9. Dezember 2011 08:36; Akt.: 9.12.2011 08:36

Polizei geht in Offensive

Siegbert Denz: "Die Polizei hat sich bewegt. Wir sind transparenter geworden." Siegbert Denz: "Die Polizei hat sich bewegt. Wir sind transparenter geworden." - © VOL.at/Bernd Hofmeister
von VN/Wolfgang Heyer -
Schwarzach – Seit 1. Dezember ist Siegbert Denz ein Jahr im Amt. Er verfolgt ehrgeizige Ziele.

Herr Denz, wie beurteilen Sie Ihr erstes Jahr im Amt?

Denz: Die Polizei hat sich bewegt. Wir sind transparenter und offener geworden. Damit meine ich, dass wir offensiv auf unsere Kommunikations- und Systempartner zugegangen sind.

Können Sie das anhand eines Beispiels konkretisieren?

Denz: Bei Fällen von Kindesmissbrauch arbeiten wir eng mit der Jugendwohlfahrt und dem IfS, den Kinderschutzgruppen und den Ärzten zusammen. Unsere speziell ausgebildeten Polizisten kooperieren mit den Experten. Die Folge: eine professionelle Aufarbeitung der Fälle.

Gibt es weitere Projekte, die Sie angestoßen haben?

Denz: Mit der IfS-Einrichtung „Klartext“ konnten wir ein österreichweit einzigartiges Projekt initiieren. Wir begleiten die Männer, die mit einem Betretungsverbot belegt und ihres Wohnorts verwiesen wurden, über eine längere Zeitspanne. Auf diese Weise helfen wir nicht nur den Opfern, sondern auch den Tätern.

Wie wollen Sie Ihre Ziele erreichen?

Denz: Das ist ein permanenter Prozess. Das Umdenken soll schließlich erst einmal überall anerkannt werden. Das bedeutet auch, dass die Führungskräfte mehr Eigen- und Ergebnisverantwortung wahrnehmen müssen.

Und wie soll das gelingen?

Denz: Indem präventiv gehandelt wird. Wenn beispielsweise eine größere Diskothek in einer Gemeinde eröffnet, dann sind sämtliche Sicherheitsaspekte bereits im Vorfeld zu erörtern. Nicht erst im Nachhinein.

Apropos Sicherheit: Gibt es neue Ansätze, wie Sie die Sicherheit gewährleisten können?

Denz: Die Kriminalität wird immer mobiler. Täter kennen im wahrsten Sinne keine Grenzen mehr. Daher bemühen wir uns um schnelle, grenzüberschreitende Kommunikationswege.

Herr Landespolizeikommandant, eine mögliche Reform könnte die Sicherheitsdirektion und das Landespolizeikommando vereinen …

Denz: Das ist in der Sache richtig. Die Reorganisation ist sinnvoll.

An der Spitze steht dann aber nur noch ein Landespolizei­direktor. Bewerben Sie sich um die neue Stelle?

Denz: Ich setze mich mit diesem Thema auseinander, wenn die Ausschreibung erfolgt ist. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass bei Reorganisationen auch Arbeitsbereiche geschaffen werden, die neue Herausforderungen mit sich bringen.

Welche Herausforderung sehen Sie für sich in Ihrer weiteren Tätigkeit?

Denz: Die Polizei soll zukünftig fit und kompetent in die Zukunft gehen. Dazu braucht es natürlich viele motivierte und konstruktive Führungskräfte mit Weitblick, die die Veränderungen in den Strukturen und auch in den Arbeitsmethoden befürworten.


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