Robotik-Technologie bei Bundesheerübung im AKW Zwentendorf

Seit 2005 ist das AKW Zwentendorf im Besitz der EVN
Seit 2005 ist das AKW Zwentendorf im Besitz der EVN - © APA (Archiv)
Das nie in Betrieb gegangene AKW Zwentendorf ist in dieser Woche Schauplatz einer Bundesheerübung, bei der mehrere internationale Teams mit Hilfe von Robotern unter der Annahme eines Lecks radioaktives Material bergen. Eingesetzt werden robotische Systeme im Auftrag des European Response Networks for Critical Infrastructure Protection (ERNCIP) der Kommission der Europäischen Union.

Die technische Leitung der Übung ENRICH (European Robotics Hackathon) hat Frank Schneider vom Fraunhofer Institut aus Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) des Bundesheeres wahrgenommen. Szenario ist ein schwerwiegender Kernkraftwerksunfall. Dabei wird die Verstrahlung als so hoch angenommen, dass ein Einsatz von Menschen viel zu riskant wäre, erläuterte Brigadier Michael Janisch bei einer Presseführung am Dienstag. Die Vorfälle in Tschernobyl und Fukushima sowie Probleme bei der Stilllegung von alten Atomkraftwerken hätten gezeigt, dass die Verwendung von spezialisierter Robotik-Technologie deutliche Vorteile hat.

Bei der Übung geht es darum, das Leck zu identifizieren, eine Probe zu nehmen und diese für die Analyse in eine Tonne zu transferieren. Verwendet werden echte radioaktive Quellen, weshalb die Abschirmung sehr gut sei, für die Mitarbeiter gab es mehrfache Sicherheitsschulungen, betonte Janisch. Die robotischen Systeme verschiedener Größen, deren Gewicht von 20 Kilogramm bis zu einer Tonne reicht, müssen in dem Reaktor-Gebäude zunächst mit Hilfe von Kränen 40 Meter hinauf gebracht werden.

Dann werden zur Erkundung des betroffenen Gebiets 3D-Laser-Scans erstellt, die Strahlenquellen gemessen, in einer digitalen Karte markiert und manipuliert. Janisch sprach von eine “hochkomplexen” Aufgabe, die nur durch ein Bündel an robotischen Systemen zu bewältigen sei. Das allergrößte Problem dabei sei die Funkverbindung in dem Gebäude mit zweieinhalb Meter dicken Stahlbetonwänden.

Seit 2005 ist das AKW Zwentendorf im Besitz der EVN. Das “sicherste Atomkraftwerk der Welt”, so Sprecher Stefan Zach, wurde 2009 für die Erzeugung von Solarenergie umgerüstet und dient überdies als Sicherheits- und Rückbautrainingszentrum.

(APA)

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