Poschner sucht “oberösterreichischen Dialekt im Musizieren”

Poschner will sich auf die Kernkompetenz des Orchesters konzentrieren
Poschner will sich auf die Kernkompetenz des Orchesters konzentrieren - © APA (FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR)
Der neue Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz, Markus Poschner (46), hat am Mittwoch in Linz seine Pläne für die erste Saison als Nachfolger von Dennis Russell Davies präsentiert. Der Münchner und bisherige Orchester- und Opernchef in Bremen betonte dabei in einer Pressekonferenz, dass es ihm um die Kernkompetenz des Bruckner Orchesters als österreichisches Orchester gehe.

“Wir wollen die Spezialisten bei österreichischer und deutscher Symphonik sein”, so Poschner. “Und es geht uns um die Deutungshoheit, wenn es um Bruckner geht.” Dabei interessiere ihn “die oberösterreichische DNA und der oberösterreichische Dialekt im Musizieren”. Poschner bringt auch neue Formate in die Musikvermittlung, und zwar für jedes Alter: So wird es vor Konzerten im Brucknerhaus “Kost-Proben” zur Mittagszeit geben, mit anschließendem Mittagessen. Unter dem Titel “Anhörung” will Poschner in Kooperation mit der Anton Bruckner Privatuniversität jungen Komponistinnen und Komponisten die Möglichkeit bieten, ihre Werke vom Bruckner Orchester unter der Leitung des Chefdirigenten gespielt zu hören. Schließlich will der neue Orchesterchef mit Gästen Gespräche über Kunst, Klang, aktuelle Programme und gesellschaftliche Entwicklungen führen.

Ausbauen will Poschner auch die Präsenz des Orchesters in Österreich mit weiteren Konzerten u.a. in Wien, Salzburg und Bregenz sowie international mit einer Tournee im kommenden Frühjahr nach England. Neuer erster Gastdirigent des Bruckner Orchesters wird Bruno Weil.

Seinen Dienstantritt in Linz wird Markus Poschner an Bruckners Geburtstag, dem 4. September, mit einem Empfang unter dem Titel “Markus Poschner trifft ein!” auf dem Linzer Hauptplatz begehen. Der neue Chef und sein gesamtes Orchester fahren dann per Straßenbahn vom Hauptplatz über die Linzer Fußgängerzone zum Musiktheater am Linzer Volksgarten.

Sein Debüt am Landestheater Linz/Musiktheater feiert er mit der “Frau ohne Schatten” von Richard Strauss. Im Februar 2018 wird dann “Faust’s Verdammnis” von Hector Berlioz folgen. Im Konzertsaal beginnt Poschner seine Linzer Zeit mit Gustav Mahlers 2. Symphonie, der im Herbst dann noch Bruckners 8. Symphonie und “Die Alpensinfonie” von Richard Strauss folgen.

Ebenso wie Poschner betonte Landeshauptmann und Kulturreferent Thomas Stelzer (ÖVP) bei der Programmpräsentation, dass es neben der Rolle des Orchesters für Oberösterreich auch um die Stärkung der internationalen Sichtbarkeit gehen muss.

(APA)

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