4. August 2009 09:32; Akt.: 4.08.2009 09:32

Parteien rüsten sich für den Intensiv-Wahlkampf

Mehr als 260.000 Wahlberechtigte dürfen abstimmen Mehr als 260.000 Wahlberechtigte dürfen abstimmen - © VMH
Schwarzach – Die Vorarlberger Parteien rüsten sich für die intensive Phase des Landtags-Wahlkampfs. Diese Woche starten ÖVP und SPÖ offiziell den Wahlkampf, die anderen Parteien folgen in den nächsten Wochen.

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Für das Erreichen ihrer Ziele – die ÖVP will die Absolute halten, FPÖ und SPÖ rittern um den zweiten Platz, die Grünen wollen ein fünftes Mandat, die Kleinlisten in den Landtag – stehen den Parteien Budgets in sehr unterschiedlicher Höhe zur Verfügung. Während die Sozialdemokraten 450.000 Euro ausgeben, ziehen die “Gsiberger” mit nur einem Hundertstel davon in den Wahlkampf. Die ÖVP macht zu ihren Kosten keine Angaben.

ÖVP-Chef Landeshauptmann Herbert Sausgruber hat mehrfach betont, sich um einen “klaren Auftrag” zu bewerben. Für den Fall, dass die absolute Mandatsmehrheit verloren gehen sollte, hat Sausgruber in Zeitungsinterviews bereits einen Rücktritt für möglich erklärt. Die Volkspartei wird am 7. August in den Wahlkampf starten. Für den Vormittag ist eine Pressekonferenz mit der Präsentation der Plakate geplant, abends beginnt dann in Sausgrubers Heimatgemeinde Höchst (Bezirk Bregenz) die “Landeshauptmann-Tour” durch 19 Regionen Vorarlbergs. Zugeknöpft gibt sich die Volkspartei hinsichtlich der Wahlkampfkosten. Die ÖVP werde “effizient und sparsam” wahlkämpfen, so Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz.

Die Sozialdemokraten ziehen sich zum Auftakt am 6. August in Braz (Bezirk Bludenz) zu einer Klausur mit allen Spitzenkandidaten zurück. 450.000 Euro stehen für den Wahlkampf zur Verfügung. Neben Aufstellern werde man auch mobile Großplakate einsetzen, kündigte Landesgeschäftsführer Franz Lutz an. Die SPÖ, die 2004 mit 16,87 Prozent (plus 3,88 Prozentpunkte gegenüber 1999) den zweiten Platz errang, will diesen Stand bei der Wahl im Herbst verteidigen.

Die mitregierenden Freiheitlichen erlitten 2004 dagegen schwere Verluste (minus 14,47 Prozentpunkte), diese Scharte soll nun ausgewetzt werden. FPÖ-Obmann Landesrat Dieter Egger nannte als Ziel das Brechen der ÖVP-Absoluten. Die Freiheitlichen werden im Wahlkampf zwischen 250.000 und 300.000 Euro ausgeben, den Wahlkampfauftakt feiern sie am 21. August in Hohenems.

Die Grünen legten bei der Landtagswahl vor fünf Jahren von zwei auf vier Mandate zu, diesmal haben Grünen-Sprecher Johannes Rauch und seine Mitstreiter ein fünftes Mandat ins Auge gefasst. Zudem wollen die Grünen die FPÖ als Regierungspartner der ÖVP ablösen. In den Wahlkampf starten die Grünen am 28. August am Molo in Bregenz, ihr Budget beträgt insgesamt 200.000 Euro. Auf Großplakate werde man verzichten, Kleinplakate finden nur sparsamen Einsatz, erklärte Landesgeschäftsführer Mario Lechner. Man setze mehr auf den persönlichen Kontakt.

Den Einzug in den Landtag hat das BZÖ im Visier. Mit einem Budget von 250.000 Euro plane man einen Wahlkampf “auf Sparflamme”, so BZÖ-Obmann Christoph Hagen. Den offiziellen Start in den Wahlkampf begeht das BZÖ dann Ende August, für Anfang September hat Hagen “eine Überraschung” angekündigt. Dass Hubert Gorbach dabei eine Rolle spielen wird, dementierte Hagen.

Drei Mandate sind das selbstbewusste Ziel des Kleinparteien-Zusammenschlusses “Gsiberger”. Für den Wahlkampf hat die Liste 4.000 Euro budgetiert, bei einer “Materialschlacht” könne man also nicht mithalten, so Spitzenkandidat Bernhard Amann. Man setze daher vor allem auf Straßenarbeit und das Internet, plane aber auch Flyer und Filmabende. Nachdem die Mandate der Liste nach Vorzugsstimmen vergeben werden sollen, wird jede Gruppierung für sich auch separat und auf Plakaten werben.

Weiters um Mandate bewerben sich bei der Landtagswahl die Listen “Kiebitz” und “wir-gemeinsam.at”, die auf ihren Webseiten Werbung für ihre Sache machen. Während die Liste “Kiebitz” allerdings erst am 12. August detaillierte Auskunft über ihre Ziele geben möchte, waren die Vertreter von “wir-gemeinsam-at” vorerst noch mit dem Sammeln von Unterstützungserklärungen beschäftigt, um landesweit antreten zu können.


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