Roma: Vorarlberg und Rumänien wollen zusammenarbeiten

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Delegation macht sich in Rumänien ein Bild über die Lage der Roma Delegation macht sich in Rumänien ein Bild über die Lage der Roma - © VLK
Dornbirn  – Im Rahmen einer mehrtägigen Informationsreise informierte sich Ende Februar eine Delegation des Landes Vorarlberg und der Stadt Dornbirn über die Situation der Roma in ihrer Heimat Rumänien. Die Ergebnisse der Diskussionen und Eindrücke werden derzeit in Arbeitsgruppen von Expertinnen und Experten zusammengefasst.

Die von Landesrat Johannes Rauch und Bürgermeisterin Andrea Kaufmann geleitete Gruppe führte Gespräche mit politischen Vertretern sowie NGO’s. Auch die auch aus Vorarlberg unterstützten Hilfsprojekte wurden besichtigt. Die Erkenntnisse aus dieser Informationsreise sollen in eine gemeinsame Strategie des Landes und der Gemeinden einfließen, die bis Sommer stehen soll.

Die Ergebnisse der Diskussionen und Eindrücke werden derzeit in Arbeitsgruppen von Experten zusammengefasst. Dies soll die Grundlage für eine landesweite, gemeinsame Strategie bilden, wie der Bettler-Problematik zukünftig begegnet werden soll. Weiters sollen konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Gespräche und Besichtigungen

Mit 19 Gesprächspartnern, von der Rumänischen Ministerin für Soziales, Familien und Arbeitsmarkt über Bürgermeister, Vertretern von Sicherheitseinrichtungen, Roma-Vertretern bis hin zu Vertretern der österreichischen und schwedischen Botschaft sowie Mitarbeitern, die sich vor Ort um Hilfsprojekte kümmern, wurden in drei Tagen der Informationsreise Gespräche geführt. Ergänzt wurden die Gespräche durch die Besichtigung von Stadtbezirken, die vorwiegend von Roma bewohnt werden, sowie den Anlauf- und Betreuungsstellen der Hilfsprojekte.

In den Gesprächen wurde auch die Problematik in Vorarlberg zur Sprache gebracht und diskutiert. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann: “Es wurde uns bestätigt, dass die bisherige Vorgangsweise, klare Vorgaben und Regelungen einzufordern und auch umzusetzen, sowie der Unterstützung von Projekten in Rumänien die Richtige war.”

Gemeinsame Strategie wird entwickelt

Nun soll bis Sommer 2016 eine Strategie erarbeiten werden, die Maßnahmen zur künftigen Vorgangsweise beinhalten soll. Dafür werden derzeit Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich um Themenfelder wie die

  • Vernetzung der Kinder- und Jugendwohlfahrtseinrichtungen (Zuständigkeit von Landesrätin Katharina Wiesflecker)
  • integrative soziale Arbeit/Hilfsprojekte und deren Unterstützung vor Ort (Zuständigkeit Landesrat Johannes Rauch)
  • Vernetzung der Sicherheitsbehörden auf Landes- und Stadtebene (Zuständigkeit Landesrat Erich Schwärzler) und
  • Koordination eines gemeinsamen Auftretens der Städte und Gemeinden (Zuständigkeit Bürgermeisterin Andrea Kaufmann)

kümmern.

Landesrat Johannes Rauch: “Die Hilfe vor Ort und die Bemühungen einer besseren Integration der Roma in Rumänien sind für uns ein wesentliches Ziel“.

Kritik von der FPÖ

Die FPÖ wirft den Grünen hingegen “Schönrederei” vor.  Aussagen einzelner Gesprächspartner in Rumänien seien von Rauch ignoriert worden. “Roma wollen sich nicht registrieren, damit sie bei Gesetzesübertretungen für die Exekutive nicht greifbar sind. Ihre Sozialisation besteht darin stehlen und betteln zu lernen. Es fehlt die Bereitschaft zur Integration. Angebote zum Schulbesuch werden nicht genützt. Sie hätten Arbeit bekommen, wollen aber nicht. All diese Dinge aus dem gegenständlichen Bericht verschweigt Landesrat Rauch“, so FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer.

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