Prostituierte angezündet: 20 Jahre Haft für "Cretu"

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Das Urteil ist gefällt: 20 Jahre Haft für Cretu. Das Urteil ist gefällt: 20 Jahre Haft für Cretu. - © APA
Mit einer langjährigen Haftstrafe für den Hauptangeklagten ging am Donnerstag der Schwurprozess um einen Brandanschlag auf eine Prostituierte am 15. Mai 2010 in Wien-Favoriten zu Ende. Bogdan N., genannt "Cretu", wurde wegen versuchten Mordes zu 20 Jahren verurteilt.

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Der in der Rotlicht-Szene für seine gewalttätigen Aktionen gefürchtete "Cretu" kassierte von Prostituierten, die im Bereich der Linzer Straße ihrem Geschäft nachgingen, regelmäßig sogenanntes "Standgeld". Eine 36-jährige Rumänin weigerte sich jedoch beharrlich, ihm Schutzgeld zu bezahlen. Sie ließ sich auch nicht einschüchtern, als sie "Cretu" zufällig in der Disco traf und dieser zunächst handgreiflich wurde, um seine Forderung zu untermauern.

"Cretu" bestritt die Anklage bis zuletzt

Nachdem der Zuhälter seinen Cousin, der ihn stets als eine Art Leibwächter begleitet haben soll, aufgefordert hatte, mit einem Feuerzeug das Haar der Frau anzuzünden, schickte er seinen Chauffeur zum Auto, um Benzin zu holen. Dieser kam mit einer Flasche zurück. "Cretus" Cousin soll damit ein Whiskeyglas gefüllt und den Inhalt der Frau ins Gesicht geschüttet haben. Danach soll "Cretu" persönlich die Frau in Flammen gesetzt haben. Dies hatte der Hauptangeklagte im Prozess bestritten, auch sein Verteidiger Rudolf Mayer hatte stets betont, eine Anklage wegen versuchten Mordes sei nicht verhältnismäßig.

An Brutalität kaum zu überbieten

Die Frau dürfte 30 bis 60 Sekunden in Flammen gestanden sein, ehe es ihr gelang, die Flammen einzudämmen, indem sie sich ihre Jacke über den Kopf warf, sich hinfallen ließ und am Boden wälzte. 13 Prozent ihrer Körperoberfläche verbrannten. Zweieinhalb Wochen musste die Frau auf der Intensivstation behandelt werden. "Sie hatte das Gefühl, ihr Fleisch rinnt ihr aus dem Gesicht. Sie wird die Folgen der Tat ein Leben lang mit sich tragen. Sie ist entstellt und wird es bleiben", berichtete der Staatsanwalt den Geschworenen. Am Donnerstag konnten sich die Geschworenen von den auf Video aufgezeichneten Aussagen der Frau selbst ein Bild machen. Die 36-Jährige lebt mittlerweile in Rumänien.

Anklage lautete auf versuchten Mord

Die Staatsanwaltschaft hatte das Trio ursprünglich wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen angeklagt. Beim ersten Prozess im vergangenen März fällte ein Schöffensenat allerdings ein Unzuständigkeitsurteil und begründete damit die Zuständigkeit eines Schwurgerichts. "Aus unserer Sicht hat das bisherige Beweisverfahren ergeben, dass der dringende Verdacht in Richtung versuchten Mordes gegeben ist", hieß es damals in der Begründung.

Hartes Urteil: Präventiven Wirkung

Das sehr harte Urteil für "Cretu", nach dessen Verkündung in den Zuschauerrängen Schluchzen zu hören war, begründete Richter Roland Weber mit der "generalpräventiven Wirkung". Damit solle klargestellt werden, dass Prostituierte im Rotlichtmilieu "kein Freiwild darstellen". Bogdan N. habe mit "besonderer Brutalität" gehandelt und der Frau schwere Verletzungen zugefügt. Zudem wurde eine Vorstrafe wegen Raubes erschwerend gewertet. Mayer erbat für seinen Mandanten drei Tage Bedenkzeit, sein Cousin nahm das Urteil an.

 

(apa)

 

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