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Prinz Frisos Schicksal berührt die Vorarlberger

Tiefe Bestürzung und Tränen: Diagnose des niederländischen Prinzen lässt keine(n) kalt. Tiefe Bestürzung und Tränen: Diagnose des niederländischen Prinzen lässt keine(n) kalt. - © EPA
von VN/Anton Walser - Innsbruck, Lech – Die verheerende Diagnose für den niederländischen Prinzen Friso sorgt für Trauer und Tränen.

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Betretene Stille, durchbrochen vom hundertfachen Klicken der Fotoapparate. Es ist Freitagmittag, 13 Uhr, als die niederländische Königsfamilie die Innsbrucker Klinik betritt. Die Augen von Königin Beatrix und Frisos Frau Mabel sind verdeckt von Sonnenbrillen. Die Tränen und die Last dieses schweren Ganges sind dennoch erkennbar. Friso, der in Lech von einer Lawine verschüttet wurde, hat schwere Hirnschäden erlitten und bleibt womöglich lebenslang im Wachkoma. Dies teilten die Ärzte mit.

In den Niederlanden und im Ländle sorgt die Nachricht für große Bestürzung. „Wir sind sehr traurig, hatten bis zuletzt auf Besserung gehofft und können für Friso nur mehr beten“, sagte Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel mit Tränen in den Augen. „Wir verspüren tiefe Betroffenheit, geben aber die Hoffnung, dass Friso doch noch gesund wird, nicht auf“, sagte Florian Moosbrugger, der mit Friso im freien Gelände auf Skiern unterwegs war.

Diagnose für Prinz fällt niederschmetternd aus

Der niederländische Prinz Johan Friso hat bei seinem Lawinenunfall einen schweren Hirnschaden erlitten und bleibt womöglich lebenslang im Wachkoma. Diese Nachricht sorgt sowohl in den Niederlanden als auch in Lech und im Ländle für tiefe Trauer und Tränen. Zumal seine Ärzte zweifeln, ob der zweifache Vater je wieder zu Bewusstsein kommt. „Es ist klar, dass der Sauerstoffmangel massive Gehirnschäden bei dem Patienten verursacht hat“, sagte der Leiter der traumatologischen Intensivstation an der Innsbrucker Klinik, Wolfgang Koller. Derzeit könne nicht gesagt werden, ob der Prinz jemals wieder das Bewusstsein erlangen werde. Es könne Jahre dauern, bis der Prinz aus dem Koma erwache, wenn er dies überhaupt je tue, sagte Koller.

“Zu lange ohne Sauerstoff”

Eine Lawine hatte den zweitältesten Sohn von Königin Beatrix vor einer Woche beim Skifahren in Lech verschüttet. Friso erlitt einen Herzstillstand, der 50 Minuten lang dauerte. Koller: „Eine lange Zeit, während der sein Gehirn nicht mit genügend Sauerstoff versorgt wurde, man kann auch sagen, zu lange.“ Über Tage hinweg hegte das Ärzteteam die Hoffnung, die milde Unterkühlung des Prinzen während seiner Zeit im Schnee hätte vielleicht als Schutz für das Gehirn gewirkt.

Tiefe Betroffenheit in der Post

Friso war wie berichtet mit dem Lecher Florian Moosbrugger (42) vom Hotel Post im freien Gelände unterwegs gewesen. Die beiden fuhren im Tiefschnee in einen Steilhang ein, als sich ein Schneebrett löste und den Prinzen verschüttete. Moosbrugger trug einen Lawinenairbag, konnte sich retten und Hilfe rufen. In der Region galt Lawinenwarnstufe vier auf der fünfstufigen Skala. „Wir verspüren eine tiefe Betroffenheit“, erklärte Moosbrugger in einem Gespräch mit den VN. „Die Hoffnung, dass mein Freund doch noch gesund wird, geben wir alle aber nicht auf“, fügte der Junghotelier, in dessen Hotel die Königsfamilie seit Jahrzehnten ihren Winterurlaub verbringt, hinzu.

Tragik für Frisos Frau Mabel

Unterdessen wurde bekannt, dass Prinzessin Mabel (43) als junges Mädchen im Alter von neun Jahren ihren eigenen Vater sterben sah: Er war beim Eislaufen eingebrochen und konnte nur mehr tot geborgen werden. Die heutige Mutter zweier Mädchen hatte sich mit ihren Vater auf einem See beim Schlittschuhlaufen vergnügt, als plötzlich das Eis einbrach und der Vater vor den Augen seiner Tochter ertrank. Beinahe auf den Tag genau 34 Jahre später wird ihr Ehemann Prinz Friso von einer Lawine verschüttet. Das Leben Mabels wird durch diesen Schicksalsschlag abermals auf eine harte Probe gestellt. Zumal es als ungewiss gilt, ob Friso jemals erwachen wird.

“Wir können nur noch für Friso beten”

“Wir sind alle tief betroffen und sehr traurig über den Bericht aus der Klinik”, sagte der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel in einer ersten Reaktion. Dem Gemeindeoberhaupt, das mit der Königsfamilie seit Jahrzehnten eine persönliche Freundschaft verbindet, standen beim Gespräch mit den VN Tränen in den Augen: „Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie, besonders Johan Frisos Gattin Mabel und den Kindern. Wir alle hoffen immer noch insgeheim, dass sich der Zustand des Prinzen noch bessert. Wir können nur noch bangen und beten. Das gilt auch für alle anderen Verunglückten.“ Die Beziehung zwischen Lech und der Königsfamilie werde sich nicht verschlechtern, meinte Muxel. Auch Florian Moosbrugger, der mit Friso im freien Gelände unterwegs war, wünscht Muxel „viel Kraft in der für ihn schwierigen Zeit“.

Am Samstag Gottesdienst für Prinz

„Es gibt eine tiefe Verbindung und die hält sowohl in guten als auch in schlechten Tagen“, schloss Muxel. In der regulären Vorabendmesse am heutigen Samstag, 17.15 Uhr, in der Lecher Kirche werde man gemeinsam mit Pfarrer Jodok Müller „für die Gesundheit von Prinz Friso beten“.

Auch bei den Skiliften schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. „Das ist ein schwerer Schicksalsschlag für die Königsfamilie, deren Mitglieder in Lech sehr beliebt sind“, sagt Michael Manhart als Geschäftsführer. Skifahren im freien Gelände sei „oft mit schwer einschätzbaren Gefahren verbunden“. Gert van Meyelen aus Putten in Holland, welcher derzeit am Arlberg seinen Skiurlaub verbringt: „Das ist ein schwerer Schock für uns alle.“ Auch im Arlberger Tourismusbüro hat man „bis zuletzt gehofft, dass noch gute Nachrichten aus Innsbruck kommen“, sagte Tourismusdirektor Hermann Fercher.

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