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Pharmakologen: Kokain oft mit gefährlichem Wurmmittel verunreinigt

Kokainerfahrung haben mittlerweile fünf Prozent der Bevölkerung.
Kokainerfahrung haben mittlerweile fünf Prozent der Bevölkerung.
Für die wenigen österreichischen Kokain-Konsumenten - nur ein Prozent der Wiener über 15 Jahren haben zum Beispiel in den vergangenen drei Jahren "gekokst" - das trotzdem bedeutsame Resultat einer aktuellen wissenschaftlichen Arbeit: 70 Prozent von untersuchten Kokain-Proben sind mit einem Wurmmittel verunreinigt. Das kann gefährlich werden, stellen Experten der MedUni Wien in der Studie fest.

In einer Aussendung der Universität war am Donnerstag von einem “alarmierenden Ergebnis” zu lesen: “In über 70 Prozent der Proben, die in der Vergangenheit als Kokain verkauft wurden, ist neben dem Suchtmittel auch ein für den Menschen gefährliches Wurmmittel aus der Tiermedizin enthalten.”

Gesundheitsgefährdendes Wurmmittel für Pferde

Die Erkenntnisse stammen aus einer Studie, an der auch Fachleute vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien beteiligt waren. Kokain werde fast nie in “Reinsubstanz” verkauft. Zu 90 Prozent wird es mit Streckmitteln versetzt, zu 70 Prozent fanden die Fachleute auch Levimasol, ein für den Menschen gesundheitsgefährdendes Wurmmittel für Pferde und andere Paarhufer. Nach der Aufnahme wird Levamisol im Körper zu Aminorex umgewandelt.

Tödlicher Lungenhochdruck

Die Substanz war ehemals als Appetitzügler (“Menocil”) von den Arzneimittelbehörden zugelassen, wurde aber bereits 1968 vom Markt genommen. Es waren Fälle von tödlichem Lungenhochdruck aufgetreten. Wie alle diese Mittel hat es eine amphetaminartige, aufputschende Wirkung. Im Pferde-Rennsport wurde es als Dopingmittel verwendet.

“Neurochemistry International”

Die Studie ist einer Sonderausgabe von “Neurochemistry International” veröffentlicht worden. Sie entstand in Zusammenarbeit der Wissenschafter vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie des Instituts für Pharmakologie (Leitung: Harald Sitte) mit dem Wiener Drogenmonitoring-Projekt “checkit!” am Klinischen Institut für Labormedizin (wissenschaftliche Leitung: Rainer Schmid) und einer Forschungsgruppe der Universität Wien (Leitung: Gerhard Ecker).

Levimasol verlängert Effekt des Kokains

Ausgangspunkt waren die laufenden Untersuchungen von Suchtmitteln durch “checkit!”, bei denen die Verunreinigungen zunächst festgestellt worden waren. “Das Spannende ist, dass hier erstmals zwei komplett unterschiedliche Substanzklassen gemeinsam vorkommen, von denen die Wissenschaft bisher annahm, dass sie einander wegen ihrer gegensätzlichen Wirkungen für den Suchtmittelmissbrauch ausschließen würden”, so Harald Sitte von der MedUni Wien. Offenbar verlängert Levimasol den Effekt des Kokains.

Illegale Drogen an dritter Stelle

Insgesamt gibt es in Österreich nur eine geringe Problematik mit Kokain. Die neuesten Daten aus dem Wiener Drogenmonitoring vom Herbst vergangenen Jahres: Elf Prozent der über 15-jährigen Männer haben einen riskanten Alkoholkonsum, ebenso sechs Prozent der Frauen. Illegale Drogen folgen erst nach dem Nikotin und Psychopharmaka an dritter Stelle.

Todesfälle hauptsächlich durch Mischkonsum

24 Prozent der Wiener haben schon zumindest einmal Hanfprodukte konsumiert, 13 Prozent innerhalb der vergangenen drei Jahre, sechs Prozent innerhalb der vergangenen 30 Tage. Jemals Opiate wie Opium, Morphium, Heroin oder Methadon konsumiert haben zwei Prozent der Wiener (in den vergangenen drei Jahren ein Prozent, im vorangegangenen Monat ebenfalls ein Prozent). Kokainerfahrung haben mittlerweile fünf Prozent der Bevölkerung (ein Prozent in den vergangenen drei Jahren, faktisch niemand innerhalb des vergangenen Monats). Rund 90 Prozent der direkt mit Drogen in Verbindung stehenden Todesfälle sind in Österreich durch Mischkonsum – vor allem Opiate, Beruhigungsmittel und Alkohol – bedingt. (APA)

 

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