Razzia gegen Homosexuelle in Bangladesch

Die Behörden in Bangladesch verschärfen ihr Vorgehen gegen Homosexuelle. Am Freitag in der Früh nahm eine Sondereinheit der Polizei 28 junge Männer in einem Gemeinschaftshaus in der Hauptstadt Dhaka wegen “Verdachts auf Homosexualität” fest. Das bestätigte der Anführer der Sondereinheit, Jahangir Hossain Matubbor, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Polizei fand nach eigenen Angaben Drogen und Kondome in dem Haus. “Die meisten der Festgenommenen sind Studenten und haben zugegeben, homosexuell zu sein”, sagte Matubbor. Sie würden nun zunächst wegen Drogenbesitzes angezeigt.

Homosexueller Geschlechtsverkehr ist in Bangladesch verboten und kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren bestraft werden. Wie im Nachbarland Indien stammt das entsprechende Gesetz noch aus der Zeit, in der das Land von Großbritannien beherrscht war. Bisher gingen die Behörden jedoch selten gezielt gegen Homosexuelle vor. Die nun stattgefundene Razzia, die sich offenbar gezielt gegen einen Treffpunkt homosexueller Männer richtete, war die erste dieser Art.

Bereits seit einigen Jahren erhöht sich der Druck auf Homosexuelle in Bangladesch. Zuletzt im April 2016, als Unbekannte Xulhaz Mannan und seinen Freund Tanay Majumder in dessen Wohnung in Dhaka erstachen. Mannan war Redakteur bei der ersten Zeitschrift für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) in Bangladesch.

(APA/dpa)

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