23. April 2010 11:30; Akt.: 23.04.2010 11:30

Porträt: Barbara Rosenkranz

Zehnfache Mutter will Hofburg bevölkern Zehnfache Mutter will Hofburg bevölkern - © APA
Eine zehnfache Mutter will die Hofburg bevölkern. Mit Barbara Rosenkranz (51) hat die FPÖ eine Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten nominiert, die kein Problem hat, erzkonservative Familienpolitik und eine beinharte Linie in Sachen Zuwanderung bedingungslos zu vertreten.

 (1 Kommentar)

Sie gilt als Ikone der Rechten, ausgestattet mit Nibelungentreue, hart in der Sache aber umgänglich im Ton.

Rosenkranz haftet der Ruf als rechte Madonnenfigur an. Die Niederösterreicherin drängte sich zu Hochzeiten Jörg Haiders nie in die Schar der Kofferträger, stattdessen werkte sie konsequent in der Landespolitik. Bei der Niederösterreich-Wahl 2008 verdoppelte sie als Spitzenkandidatin die Stimmen ihrer Partei auf mehr als zehn Prozent. Das dankten ihr ihre Anhänger im Bundesland nur bedingt: Am Landesparteitag Ende Februar wurde sie mit nur 86,6 Prozent – nach zuletzt zweimal 98,2 – wiedergewählt. “Man kann nicht immer alle Wünsche erfüllen”, sagte sie dazu.

Schon schmeichelhafter für Rosenkranz war das Drängen der NÖ FPÖ, sie als Bundespräsidentschaftskandidatin zu nominieren – was dann auch geschah. Sie selbst ist wie ein perfektes Freiheitliches Schnittmuster für dieses Amt: Biertischgepolter ist ihr fremd, ihre Stellungnahmen zu Sachthemen fallen ruhig aus. Und trotzdem ist die Nähe zum rechten Rand der FPÖ bekannt. Ihr Ehemann, Horst Jakob, ist in der Szene bekannt. In den 80er Jahren hatte er sich mit Norbert Burger in der NDP engagiert, die bald darauf verboten wurde. Auch herausgegebene Schriften des Gatten werden als rechtsextrem eingestuft.

Auch abseits ihres Mannes bewegt sich die Präsidentschaftskandidatin gerne im rechten Milieu – ohne dabei selbst für Skandale zu sorgen. 2000 eröffnete sie auf der Burg Kranichberg ein Treffen rechter europäischer Parteiführer, 2002 sorgte sie als Nationalratsabgeordnete mit einer Sonnwendfeier im niederösterreichischen Seebarn für Schlagzeilen. Der damalige Volksanwalt Ewald Stadler hatte in seiner “Feuerrede” die Familie Rosenkranz für deren Beitrag zum “Volkserhalt” gelobt. Bekannt ist auch ihre ablehnende Haltung zum Verbotsgesetz, das sie “verfassungswidrig” nannte. Zweifel an Gaskammern gehörten zudem zur “freien Meinungsäußerung”.

Trotz ihrer bedingungslosen Treue zur FPÖ beweist Rosenkranz auch oftmals Widerspenstigkeit: So soll sie die Kooperation der ehemaligen Kärntner Orangen mit der Bundes-FPÖ im Bundesvorstand nicht goutiert haben. Bei der Ratifizierung der Beitrittsverträge der zehn neuen EU-Staaten im Dezember 2003 hatte sie im Parlament gemeinsam mit einem weiteren Mandatar ihrer Partei wegen der Haltung Tschechiens beim AKW Temelin und den Benes-Dekreten dagegen gestimmt.


Artikel weiterempfehlen

Ihre Meinung Kommentare filtern  | 
KOMMENTARE FILTERN Optionen ausblenden  X


Please enter a title and content
 

HTML-Version von diesem Artikel

Mehr auf VOL.at
Vassilakou: "Fantasie keine Grenzen gesetzt"
Die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou hat sich infolge der Bekanntgabe von Bürgermeister Michael Häupl (S), mit den [...] mehr »
Einigung bis 3. November angepeilt
Trotz aller Zuversicht hinsichtlich eines positiven Endes der Koalitionsgespräche mit den Grünen unterstrich Häupl am [...] mehr »
Strache warnt vor "fünf Jahren Chaostage"
Die FPÖ ist über die rot-grünen Verhandlungen in Wien entsetzt. mehr »
Marek: "Kann es nur zur Kenntnis nehmen"
Rot-Grün statt Rot-Schwarz: Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Freitag bekanntgegeben, mit den Grünen [...] mehr »
Häupl nimmt Verhandlungen mit Grünen auf
Nun ist es fix: Die Wiener SPÖ wird mit den Grünen in Koalitionsverhandlungen treten. Das hat Bürgermeister Michael [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Psst... Box

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neuen Nutzer registrieren

Anmelden oder Registrieren
um Profile zu verknüpfen

{username} registrieren Sie sich jetzt neu auf VOL, um Ihr Facebook-Profil mit einem neuen Benutzer zu verknüpfen ODER klicken Sie auf Anmelden wenn Sie bereits einen VOL-Benutzer haben.


muss eine gültige E-Mail-Adresse sein


Bitte max. 32 Zeichen verwenden


Mindestens 6 Zeichen





Sie haben bereits einen VOL-Benutzer? Anmelden

Bestehendes VOL-Profil verknüpfen

melden Sie sich mit Ihrem VOL-Benutzer an ODER klicken Sie auf Neu Registrieren .


Passwort vergessen

Sie haben noch keinen VOL-Benutzer? Neuen Benutzer registrieren