Radio Flach

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„Die Kunst und nichts als die Kunst! Sie ist die große Ermöglicherin des Lebens, die große Verführerin zum Leben, das große Stimulans des Lebens. Die Kunst als einzig überlegene Gegenkraft gegen allen Willen zur Verneinung des Lebens, als das Antichristliche, Antibuddhistische, Antinihilistische par excellence.

Die Kunst als die Erlösung des Erkennenden, dessen, der den furchtbaren und fragwürdigen Charakter des Daseins sieht, sehn will, des Tragisch-Erkennenden.

Die Kunst als die Erlösung des Handelnden, dessen, der den furchtbaren und fragwürdigen Charakter des Daseins nicht nur sieht, sondern lebt, leben will, des tragisch-kriegerischen Menschen, des Helden.

Die Kunst als die Erlösung des Leidenden, – als Weg zu Zuständen, wo das Leiden gewollt, verklärt, vergöttlicht wird, wo das Leiden eine Form der großen Entzückung ist.“ (Friedrich Nietzsche).
Zu hoch? Zugegeben, das ist ein Zitat, das mehrfaches Lesen verlangt und den Verstand herausfordert.

“Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand“ ist dagegen ein einfach zu verstehender Volkspruch. Stimmt er?

Markus Klement, amtsgesegneter ORF-Direktor säubert derzeit Radio V von Kulturflecken und schickt „Kultur nach 6“ ins Aus. Die Sendung, die bisher mit ausführlicheren Interviews als ORF-üblich und mit viel Hintergrundinformation vor allem auch auf die kulturellen Abendveranstaltungen hingewiesen hat, wird um zwei Stunden zurückverschoben. Ein Schildbürgerstreich. Dafür gibt es „verstaubte Hitparaden mit verplauderten Zwischentexten als Werbeangebotsflächen für Werbekunden“ (Gerhard Ruiss). Radio Flach hat Hunger. Die kulturellen ORF-Löcher werden wieder mehr. Klement (& sein Team?) opfert der Quote beste kulturelle Sendezeit für „Doofy-Quak & Schlagerbrei“, auf dass die Werbeeinnahmen steigen. Der Mehrwert der Kunst, in der vergangenen Woche von Daniel Kehlmann treffend formuliert, ist den hierzulande offenbar einfach gestrickten Amtsinhabern nicht einsichtig. Jedoch:

„Von einem Amtsträger wird vermutet, dass er auch über die für die Ausübung dieses Amtes erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Stiftet er in Ausübung der von ihm übernommenen Funktion Schaden, so sind ihm solche Mängel selbst dann vorzuwerfen und zuzurechnen, wenn er subjektiv für diese Insuffizienz nichts kann.“ (zit. link.springer.com).
Angesichts der schon länger anhaltenden ORF-Kulturverbannung tun sich Fragen auf: Seit wann weiß LR Bernhard um die Vorgänge, was hat er unternommen? Was meint das Kuko-Landes-ZK mit seinen 7 Kunstkommissionen, 43 KunstkommissarInnen (Kukos) und 16 Kulturbeiräten dazu? Ein bekannter Vorarlberger Kulturveranstalter formulierte es dieser Tage so: „Dieses Land erstickt in Harmoniebedürfnis gegenüber den Mächtigen!“

 

zanzen

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