31. August 2010 10:20; Akt.: 31.08.2010 10:20

Raquel Welch wird 70

Im prähistorischen Bikini zum Sex-Symbol Im prähistorischen Bikini zum Sex-Symbol - © EPA
Raquel Welch ist Karriere-Minimalistin: Wenige Worte nebst ein paar strategisch platzierten Fellfetzen reichten. Ihr Auftritt als Höhlenmädchen Loana im prähistorischen Bikini in “Eine Million Jahre vor unserer Zeit” (1966) katapultierte sie umgehend zum Sex-Symbol der 1960er und -70er Jahre.
Ihre feurigen Samtaugen und ihr kastanienbraunes Haar überzeugten allerdings mehr als ihr schauspielerisches Talent. An diesem Montag feiert sie ihren 70. Geburtstag.

Obwohl Welch, die als Jo Raquel Tejada in Chicago zur Welt kam, mit vielen Hollywood-Größen wie James Stewart (“Bandolero”) und Frank Sinatra (“Lady in Cement”) drehte, wartete sie Zeit ihres Lebens vergeblich auf den ganz großen Durchbruch. Das lag sicher auch daran, dass zahlreiche Magazintitel vor allem ihre Kurven feierten. 1966 wurde sie vom US-Magazin Life zur “meist fotografierten Frau des Jahres” gekürt. In späteren Jahren versuchte sie vergeblich, das Image der Erotik-Queen wieder loszuwerden.

Ihre Gagen konnten sich ebenfalls sehen lassen: Bis zu einer Million Dollar strich sie bereits in den 60er Jahren ein und investierte das Geld sehr vorausschauend in ihre eigene Produktionsfirma. Ihr komödiantisches Talent bewies sie in dem Streifen “Die drei Musketiere”, für den sie 1973 mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Danach ging es allerdings bergab mit der Filmkarriere. Während der Dreharbeiten zu John Steinbecks “Cannery Row” (Straße der Ölsardinen) musste sie auf Betreiben der Studio- Bosse die Hauptrolle an ihre Kollegin Debra Winger abgeben. Mit Minimalismus war in diesem Fall wenig zu machen. Natürlich klagte sie, bekam schließlich recht und elf Millionen Dollar als Entschädigung für die nachhaltig beschädigte Karriere zugesprochen. In Wahrheit bedeutete das Urteil 1980 ihre Entlassung in den Vorruhestand.

Als echte Amerikanerin entstammt Welch einem Nationalitäten-Gemisch: Ihr Vater Armando Carlos Tejada war ein aus Bolivien eingewanderter Ingenieur französisch-spanischer Herkunft, ihre Mutter Josephine Sarah Hall hatte englisch-schottische Vorfahren. Schon als kleines Mädchen nahm Raquel Theater- und Ballett-Unterricht und gewann als Teenager zahlreiche Schönheitswettbewerbe, unter anderem als “Miss Photogenic” (Fräulein Fotogen) und “Miss Contour” (Fräulein Kurve).

Ihr englischer Nachname stammt übrigens von ihrem Schulfreund James Westley Welch, dem ersten von insgesamt vier Ehemännern. Nach wenigen Jahren und zwei Kindern hatte sie bereits die Nase voll von der Ehe. Sie ließ sich scheiden und schlug sich als Fotomodell, Cocktail-Kellnerin und Wetter-Fee bei einer TV-Station durch. 1964 erhielt sie eine erste bescheidene Rolle in dem Elvis-Presley-Film “Roustabout” (“König der heißen Rhythmen”).

Im Alter ist sie nach der vierten Scheidung, diesmal von dem 15 Jahre jüngeren Pizzabäcker Richard Palmer, wieder solo. “Ich kann es nicht ausstehen, wenn mein Ehemann mich betrügt. Ich bin schließlich Raquel Welch, verstanden?”, lautet eines ihrer berühmtesten Zitate. An Selbstbewusstsein fehlt es ihr bis heute nicht. Denn Schönheit ist schließlich keine Frage des Alters. “Natürlich habe ich nicht mehr dieselbe Kleidergröße wie früher. Aber ich trage immer noch enge Jeans und finde, dass ich toll darin aussehe! Nach wie vor!”, sagte sie noch 2007. Playboy-Herausgeber Hugh Hefner, der sie “magisch” anziehend fand, setzte sie auf seiner Liste der “100 Sexiest Stars” des Jahrhunderts immer noch auf Platz drei. Dass sie sich im Alter ihre legendäre Ausstrahlung bewahrt hat, zeigte sie zuletzt in dem Film “Natürlich Blond” (2001) an der Seite von Reese Witherspoon.



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