchung.</p>
<p><strong>Was bedeutet es, wenn eine Brust plötzlich deutlich größer wird?</strong></p>
<p>Haid: Das kann einfache Gründe haben, wie etwa eine Gewichtszunahme. Es kann aber auch ein Tumorwachstum in der Tiefe bedeuten. Wenn eine Brust merklich größer wird, ist das nicht normal und gehört abgeklärt.</p>
<p><strong>Ist nach einer Anti-Hormontherapie und Operation immer eine Bestrahlung nötig?</strong></p>
<p>Lang: Das hängt vom Stadium des Tumors ab. Liegt ein hohes Risiko vor, muss bestrahlt werden, sofern brusterhaltend operiert wird. Bei einer Radikaloperation ist das nicht der Fall.</p>
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		<title>Pflege statt Antibiotika</title>
		<link>http://www.vol.at/pflege-statt-antibiotika/news-20101029-03482353</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Oct 2010 14:10:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfurt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>(VN) Wolfort -&#160;Vorrang für Hausmittel bei Schnupfen und Entzündungen in der Nase.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum zu glauben, was sich aus einer harmlosen Rotznase entwickeln kann. Die Besucher des Mini Med Studiums wissen es jetzt. Denn sie bekamen von Primar Dr. Wolfgang Elsäßer die ganze Palette an Unannehmlichkeiten, die unser Riechorgan zuweilen aushalten muss, vorgeführt. Vor allem die chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen ist ein Problem, weil schwierig zu behandeln. Der Patient wird immer darunter leiden, machte der Leiter der HNO-Abteilung im LKH Feldkirch deutlich.</p>
<p><strong>Anatomie-Exkurs</strong></p>
<p>Herbstzeit heißt im landläufigen Sinn auch Schnupfenzeit. Tatsächlich aber kommen Verkühlungen immer vor. Kinder haben pro Jahr bis zu sechs Entzündungen der Nasenschleimhaut, bei Erwachsenen sind drei normal, erklärte Wolfgang Elsäßer. Um jedoch zu verstehen, was sich dabei in der Nase abspielt, gab es zuerst einen Exkurs durch die Anatomie derselben. Es sind die vier Nasenmuscheln, die fast den gesamten Raum in der Nase einnehmen. Dazu kommen Flimmerhärchen am Naseneingang, welche die Luft, die wir einatmen, von Staubteilchen reinigen. Weitere Aufgaben der Nase sind das Erwärmen der Atmenluft auf 32 bis 34 Grad, auch bei kalten Temperaturen, das Anfeuchten der Atemluft durch die Abgabe von Nasensekret und das Riechen.</p>
<p>Viren, die Verursacher von Schupfen, sind Feinschmecker. Denn im Gegensatz zu den Bakterien, bevorzugen sie die gesunde Schleimhaut. Übertragen werden sie durch Tröpfcheninfektion. Sind sie in der Nase angekommen, was sich meist durch ein Brennen, Kitzeln oder einen Niesreiz bemerkbar macht, beginnt eine vermehrte Produktion von Sekret, das zuerst wässerig, dann schleimig wird. Die Nasenschleimhaut schwillt an, weil die Flimmerhärchen versagen, eine Nasenatmung ist nicht mehr möglich. In dieser Zeit werden täglich 1 bis 1,5 Liter Schleim produziert, veranschaulichte Primar Elsäßer die Dimension eines selbst banalen Schnupfens.</p>
<p><strong>Vorsicht mit Nasentropfen</strong></p>
<p>Ein Schnupfen kann sich auch in die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr ausbreiten. Was seine Behandlung schwierig macht sind die über 200 verschiedenen Viren. Deshalb bleiben oft nur die bewährten Hausmittel: ausreichend trinken, das hält das Sekret flüssig, Nasenspülungen mit Salz, Inhalationen mit ätherischen Ölen oder Kamillenextrakten sowie die Anwendung einer Rotlicht-Wärmelampe. Abschwellende Nasentropfen dürfen laut Elsäßer höchstens zehn Tage angewendet werden. Sonst kann es zu einer Gewöhnung kommen, die nur schwer wieder zu korrigieren ist. Alles in allem dauert ein Schnupfen durchschnittlich fünf bis sieben Tage. Chronisch wird Schnupfen, wenn eine Allergie vorliegt und mechanische Hindernisse wie vergrößerte Mandeln oder eine verkrümmte Nasenscheidewand den Sekretabfluss behindern.</p>
<p><strong>Operative Verkleinerung</strong></p>
<p>Bei einer infektiösen Nasenentzündung sorgen Bakterien für langanhaltende Schwellungszustände. Aber auch in solchen Fällen redete der HNO-Arzt der Nasenpflege mittels Tropfen, Salbe und Salzwasserspülungen das Wort. Antibiotika sollten, wenn überhaupt, so spät wie möglich zum Einsatz kommen, betonte Wolfgang Elsäßer. Liegt hingegen eine sogenannte Stinknase vor, hilft nur eine operative Verkleinerung des Naseninnenraumes. Grund für eine zu weite Nase ist das Fehlen der unteren Nasenmuschel. Durch das Einsetzen eines Rippenknorpels wird das Missverhältnis behoben.</p>
<p>Ist die untere Nasenmuschel zu groß, schwillt sie bei Temperaturschwankungen, psychischen Belastungen und Erkrankungen der Schilddrüse sowie Nebennieren plötzlich an, die Nase rinnt. In diesem Fall hilft ebenfalls nur das Skalpell. Haben Kleinkinder einen einseitigen eitrigen Schnupfen, sollte laut Wolfgang Elsäßer unbedingt an Fremdkörper in der Nase gedacht werden.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM:</strong></p>
<p><strong>Kann Cortisonspray auch bei Kindern angewendet werden?</strong></p>
<p>Elsäßer: Ja, es ist ab sechs Jahren freigegeben.</p>
<p><strong>Erklären Sie das richtige Schnäuzen.</strong></p>
<p>Elsäßer: Das müsste ich jetzt vormachen. Aber: ein Nasenloch zuhalten und richtig dagegen blasen. Leider trauen sich das die Leute häufig nicht.</p>
<p><strong>Warum reagiere ich so stark auf Klimaanlagen?</strong></p>
<p>Elsäßer: Das kann mehrere Ursachen haben. Klimaanlagen transportieren beispielsweise Viren weiter. Das wurde in Flugzeugen gemessen. Zum anderen sind diese Epitelien sehr empfindlich. Da kann oft schon eine halbe Stunde Zugluft ausreichen, um Viren einen Anreiz zubieten, sich auf der leicht geschädigten Schleimhaut zu vermehren.</p>
<p><strong>Welche Lebensmittel muss ich bei einer Aspirinintoleranz meiden?</strong></p>
<p>Elsäßer: Da gibt es eine ganze Fülle. Aspirin ist in Massen von Lebensmitteln enthalten. In Obst, Gemüse, Konservierungsmitteln. Sie können dem praktisch kaum aus dem Weg gehen. Es gibt aber eine Therapie dagegen. Wie bei einer Allergiebehandlung wird der Körper langsam an das Aspirin gewöhnt. Das erfordert jedoch einen stationären Aufenthalt.</p>
<p><strong>Was ist Ursache für verstärkten Nasenfluss beim Wandern?</strong></p>
<p>Elsäßer: Auf physische Anstrengung kann die Nasenmuschel mit vermehrter Flüssigkeitsbildung reagieren. Das kommt bei anderen Sportarten wie Joggen oder Radfahren auch vor. Man kann eigentlich nichts dagegen tun. Es ist jedoch unbedenklich, nur lästig.</p>
<p><strong>Bei mir ist jeden Morgen das rechte Nasenloch verstopft. Ist das normal?</strong></p>
<p>Elsäßer: Nein, das ist nicht normal. Hier empfiehlt sich eine Abklärung, vor allem, weil es einseitig ist. Da kann sich alles Mögliche in der Nase und den Nasennebenhöhlen abspielen.</p>
<p><strong>Ist Echinacin ein gutes Vorbeugemittel gegen Erkältungen?</strong></p>
<p>Elsäßer: Man kann es ruhig nehmen.</p>
<p><strong>Hängt Krustenbildung beim Naseneingang mit zu trockener Raumtemperatur zusammen?</strong></p>
<p>Elsäßer: Das kann ein Hinweis auf eine sehr trockene Nasenschleimhaut sein. Konsequent Nasensalbe verwenden, vor allem vor dem Schlafengehen und beim Aufstehen. Dann regeneriert sich die Schleimhaut wieder.</p>
<p><strong>Kann man eine Aspirinunverträglichkeit austesten?</strong></p>
<p>Elsäßer: Ja, vor allem Patienten mit ständiger Polypenbildung in der Nase sollten ausgetestet werden. Da es dazu neue Erkenntnisse gibt, starten wir im neuen Jahr mit einer größeren Serie. Die Untersuchung ist jedoch sehr aufwändig und muss stationär erfolgen. Ab nächster Woche kann man sich bei uns im LKH Feldkirch anmelden.</p>
<p><strong>Es heißt oft, man sollte nicht schnäuzen um die Nase zu schonen und keine Viren in die Ohren zu bekommen. Stimmt das?</strong></p>
<p>Elsäßer: Die Problematik besteht eher, wenn bei zugefallenen Ohren ein Druckausgleich gemacht wird.&#160; Dann können Erreger sehr wohl über die Nasennebenhöhlen ins Mittelohr gelangen. Aber das Schnäuzen ist anders. Da schleudern Sie das Sekret hinaus. Und Sekret gehört weg, ob mit hinaufziehen oder schnäuzen.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video:</strong></p>
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		<item>
		<title>Kurieren kommt vor operieren</title>
		<link>http://www.vol.at/kurieren-kommt-vor-operieren/news-20101021-03471285</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 13:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>smatt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bei Schmerzzuständen sollten nicht-operative Möglichkeiten bevorzugt werden.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es lässt sich die Welt nicht in einer Stunde erklären und die Begrifflichkeit von Schmerz erst recht nicht. Wir könnten Stunden und Tage darüber reden, verdeutlichte OA Dr. Arno Martin den Besuchern des Mini Med Studiums die Dimension dieses Themas. Deshalb beschränkte sich der an der Orthopädie im LKH Feldkirch tätige Oberarzt auf Allgemeines und Spezielles, das die Menschen plagt. Dazu zählen vor allem Schmerzen im Rücken und solche, die durch Abnützung von Gelenken entstehen.</p>
<p><strong>Schmerzgedächtnis</strong></p>
<p>Der Cubus in Wolfurt war einmal mehr bis auf den letzten Stuhl besetzt. Kaum verwunderlich, schließlich zwickt und zwackt es jeden einmal da und dort. Wir jammern zwar über Schmerzen, müssen aber froh sein, etwas zu spüren, sagte Arno Martin. Nur auf diese Weise könne der Körper signalisieren, dass ihm Gefahr drohe. Schmerz sollte also immer ernstgenommen werden, betonte der Orthopäde. Geschieht das nicht, bildet sich im Gehirn ein nur mehr schwer zu löschendes Schmerzgedächtnis. Es bleibt bestehen, selbst wenn sich der Zustand schon längst gebessert hat.</p>
<p><strong>Schilderungen wichtig</strong></p>
<p>Bei der Diagnose von Schmerz kommt es laut OA Martin sehr auf die Schilderungen der Betroffenen an. Wobei ein akuter Schmerz noch das kleinere Übel darstellt. Er ist leichter zu verkraften weil man weiß, dass es nach einiger Zeit wieder besser wird, so der Arzt. Akuter Schmerz charakterisiert sich beispielsweise als brennend, elektrisierend, spitz oder dumpf. Chronischen Schmerzen fehlen diese Definitionsmöglichkeiten. Sie zu therapieren ist außerdem schwieriger. Unbehandelt geraten Patienten allerdings in einen Teufelskreis aus noch mehr Schmerz, dem zwangsläufig ein Mangel an Bewegung und damit häufig die soziale Isolation folgt.</p>
<p>Der zeitweilige Einsatz von Schmerzmitteln sei da durchaus legitim. Eine Schmerztherapie erfolgt nach einem von der WHO vorgegebenen Stufenplan. Bringen Opioide keine Linderung, bleibt noch die Möglichkeit, Schmerzmittel direkt über die Venen in den Körper zu leiten. Als Begleitmedikamente gelangen mitunter auch krampflösende Mittel und Anti-Depressiva zur Verwendung.</p>
<p><strong>Klare Haltung</strong></p>
<p>Arno Martin vertrat die klare Haltung, zuerst alle kurativen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor an eine Operation gedacht wird. Das gilt vor allem bei Schmerzen im Rückenbereich. Kommt es etwa zu einem Bandscheibenvorfall sollte, so der Mediziner, nur operiert werden, wenn schwere Lähmungserscheinungen oder Funktionsverluste auftreten oder sich die Schmerzen nach längstens drei Monaten nicht bessern. Früher wurde zwar mehr operiert, aber nicht unbedingt mit mehr Erfolg, zeigte sich Martin selbstkritisch. OP-Risiken ließen sich nämlich nie gänzlich ausschalten. Dazu komme die große Schwierigkeit vorherzusagen, wer von einem Eingriff an der Wirbelsäule tatsächlich profitiere. Die Kriterien sind diesbezüglich strenger geworden, berichtete der Arzt von einer ständigen Gratwanderung bei solchen Entscheidungen. VN-MM ##Marlies Mohr##</p>
<p><strong>Schifahren ist unvernünftig</strong></p>
<p>&#160;Im Zunehmen begriffen sind Wirbelkanalverengungen. Der Grund: Es handelt sich um eine typische Erkrankung des höheren Alters. Die Wirbelsäule nützt sich ab, der Raum für das Rückenmark ist eingeengt, die Beweglichkeit eingeschränkt. Symptome sind unter anderem Schmerzen beim Stehen und Gehen, wobei Betroffene maximal noch 10 bis 400 Meter in einem Stück durchlaufen können. Die Therapie besteht vorzugsweise aus der Gabe von abschwellenden Medikamenten und physiotherapeutischen Maßnahmen. Es kann jedoch vorkommen, dass die Wirbelsäule operativ stabilisiert werden muss.</p>
<p><strong>Zement stabilisiert</strong></p>
<p>Bedingt durch die Zunahme an Osteoporose sind auch Wirbelbrüche weit verbreitet. Außerdem können bösartige Tumore und Entzündungen der Bandscheibe solche Wirbelbrüche verursachen. Bei Entzündungen heißt es schnell handeln, denn sie sind mitunter lebensbedrohlich, warnte OA Dr. Arno Martin. Im Normalfall heilen Wirbelbrüche von selbst, wachsen oft jedoch in einer falschen Stellung zusammen und verunmöglichen dadurch eine gerade Haltung. Als effizient hat sich das Auffüllen mit Zement erwiesen. Nach 6 bis 10 Wochen ist der Patient schmerzfrei, so Martin.</p>
<p><strong>Unklare Ursachen</strong></p>
<p>Hüft- oder Kniegelenksarthrosen sorgen bei Orthopäden ebenfalls für volle Terminkalender. Wer ein neues Hüft- oder Kniegelenk braucht, muss Wartezeiten von 6 bis 7 Monaten und länger einkalkulieren. Nach wie vor unbekannt sind die wahren Ursachen für eine Arthrose. Übergewicht, Sport, genetische Veranlagung: alles möglich, aber nichts gesichert. Wir wären froh, wenn wir die Gründe kennen würden, dann könnte man nämlich vorbeugend tätig werden, meinte Martin. Aber auch hier heißt sein Credo: ein neues Gelenk nur dann, wenn alle nicht-operativen Maßnahmen erfolglos geblieben sind. Und: Je später, desto besser. Denn: Was wir da machen, ist nicht für die Ewigkeit. Auch ein Implantat nützt sich ab.</p>
<p>Im Durchschnitt halten künstliche Gelenke 15 bis 20 Jahre. Sportliche Aktivitäten sind damit ebenfalls möglich. Lediglich das Schifahren hält Arno Martin für schlichtweg unvernünftig, weil ein Sturz alles wieder und endgültig zunichtemachen kann.</p>
<p><strong>Fragen aus dem Publikum:</strong></p>
<p>Wann sollte ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt werden?</p>
<p>Martin: Das bestimmt der Patient. Wenn aber die Schmerzen die Lebensqualität deutlich einschränken ist es sicher an der Zeit.</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video <br /></strong></p>
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		<item>
		<title>Venen sind Schwerstarbeiter</title>
		<link>http://www.vol.at/venen-sind-schwerstarbeiter/news-20101008-05395590</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 15:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Oberärztin Dr. Elisabeth König vom LKH Bregenz referierte im Wolfurter Cubus vor vollem Haus über die Venenleiden als Volkskrankheit. Die Expertin erklärte, wie Krampfadern entstehen: Nämlich durch eine ungesunde, bewegungsarme Lebensweise, Übergewicht, zu enge Hosen oder Strümpfe, langes Sitzen oder Stehen, eine ballaststoffarme Ernährung, erbliche Veranlagung (bei über 90 Prozent!) sowie Hormone und Alter.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wichtig ist die Unterscheidung zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem  und daher auch verschiedenen Krankheiten. Fünf bis sechs Liter Blut zirkulieren im Körper des Menschen, Venen und Arterien haben unterschiedliche Aufgaben. Arterien bringen das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den ganzen Körper. Die Venen holen sich das sauerstoffarme Blut aus den Organen, Muskeln, der Haut und den Knochen und bringen es zum Herz zurück. Zudem sind sie ein Speicherorgan für das Blut und für die Wärmeregulation wichtig.</p>
<p><strong>Defekte Venenklappen</strong></p>
<p>Über 90 Prozent der Blutmenge der Venen wird in der Tiefe transportiert  die beiden Systeme sind über Brückenvenen verbunden. In den Venen gibt es Venenklappen  wenn diese nicht intakt sind, dann kommt es zu einem Rückfluss des Blutes in die Beine, wodurch die krankhaften Auswirkungen entstehen.</p>
<p>Dr. König erklärte die Krampfaderntypen: die primäre Form im oberflächlichen System (angeboren, durch eine venöse Stauung, eine Veränderung der Venenwand oder nicht funktionierende Venenklappen) oder die sekundäre im tiefen System. Letztere ist nicht anlagebedingt, sie entsteht infolge von Verlegung oder Verstopfung  die weit verbreitete Thrombose. Die sogenannten Besenreiser sind harmlos, aber auch nicht zu bagatellisieren, denn es sind Vorboten für eine Venenerkrankung. Interessanterweise gibt es oft keine Symptome, betont die Expertin, auch wenn das Aussehen bedrohlich ist.</p>
<p><strong>Wichtige Ultraschalldiagnose</strong></p>
<p>Zur Diagnose ist die Ultraschall-Untersuchung eine wichtige Methode. Moderne Therapiekonzepte hängen vom Typ der Krampfadern, dem Ort, dem Ausmaß der Venenveränderungen und den individuellen Beschwerden ab. Die Verödung ist eine Methode, auch der Laser kann bei einigen Erkrankungen helfen. Das Venenstripping ist eine ganz moderne Methode, bei der eine Sonde in die Vene eingeführt und diese danach herausgezogen wird. Auch die endoskopische Technik ist bei der Venenbehandlung wichtig.</p>
<p>Die nichtoperativen Methoden erwähnte die Chirurgin auch: Es gibt Venenmittel, die in der Behandlung von Ödemen einen Stellenwert haben. Auch die Kompressionstherapie mit Verbänden spielt nach wie vor eine Rolle, allerdings betonte die Expertin, dass man sich die Kompressions-Strümpfe durch einen Arzt verschreiben lassen sollte, damit auch die passenden Modelle gewählt werden.</p>
<p>Auch das Vorbeugen von Krampfadern war ein Thema: Schwimmen, Wandern, Gehen, Skilanglauf, Radfahren, auch Golfspielen oder Tanzen wurden von Dr. König gelobt. Wogegen Krafttraining, Badminton, Surfen, Triathlon oder alpiner Skilauf nicht zu empfehlen sind. Als Merksatz gilt die Formel: Statt Stehen und Sitzen lieber Liegen und Laufen!</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM:</strong></p>
<p align="left">Welche Bedeutung haben Blutverdünnungsmittel bei erweiterten Venen oder Krampfadern?</p>
<p align="left">Dr. König: Wenn man dauerhafte Medikamente nimmt, hat man die Gefahr der Thrombose nicht. Was das oberflächliche Venensystem betrifft, hat das mit der dauerhaften Blutverdünnung aber nichts zu tun. Wichtig ist die Blutverdünnung bei einer Operation, da man die Medikamente für diese eine Zeitlang absetzen muss.</p>
<p align="left">Können Besenreiser Ursachen für einen Hautjuckreiz sein?</p>
<p align="left">Dr. König: Eigentlich nein, denn die Besenreiser sind eher etwas Harmloses, sie liegen ganz in der obersten Hautschicht. Aus der Praxis weiß ich aber, dass es Patienten mit einer reinen Besenreiserproblematik gibt, die es an den Stellen juckt  auch wenn man eigentlich nichts sieht. Eine richtige medizinische Erklärung dafür gibt es allerdings nicht.</p>
<p align="left">Sind Lehm- oder Topfenwickel richtig bei einer Venenentzündung?</p>
<p align="left">Dr. König: Das ist etwas ganz Wesentliches. Topfen wird von mir sehr häufig empfohlen, weil es ein hervorragendes Hausmittel ist, vor allem nimmt es die Entzündungen sehr gut. Auch ein Kompressionsstrumpf kann helfen.</p>
<p align="left">Kann ein Insektenstich bei vorhandenen Krampfadern eine Venenentzündung auslösen?</p>
<p align="left">Dr. könig: Das ist richtig. Es kommt zu einer entzündlichen Reaktion auf den Stich  wenn das bei einer Krampfader auftritt, kann das zu einer massiven Entzündung führen.</p>
<p align="left">Ist es sinnvoll, wenn man an den Knöcheln ziemlich blau ist, wenn man eine Hirschtalgsalbe verwendet?</p>
<p align="left">Dr. könig: Erfahrungsgemäß sind die Entfernungen von solchen Varizen schwierig  mit einer Salbe ist das kaum möglich. Am besten geht das durch Veröden, wobei man vor allem unterhalb des Knöchels und im Vorfußbereich nicht einfach so drauflos veröden darf.</p>
<p align="left">Nicht jeder Hausarzt ist ein Venenspezialist  wo finde ich einen? Gibt es am LKH Bregenz eine Ambulanz?</p>
<p align="left">Dr. König: Venenspezialisten sind immer in Abteilungen, wo auch Venenchirurgie betrieben wird. Natürlich ist das oft im Telefonbuch nicht zu finden  auch ich bin Allgemeinchirurgin. Aber wir haben alle Spezialgebiete, mit denen wir uns mehr beschäftigen. Wir haben in Bregenz keine Spezialambulanz für Krampfadern, aber sie können jederzeit in die normale Ambulanz kommen, um sich untersuchen zu lassen.</p>
<p align="left">Ich habe im Sommer immer geschwollene Beine, habe vom Arzt Venosin verschrieben. Eine Operation wollte ich nicht machen  kann ich das Medikament auf Dauer nehmen?</p>
<p align="left">Dr. König: Man sollte die Ursache der Schwellung untersuchen, dann weiß man Bescheid. Ich würde es auf jeden Fall noch einmal anschauen lassen, die Operationsmethoden haben sich in den vergangenen Jahren gewaltig verbessert.</p>
<p align="left">Kennen Sie die Mikroschaum-Methode?</p>
<p align="left">Dr. König: Sie meinen beim Veröden? Das ist eine gängige Technik  durch die Sauerstoffbeimengung kommt es zu einer rascheren Auflösung der Vene und zu weniger starken Blutergüssen. Das machen eigentlich fast alle so, ich auch.</p>
<p align="left">Was kann man vorbeugend tun, um die Elastizität der Gefäße zu erhalten  darf man auch in die Sauna?</p>
<p align="left">Dr. König: Wenn wir das immer im Vorfeld genau wüssten, müssten wir fast nicht operieren. Das hängt stark davon ab, wie stark sie vorbelastet sind. Sport wirkt in jedem Fall unterstützend  wenn sie schon ein Venenleiden haben, wird es allerdings schwieriger. Bei einem ausgeprägten Krampfadernleiden ist die Sauna nicht unbedingt günstig.</p>
<p align="left">Wenn man Venen verödet, fehlen die nachher nicht im Körper?</p>
<p align="left">Dr. König: Die Venen, die wir veröden, sind Venen, die sie nicht benötigen. Wenn man größere verödet, dann deshalb, weil sie krank und daher auch nicht intakt sind. Eine kranke Vene schadet ihnen mehr als gar keine Vene. Die Venen suchen sich ihren Weg im Körper schon wieder, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Der Hauptfluss erfolgt über die Tiefe, da haben sie genügend Blutfluss.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video:</strong></p>
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		<title>Kauen ist schon Verdauen</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 15:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wolfurt -&#160;Hinter einschlägigen Beschwerden können auch ernsthafte Krankheiten stecken.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nichts, aber auch   wirklich gar nichts, geht über   eine geregelte Verdauung.   Wenn es am stillen Örtchen   klappt, ist schon ein wichtiger   Teil des menschlichen Wohlbefindens   gegeben. Wenn   nicht, leiden Betroffene lieber   stillschweigend. Über Verstopfung   oder Durchfall wird   nicht gerne geredet, bestätigte   Dr. Michael Malin beim   Mini Med Studium, in dem   dieses Thema offen behandelt   wurde. Eine Enttabuisierung   ist deshalb wichtig,   weil hinter vermeintlich banalen   Verdauungsbeschwerden   auch ernste Krankheiten   stehen können.</p>
<p><strong>Milliarden Zellen am Werk</strong></p>
<p>Der Vortrag unter dem Titel   Kraftvoll in Schwung bleiben   bewegte die Menschen   im wahrsten Sinne des Wortes.   Der Cubus in Wolfurt war   einmal mehr fast bis auf den   letzten Platz gefüllt. Michael   Malin, Internist im LKH Feldkirch,   befasste sich mit dem   oberen Teil des Verdauungstraktes,   der vom Mund bis   zum Zwölffingerdarm reicht.   Seine klare Botschaft: Eine   gute Verdauung beginnt mit   dem Kauen. Mindestens dreißig   Mal sollte ein Speisestück   gekaut und dabei gut mit Speichel   vermengt werden. Dann   geht es durch die Speiseröhre   in den Magen, wo sich Säure   in die Nahrungsbestandteile   mischt und diese so optimal   für die weitere Verdauung   vorbereitet. Das Zentrum der   Verdauung ist der Zwölffingerdarm.   Hier sind Milliarden   von Zellen am Werk, die dafür   sorgen, dass die Nahrung   in kleinste Bausteine zerlegt   wird, damit der Organismus   die Nährstoffe aufnehmen   kann, erläuterte Dr. Michael   Malin den Vorgang.</p>
<p><strong>Zwerchfellbruch häufig</strong> Was übrig bleibt, gelangt   schließlich in den Dickdarm   und wird in Stuhl umgewandelt.   Falsche Ernährung,   Flüssigkeits- und Bewegungsmangel   sowie Stress können   jedoch einen zu festen und   trockenen Stuhl verursachen   und zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden   führen.   Leitsymptome dafür sind   u. a. Mundgeruch, Schluckstörungen   ohne Schmerzen   zu haben, Ausstülpungen in   der Speiseröhre, sogenannte   Divertikel, Speiseröhrenkrebs   und ein Kropf. Solche Erkrankungen   werden mittels Magenspiegelung   oder Röntgen   diagnostiziert.   Sehr häufig steckt hinter   Verdauungsproblemen ein   Bruch des Zwerchfells. Dabei   gelangen Magenanteile   in den Brustkorb, was zu   Völlegefühl und Sodbrennen   führt, erklärt der Internist.   Die Therapie heißt in diesem   Fall Gewichtsreduktion, kleine   Mahlzeiten, keine Zigaretten   und Säureblocker.</p>
<p><strong>Verschiedene Ursachen</strong></p>
<p>Sodbrennen kann allerdings   auch Symptom der Refluxerkrankung   sein. Etwa 30   Prozent der Bevölkerung   leiden darunter, dass der   Verschlussmechanismus der   Speiseröhre zum Mangen   nicht mehr intakt ist. Auch   hier sind Abnehmen, der Verzicht   auf Alkohol und Nikotin   sowie Medikamente erste   Therapiewahl. Außerdem   sollte man die letzte Mahlzeit   nicht zu spät einnehmen   und mit hochgestelltem   Kopf schlafen, da sich das   Sodbrennen im Liegen verstärkt.   Pilzinfektionen, Zöliakie,   die Unverträglichkeit   gegen das Getreideeiweiß   Gluten, Herzerkrankungen   sowie Zwölffingerdarm- und   Magengeschwüre sind ebenfalls   Leiden, die das Verdauungssystem   beeinträchtigen   können. Bei Magengeschwüren   gilt es laut Michael Malin   vor allem das Vorhandensein   des Helicobacter Pylori abzuklären.   Ohne antibiotische   Behandlung würde das Bakterium   nämlich weiter ungehindert   im Magen wüten.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video:</strong></p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="  http://media.vol.at/video/vortraege/2010_09_29_unangenehme_verdauungsbeschwerden.html" width="636"></iframe></p>
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		<item>
		<title>Nicht jeder ist gleich dement</title>
		<link>http://www.vol.at/nicht-jeder-ist-gleich-dement/news-20100924-05413795</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 15:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wichtig bei Verdacht auf Demenz ist eine möglichst genaue Abklärung.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Albert Lingg, Leiter der Psychiatrie II im LKH Rankweil, verhehlte dem Publikum sympathischerweise auch seine eigenen Unzulänglichkeiten nicht. Zweimal, erzählte Lingg, habe er an diesem Morgen zurück ins Haus müssen, um vergessene Sachen zu holen. Und du willst einen Vortrag über Demenz halten&#8221;, scherzte daraufhin seine Frau. Womit er aber schon beim Thema war. Nur hin und wieder etwas verlegen oder vergessen ist noch keine Demenz&#8221;, stellte Lingg klar. Erst, wenn die Bewältigung des Alltags deutlich erschwert wird und die Dauer der Störungen über sechs Monate hinausgeht, muss an mehr als nur eine Alterserscheinung gedacht und eine Abklärung veranlasst werden.</p>
<p><strong>Gespräch mit Angehörigen</strong></p>
<p>Das Wesentlichste in diesem Zusammenhang ist laut Lingg das Gespräch mit den Angehörigen. Betroffene selbst würden ihre Probleme nämlich eher herunterspielen. Die persönliche Anamnese, eine psychologische Testung und die Untersuchung des Gehirns mittels bildgebender Verfahren erlauben eine sehr sichere Diagnose. Eine hausärztliche bzw. internistische Abklärung ist wichtig, um andere, die Hirnfunktion beeinträchtigende Krankheiten bzw. Einflüsse auszuschließen. Entzündungen oder eine Blutung, die aufs Hirn drückt, können sich ebenso negativ auf das Gedächtnis auswirken wie Medikamente&#8221;, zählte der Psychologe auf. Selbst eine Depression kann eine Pseudo-Demenz verursachen. Und: Es gibt Demenzen, die heilbar sind. Das alles sei zu berücksichtigen.</p>
<p>Die häufigste und bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimerkrankheit. Dabei häufen sich in jenem Hirnareal, in dem unser lexikalisches Gedächtnis sitzt, zu viele Eiweißkörper an, die in der Folge die Hirnfunktion zerstören. Einzig das Altgedächtnis funktioniert, sofern der Betroffene in seiner ursprünglichen Umgebung bleiben kann. Auch Gefäßverkalkungen können Demenz begünstigen.</p>
<p><strong>Bewegung als Prävention</strong></p>
<p>Die Medizin unterscheidet bei der Demenz drei Stadien: Es beginnt mit Vergesslichkeit, geht über in Verhaltensauffälligkeiten und endet in der absoluten Pflegebedürftigkeit. Das kann schnell oder langsam gehen&#8221;, so Albert Lingg. Doch je früher eine Demenz auftritt, umso heftiger verläuft sie, was vor allem bei erblich bedingten Demenzen der Fall ist. Der größte Risikofaktor für eine Demenz stellt zwar das Alter dar. Aber auch mangelnde geistige und körperliche Aktivität gelten als Ursache. Es ist nie zu spät, mit Bewegung anzufangen&#8221;, legte der Arzt den Mini-Med-Besuchern ans Herz. Das ist eine Möglichkeit der Prävention. Eine andere besteht darin, Vorschädigungen des Gehirns zu verhindern. Nur müsse das schon in jungen Jahren geschehen. Ebenso sollte alles vermieden werden, was die Gefäße belastet, wie Rauchen, Bluthochdruck oder ein schlecht eingestellter Diabetes.</p>
<p><strong>Auch Humor hilft</strong></p>
<p>Von beworbenen Pulvern und Säften rät Albert Lingg ab. Bei keinem dieser Mittel sei der Nachweis einer Wirksamkeit erbracht. Dieses Geld könnte man besser investieren&#8221;, meinte er. Etwa in dementengerechte Heime, an denen es überall noch fehlt. Wie wir alt werden, können wir uns nicht aussuchen. Aber man sollte jemanden haben, der lieb zu einem ist. Deshalb räumen Sie Konflikte frühzeitig aus&#8221;, lautet der abschließende Ratschlag des Psychiaters. Auch Humor helfe über vieles hinweg.</p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010_09_22-minimed-Demenz.html" width="636"></iframe></p>
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	</item>
		<item>
		<title>&#220;ber Struwwelpeter und Co.</title>
		<link>http://www.vol.at/ueber-struwwelpeter-und-co/news-20100618-06010442</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 16:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mvonbank</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Kindliche und jugendliche Verhaltensstörungen beim Mini-Med-Abend in Wolfurt.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der letzten Mini- Med-Veranstaltung des Frühjahrssemesters referierten mit Oberärztin Maria Vermaar von der Kinder- und Jugendstation des LKH Rankweil und Wolfgang Menz, dem Leiter der Carina in Feldkirch und Bregenz, zwei Kinder- und Jugendpsychiater über Verhaltungsstörungen.</p>
<p>Vor 150 Jahren hat Heinrich Hoffmann in seinen Struwwelpeter-Geschichten bereits die wichtigsten und heute noch aktuellen Störungen in der Jugendpsychiatrie beschrieben, so Dr. Veraar, die mit einem Sokrates-Zitat über die Jugend vor 2500 Jahren belegte, dass die Erwachsenen immer schon ihre liebe Not mit der Entwicklung hatten. Dr. Menz erwähnte mit der Kinderrechtsbewegung oder der antiautoritären Erziehung Strömungen gegen die Erziehung der Kinder: Diese etwas weiche, unklare Erziehung führt teilweise zu ziemlichen Schwierigkeiten  sogar Gewalt von Kindern gegen Eltern ist inzwischen nicht mehr so selten.</p>
<p><strong>Zauberwort Entwicklung</strong></p>
<p>Das Zauberwort der Kinder- und Jugendpsychiater heißt Entwicklung. Die Frage dabei: Ist diese ein Programm, das auf verschiedene Ebenen (körperlich, psychologisch und auf sozialer Ebene) von selber abläuft? Psychopathologische Phänomene sind Krankheitszeichen im Kindheits- und Jugendalter und oft nur im Entwicklungskontext zu verstehen, so Dr. Menz. Psychische Störungen im Säuglingsalter (Schreien, Schlaf- oder Fütterstörungen), beim Kleinkind oder in der mittleren Kindheit werden oft durch multiple Einflüsse aus Elternhaus, Schule, der Gleichaltrigen-Gruppe und Medien erzeugt. Das Jugendalter sieht Dr. Veraar als Stromschnelle der Entwicklung. Da geht vieles sehr schnell. Die Themen Autonomie, Selbstständigkeit, Identität, Sexualität und Autorität werden aktuell, da ist auch Kompromissbildung notwendig.</p>
<p>Auffälligkeiten sind laut Dr. Menz nicht so einfach zu erkennen: Dieses Alter ist sehr turbulent. Was ist normal, was passt noch gut hinein? Erkrankungen treten oft nur phasenweise auf  andere, echte Erkrankungen, bleiben. Nach außen gerichtete Symptome (Hyperaktivität, Aggressionen etc.) sind leicht zu bemerken, nach innen gerichtete (wie Ängste, Depressionen, sozialer Rückzug etc.) finden aber oft im Verborgenen statt. Ursachen von Verhaltungsstörungen sind neben biologischen (Gene, Konstitution, organische Erkrankungen) auch psychische und Umweltfaktoren. Das können individuelle Stressoren wie Verletzlichkeit, schwieriges Temperament oder unterdurchschnittliche Intelligenz sein, aber auch Umwelt-Stressoren wie materielle Notlagen, chronische Disharmonie in der Familie oder Misshandlungen. Es gibt aber auch Schutzfaktoren, wie ein positives Temperament, überdurchschnittliche Intelligenz, hohe Resilienz (Widerstandsfähigkeit) oder&#160; stabile emotionale Beziehungen.</p>
<p><strong>Der Zappelphilipp</strong></p>
<p>In der Folge widmeten sich die Experten Erkrankungen wie dem sprichwörtlichen Zappelphilipp. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sind in keiner Weise spezifisch. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit) ist eine seit langem bekannte Störung mit gut definierten Verhaltens&#173;auffälligkeiten. Kennzeichen sind Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität. Betroffene Kinder hören scheinbar nicht zu, werden häufig von äußeren Reizen abgelenkt, können Arbeiten schlecht organisieren. Die Erkankung kann mit depressiven Stimmungen einhergehen, auch ein gestörtes Sozialverhalten, Tics und Angstzustände sind möglich. Der Psychiater erklärte die Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung.</p>
<p>Dr. Veraar widmete sich dem Thema Depressionen: eine Erkrankung, die schon bei Säuglingen auftreten kann und sich in allerlei Symptomen äußert. Bei den Jugendlichen wird sogar zwischen männlicher und weiblicher Form, die sich mit anderen Merkmalen äußert, unterschieden. Die Behandlung erfolgt über die Änderung der Lebensumstände, eine Psychotherapie oder auch Medikamente (bei schweren Fällen). Dr. Menz zeigte am Ende die Kinder- und Jugendpsychiatriestrukturen in Vorarlberg, die es erst seit 2007 in dieser Form gibt, auf.&#160;&#160;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Fragen aus dem Publikum</span></p>
<p align="left">Es gibt nicht so viele Problemkinder, wie man glaubt. Die AKS-Sprechtage sind aber voll, diverse Stationen überfüllt, bei den Jugendpsychiatern gibt es kaum Termine.</p>
<p>Dr. Menz: Es gibt uns zuwenig, das ist das Problem. Wir haben fünf- bis siebentausend Kinder in Vorarlberg, die in diesen Raster fallen. Da sind wir viel zu wenige, um das zu betreuen. Zum anderen ist die Gesamtproblematik aber nicht so dramatisch, wie man diversen Berichten nach annehmen könnte. Im Gefühl der Menschen nehmen diese Störungen des Sozialverhaltens von Jugendlichen zwar zu  dafür nimmt anderes aber ab, wie man aus Studien erkennen kann.</p>
<p align="left">Ich habe als Volksschullehrerin auch Fälle, die in der Carina abgeklärt wurden  für uns ist die lange Wartezeit aber schon ein Problem. Ist da für die Zukunft ein Ausbau vorgesehen?</p>
<p>dr. Menz: Diese Frage begleitet mich schon seit 30 Jahren  ich behaupte immer, wenn ich noch zwei Carinas hinstelle, sind die genauso voll wie die zwei bisher. Für Vorarlberg wurden 40 Bettenplätze errechnet, da könnte man schon noch etwas dazu tun. Die andere Seite ist, dass wir in den Vorfeldern mehr tun müssten. Gerade wenn man die schwierigen Kinder über den Tag betreuen würde, gäbe es weniger, die zu uns auf die Station kommen würden.</p>
<p align="left">Wo liegt denn der Unterschied zwischen ADHS und ADS?</p>
<p>Dr. Menz: Ersteres heißt Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, beim zweiten wird die Hyperaktivität herausgenommen.</p>
<p align="left">Wie groß ist die Gefahr, das aus depressiven Kindern oder Jugendlichen depressive Erwachsene werden?</p>
<p>Dr. Veraar: Wenn man davon ausgeht, dass es sich um eine echte Depression handelt  dann muss man sagen, dass ein Drittel dieser Kinder auch im Erwachsenenalter mit Depressionen zu tun hat.</p>
<p align="left">Wie kann man vorgehen, wenn man ein Verhaltenstraining möchte? Bisher machen wir das mit unserer Tochter in Innsbruck.</p>
<p>Dr. Veraar: Es kommt auf die Verhaltensproblematik an. Bei ADHS haben sich an den AKS-Stellen spezifische Stellen entwickelt, gerade bei ADHS-Kindern. Das wird an verschiedenen AKS-Stellen angeboten, zum Teil sogar beim IfS.</p>
<p>Dr. Menz: Es gibt auch das Marberger Konzentrationstraining, das an verschiedenen AKS-Stellen angeboten wird.</p>
<p align="left">Haben Sie irgendwelche Tipps im Umgang mit so Zappelphilipps, und wie man sie am besten fördern kann in der Schule?</p>
<p>Dr. Menz: Jede Menge. Etwas, was den Zappelphilipps gut tut, sind klare Regeln  also eher die kurze Leine, wenn man das mal sagen darf. Klare Aufforderungen, klare Grenzen. Wenn man glaubt, man müsste ihnen nur den Raum geben, und sie würden sich abreagieren und dann ruhig werden, dann ist das ein Irrtum, das funktioniert nicht. Die Kinder haben auch ein Geschick, die Eltern in verschiedenen Bereichen gegeneinander auszuspielen  man sollte sich da absprechen und sich vielleicht auch mit externer Hilfe untereinander abstimmen.</p>
<p align="left">Wie kann man den Kindern Aufmerksamkeit geben?</p>
<p>Dr. MEnz: Wenn es die Kinder interessiert, sind sie unglaublich aufmerksam. Das Problem ist, dass dies auch eine Rolle spielt, wenn es etwas langweiliger wird  und in der Schule ist nicht immer alles für alle interessant. Darum sind diese Aufmerksamkeittrainings auch schwierig. Jassen wäre ein sehr gutes Training. Ob das auf die Schule übertragen werden kann, da bin ich aber sehr skeptisch. Das ist eine schwierige Thematik.</p>
<p><strong>Im Dickdarm geht´s langsam voran</strong></p>
<p>. Im zweiten Teil des   Vortrages erläuterte OA Dr.   Thomas Flatz, ebenfalls Internist   im LKH Feldkirch, die   Rolle des Dickdarms bei der   Verdauung. Die ist zwar eher   klein, kann aber trotzdem   gehörig Ärger machen. Der   Dickdarm dient lediglich der   Rückgewinnung von Wasser   und Elektrolyten aus der   Nahrung, so Flatz. Zwischen   10 bis 90 Stunden kann es   dauern, bis die unverdauten   Nahrungsreste den Dickdarm   passiert haben. Erfolgt die   Passage zu langsam, kommt   es zu Verstopfung. Geht es   zu schnell, ist Durchfall die   Folge.</p>
<p><strong>Abgrenzungen vornehmen</strong></p>
<p><strong>&#160;</strong> Von Verstopfung spricht die   Medizin, wenn die Stuhlentleerung   über mehrere Tage   nicht funktioniert und dazu   Bauchschmerzen auftreten.   Ursache ist meist keine zu   finden und eine ärztliche Abklärung   selten nötig. Anders   beim akuten Darmverschluss.   Da handelt es sich um eine   schwerwiegende Erkrankung,   warnte Thomas Flatz.   Bei hartnäckiger Verstopfung   kann eine Druckmessung im   Bereich des Schließmuskels,   die Bestimmung der Transitzeit   sowie die Prüfung der   Beckenbodenfunktion Aufschluss   über mögliche Ursachen   bringen.   Durchfälle wiederum sind   Abwehrmechanismen des   Körpers gegen Erreger. Allerdings   gibt es auch eine Reihe   von ernsthaften Darmerkrankungen,   die zu chronischen   Durchfällen führen, machte   der Oberarzt deutlich. Der   Morbus Crohn ist eine davon.   Unangenehm, aber nicht gefährlich   sind Blähungen. Sie   entstehen, wenn beim bakteriellen   Abbau von Ballaststoffen   zu viel Gas entsteht, das   nicht entweichen kann.</p>
<p><strong>Blut im Stuhl beachten</strong></p>
<p>Ein wichtiges Thema im Zusammenhang   mit dem Darm   ist Blut im Stuhl. Sogenanntes   Teerblut stammt aus dem   Magen, frisches Blut aus dem   Dickdarm, erläuterte Flatz   den Unterschied. Die harmlosere   Ursache können kleine   Risse sein. Im Ernstfall kann   es Dickdarmkrebs bedeuten.   Deshalb sollte immer eine   Dickdarmspiegelung vorgenommen   werden, lautete der   ärztliche Ratschlag. Auch gutartige   Polypen im Darm haben   die Eigenschaft, in Krebszellen   auszuarten. Deshalb werden   sie im Zuge einer Koloskopie   meist gleich mit einer Schlinge   entfernt. Das ist wichtig, weil   Tumore oft erst in fortgeschrittenem   Stadium Beschwerden   machen. Flatz verwies auf die   kostenlose Darm-Vorsorgespiegelung,   die ab dem 50. Lebensjahr   in Anspruch genommen   werden kann.</p>
<p><strong>Fragen Aus   Dem Publikum</strong></p>
<p>Ist eine Zöliakie angeboren?</p>
<p>Malin: Die Zöliakie muss man   sich quasi erwerben, also Gluten   zuführen. Deshalb kann   diese Allergie auch noch in   höherem Alter auftreten. Den   Grund kennt man noch nicht.</p>
<p>Wer ist im medizinischen   Bereich für Darmprobleme   zuständig?</p>
<p>Flatz: Bei Operationen ist der   Chirurg zuständig, für alles   andere der Internist.</p>
<p>Was halten Sie von Flohsamenschalen?</p>
<p>Flatz: Wenn Sie eine ballaststoffreiche   Ernährung brauchen,   können Sie Flohsamen   nehmen.</p>
<p>Wie läuft eine Darm-Vorsorgeuntersuchung   ab?</p>
<p>Flatz: Man kommt zum   Vorgespräch, erhält ein   Abführmittel, das man nach   Plan trinken muss, dann   erfolgt die Untersuchung   entweder unter Betäubung   oder ohne. Sie dauert ca.   dreiviertel Stunden und ist   auch beim niedergelassenen   Arzt möglich</p>
<p>Wie kann man die Darmdurchblutung   fördern?</p>
<p>Flatz: Das ist ein schwieriges   Kapitel, weil die Ursache der   Störung häufig unklar ist.   Oft sind Gefäßschäden an   anderen Organen vorhanden.   Man kann jedoch nur   die Blutplättchen hemmen,   um die Durchblutung in   den Engstrecken im Darm   zu fördern. Beim Dickdarm   stirbt in aller Regel nur die   Schleimhaut ab. Die erholt   sich aber wieder sehr gut.</p>
<p>Wie wirkt sich die Einnahme   von Morphinpräparaten auf   Magen und Darm aus?</p>
<p>Malin: Morphinpräparate   setzen die Transportfunktion   von Magen und Darm herab.   Das führt sehr oft zu Verstopfung.   Bei Dauerbehandlung   ist deshalb die regelmäßige   Einnahme von Abführmitteln   nötig. Sie verursachen   jedoch keine relevanten Veränderungen   an den Organen   selbst.</p>
<p>Wenn ich in der Früh einen halben   Liter Kaffee trinke, ist die   Milch oder der Kaffee an einem   dünnen Stuhlgang schuld? Bei   einem Viertelliter passiert das   nicht.</p>
<p>Flatz: Das ist wie vieles in   der Medizin eine Frage der   Dosierung. Der halbe Liter ist   zu viel, der Viertelliter wird   in diesem Fall wohl gerade   richtig sein.</p>
<p>Wie schnell metastasiert ein   Darmtumor?</p>
<p>Flatz: Er metastasiert erst ab   einer bestimmten Eindringtiefe   und dann in aller Regel   zuerst in die Leber.</p>
<p>Kommen die Metallklammern,   die im Darm gesetzt werden,   wieder heraus und wie funktioniert   das Darmtraining?</p>
<p>Flatz: Wenn man Stuhldrang   hat, sollte man dem nachgeben,   sich 15 Minuten Zeit   nehmen und so lange auf der   Toilette sitzen. Die Metallklemmen   bleiben im Darm.   Sie gehen mit dem Stuhlgang   ab. Die Schleimhaut heilt   problemlos unter den Klemmen   ab.</p>
<p>Was heißt kraftvoll in Schwung   bleiben?</p>
<p>Flatz: Wenn man gesund   ist . . .   Malin: . . . und vital lebt.</p>
<p>Soll man bei Reflux die Säureblocker   prophylaktisch einnehmen?</p>
<p>Malin: Das kann man   machen, wenn man nie   beschwerdefrei wird, gehört   das Sodbrennen aber abgeklärt.</p>
<p>Wie viele der gesunden   Joghurt-Bakterien erreichen   den Dünndarm?</p>
<p>Flatz: Man muss schon eine   große Menge zu sich nehmen,   weil sehr wenige Bakterien   das saure Magenmilieu   überleben.</p>
<p>Ab wann und wie lange darf   man Abführmittel nehmen?</p>
<p>Flatz: Wenn nichts mehr   hilft, soll man Abführmittel   nehmen, aber solche, die   keine Gewöhnungseffekte   machen, sondern das Volumen   im Darm vermehren.   Dazu zählen beispielsweise   Faserpräparate. Vorrangig   sollte man jedoch versuchen,   die Verdauung durch Bewegung   und ballaststoffreiche   Ernährung zu regeln.</p>
<p>&#160;</p>
<p><strong>Der Vortrag als Video</strong></p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010-06-16-minimed-psychische_probleme.html" width="636"></iframe></p>
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		<item>
		<title>Wie k&#246;nnen Probiotika helfen?</title>
		<link>http://www.vol.at/wie-koennen-probiotika-helfen/news-20100611-09290671</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svalentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Oberarzt Dr. Bert Grießhammer vom LKH Bregenz begann seinen Vortrag provokativ mit dem Ausdruck Mistthema  auch wenn dies nur aus der Sicht des Darmexperten zu sehen war. Sein Urteil über die im Handel erhältlichen Probiotika fiel nicht wirklich positiv aus.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--     @page { margin: 2cm }     P { margin-bottom: 0.21cm } -->
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Sie sind in aller Munde. Hauptsächlich als Joghurts, Milch, Quark, Müsli, jetzt aber auch schon als Wurst. Deshalb begann Grießhammer mit der Erklärung, was Darmbakterien für den Körper bedeuten.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE">Es gibt krankheitsmachende (pathogene), wie Salmonellen etc., dazu (meist) unschädliche, und schließlich gesundheitsfördernde, eben die Probiotika. Die wissenschaftliche Definition: Probiotika sind lebende, nicht krankmachende Keime, die   in ausreichender Zahl verabreicht  einen vorsorgenden oder therapeutischen Effekt auf den Wirt haben.</p>
<p lang="de-DE"><strong><span><span lang="de-DE"><span>Pro-, Prä- und Antibiotika </span></span></span><span><span lang="de-DE"><span>&#8230;</span></span></span></strong></p>
<p lang="de-DE">Der Fachmann erklärte den Unterschied zwischen Pro- und Antibiotikum, wobei letztere für ihn die wichtigste Erfindung in der Medizin  und das beste Medikament, das wir haben, bedeuten. Präbiotika wiederum sind Subs-<br />tanzen, die im Dünndarm nicht verdaut und so erst im Dickdarm durch die Darmbakterien verarbeitet werden, z.B. Inulin, Pektine oder Lactulose. Sie fördern das Wachstum von Bifidobakterien und Lactobazillen und haben sehr wohl einen gesundheitsfördernden Aspekt.</p>
<p lang="de-DE">Das Problem dabei sind die Wirkmechanismen, die sehr vielfältig sind  Grießhammer betonte, dass Probiotika nicht wie Medikamente anwendbar sind: Es ist sehr schwierig, das richtige Probiotikum für die richtige Anwendung zu finden.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Vieles noch Science Fiction</strong></p>
<p><span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Probiotika können die Verdrängung krankmachender Keime von der Darmwand und in der Folge weniger Darminfekte und Durchfälle bewirken, auch die Beeinflussung von Entzündungszellen ist möglich. Das Fazit des Oberarztes ist aber noch wenig ermutigend: Es gibt sehr viele Anwendungsmöglichkeiten, aber das ist alles noch Science Fiction. Die Dinge wurden im Labor getestet, aber es ist noch nicht erwiesen, dass es beim Menschen auch so funktioniert!</span></span></span></span></p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>So wären Übergewicht und Unterernährung behandelbar, könnten krankmachende Bakterien zum Absterben gebracht werden, aber: Es gibt keinen probiotischen Mikroorganismus, der alle diese Eigenschaften aufweist! Für Grießhammer ist es wichtig, zwischen probiotischer Nahrung und Medikamenten zu unterscheiden: Bei Medikamenten sind viele Versuche, wie und in welcher Zusammenstellung sie funktionieren, notwendig. Bei Nahrungsergänzungsmitteln genügt nur irgendein Nachweis nötig, dass ein positiver Effekt möglich ist. Und das oft nur im Labor, teilweise überhaupt nicht auf den Menschen anwendbar! Für Grießhammer ist wichtig: </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Man kann diese Produkte nicht nur einmal einnehmen, und die gesunden Darmbakterien wachsen dann weiter. Wenn Sie aufhören, die Probiotika einzunehmen, sind die positiven Bakterien in kurzer Zeit wieder weg. <br /></span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><strong>Kosten und Nutzen vergleichen</strong></p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Der Fachmann weiter: Ich will die Produkte nicht schlecht machen. Vielleicht schmeckt es wirklich besser, vielleicht hat man mehr Kraft  aber man sollte auch überlegen, ob es wirklich was bringt, und ob es das wert ist. </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Ein wichtiges Detail: Die positiven Bakterienstämme überstehen meist nur in sehr geringem Prozentsatz die Magensäure  deren Aufgabe es ja hauptsächlich ist, Bakterien abzutöten. Bis die Probiotika im Dickdarm ankommen, wo sie ja wirken sollten, ist meist nur noch ein kleiner Teil übrig. </span></span></span></span></p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Dr. Thomas Flatz widmete sich dem Thema Darmflora und Immunsystem als Grundlagen unserer Gesundheit. Die Darmflora dient der Förderung des Stoffwechsels der Darmzellen sowie der Stimulation der Darmbewegungen und Ausbildung des darmassoziierten Immunsystems. </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Sie  wird schon als Kind erworben  und ist ganz wichtig für die Zusammensetzung und Prägung des menschlichen Immunsystems im Darm. </span></span></span></span></p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Der Darm dient als Barriere: Er muss Nährstoffe aufnehmen, Giftstoffe dürfen aber nicht in den Körper gelangen. Dr. Flatz erklärte Störungen der Darmflora, der Immunabwehr (Zöliakie) und auch die chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Bei der Zöliakie ist eine völlige Symptomfreiheit etwa nur bei strikter glutenfreier Diät (dem Verzicht auf die meisten Getreidesorten), und das lebenslang, möglich. </span></span></span></span></p>
<p><strong>Fragen aus dem Publikum </strong>
<p><strong>Hat der Darm auch etwas mit der psychischen Gesundheit zu tun?</strong></p>
<p>Dr. Flatz: Wenn der Darm gesund ist, ist die Psyche vielleicht auch gesund, und umgekehrt. Eine Beeinflussung ist sicher gegeben  man glaubt inzwischen aber nicht mehr, dass die Colitis Ulcerosa eine psychische Erkrankung ist. Dr. Grießhammer: Bei jeder Erkrankung spielt die Psyche eine Rolle. Die funktionellen Darmerkrankungen (jeder Dritte weltweit ist betroffen) zeichnen sich durch Schmerzen aus. Es gibt dabei drei Faktoren als Verstärkung: Stress, Nahrungsmittel  und die Menstruation.</p>
<p><strong>Es heißt ja so schön, an apple a day keeps the doctor away  hilft das Essen von Obst?</strong></p>
<p>Dr Flatz. Ich glaube schon, dass es dem Darm guttut. Man braucht eine gewisse Menge an Ballaststoffen, die im Obst vorhanden sind  das ist sicher gut für den Darm.</p>
<p><strong>Ist eine Entgiftung des Darms möglich  kann eine Mayr-Kur helfen?</strong></p>
<p>Dr. Grießhammer: Ich habe keine Ahnung von der Mayr-Kur. Aber ich glaube, dass sich der Darm nach kurzer Zeit wieder mit den ganz normalen Keimen besiedelt  bin aber kein Experte. Mag für eine Woche ganz nett sein, man fühlt sich dann eine Zeitlang auch besser.</p>
<p><strong>Ist eine Entgiftung überhaupt nötig?</strong></p>
<p>Dr. Flatz: Es gibt verschiedene Institute, die anbieten zu bestimmen, welche Keime man im Darm hat. Das ist eine Geschäftemacherei  70 Prozent der Bakterien im Darm kann man nicht kultivieren, und demnach auch keine Aussage treffen. Vermeiden Sie es, sich irgendwie Geld abknöpfen zu lassen für solchen Nonsens.</p>
<p><strong>Angeblich sind ja 40 Prozent der älteren Menschen mit Helicobakter infiziert  wird das nur behandelt, wenn Komplikati- onen auftauchen?</strong></p>
<p>Dr. Flatz: Man weiß nicht, wer die 40 Prozent sind. Man behandelt das grundsätzlich dann, wenn jemand eine Folgeerkrankung dieses Keimes hat. Sonst ist er wahrscheinlich relativ harmlos  in anderen Ländern 70 Prozent der Bevölkerung infiziert.</p>
<p><strong>Stimmt es, dass im Dickdarm Schlacken verbleiben, und dass man dem mit Darmspülungen entgegenwirken kann?</strong></p>
<p>Dr. Flatz: Das glaube ich nicht. Der Transport des Stuhlganges ist notwendig, jeder hat seine eigene Darmflora  da ist keine Entschlackung notwendig, ich sehe wieder eher eine Geschäftemacherei.</p>
<p><strong>Welchen gesundheitlichen Wert hat ein ganz normales Joghurt?</strong></p>
<p>Dr. Grießhammer: Das esse ich sehr gerne, es ist auch sicher nicht schädlich. Ob ein gesunder Mensch Joghurt braucht, sei dahingestellt  ich bezweifle, dass da viel von diesen lebenden Keimen im Dünndarm ankommen. Schaden wird es nichts, brauchen tun wir es eher nicht  es ist aber sicher sinnvoller als Cornflakes.</p>
<p><strong>Was halten Sie von der Bifidus-Milch?</strong></p>
<p>Dr. Grießhammer: Ich bin kein Mikro-Biologe. Es reicht nicht, irgendwelche Bifido-Bakterien zu nehmen  das ist einfach zu ungenau. Die positive Wirkung tritt nur ein, wenn Sie genau den richtigen Bakterienstamm zu sich nehmen. Sie werden keinen Schaden anrichten  man fühlt sich nach einem Joghurt wohler, schon allein, weil es leicht verdaulich ist.</p>
<p><strong>Wenn gesunde Ernährung oder probiotische Medikamente keine dauerhafte Verbesserung der Darmflora erreichen können  was ist dann Ihre Maßnahme?</strong></p>
<p>Dr. Grießhammer: Es gibt Daten, dass diese Präparate schon gegen leichte Verstopfung wirken können. Wenn Sie es probieren, und es hilft Ihnen, dann nehmen Sie es halt. Es gibt auch andere Mittel dagegen. Wenn Sie es mit Ihrem Geldbeutel vereinbaren können, nehmen Sie es halt.</p>
<p><strong>Aber eine gesunde Darmflora ist wichtig?</strong></p>
<p>Dr. Grießhammer: Das Immunsystem muss trainiert werden  die Immunabwehr lernt, auf die Erreger zu reagieren. Deshalb passiert dieses Training bereits in der Frühphase. Stillen scheint zum Beispiel einen sehr günstigen Effekt zu haben.</p>
<p><strong>Darmflora und Immunsystem </strong></p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010-06-09-minimed-darmflora.html" width="636"></iframe></p>
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		<item>
		<title>Woher kommt der Schmerz?</title>
		<link>http://www.vol.at/woher-kommt-der-schmerz/news-20100528-03424958</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 13:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Rheumatoide Erkrankungen und ihre Behandlung als Thema beim Mini Med-Abend.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Primar Dr. Günter Höfle vom LKH Hohen&#173;ems begann den Vortrag im Wolfurter Cubus mit den verschiedenen Rheumaerkrankungen. Es gibt 400 verschiedene, so der Fachmann, der Begriff Rheuma steht für fließenden Schmerz. Die große Kunst des rheumatologisch tätigen Arztes ist es nun, herauszufinden, warum der Schmerz zustandekommt. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><strong>Verschiedene Erkrankungen</strong></p>
<p lang="de-DE">Der Primar stellte die Rheumatoide Arthritis und entzünd&#173;liche Wirbelsäulen&#173;er&#173;krankungen (Morbus Bechterew, Gelenksentzündung bei Schuppenflechte, chronisch entzündliche Darmerkrankungen) vor. Hinter der Kristallarthropathie versteckt sich die Gicht, auch die reaktive Arthritis (Gelenksentzündung im Anschluss an Infektionen) wurde erklärt. Schließlich kamen die Polyarthrose, die Abnützung der Knorpel in den Gelenken, sowie die Fibromyalgie (Weich&#173;teilrheuma) zur Sprache. Dr. Höfle erklärte, welche Beschwerden auf welche Erkrankung hindeuten, auch wenn natürlich nur der Fachmann eine genaue Diagnose stellen und Behandlungsmöglichkeiten einleiten kann. Die Schuppenflechtenkrankheit (Psoriasis) etwa betrifft nicht nur die Haut, sondern kann auch innerlich Auswirkungen auf die Gelenke haben. Bei der Gicht können die Patienten die Harnsäure im Körper nicht richtig abbauen, was sich vor allem in den Gelenken sehr schmerzhaft auswirkt. Hauptauslöser sind starker Fleisch- und Alkoholgenuss  die Gichtschübe können unbehandelt immer wieder kommen und sogar Schädigungen der Niere mit sich bringen.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Sehr schwierige Diagnose</strong></p>
<p lang="de-DE">Das Hauptproblem der rheumatoiden Arthritis ist die Diagnose  aufgrund der unklaren Symptome ist es nicht so ganz einfach, der Erkrankung auf die Spur zu kommen. Der Rheuma-Faktor, ein gegen den körpereigenen Abwehrstoff gerichteter Abwehrstoff des Immunsystems, spielt dabei eine wesentliche Rolle: Das klingt paradox, ist aber ein wesentlicher Faktor  70 bis 80 Prozent der Rheumapatienten haben einen positiven Wert.</p>
<p lang="de-DE">Primar Dr. Christian Huemer vom LKH Bregenz beschäftigte sich mit dem Rheuma im Kindes- und Jugendalter. Das Spektrum reicht dabei von der chronischen Arthritis (Gelenksentzündung), Kollagenosen bis zu Gefäßentzündungen und Fieberschüben, die eine Rheumaerkrankung als Ursache haben. Die Behandlung ist nicht einfach, durch neue Medikamente haben sich die Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert.</p>
<p lang="de-DE">Dr. Höfle widmete sich der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis. Die reicht von der Ernährung über Ergo- und Physiotherapie, den Knochenschutz (durch Medikamente und eine Trainingstherapie), Schutz vor Gefäßverkalkung (nicht rauchen, Bewegung, Cholesterin und Blutdruck optimal einstellen) sowie lokalen Infiltrationen (Injektionen in einzelne Gelenke). Schließlich kann auch eine Operation  etwa die Versteifung einzelner Gelenke oder sogar ein Gelenksersatz  die Lösung der Probleme bringen. Auch der Nutzen von Impfungen, da Rheumakranke durch die Störung des Immunsystems etwas infektanfälliger sind, wurde vom Primar betont.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Medikamentöse Methoden</strong></p>
<p lang="de-DE">Primar Huemer zeigte die medikamentösen Behandlungsmethoden. Therapieziel ist es nicht, die Ursache der Krankheit zu beseitigen  eine kausale Therapie ist nicht möglich. Es geht vielmehr darum, die Krankheitsaktivität zu eliminieren, Gelenksfunktionen zu normalisieren sowie Langzeitschäden zu verhindern. Damit sollen auch Schäden an inneren Organen verhindert sowie die Lebensqualität allgemein gesichert werden. Die Stufe eins der Therapie sind traditio&#173;nelle Entzündungshemmer. Danach kommt die wesentliche Stufe, die Basistherapie. Darunter versteht man eine Blockade der Entzündungs-Botenstoffe. Wenn alles nicht funktioniert, stehen inzwischen auch ganz neue Medikamente zur Verfügung.</p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Diese Biologika erklärte Dr. Höfle zum Abschluss des Vortrags: Mit diesen Weiterentwicklungen können die Entzündungen viel besser kontrolliert werden.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong><span style="text-decoration: underline;">Fragen aus dem Publikum</span></strong></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Was ist die Ursache einer Fibromyalgie?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Die kennen wir leider nicht. Es gibt einige Auslöser, wie Infekte oder Unfälle  aber warum es zu dieser Schmerzverarbeitungs&#173;störung kommt, wissen wir leider noch nicht. </span></span></span></span></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Huemer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Bei den Jugendlichen, vor allem bei Mädchen, sehen wir diese Erkrankung immer häufiger. Von der Konstellation sind das oft Jugendliche, die sehr leistungsbewusst sind und sich selbst unter Druck setzen. Das ist ein Zeitphänomen und hat auch mit dem Faktor Stress zu tun. Das beunruhigt uns natürlich sehr.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Wie viele Kinder bekommen in Vorarlberg schon diese TNF-Alpha-Blocker?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Huemer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Die Alpha-Blocker sind seit zehn Jahren bei Kindern zugelassen, da sind wir jetzt auch absolut großzügig. Im Moment sind es 14 Kinder, die in Vorarlberg TNF-Alpha-Blocker erhalten.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Wie kann der Laie Ischias und Rheuma unterscheiden?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Die Ischias&#173;problematik ist meistens sehr einseitig, so dass sie vom unteren Teil der Lendenwirbelsäule ausstrahlend über das Gesäß in ein Bein weiter fort ausstrahlt  und meistens nicht das ganze Bein betrifft, sondern nur die Innen- oder die Außenseite. Rheuma betrifft meistens viele verschiedene Gelenke, und auch Gelenksregionen  nicht große Muskel- und Gewebeanteile. Das ist so ein Anhaltspunkt, aber letztlich ist es für einen Betroffenen schwierig, das zu unterscheiden. Da braucht es oft auch Zusatztests.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Kann der Arzt bei einer MRT-Untersuchung den Unterschied zwischen Arthrose oder Rheumatismus erkennen?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Unter Umständen ja  es beantwortet nicht immer alle Fragen, aber es kann sehr hilfreich sein. Ergänzend dazu haben wir mit der Ultraschallmethode eine gute Unterstützung.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Was halten Sie von Teufelskralle, wenn man Gelenksentzündungen hat?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Huemer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Es gibt einen Kollegen auf der inneren Medizin in Innsbruck, der sich besonders damit befasst hat. Ich würde das auf der Ebene der möglichen unterstützenden Aspekte sehen. So wie Fischöl oder Omega-3-Fettsäuren  eine mögliche, unterstützende Maßnahme, über deren Effekt wir aber noch zu wenig wissen.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Kann man in Hohenems auch ambulant vorbeikommen oder haben Sie eine eigene Praxis?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Beides. Wir haben eine Rheumaambulanz, wo man auf Zuweisung eines Haus- oder Facharztes einen Termin zur Untersuchung bekommen kann. Ohne Zuweisung geht es nicht.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Wenn man eine Blutuntersuchung macht, und keine Entzündungen festgestellt werden  man hat aber trotzdem Gelenksveränderungen?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Ein normaler Blutwert schließt eine Rheumaerkrankung nicht aus. Man muss weitere Untersuchungen machen  es gibt durchaus rheumatoide Arthritis, die tastbar ist, aber in den Blutwerten noch nicht festgestellt werden kann.<br />Die Art der Entzündung<br />kann sich eben ganz unterschiedlich zeigen  das ist auch die Schwierigkeit, Rheuma-Erkrankungen richtig zu erkennen und zu behandeln.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Mit dem Cortison sind sich die Ärzte ja oft uneinig?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Höfle:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Ich bin mir sehr einig. Cortison ist ein ganz wichtiges Medikament für verschiedene Rheuma-Erkrankungen. Aber: Je nach Situation und je nach den Möglichkeiten, die man hat. In einer bestimmten Rheumasituation ist es ganz wichtig und unverzichtbar, in einer anderen kann man noch warten und mit anderen Medikamenten auch ein gutes Ergebnis erzielen. Es bleibt immer ein Abwägen, ob das Cortison mehr Vor- oder Nachteile bringt. Wie bei jedem anderen Medikament auch.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Haben Frauen ein größeres Gesundheitsrisiko wegen der Hormone?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Primar Huemer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Ja. Frauen sind in bestimmten Phasen ihres Lebens  Schwangerschaft, Geburt oder Stillphase  einem höheren Risiko ausgesetzt. Der Beginn einer Rheumaerkrankung kann um die Geburt eines Kindes sein  das hat dann schon mit den Hormonen zu tun.</span>&#160;<br /></span></span></span>&#160;</p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010-05-26-minimed-rheuma.html" width="636"></iframe></p>
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	</item>
		<item>
		<title>&quot;Ab dann wird alles anders&quot;</title>
		<link>http://www.vol.at/ab-dann-wird-alles-anders/news-20100521-02353414</link>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 12:41:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ahaller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Wechseljahre waren das Thema beim Mini Med-Abend im Wolfurter Cubus.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Primar Dr. Hans Concin vom LKH Bregenz begann mit einem Überblick über die weiblichen Hormone, vor allem die Frauenhormone Östrogen und Progesteron, deren dynamisches System einige Probleme verursachen kann. Hormone wirken auf jede Zelle im Körper und schützen die Gesundheit und das Leben der Frauen während der fruchtbaren Lebensphase, so der Experte, nach dem Wechsel entfällt dieser Schutz. Das heißt jedoch nicht, dass man krank wird!</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE">Der Primar erklärte die Hormone, ihre Wirkungen auf den weiblichen Körper  und auf die Psyche. Progesteron etwa ist das Hormon des inneren Friedens, das für das seelische Gleichgewicht sorgt. Der Experte betonte, dass hormonelle Schwankungen zu körperlicher und seelischer Verletzbarkeit führen können  wenn auch nicht müssen. Im Wechsel fällt das Östrogen ab, die Regel bleibt aus. Wichtig: Das Gelbkörperhormon (Progesteron) beginnt schon viel früher zu fallen, die Balance mit dem Östrogen stimmt nicht mehr. Deshalb haben viele Frauen schon weit vor dem Wechsel Beschwerden.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Mutter auch mit 45</strong></p>
<p lang="de-DE">Primar Dr. Peter Schwärzler vom LKH Feldkirch widmete sich dem Thema späte Schwangerschaft und Verhütung im Wechsel: Irgendwo bei 45 ist schon die Grenze, dann ist die normale Realisierung des Kinderwunsches nach unserem Dafürhalten nicht mehr sinnvoll.</p>
<p lang="de-DE">Denn Frauen kommen mit allen ihren Eizellen auf die Welt  diese sind dementsprechend gleich alt wie die potenzielle Mutter. Beim Mann erfolgt die Samenproduktion fortlaufend, weshalb hier die magische Grenze von 45 Jahren für die Vaterschaft nicht zu ziehen ist. Schwärzler erklärte: Die Frau verliert im Laufe ihres Lebens die Kapazität, die Eizellen zu reifen  das ist auch der Grund, warum die biologische Uhr tickt. Die Verschiebung der Familienplanung hat sich in die späteren Lebensabschnitte verschoben  die Mütter hierzulande sind inzwischen beim ersten Kind durchschnittlich schon über 30 Jahre alt. Die Zyklen der Frau werden mit zunehmendem Alter aus hormonellen Gründen kürzer  und damit auch die Reifezeit der Eizellen, eine erfolgreiche Befruchtung wird damit natürlich erschwert. Wenn eine Frau mit 45 Jahren schwanger werden möchte, gibt es aus medizinischer Sicht einige Bedenken  aber auch Wege, den Kinderwunsch zu realisieren. Primar Schwärzler erklärte, wie die Eizellenspende einer anderen Frau sowie eine künstliche Befruchtung funktionieren. Wobei die Rechtslage in Europa nicht überall dieselbe ist  in Österreich und Deutschland etwa ist es verboten, in Tschechien oder Spanien dagegen nicht, deshalb haben sich hier Angebote entwickelt, die die Beratung und Vorbereitung im Inland  und die richtige Übertragung im entsprechenden Land (Eizellen-Tourismus)  vollziehen. Inzwischen ist es schon über 60-jährigen Frauen gelungen, solche Schwangerschaften auszutragen.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Wie eine Verjüngungskur</strong></p>
<p lang="de-DE">Dr. Concin steht der Sache recht positiv gegenüber: Eine gesunde 50-jährige Frau lebt durchschnittlich noch 40 Jahre und kann durchaus noch Oma werden. Außerdem sei es praktisch eine Verjüngungskur: Frauen mit späten Schwangerschaften werden durchschnittlich älter, es verlängert praktisch die Lebenserwartung.</p>
<p lang="de-DE">Die Wechseljahre bringen auch Vorteile mit sich: Keine Verhütung, keine Regelblutung  und auch keine damit zusammenhängenden Probleme mehr. 30 Prozent der Frauen spüren im Wechsel praktisch gar nichts, 50 Prozent sind mittelgradig, 20 sogar stark betroffen. Die Beschwerden können massiv sein: Schweißausbrüche und Hitzewallungen sind die Klassiker, dazu kommt Nervosität und Müdigkeit, Herzklopfen, Atemnot, Kribbeln, Durchschlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Angstgefühle oder Gelenksbeschwerden.</p>
<p lang="de-DE">Die Gabe von Hormonen begann in den 70er-Jahren und funktionierte jahrelang sehr gut, ehe eine große amerikanische Studie sehr schlechte Ergebnisse brachte. Die Dosierungen wurden daraufhin reduziert, man kommt heute mit wesentlich niedrigeren Konzentrationen  und damit auch Nebenwirkungen  aus. Concin: Inzwischen weiß man recht genau, in welchem Zeitraum und in welcher Dosis eine Hormonbehandlung Sinn macht und auch gut funktioniert.</p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Am Ende stellte Dr. Schwärzler noch homöopathische oder pflanzliche Mittel gegen Wechseljahr-Beschwerden vor, auch die traditionelle chinesische Medizin bietet Mittel und<br />Methoden.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><span><span><span><span lang="de-DE"><span><span><span style="text-decoration: underline;">Fragen aus dem Publikum</span></span></span></span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span><span><span><span lang="de-DE"><span><strong>Wenn man in der Perimeno&#173;pause nur Progesteron zuführen muss  ist dann das Thromboserisiko oder das Risiko für Hirnschlag auch gegeben?</strong></span></span></span></span></span></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Schwärzler:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE">&#160;</span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Nein. Das Verhütungsmittel der Wahl in dieser Phase ist die Hormonspirale, die ausschließlich Progesteron, also das Gelbkörperhormon enthält und nur in der Gebärmutter wirksam ist. Dadurch wird die Thrombosegefährdung nicht erhöht. Bei der klassischen Pille ist auch Östrogen dabei  und das ist das böse Hormon für die Thrombose.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Warum macht es keinen Sinn, mit 50 Osteoporose zu kontrollieren?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Weil es keine Konsequenz hat. Bei einer gesunden Frau gibt es vor dem 65. Lebensjahr keine Wirbelkörperbrüche. Es geht nicht um den Knochendichtewert, sondern darum, diese Brüche zu verhindern. Wenn Sie Ihr Risiko genauer kennenlernen möchten, gehen Sie ins Internet und geben frax ein: Dann kommt von der WHO der frax-score in allen Sprachen  da geben Sie Ihre Daten ein und er rechnet Ihnen aus, wie groß Ihr Risiko ist, in den nächsten zehn Jahren einen Bruch zu erleiden.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Wenn ich das richtig verstanden habe, sagten Sie, dass man bei einer Hormonersatztherapie nach einer Pause nicht mehr anfangen soll, weil dann das Krebsrisiko steigt. Was tut man in dem Fall gegen die Beschwerden?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Jede medizinische Therapie ist ein Abwägen von Vor- und Nachteilen. Wenn Sie massivste Beschwerden haben, wird man das abwägen und darüber reden müssen.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Sind Hormonpflaster oder Tabletten besser?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Heute wird grundsätzlich über die Haut empfohlen. Es gibt Ausnahmen, aber das Hormon geht damit direkt ins Blut, so wie der Eierstock das Hormon direkt ins Blut abgibt. Wenn man das Hormon schluckt, geht es zunächst in den Darm und dann in die Leber  und dieser Transfer ist für das erhöhte Thromboserisiko verantwortlich. Auch das Ausschleichen ist mit dem Pflaster einfacher, weil man das zuschneiden kann. Bei Medikamenten erhöht man einfach die Intervalle der Einnahme.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Wann ist der Wechsel vorbei  ist er überhaupt irgendwann vorbei?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. schwärzler:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Das ist unterschiedlich, wie auch mit dem Beginn der Zyklen  die Übergangsphase ist unterschiedlich lang. Im Schnitt beginnt der Wechsel bei über 80 Prozent der Frauen zwischen 48 und 52 und dauert zwei bis drei Jahre  es kann aber auch zehn Jahre dauern. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Muss man die Hormone ein Leben lang nehmen oder kann man irgendwann aufhören?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Ich habe ein paar Frauen über 80, aber das ist die große Ausnahme. Im Normalfall dauert es wie schon erwähnt zwei bis drei Jahre. Das sind aber ganz individuelle Entscheidungen, die Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt treffen. Wir gehen total weg von einer Standardmedizin zu einer absolut individualisierten  da entscheiden Sie selbst ganz entscheidend mit. Es geht dabei ja auch um Lebensqualität, nicht nur um Krankheit oder Gesundheit.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Darf man Hormontabletten abrupt absetzen oder muss man das langsam machen?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Sie können abrupt absetzen. Allerdings hat<br />man auch Probleme mit<br />starken Hormonschwankungen  es können Entzugssymptome auftreten. Besser ist ein langsames Ausschleichen.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Ist die Einnahme von Kal&#173;ziumtabletten für den Knochen sinnvoll?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Concin:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Wir brauchen ungefähr 1000 Milligramm Kalizum pro Tag. Vor dem Wechsel spielt es keine so große Rolle, Östrogene kompensieren sozusagen eine erniedrigte Kalziumzufuhr durch eine verstärkte Resorption. Das fällt mit dem Wechsel weg, dann brauchen wir mindestens die 1000 mg  das ist ohne Milchprodukte fast nicht zu schaffen. D. h., die Frage ist, wie die Ernährung aussieht  schaden kann es auf keinen Fall. Alle Ärzte empfehlen, nach dem Wechsel Kalzium zu sich zu nehmen. </span></span></span></span></p>
<p><span><span><span><span lang="de-DE">Dr. Schwärzler:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Wenn eine Behandlung durchgeführt wird, etwa mit Medikamenten, dann ist die Kalzium-Zufuhr doppelt wichtig.</span></span></span></span></p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010-05-19-minimed-wechseljahre.html" width="636"></iframe>
<p>&#160;</p>
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		<title>Das Geh&#246;r ist st&#228;ndig auf Draht</title>
		<link>http://www.vol.at/das-gehoer-ist-staendig-auf-draht/news-20100507-02565785</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 13:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svalentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Gehör ist zwar eines der empfindlichsten, aber auch leistungsfähigsten Sinnesorgane. "Und es ist das einzige Sinnesorgan, das keine Pause macht, weil es Geräusche selbst in der Nacht registriert", verdeutlichte der Bregenzer HNO-Facharzt Dr. Georg Hollenstein beim Mini Med Studium die Anforderungen, die unsere Ohren täglich bewältigen müssen.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--     @page { margin: 2cm }     P { margin-bottom: 0.21cm } -->
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Und es braucht das Gehör, um die Sprache zu erlernen. Einschränkungen durch Krankheit oder Unfall wirken sich da schnell negativ auf den Alltag aus. Vielfach gelingt es der heutigen Medizin jedoch, Hörstörungen medikamentös oder operativ zu beheben. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><strong>Auch das Gehirn vergisst</strong></p>
<p lang="de-DE">Bereits Neugeborene verfügen über ein vollentwickeltes Gehör. Ob es auch funktioniert, wird mittels Hörscreening zwei Tage nach der Geburt getestet. In Vorarlberg kommen jährlich etwa 4 bis 6 Babys mit einer hochgradigen Hörstörung zur Welt. Sie erhalten in den meisten Fällen noch im ersten Lebensjahr ein sogenanntes Cochlear-Implantat, das den Hörnerv elektrisch stimuliert und so die Hör- und Sprachentwicklung unterstützt.</p>
<p lang="de-DE">Bei Erwachsenen funktioniert diese Methode nur, wenn sie sprechen gelernt haben, erklärte Primar Dr. Wolfgang Elsäßer, Leiter der HNO-Abteilung im LKH Feldkirch. Denn das Gehirn speichert ausschließlich Worte, die es immer wieder hört. Wird also eine schwere Hörstörung nicht behoben, vergisst auch das Gehirn alles Gesagte und der Patient muss die Sprache im Falle einer Behandlung  neu lernen. Die Abhängigkeit vom Gehör ist also groß.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Langer Weg zum Arzt</strong></p>
<p lang="de-DE">Trotzdem dauert es laut Georg Hollenstein durchschnittlich zehn Jahre, bis Betroffene einen Arzt aufsuchen. Häufig ziehen sich schwerhörige Menschen zurück, weil sie sich von ihrer Umwelt nicht mehr verstanden wissen, und vereinsamen, berichtete Hollenstein. Als Ursache für Hörstörungen listete er Verletzungen, Entzündungen, Tumore, Lärmtraumata, ständige Lärmbelastung und Medikamente auf.</p>
<p lang="de-DE">So ist beispielsweise die Lärmschwerhörigkeit die mit Abstand häufigste Berufserkrankung. Die bei Jugendlichen beliebten MP3-Player bringen ebenfalls bis zu 105 Dezibel aufs Ohr. Auch mit einem zweistündigen Discobesuch ist die wöchentlich zulässige Lärmbelastung oft schon erreicht, veranschaulichte der HNO-Arzt. Ein plötzlicher Hörverlust bedeutet aber nicht immer gleich Schlimmes. Oft verstopft nur Ohrenschmalz die Leitungen.</p>
<p lang="de-DE">Bei Schnupfen ist es die Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, die das Hörvermögen um 40 Prozent herabsetzt. Der Hörsturz allerdings gleicht einem Infarkt, der alle treffen kann, wie Hollenstein betonte. Bei etwa 70 Prozent kommt es innerhalb von 24 Stunden zu einer Spontanheilung. Im anderen Fall kommen vorrangig durchblutungsfördernde Maßnahmen zum Einsatz.</p>
<p lang="de-DE">Ein Problem stellt häufig noch die Verwendung von Hörgeräten dar. Hier bestehe eine Unterversorgung. Dabei hat eine Studie der Universität Erlangen herausgefunden, dass Hörgeräte wieder schlauer machen und einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderung des geistigen Abbaus leisten. Die Forschung wiederum ist auf dem Weg, hörschädigende Gene zu enttarnen und durch gesunde zu ersetzen. Und sie konzentriert sich darauf, abgestorbene Haarzellen im Innenohr künstlich herzustellen.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Millimeterarbeit</strong></p>
<p><span><span lang="de-DE"><span><span>Bereits Standard ist die operative Sanierung von Hör&#173;störungen mittels kleinster Prothesen. Primar Wolfgang Elsäßer demonstrierte anhand kurzer Videosequenzen, wie beschädigte  Knochenteile im Ohr in Millimeterarbeit durch filigrane Titanprothesen ersetzt werden. Auch Hörgeräte können zum Teil bereits implantiert werden.&#160;</span></span></span></span><span><span>&#160;</span></span></p>
<p><strong><span>&#8220;</span><span><span lang="de-DE"><span><span>Ein chronischer Tinnitus ist unheilbar&#8221;</span></span></span></span></strong>
<p><span>&#160;</span><span><span lang="de-DE"><span><span>Als Volksseuche bezeichnete Wolfgang Elsäßer den Tinnitus. In Österreich plagen sich rund 800.000 Menschen mit mehr oder minder starken ständigen Ohrgeräuschen herum.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE">Bei etwa einem Prozent führen sie zu schwersten Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Tinnitus kann im gesamten Gehörsystem entstehen. Als Ursachen kommen Entzündungen und Verletzungen, aber auch Stress in Frage. Ein akuter Tinnitus dauert etwa drei Monate, erklärte Elsäßer. Danach wird er chronisch.</p>
<p lang="de-DE"><strong>Gute Aufklärung</strong></p>
<p lang="de-DE">Bei einer schnellen Therapie betragen die Heilungschancen 70 Prozent. Im chronischen Stadium ist keine Heilung mehr möglich, musste der Primar den fast 400 Besuchern im Cubus mitteilen.</p>
<p lang="de-DE">Die meisten der angebotenen Therapien seien reine Geldmacherei, warnte er. Wichtig ist laut seinen Aussagen die gute Aufklärung und Beratung des Patienten. Das trage zur Beruhigung bei. Als weitere Maßnahme wird ein Gewöhnungstraining durchgeführt.</p>
<p><span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Der Patient wird 4 bis 6 Stunden täglich beschallt, erklärte Elsäßer. Damit soll eine Ablenkung vom lauten auf den leisen Tinnitus erreicht werden. Diese Beschallung kann bis zu zwei Jahren dauern. Des Weiteren riet der Arzt zu Entspannungsverfahren  alles was hilft ist legitim  und zur Unterstützung durch die am Landeszentrum für Hörgeschädigte in Dornbirn angesiedelte Selbsthilfegruppe. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><strong>Andere Anwendung</strong></p>
<p lang="de-DE">Außerdem startet im LKH Feldkirch nächste Woche eine Studie für Tinnitus-Betroffene ab dem Stadium 3. Dabei soll die Wirksamkeit eines speziellen Medikamentes getestet werden. Es wird bereits als Infusion angewendet.</p>
<p><span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Nun wollen wir prüfen, ob eine Verabreichung mittels Gehörgangsstreifen ebenso nützt, begründete Elsäßer. Interessenten könnten sich in der HNO-Abteilung oder beim Landeszentrum für Gehörgeschädigte melden.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><span><span lang="de-DE"><span><span><span style="text-decoration: underline;"><strong>FRAGEN AUS DEM PUBLIKUM</strong></span><br /></span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><strong><span><span lang="de-DE"><span>Wovon hängt es ab, ob ein akuter Tinnitus chronisch wird?</span></span></span></strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Das ist oft Zufall, aber der unbehandelte Tinnitus wird in den meisten Fällen chronisch. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Können Sie uns etwas zum Neurostimulator sagen, der in Deutschland schon beworben wird?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer: </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Der Neurostimulator kostet Geld, doch den Beweis, dass er das kann, was  in der Werbung angepriesen wird, ist er uns noch schuldig.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Muss ich auch bei Tinnitus mein Gehör vor Lärm schützen?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer: </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Das Gehör ist gleich empfindlich für Lärmschäden, ob Sie einen Tinnitus haben oder nicht. </span></span></span></span></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Hollenstein:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Das Tragen eines Gehörschutzes bei Arbeiten mit Lärmbelastung ist unbedingt notwendig. Leider stellt das immer noch ein großes Problem dar. Es gibt kaum Tischler, die einen Gehörschutz tragen. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Werden heute die gleichen Medikamente gegen Tinnitus eingesetzt wie früher?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Ja, es sind im Wesentlichen die gleichen. Eine Infusionstherapie ist die maximale Therapie bei Tinnitus.</span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Muss man nach einer Trommelfellperforation mit einem reduzierten Hörvermögen rechnen?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Es kommt auf die Größe an. Eine kleine Perforation verursacht nur eine leichte Hörstörung, bei einer großen kann sie beträchtlich sein. Sind auch die Gehörknöchchelchen betroffen, wird das Hörvermögen sehr schlecht. Aber beides lässt sich operativ beheben. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Gibt es einen Zusammenhang zwischen Halswirbelsäule und Tinnitus?</strong></p>
<p align="left"><span><span><span><span lang="de-DE">Elsäßer: </span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span>Ja, den gibt es, denn auch dort verlaufen Nervenbahnen, die Einfluss auf das Innenohr haben. Durchblutungsstörungen in diesem Bereich können Tinnitus oder einen Hörsturz verursachen. </span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE" align="left"><strong>Ich höre gut, verstehe aber schlecht. Was ist das?</strong></p>
<p><span><span><span><span lang="de-DE">Hollenstein:</span></span></span></span><span><span lang="de-DE"><span><span> Das sind erste Anzeichen einer Schwerhörigkeit. Sinnvoll wäre ein Hörtest oder ein Sprachaudiogramm. Dann kann man auch feststellen, ob ein Hörgerät Sinn macht.</span></span></span></span></p>
<p><iframe frameborder="0" height="600" scrolling="no" src="http://media.vol.at/video/vortraege/2010-05-05-minimed-ohren.html" width="636"></iframe></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Den Urlaub richtig vorbereiten</title>
		<link>http://www.vol.at/den-urlaub-richtig-vorbereiten/news-20100416-05135976</link>
		<comments>http://www.vol.at/den-urlaub-richtig-vorbereiten/news-20100416-05135976#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 15:28:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vpircher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Mini Med-Studium in Wolfurt widmete sich dem Thema Reisekrankheiten.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Internistin Dr. Laila Raschid vom LKH Feldkirch widmete sich den Infektionskrankheiten. Und sie begann mit einer Entwarnung: Ich möchte Sie keineswegs von Ihrer Reise abschrecken  bei guter Vorbereitung ist Reisen durchaus gesund. Die Expertin zeigte die Häufigkeit von Gesundheitsproblemen auf Reisen auf: Durchfall, Infektionen der oberen Atemwege, Fieber oder Hauterkrankungen sind die Spitzenreiter, das Auftreten hängt dabei von Ziel, Stil und Dauer der Reise ab. Gesundheitsprobleme äußern&#160; sich nach der Rückkehr meist mit Durchfall, Fieber oder Hauterkrankungen.<br /><strong><br />Flüssigkeit und Elektrolyte</strong><br />Durchfall wird erst als akut, nach einer Dauer von drei bis vier Wochen als chronisch angesehen. Er ist immer mit hohem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust verbunden, kann durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursacht werden. Und die wiederum rühren von mangelnder Lebensmittelhygiene oder unsauberem Wasser her. Dr. Raschid: Durchfall-Erkrankungen heilen meistens spontan aus, wenn man reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt und diese Elektrolyte zu sich nimmt. Sie rät: Abwarten und Tee trinken, keine anstrengenden Unternehmungen. Wenn es länger als drei Tage dauert, sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen. Die WHO empfiehlt übrigens eine selbstgemixte Elektrolytlösung mit 2 EL Zucker, 1 TL Salz, 1/2 Liter Mineralwasser und 1/2 Liter Orangensaft, wenn keine medizinischen Mittel zur Verfügung stellen.<br />Dr. Raschid erklärte anhand verschiedener Fallbeispiele, welche Erkrankungen hinter Fieberanfällen stecken können. Das reicht von der Malaria (Fieber ist immer so lange malariaverdächtig, bis das Gegenteil bewiesen ist) über Dengue-Fieber, Zeckenfieber und Amöbenruhr bis zum Dreitagefieber.</p>
<p><strong>Sonnenbrand und Gifttiere</strong><br />Hauterkrankungen wie ein Sonnenbrand sind bekannt, Hautverletzungen nach Gifttierkontakt (Skorpionstiche, Schlangenbisse, Quallen) eher exotische Vorkommnisse. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt die Expertin, beruhigend auf den Patienten einzuwirken, die betroffene Extremität ruhigzustellen  und das Gifttier nach Möglichkeit zu identifizieren, etwa per Foto. Bei Quallen soll man die Tentakel entfernen, aber kein Süßwasser, sondern Essig oder Sand drüberschütten! <br />Ganz wichtig ist ein reisemedizinisches Beratungsgespräch: Dabei werden ganz individuell ein Impfplan erstellt, eine Beratung zum Malariaschutz und über sonstige Gesundheitsrisiken sowie das Zusammenstellen einer Reiseapotheke angeboten. Informationen über Ziel und Art der Reise, die Reisezeit und -dauer, besondere Aktivitäten, den Gesundheitszustand, eine Schwangerschaft oder vorausgegangene Impfungen (Impfausweis mitbringen) sind dabei für den Arzt vonnöten. Abschließend betonte Dr. Raschid die Bedeutung der Hygiene als aktiven Gesundheitsschutz im Urlaub. Das betrifft Trinkwasser und Getränke, Nahrungsmittel (koch es, schäl es oder vergiss es), aber auch die Kleidung. Im Internet gibt es hilfreiche Links zum Thema (www.gesundesreisen.de, www.who.int, www.dcd.gov, www.rki.de, www.dtg.org).</p>
<p><strong>Ursachen der Reisethrombose</strong><br />Dr. Rainer Mathies, Gefäßspezialist vom LKH Feldkirch, widmete sich dem Thema Reisethrombosen und erklärte zuerst, welche Faktoren dazu führen können. Sie entsteht nämlich primär durch den Platzmangel im Flugzeug. Fliegen ist mit beengtem Sitzen verbunden  die Venen im Knie- und Hüftgelenk werden im rechten Winkel abgeknickt, die Muskelmasse drückt zusätzliche auf die Venen, so Mathies. Das Blut kommt nur sehr schwer voran auf dem natürlichen Weg zum Herz. Allerdings sieht der Experte das Problem der Reisethrombose zuletzt als etwas hochgespielt an, wie eine neue Untersuchung mit 1000 Probanden ergeben hat.<br />Risikofaktoren sind das Alter, eine Thrombose in der Vorgeschichte, Übergewicht, Begleiterkrankungen (Herz, Lunge, Krebs) und die Gerinnungssituation (angeborene Probleme oder die Einnahme der Pille. Die Reisedauer spielt eine wesentliche Rolle  unter zwölf Stunden ist es generell ungefährlich.</p>
<p><strong>Bewegung und trinken</strong><br />Basismaßnahmen gegen eine Reisethrombose sind: Bewegungsübungen, viel trinken, keine Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Mathies: Bei mittlerem Risiko wird das Tragen von Kompressionsstrümpfen angeraten, bei hohem Risiko ist eine Heparin-Spritze vor Reiseantritt zu empfehlen, die gegebenenfalls nach zwölf Stunden zu wiederholen ist. Der Experte betonte außerdem, das vor allem die Austrocknung im Flugzeug ganz gefährlich ist, da man trotz des Service durch das Flugpersonal generell zuwenig Flüssigkeit zu sich nimmt.</p>
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<p><strong>Fragen aus dem Publikum</strong></p>
<p>Wie sieht es mit Tollwut und Vorbeugung aus?<br />Dr. Raschid: Das ist sehr selten notwendig. Eigentlich nur, wenn man als Tierarzt oder im landwirtschaftlichen Bereich tätig ist. Aber auch bei einer Trekkingreise im Himalaya besteht die Möglichkeit, mit infizierten Tieren in Kontakt zu kommen.</p>
<p>Wie sieht es nach einer Bypass-Operation mit Thrombosen aus?<br />Dr. Mathies: Da wird ein Stück gesunde Vene entnommen und zur Reparatur eingesetzt  das stellt für eine Thrombose überhaupt kein Risiko dar.</p>
<p>Eine Frage zur Malaria. Wann sollte man den Insektenschutz auftragen  untertags auch, oder reicht es vor der Dämmerung?<br />Dr. Raschid: Die Mücke, die Dengue-Fieber überträgt, ist auch tagaktiv. Das heißt, man sollte in Gebieten, wo man weiß, dass solche Übertragungen vorkommen, das Insektenschutzmittel auch untertags auftragen. Wegen der Anophelesmücke, die Malaria überträgt, würde es in der Dämmerung und Nacht genügen. Sinnvoll ist es aber immer, solche Mittel aufzutragen. </p>
<p>Ich habe von der Hepatitis-A- und-B-Impfung nur die erste bekommen, dann aber die folgenden versäumt. Kann man da jetzt noch weitermachen, oder bin ich geschützt?<br />Dr. Raschid: Generell ist es notwendig, drei Teilimpfungen für den Schutz gegen Hepatitis A und B zu bekommen. Dann hat man den Langzeitschutz  in diesem Falle wäre die zweite und dritte Impfung schon noch notwendig, nach längerer Zeit müsste man aber wieder mit der ersten Impfung beginnen.<br />Dr. Mathies: Man sollte die Intervalle für die Auffrischungsimpfungen einhalten, sonst muss neu begonnen werden. Eine Wartezeit gibt es dabei aber nicht.</p>
<p>Sie haben von einem Beratungsgespräch gesprochen  kann man das überall machen, oder muss man dazu nach Feldkirch kommen?<br />Dr. Raschid: Das kann jeder Arzt machen, der reisemedizinisch gebildet ist. Am besten wendet man sich an den Hausarzt, der kann dann an einen entsprechenden Kollegen verweisen.</p>
<p>Mein Partner leidet unter Tinnitus  hat das Auswirkungen auf den Flug?<br />Dr. Raschid: Nein, das hat keine Auswirkungen.</p>
<p>Ist Malaria behandelbar?<br />Dr. Raschid: Es gibt vier verschiedene Typen. Es kann vorkommen, dass man noch Monate danach Fieber bekommen kann  wenn man in einem malariaverseuchten Land war, muss man das immer überprüfen.</p>
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		<title>Das fr&#252;he Erkennen ist wichtig!</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 10:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svalentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vorträge]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Primar Dr. Karl Lhotta vom LKH Feldkirch begann den Vortrag im Cubus mit der Schilderung eines Lebens mit der Dialyse.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Von der mehrmaligen, oft Stunden dauernden Behandlung pro Woche über Diäteinschränkungen, zahlreiche Medikamente, eingeschränkte Leistungsfähigkeit bis zu Durchblutungsstörungen und anderen Beschwerden. &#8220;Ein Leben mit der Dialyse funktioniert, aber es ist kein Honigschlecken&#8221;, stellte der Primar klar. Dr. Lhotta erklärte Lage und Funktionsweise der Niere  und betonte: Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden an einer Nierenerkrankung. Und diese sind nicht harmlos! Beim Fortschreiten droht eine Dialyse, außerdem haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die gute Nachricht: Nierenerkrankungen sind behandelbar, allerdings müssen sie rechtzeitig entdeckt werden.</p>
<p><strong>Einfache und billige Tests</strong></p>
<p>Die wichtigsten Ursachen sind etwa Diabetes, hoher Blutdruck oder die Atherosklerose. Die Früherkennung von Nierenerkrankungen ist durch relativ einfache  und vor allem billige  Tests möglich. Erste Kandidaten sind Diabetes- oder Blutdruck-Patienten, Menschen mit Gefäß&#173;erkrankungen oder starkem Übergewicht, einem Alter über 65 oder familiären Belastungen. Dann erklärte der Primar, welche Maßnahmen gesetzt werden, wenn eine Erkrankung festgestellt wird: Etwa eine Blutdrucksenkung, die Einschränkung von Kochsalz und Eiweißzufuhr  und natürlich das Einstellen des Rauchens! Zur Blutreinigung gibt es zwei Verfahren: Die Hämo- und die Bauchfell-Dialyse.</p>
<p><strong>Spender und Empfänger</strong></p>
<p>Dr. Claudia Bösmüller von der Uniklinik Innsbruck widmete sich im zweiten Teil der Nierentransplantation. Dazu gehört zum einen die rechtliche Abklärung sowie die gesundheitlichen Voraussetzungen bei Spender und Empfänger. Dazu sind einige Voruntersuchungen notwendig. Die Expertin erklärte auch, wie die Operation, die in etwa zwei Stunden in Vollnarkose ausgeführt wird, funktioniert. Nach dem Eingriff ist meist ein zweiwöchiger Klinikaufenthalt notwendig, dann folgt eine ambulante Weiterbetreuung des Patienten.</p>
<p>Wichtig ist die Verhinderung einer Abwehrreaktion der Körpers gegen das neue Organ  dies geschieht durch die medikamentöse Unterdrückung von Abwehrzellen (Lymphozyten). Diese Medikamente werden individuell angepasst und müssen regelmäßig und langjährig eingenommen werden. Auch ständige Kontrollen mit Laboruntersuchungen und Ultraschall sind wichtig. In den Monaten danach ist zwar Schonung empfohlen, man soll aber durchaus wieder in den normalen Tagesablauf mit Arbeit, Sport und anderen Tätigkeiten einsteigen. Die Langzeit-Haltbarkeit der Implantate ist sehr gut (nach einem Jahr funktionieren über 90 Prozent gut, nach zehn Jahren immer noch 70).     Akute Abstoßungen sind meist rasch erkennbar und erfolgreich zu behandeln  im Langzeitverlauf kommt es in etwa 30 Prozent der Fälle zu einem Transplantat-Verlust, meist durch eine chronische Abstoßung. Eine neue (auch mehrfache) Transplantation ist durchaus möglich, wenn die medizinischen Voraussetzungen passen  auch ein Alterslimit gibt es nicht. Dr. Bösmüller: Man interessiert sich dabei mehr für die biologische Rüstigkeit!</p>
<p><strong>Wer ist Organspender?</strong></p>
<p>Der Innsbrucker Univ.-Prof. Dr. Stefan Schneeberger erklärte als Transplantations-Chirurg, wie der Ablauf der Operation konkret funkti&#173;oniert. Er widmete sich zuerst dem Thema Hirntod, das bei Organspenden ganz wichtig ist. Die Vermittlung der Organe erfolgt über die Organisation Eurotransplant, die international den am besten passenden Empfänger für die Spenderniere sucht.</p>
<p>Die Zeit zwischen Entnahme und Operation ist begrenzt, deshalb ist Eile geboten. Während die Niere transportiert wird, muss der Empfänger im Krankenhaus bereits vorbereitet werden. Der limitierende Faktor ist die Anzahl der Organe, derzeit sind Wartezeiten von zwei Jahren normal. Dr. Schneeberger erklärte die Auswahlkriterien für die Kombination Spender-Empfänger  in Österreich kommt aufgrund der Gesetzgebung jeder als Spender in Frage, außer man lässt sich im Widerspruchsregister eintragen. Am Ende erklärte der Spezialist noch in Kürze, wie die Transplantation anderer Organe (Leber, Magen, Dünndarm etc.) bis hin zu Händen und Gesichtern etc. funktioniert.</p>
<p><strong>Fragen aus dem Publikum </strong></p>
<p><strong>Werden die Blut- und Harnwerte bei Vorsorgeuntersuchungen standardmäßig überprüft oder muss man das verlangen?</strong><br /> Dr. Lhotta: Leider nein, das wird nicht gemacht. Wir sind dabei, ein Pilotprojekt zu starten, um den Verantwortlichen zu zeigen, wie gut diese Tests sind. Vor allem bei Risikogruppen sollte man sie auch bei Routineuntersuchungen machen.</p>
<p><strong>Was ist eine erweiterte Niere?</strong><br /> Dr. Lhotta: Die entsteht dann, wenn der Harnabfluss aus dem Nierenbecken  etwa durch einen Stein oder ein anderes Leiden  nicht mehr möglich ist. Das ist aber eigentlich ein Urologen-Problem.</p>
<p><strong>Gibt es in absehbarer Zeit die Möglichkeit einer künstlichen Niere?</strong><br /> Dr. Lhotta: Es gibt Tendenzen und Entwicklungen  in einigen Jahren wird es das möglicherweise geben.</p>
<p><strong>Meine Tochter ist 15  wir haben vor Kurzem erfahren, dass sie nur eine Niere hat. Nützt sich die jetzt einfach schneller ab, oder funktioniert das ganz gut ein Leben lang?</strong><br /> Dr. Lhotta: In der Regel funkti&#173;oniert das relativ gut. Man sollte nur regelmäßig diese Tests machen, die ich beschrieben habe  dann ist das eine harmlose Geschichte. Es könnte natürlich einmal zu einer Schädigung kommen, da die eine Niere mehr arbeiten muss, das sollte man dann schnell feststellen.</p>
<p><strong>Wenn bei einer Vollblutanalyse ein sehr erhöhter Magnesiumwert festgestellt wird  kann das auf eine Nierenerkrankung hindeuten?</strong><br /> Dr. Lhotta: Das ist etwas sehr ungewöhnliches und kann ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein. Gefährlich ist eine Erhöhung des Mag&#173;nesiumspiegels eigentlich nicht.</p>
<p><strong>Welche Gefahren bestehen, wenn man zu wenig trinkt?</strong><br /> Dr. Lhotta: Da kann man einen Nierenstein bekommen  der Niere ist das aber eigentlich völlig egal. Wir empfehlen nur, zu trinken, wenn man Durst hat. Die Giftstoffe kann man in einem halben, aber auch in zehn Litern Harn ausscheiden. Wenn sie eine Nierenschädigung haben, sollten sie eher nicht zu viel trinken, da dies das Fortschreiten der Erkrankung sogar begünstigen könnte.</p>
<p><strong>Gibt es eine Nebenniere?</strong><br /> Dr. Lhotta: Jeder Mensch hat zwei Nebennieren  die sitzen auf der Niere obendrauf, haben mit der aber eigentlich  nichts zu tun, sondern es sind hormonproduzierende Drüsen.</p>
<p><strong>Was gibt es für Möglichkeiten, wenn man Zysten in der Niere hat?</strong><br /> Dr. Lhotta: Ein oder zwei Zysten gehören zum guten Ton, das ist normal und hat fast jeder. Wenn es mehrere sind, handelt es sich um eine Erb&#173;erkrankung  man sollte das schon öfter kontrollieren lassen.</p>
<p><strong>Sind Antibiotika schädlich für die Niere?</strong><br /> Dr. Lhotta: Das, was man so landläufig für eine Bronchitis nimmt, ist in der Regel nicht schädlich. Es kann einmal sein, dass solche Medikamente in der Niere eine allergische Reaktion auslösen und so ein akutes Nierenversagen verursachen. Wichtig ist, dass man solche Medikamente bei einer Nierenerkrankung auch in der Dosis anpassen muss bzw. manche gar nicht nehmen darf, etwa einige Schmerzmittel. Das sollte man beim Arzt auch deponieren.</p>
<p><strong>Schadet eine Blutdrucktablette, die Wasser ausscheidet, der Niere?</strong><br /> Dr. Lhotta: Nein, das ist völlig ungefährlich für die Niere, da braucht man sich keine Sorgen zu machen. Schlimmer ist es, wenn man den hohen Blutdruck nicht behandelt.</p>
<p><strong>Meine Tochter ist vier Jahre alt und hat eine Schrumpfniere, die zweite funktioniert normal. Kann erstere auch Schaden anrichten?</strong><br /> Dr. Lhotta: Wenn sie keine Infektionen macht und der Blutdruck normal ist, gibt es keinen Grund, eine Schrumpfniere zu entfernen.</p>
<p>&#160;</p>
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